Dienstag, 3. Juli 2018

Der “Gute Wille”


Sasha schien Probleme mit seinem Vater zu bekommen, alldiewiel Claire die Eltern von Sasha offensichtlich darüber in Kenntnis gesetzt hatte, dass deren Sohn und ihr Ehemann sein Versprechen gebrochen hätte und noch immer bei mir sei. Zudem beabsichtige er gleichwohl noch länger zu bleiben.
Nun, es gab einige Diskussionen und Sasha klärte die Situation mit seinem Vater, der ihn zwar verstand, jedoch gleichwohl ebenso darauf hinwies, