Donnerstag, 22. Juni 2017

Die besseren Argumente……



…….hatte in jedem Fall Sasha, als es darum ging, WER heute Abend mit mir zusammen sein wird.
Sasha und ich waren gestern nicht noch einmal draußen gewesen, um das Feuer näher zu sehen. Ich war erschöpft vom Tag. Hatte geschrieben, mit Gunnar, der heute Abend nach Kalifornien weiterreisen will um Alexa und klein Ragnar zu holen, Marie und den Zwillingen geskypt und bei fb rein geschaut, was mir an diesem Abend nicht wirklich gut bekam. Allerding gedenke ich nicht viel darüber zu schreiben, damit das Bild nicht wieder so derart lebendig aufleben kann, wie es dies ohnehin bereits tut. Ich kann nicht vergessen was ich sah. Beim herunter Scrollen war da ein Bild…….weiter rede ich nicht. Es wird so wie so eine Zeit lang brauchen, bevor ich es mich nicht mehr verfolgt. Aus diesem Grund blieb ich sitzen und lenkte mich ab. Sah mir andere Dinge an, vergas aber dennoch nicht. Wir gingen spät zu Bett deshalb. Trotz alledem dass ich müde war und mir die augenzufielen, vermochte ich noch lange Zeit nicht zu schlafen. Das erste Mal seit Langem, ließ ich im Zimmer eine kleine Lampe brennen, wo ich doch genau genommen die Dunkelheit mag. Es war jedoch nicht möglich zu schlafen. Immer wieder riss ich die Augen auf und schlief dann doch schlussendlich gegen zwei Uhr ein. (Hatte aber Sasha noch eine Köstlichkeit angedeihen lassen, welche ER mag und ICH nicht. Fellatio. Von Anfang bis zum Ende.)

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Es war so etwa halb acht. Wir hätten so wie so aufstehen müssen, riss mich der Klingelton meines iPhones aus dem Schlaf. Es war Derek, mit einem schlechten Gewissen offenbar (…und ich wusste bis dahin noch nicht, was mir diesbezüglich der Tag noch alles offenbaren würde.) Er druckste und stotterte herum. Sagte kaum einen Ton. War so still. Dann ein leises „Ich liebe dich doch. Bin wegen dir zurückgekommen.“, so trotzig, als suche er selbst die Bestätigung. Wieder Stille für eine kurze Zeit und auch ICH vermochte nicht wirklich viel zu sagen, weil Sasha neben mir lag. „Wir sehen uns doch heute Abend. Oder?“, fragte er dann noch.
Ich antwortete mit „Ja.“, obwohl ich mir keineswegs sicher war. Schließlich hatte ich genau DIESE Angelegenheit Sasha gegenüber noch nicht einmal erwähnt, was ich dann tat, als ich das eher schweigsame Gespräch mit Derek beendet hatte. Der Anfang war heikel. Und während ich so mit Sasha diskutierte, fielen mir einige Argumente ein, die mir vorteilhaft erschienen.
„Ich kann Derek doch nicht einfach so fallen lassen, als sei er ein ausgedientes Kleidungsstück. Er hat Besseres verdient. Und schließlich ist er zurückgekommen, weil er mit mir zusammen sein will, OBWOHL es immer noch Gunnar gibt. Dass ich mich nun eher dir zuwende, traf ihn offensichtlich schon einigermaßen. Er tut mir leid. Er ist so ein netter Mensch.“
Sasha runzelte die Stirn. „Du erwartest doch jetzt nicht wirklich, dass ich es hinnehme, wenn du MICH einmal kurz für eine Nacht zur Seite stellst, um mit Derek zusammen zu sein? Wo gibt es denn sowas? Ich erinnere dich hier gern an Giselle, Peaches und Laurianne, seine Frau.“ Und Rochelle, dachte ich so.
Oh, oh! Das würde in der Tat schwierig werden. In jedem Fall hatte Sasha die besseren Argumente.
Am Ende ließ ich alles offen. Oder besser, Sasha dabei, dass ich weiterhin mit ihm zusammen bin, solange Gunnar nicht wieder hier zugegen sei.
„Ich werde mich bei Derek für diesen Abend selbstverständlich entschuldigen.“ Was MIR allerdings noch lange nicht klar gewesen war. Nur mit beiden konnte ich nun wahrlich nicht zusammen sein.
Sasha begleitete mich noch bis zum Büro, wo ich nur kurz gewesen war. Kevin war ebenso nicht dort. Nur Mike.
Ich war dann noch zur Kosmetik gegangen und dann zum Haus zurück, alldieweil ich noch duschen wollte, wegen dem Termin bei der Physiotherapie am Nachmittag. Sasha holte mich ab und wir gingen essen, wo ich eine unschöne Begegnung mit Dereks alter/neuer Freundin Rochelle gezwungen war zu bestehen.
Sie hatte mich offensichtlich abgepasst. Kam festen Schrittes und mit geradem Blick zur Tür herein und auf mich zu. Blieb vor mir  stehen und stützte sich mit beiden Händen auf den Tisch, sodass ihr Gesicht nahe dem Meinen war.
Sasha war mittlerweile aufgestanden und hatte Rochelle am Arm gefasst und ein wenig zurückgezogen. Sie sagte nur zwei Sätze zu mir: „DU hast Derek nicht verdient und wirst ihn nicht bekommen. Er gehört MIR und ICH war diese Nacht mit mir zusammen!“ Was mich schon ein wenig nachdenklich stimmte. WIE kann Derek IHR gehören. Zuerst einmal war er mit Laurianne verheiratet. Und da war auch noch Giselle, die er trösten musste. Und eine leicht entzündliche Peaches, die sich gern als Furie gab und Chaos verbreitete wie ein Wirbelsturm.
Sasha begleitete die wütende Rochelle wieder zur Tür hinaus. Natürlich war DAS eine vortreffliche Szene, über die man sprechen würde. Immer wieder diese eifersüchtigen schwarzen Frauen, die mir derartige Auftritte bescherten.
Während Sasha diese Frau nach draußen brachte, kam Sarah zu mir an den Tisch, die das ganze Spektakel beobachtet hatte und da ich wusste, das SIE der Dreh- und Angelpunkt für Gerüchte im Zentrum war, erschien es mir vorteilhafter, dass ich mich ebenso mit MEINER Meinung in dieser Ausgabe der hiesigen Zeitung einzubringen gedachte. Also unterhielt ich mich mit ihr und ich erfuhr, dass man Derek am Nachmittag zuvor bei Giselle gesehen hatte, noch bevor er die Nacht mit Rochelle verbrachte, wie sie mir soeben (unter die Nase gerieben) zu verstehen gegeben hatte.
„Giselle scheint wohl ein wenig depressiv zu sein, weil sie ihr Kind verloren hat.“, verteidigte ich Derek, alldieweil angenommen wurde, dass er ebenso mit Giselle geschlafen hat. Nun, es war schließlich niemand dabei, der es persönlich gesehen hat.
Und hätte Sasha mich nicht dann doch noch zum Lachen gebracht, wäre ich sicherlich noch über diesen Gedanken hinaus, mit diesen eifersüchtigen, schwarzen Frauen, wütend geworden. Er ist oft so ein alberner Mensch, wo ich doch eher und zumeist ernsterer Natur bin.


Während ich bei der Kosmetik war, rief mich Derek an und entschuldigte sich bei mir wegen Rochelle. Er war kleinlaut und ich fragte ihn nach Giselle. Erzählte ihm, was die Gerüchte so besagten. Nun wurde Derek noch kleinlauter.
Oh, oh! Dies konnte nur bedeuten, dass es keine Gerüchte waren.
„Sie war so traurig. So wütend. So außer sich. Warf sich mir an den Hals. Ich wollte sie doch nur trösten und da hat sie….nun ja…“, begann er zu stottern. „Was hätte ich denn tun sollen? Ich kann nichts dafür. Eine Zurückweisung in diesem Moment, hätte sie nicht verkraftet. Das wollte ich ihr doch nicht antun. Verstehst du nicht?“, verteidigte er sich.
„Und dann zu Rochelle….“, merkte ich an.
„Ja. Ich hatte es ihr versprochen, dass wir uns sehen.“
(Sehen war nicht ficken!) Ich schnaufte. Was hätte ich noch sagen sollen?
„Es tut mir leid. Rochelle ist eine schöne Frau, aber ich liebe sie doch nicht. Ich liebe dich Rea.“
„Derek, derzeit scheinst du doch wohl ausgelastet zu sein. Und es ist mir eben NICHT danach im Kreuzfeuer dieser Frauen zu stehen. Verstehst DU MICH?“
Derek antwortete nicht auf meine Frage. Teilte mir stattdessen seine Befürchtung mit. „Du wirst mir doch heute Abend nicht absagen. Ich meine, DU hast schließlich auch andere Männer und bist verheiratet. WO liegt jetzt das Problem?“
„Du sagst, du seist um meinetwillen hier her zurückgekommen und das du mich liebst und ich glaube dir sogar. Ohne Zweifel. Aber dennoch schläfst mir anderen Frauen, was ich durchaus verstehen kann. Ich habe kein Recht deine Handlungen in Frage zu stellen. Aber Sasha hat im Augenblick in der Tat die besseren Argumente. Denn ER ist derzeit schon Singel.“
„Liebst du ihn?“, kam die Frage sogleich unverblümt.
„Nein.“ …was gelogen war. Natürlich empfinde ich eine Art Liebe für Sasha, sonst würde ich ihn nicht an meiner Seite dulden. Aber WENN ich wählen könnte, wäre es immer wieder Derek, den ich bevorzugen würde. Er ist so ein lieber Mensch. Und eigentlich ist es, wie vieles auf dieser Welt, recht paradox. Seine Gutherzigkeit fällt ihm auf die Füße. Und…..dass er offenbar zu Frauen nicht NEIN sagen kann. Dass er mitfühlend ist und ihnen das EINE gibt, was er offenbar gut kann. Nähe, Streicheleinheiten und ein wenig Geborgenheit, vielleicht sogar mit etwas Liebe gepaart für den Moment, nebst Intimitäten. Armer Kerl. Er tat mir leid, DENN ich wusste nun, mit WEM ich den Abend verbrachte. Denn Sasha hatte argumentiert, dass ER schließlich niemand anderen hatte. Was wohl derzeit zutreffend sein mag. Und das war mir nun doch lieber, als erneut EINE von Vielen zu sein.
Um Derek musste ich mich im Grunde nicht mehr sorgen. Da waren genug…..andere Frauen.

Nach dem Lunch begleitete mich Sasha erneut zum Büro, wo ich Kevin treffen wollte und die Papiere holen. Denn ich verband mit meinen Termin bei der Physiotherapie sogleich das Bestellen von Waren.
„Wir treffen uns dann am Haus. Du fährst.“, sagte ich scherzend zu Sasha und er ging. Er musste nicht unbedingt noch einmal mit Kevin zusammentreffen. Jedoch war es bereits zu spät. Kevin kam mit Janina und seinem Pfleger herein. Dieses Mal war er Sashas wegen jedoch versöhnlicher. Er unterhielt sich kurz mit ihm, als sei er sein Mentor und müsse ihm, in Bezug auf mich, Ratschläge geben. Was Sasha signalisieren sollte, dass Kevin mich tausend Mal besser kennt als er. Was nun Janina allerdings wieder erzürnte. Ich sah sie mit den Augen rollen. Am liebsten hätte ich Kevin darauf hingewiesen, dass er Janina um meinetwillen nicht immer so verletzen soll. Kein Wunder, wenn sie nicht gut auf mich zu sprechen war. Wo ICH doch in keinster Weise Schuld daran trug. Nun gut, zuweilen flirte ich mit Kevin und ermutige ihn. Jedoch NIE vor Janina.
Auch ICH nahm mir während unseres Gespräches kein Blatt vor den Mund. Sagte offen, was ich zu sagen hatte, wie ich es stets zu tun pflege. Ich hasse es um den heißen Brei zu reden. Gerade heraus ist mir immer willkommener als schmeichelnde Umschreibungen und in diesem Zusammenhang musste auch Sasha in Gegenwart der anderen Federn lassen.
„Kaum zu glauben, dass aus so einem schönen Mund oft die direktesten Worte und trockensten Bemerkungen kommen.“, sagte Kevin zu Sasha gewandt, was für Janina sicherlich erneut verletzend war.
Ich zuckte mit den Schultern. „Tja, WAS? Ich sage schlicht und einfach was ich denke. Bin ich hier nicht unter Freunden?“, entschärfte ich überhaupt alles um mich herum und beendete die Diskussion, sodass Saha endlich gehen konnte.

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Sasha liebt meinen Wagen und fährt ihn gern. Obwohl es stets einiger Korrekturen des Sitzes bedarf. Denn er ist schließlich 1.93 m.
Kurz vor dem Dinner kamen wir zurück. Nun gut, wir hätten gleichwohl in der Stadt speisen könne. Es verlangte ich jedoch viel eher danach, nach Hause zu fahren, wo wir nun sind……..und nun wird es Zeit für das Dinner.


Mittwoch, 21. Juni 2017

Ein „guter Freund“



Gunnar hatte mich, der Zeitverschiebung wegen, erst spät am gestrigen Abend angerufen.
„Schalte skype ein. Die Kinder wollen dich sehen.“, sagte er.
Natürlich sagte ich ihm NICHT, dass Sasha bei mir war und drehte die Kamera des Notebooks von ihm weg. Gunnar nahm sicherlich an, dass Derek bei mir war. Er fragte jedoch nicht danach. Es ging nur um die Kinder. Dann ebenso noch einmal kurz um Marie.
„Wärst du nur mitgekommen. Ich vermisse dich hier.“, sagte Gunnar mit einem liebevollen Blick zu mir. Und auch Marie ließ ähnliches verlauten. Was mich beinahe dazu brachte, meine Entscheidung zu bereuen.
Ich sprach dann noch mit Gunnar über den bevorstehenden Besuch bei meiner Naturtherapeutin, welcher IHM offenbar völlig entfallen war. Aber MIR ist er überaus wichtig!
Gunnar sprach weder Derek noch irgendeinen anderen Mann an. Was wohl bedeuten sollte, dass er sich nicht weiter darum sorgte  UND,…..tue was du willst…….Dachte ich so und hoffte es. Was hätte er dazu gesagt, wenn er gewusst hätte, dass Sasha bei mir ist?
Zuweilen dachte ich darüber nach, wie es wäre, WENN Derek jetzt bei mir ist. (Irgendwie vermisse ich ihn.)
Derek ist ein wirklich attraktiver Mann. Auch wenn er doch gelegentlich ein Playboy sein mag, ist er trotz alledem liebevoll, zärtlich, mitfühlend und ritterlich allemal. Ich liebe ihn tatsächlich. Dennoch, heiraten werde/könnte ich ihn vermutlich nicht. Mit Sasha scheint es mir ähnlich zu sein. ER ist NICHT mein Gesicht! Aber sonst überaus ansehnlich. Jedoch ein Jude. Was für mich ein Problem des Gewissens darstellt. Auch, wenn er mir gerne glauben machen möchte, dass ich zu ihnen gehöre, tue ich das nicht.
„Verliebe dich doch bitte so richtig in mich.“, (winselte) bat mich Sasha mit einem flehenden Hundeblick.
Er kann manchmal so albern sein. Lacht und scherzt sehr viel. „Warum bist du immer so ernst?“, fragt er mich dann.
Sasha bettelt am Abend um einen kurzen Augenblick Fellatio, dem ich ihm erstmalig gewährte. Ich hatte noch NIE vorher seinen Penis im Mund und ich hatte gleichwohl nicht vor, diese Erfahrung weiter auszudehnen. Es war tatsächlich nur ein kurzer Moment. Nicht dass ich es etwa eklig fände. Nein. Das ist es nicht. (Oder doch?) Ich mag dergleichen im Allgemeinen nicht.

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Natürlich hatten wir Sex am Abend. Am Morgen war keine Zeit dafür. Ich hatte um elf Uhr meinen Termin bei der Naturtherapeutin, zu welcher Sasha mich begleitete.
Zu meinem großen Erstaunen stellte sie fest, dass soweit alles in Ordnung ist. A-B-E-R……da war/ist dann doch etwas bedenkliches mit meinem Herzen. Sie rät mir dringlichst zu Weißdorn Tabletten oder Kapseln in hoher Konzentration. Vor einiger Zeit, wohl vor ein paar Wochen, als ich dieses zeitweilige Stechen in der Herzgegend bemerkte, es jedoch nicht weiter beachtet hatte, war da offenbar ein kleiner Infarkt. Göttin! Was taten mir diese Schulmediziner nur an, mit ihrer Chemo-Therapie?? „Frau Sølgård Blanc, sie MÜSSEN DOCH  eine GRUND-THERAPHIE machen!“, hatten sie zu mir gesagt. Sie MÜSSEN! Toll! Wirklich toll! Danke auch!
Genau aus diesem Grund meide ich diese Weißkittel nun doch besser, wo es nur geht!!! Und verlasse mich auf die Naturmedizin.
Nun gut, ich bausche das nicht weiter auf. Werde auch zu Gunnar nichts weiter darüber sagen. Soll er doch unbeschwert zu seiner Alexa reisen! Ich möchte mitnichten, dass er denkt, ich schiebe eine Kränklichkeit vor, um ihn zurück zu mir zu bringen. NIEMALS! Das habe ich nicht nötig! Punkt!
Mag sein, Sasha weiß es nun. Er war schließlich mit dabei. Aber egal.
Zumindest bin ich erleichtert, dass sich dieses Ding in meinem Hirn verflüchtig hat, was sie das letzte Mal, als ich bei ihr war,  gefunden und worüber ich mir die ganze Zeit über den Kopf zerbrochen hatte. Es war offenbar doch nur eine Ablagerung von der damaligen Quecksilber-Vergiftung gewesen, die ich hatte. Der Göttin sei Dank!!!
Sasha und ich waren noch essen und shoppen. Kamen erst kurz vor dem Dinner ins Zentrum zurück. Ich habe mir ein neues Fernsehgerät gegönnt, welches in den nächsten Tagen geliefert wird. Dabei brauche ich dieses Ding nicht wirklich oft. Aber egal.

Beim Dinner trafen wir auf Derek. Ich kam gerade mit Sasha herein und er wollte gerade mit seiner Mutter gehen.
„Ich würde gern kurz mit dir sprechen.“, sagte ich recht gebieterisch zu ihm und er folgte widerwillig. DAS sah ich ihm an. Zu Sasha sagte ich, er solle derweil bestellen.
Ich trat ein paar Schritte beiseite. Von seiner Mutter weg. Hatte ihn am Arm berührt und er schien jedoch noch immer böse auf mich zu sein. Ich entschuldigte mich in aller Form bei ihm. „Derek. Es tut mir so leid. Ich hatte kein Recht.“
Er schnaufte. Sagte kein Wort. Also dann doch ein wenig diplomatischer Frau Sølgård-Blanc. Dachte ich mir und begann mit dem WARUM meiner Verstimmung auf ihn. Derek versuchte mir dann zu erklären, dass er Rochelle nicht liebt, sondern mich.
„ICH liebe Sasha ebenso wenig. Jedoch DICH!“
Darauf wusste er nicht wirklich, was er erwidern sollte. Atmete nur schwer. Sah mich zweifelnd an.
„Was ist? Sehen wir uns heute Abend?“, fragte ich ihn und begann zu grinsen.
Derek zog die Brauen zusammen. Zweifelte. „Ich dachte du und dieser Jude…..“ Er sprach es nicht aus, was er  gleichwohl nicht brauchte. Ich wusste Bescheid.
„Sagte ich nicht eben gerade, dass ich ihn nicht liebe?“
„Aber du fickst mit ihm.“
„Und du mit Rochelle und deiner Fußballspielerin und wer weiß mit wem noch.“, zählte ich auf an Frauen, von denen ich wusste.
„Peaches habe ich schon lange nicht gesehen. Und mit Giselle schlafe ich nicht mehr. Ich glaube sie wird immer depressiver.“ Rochelle gab er zu. Andere nicht.
„Also WO ist das Problem?“
Derek lächelte schief, als könne er nicht glauben, was er da hört. „Ich dachte, er wohnt bei dir, solange Gunnar nicht im Zentrum ist?“
„Er wohnt doch nicht bei mir. Nein. Er besuchte mich gestern nur und begleitete mich heute zu meiner Naturtherapeutin. Nichts weiter.“
„Nun legte Derek den Kopf ein wenig schief und schüttelte mit dem Kopf. „Also die Zeit mit ihm zusammen in Israel wirkt nun doch nicht nach? Oder was?“
Nun schnaufte ich. „Ja. Ein wenig. Aber ich liebe ihn nicht. Ich liebe dich.“
Dereks Gesichtszüge wurden nun freundlicher. „Dann bin ich ja beruhigt. Und WAS bedeutet das jetzt?“
„Das wir weiterhin zusammen sein werden, wenn Gunnar nicht zugegen ist UND ich Sasha natürlich weiterhin als guter Freund begegne.“
Nun lachte er. „Dieser Kerl ist wohl etwas mehr als NUR ein guter Freund!“, warf er mir vor.
„Das mag sein. Zumindest derzeit UND gleichwohl aus einem bestimmten Grund,….den du kennst.“
Derek fuhr sich mit der Hand über den kahl rasierten Kopf und setzte eine bedenkliche Miene auf. „Heute?“, fragte er dann.
„Wieso? Hast du etwa schon etwas vor?“, fragte ich zurück. Ließ ihn jedoch ganz bewusst NICHTs erwidern, sondern setzte meinen beschwingten Redeschwall fort. „Na dann sehen wir uns Morgen wenn du magst.“ Am Donnerstag hatten wir uns schon immer getroffen. Man erinnere sich an den Donnerstags-Mann.
Hüstel, schnauf und räusper…..“Okay. Dann bis Morgen.“ Derek lächelte nun wieder. Phhhuu! Der Göttin sei Dank!!!
Nur gut, dass er nicht auf heute eingegangen war. WAS hätte ich dann mit Sasha tun sollen? Ihn raus werfen? Wohl eher nicht. Aber wenn ich Plätze verteilen sollte, WEN ich am meisten mag, läge Derek in jedem Fall VOR Sasha! Weil er einfach für mich der Attraktivere ist. Wenn auch etwas kleiner als Sasha. Aber Derek ist genau mein Gesicht. Und muskulös sind sie beide.
Ich hoffe nur, Dereks Mutter Magdalene agiert nun nicht wieder gegen mich. Wir werden sehen. So bleibt mir nun noch ein Abend und eine Nacht mit Sasha und genügend Zeit darüber nachzudenken, wie ich Sasha plausibel erklären kann, dass ich am Donnerstagabend keine Zeit für ihn habe. Wo er doch so sehr darauf vertraut. Es wird ein Schlag für ihn sein,….welchen er wegstecken MUSS und wird, wenn er mich liebt. In jedem Fall ist es NICHT meine Intension ihm zu sagen, dass ich mich mit Derek treffen werde. Wozu? Das Problem ist nur, er wird uns sehen.
Nun, bis dahin vergeht noch eine Weile Zeit.
JETZT werde ich noch einmal mit Gunnar skypen und den Zwillingen zu ihrem Ehrentag gratulieren.
Von den Sonnenwendfeierlichkeiten bekam ich heute nicht allzu viel mit. Aber ich sehe das Feuer von hier aus brennen. Das ist genug und vielleicht gehe ich/gehen wir dann, etwas später, doch noch einmal dorthin….wo das Feuer brennt……


Dienstag, 20. Juni 2017

Von Liebe und Zornigkeit



Morgen ist der Termin bei meiner Naturtherapeutin, wohin mich Gunnar genau genommen hätte begleiten sollen.
Aus diesem Grund schreibe ich JETZT noch ein paar Zeilen, alldieweil ich vermute, dass es morgen knapp werden wird.

Kevin war neugierig auf Sasha und ich hatte mit ihm letztendlich dasselbe Desaster wie vorher mit Derek. Obwohl seine Janina dabei gewesen war.
Ich weiß nicht mehr genau wann wir uns getroffen hatten. Ob es vor oder nach der Kosmetik war. In jedem Fall begegneten Sasha und mir, Kevin, sein Pfleger Max und seiner Frau Janina.
Sasha schien verlegen zu sein. Gedachte etwas Witziges zu sagen und entschuldigte sich bei Kevin.
„Tut mir leid, dass ich eure Chefin entführte. Kommt nicht wieder vor. Das nächste Mal frage ich sie.“ Sasha lächelte ein wenig zaghaft zu Kevin hin. DER wiederum schien nun wütend zu reagieren.
„Es tut dir leid?“ Er schüttelte mit dem Kopf und blies zischend die Luft durch seine Lippen. „Es tut dir leid?“, fragte er erneut und wurde lauter.
„Lass doch gut sein.“, beschwichtigte ihn Janina sogleich. „Es ist doch ihr Problem.“
„Und DU hast mir nichts weiter zu sagen?“, fuhr er MICH nun plötzlich an. „Leidest du jetzt am Stockholmsyndrom, dass du mit deinem Entführer paktierst?“
Ups. Er hatte sich das alles wohl noch einmal überlegte, was ich ihm am Telefon sagte und kam zu dem Schluss, dass er wütend auf mich sein wollte.
Ohne seine Frau weiter zu beachten, rollte er ein Stück weg von ihr. „Jetzt kommst du her und wir reden erst mal.“, befahl er mir in einem Ton, welchen ich sonst niemanden durchgehen lasse, außer….ihm.
Ich war total verdutzt. Folgte jedoch seiner Anweisung und wir beide diskutierten ein Stück weit abseits von allen anderen. Seine Frau schien ihm in diesem Augenblick völlig gleichgültig zu sein.
Ich beschwichtigte Kevin. Bagatellisierte alles, was Sasha betraf. „Sorge dich nicht. Es ist alles okay.“
„Es ist alles okay?“, echauffierte er sich weiter. „Du findest es OKAY, dass dein Entführer hier her zurückkommt und du mit ihm flanierst, als sei nie etwas vorgefallen? Also ICH finde das schon eigenartig! Meinst du nicht?“
Ich schnaufte. Selbstredend hatte ich Kevin NICHT erzählt, dass Sasha so derart verliebt ist in mich. DAS hatte ich Kevin aus guten Gründen, wie man sah, vorenthalten. Und nun sagte ich es ihm….so la, la.
Oh Göttin! Ich dachte tatsächlich er steht aus dem Rollstuhl auf und (klebt mir eine) schüttelt mich.
„Bist du eigentlich noch bei Sinnen?“, fragte er weiter. „Denkt‘ doch mal nach, wie das für andere aussieht und klingt!“
„Nun, er hat darum gebeten hier wieder arbeiten zu dürfen und ich habe ja gesagt.“
Kevin schüttelte mit dem Kopf. „Bist du eigentlich verrückt geworden? Was sagt denn dein Mann dazu?“ Gunnar führte er zumeist immer DANN an, wenn ich seiner Meinung nach etwas Verwerfliches tat.
„Was soll er schon sagen, wenn er nicht hier ist. Gunnar wusste nicht, dass Sasha kommt. Ich wusste es doch selbst nicht einmal, bis er bei mir im Zimmer stand. Er hatte mich angerufen. Aber dass er bereits auf dem Weg zu mir ist, hatte er mit tunlichst verschwiegen. Er sagte, es sollte eine Überraschung sein.“
„Die ist ihm auch gelungen, finde ich. Und du nimmst das alles so hin?“
Ich sah Janina aus dem Augenwinkel, wie sie immer wieder zu uns hin sah und von einem Bein auf das andere trat.
„Wir müssen zurück zu den anderen. Du wirst Ärger mit deiner Frau bekommen.“, mahnte ich ihn.
„Ist mir doch völlig egal, wenn es um dich geht, Rea!“
Ich erfasste nun die Initiative, trat hinter seinen Rollstuhl und schob ihn zurück zu seiner Frau.
Kevin murrte. „Mit einem Behinderten kannst du es ja machen. Könnte ich laufen…..“
„…….hätte ich dich untergehakt und wir wären zurück zu den anderen gegangen.“, unterbrach ich ihn liebevoll. „Und ich dachte so wie so, du würdest bald wieder gehen können.“, sagte ich noch zu ihm, sodass es alle hören konnten.
Kevin nickte „Ja! Das werde ich auch. Verlass dich drauf!“
„Das ist doch genau DAS Versprechen, was ich hören wollte.“, sagte ich noch zu ihm und zwinkerte Kevin zu.
Kevin stand nun wieder bei seiner Frau und seinem Pfleger Max. Dennoch gab er keine Ruhe und legte sich nun mit Sasha an. Bis DER schließlich ehrlich und entwaffnend sagte: „Ich habe mich in Rea wirklich verliebt. Und aus diesem Grund bin ich hier.“
Oh, oh!!
Kevin räusperte sich. Rang ein wenig nach Luft. Sein Pfleger Max kratzte sich verlegen am Kopf und Janina, die hinter Kevin stand, schien in sich hinein zu grinsen, was verständlich war.
„Sasha wird wieder ganz normal hier arbeiten, wie vorher auch.“, versuchte ich die Verlegenheitspause mit etwas banalem zu überbrücken.
„Und du verzeihst ihm so einfach dieses kleinen Lapsus?“
„Warum denn nicht?“
„Was ist eigentlich mit Derek geschehen?“, fragte Kevin dann aus dem Kalten heraus.
„Rochelle.“, erwiderte ich prompt. „Und noch ein paar andere Frauen.“
Kevin bedachte Sasha mit einem vorwurfsvollen Blick. „Und DER ist jetzt der neue Stech…..“ Janina rempelte Kevin unsanft an, sodass er mitten im Wort stecken blieb und den Rest verschluckte. Ich wusste und verstand, dass Kevin wütend war. Aber dennoch war es überaus auffällig, wie er sich benahm. Janina ist schließlich nicht dumm. Und es ist mir durchaus klar, dass ihr, vor allem in diesem Moment, mehr als bewusst gewesen sein muss, dass Kevin mich noch immer liebt. Er würde sicherlich mit ihr Ärger bekommen deshalb.
„Schauen wir, wie lange es hält. Hast du dich etwa auch noch in ihn verliebt?“
Janina rollte mit den Augen. „Das geht dich nun wirklich nichts an Kevin.“, merkte sie dann leise an. „Es ist ihr Problem. Nicht deines.“
Ich schnaufte durch. Versuchte mich noch einige Minuten weiter vor Kevin zu rechtfertigen und dann packte mich die Wut. Ich schuppste Janina beinahe ein Stück zur Seite. Sie torkelte. Dann nahm ich die Griffe des Rollstuhls und schob Kevin noch einmal ein Stück weit weg, wo ich ihm zu erklären versuchte, dass ich Sasha nicht liebe. Aber das es vorteilhaft sei, WENN er es denkt. „ER ist in der Lage mich vor diesen Leuten zu schützen, die seinen Eltern und schlussendlich ihm den Auftrag gaben, mich nach Israel zu bringen. Zudem hofft man wohl dass ich die Seiten welche. Mich zu ihnen geselle und zu ihnen halte. Gegebenenfalls für sie arbeite.“ Von Königssöhnen und Königinnentöchtern, die man am liebsten vereint hätte sehen wolllen, redete ich lieber nicht.
Kevin hatte mir aufmerksam zugehört und pustete nun laut vor sich hin. „Das ist ein heißes Spiel. Bist du sicher, dass DU es beherrschst?“
Ich schnaufte. „Ich denke schon. Schauen wir, was daraus wird. Er wird Troels erneut zugeteilt. Denn DER weiß Bescheid und hat ihm im Auge. Ich redete bereits mit Ryan. Er wird sicher nur denken, dass ich ihm seinen einstigen Kollegen wieder geben will. Nichts weiter. Und wenn man mich hier im Zentrum mit Sasha spazieren gehen sieht, werden DIE Leute, die um die Geschehnisse einer Entführung wissen, an sich zweifeln und es bald vergessen. Dann ist alles wieder in bester Ordnung.“
„Ordnung nennst du das? Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gunnar, oder ganz und gar Derek das gefällt.“
Wir diskutierten noch eine Weile. Jedoch dieses Mal um Vieles ruhiger als vorher. Kevin fragte sehr persönliche Dinge, die Sasha betrafen und er ließ nicht nach, bis ich ihm eine Antwort gab. Ich sollte ihm erklären WARUM ich nicht gerne mit Sasha schlief. Zudem sprachen wir über Sashas Vorlieben beim Sex. Und ich gab ihm zu verstehen, dass ich diese Leckerei nicht mag. Weder bei mir, noch Fellatio bei ihm. Was gleichwohl ein Hinweis auf ihn selbst gewesen war. DENN im Augenblick war es ihm noch nicht wieder möglich, (einen hoch zu bekommen) einen erigierten Penis zu bekommen, wo er sich doch anderer Dinge bedienen musste, um eine Frau zufrieden zu stellen. Wie beispielsweise seiner Zunge. Ich gesandt ihm auch, dass Sasha beschnitten war und es womöglich deshalb Schwierigkeiten mit der Trockenheit gab. Usw……ich sagte ihm dies alles nur, dass er wieder vertrauen zu mir fasst und dass er mir nicht weiter böse ist. Es war offenbar nötig, ihm meine intimsten Geheimnisse zu gestehen und  (m)eine Intension zu vermitteln, WARUM dieser Sasha wieder bei uns, bei mir war, ohne dass Kevin deshalb zornig auf mich war. Und es gelang……….
„Ich werde ohnehin Ärger mit Janina bekommen.“, gab Kevin dann doch noch am Schluss, bevor wir zurückgegangen waren, leise zu.
„Sage ich doch.“…und wir lachten….…Alles war wieder…..gut.

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Sasha war noch beim Schwimmen. Kam vor etwa einer Stunde zurück. Saß da und sah mir beim Schreiben zu und….fern….
Es ist ihm wohl wichtig, NUR bei mir zu sein. Aber SO ist das immer….zu Beginn! (Schauen wir, was daraus wird.)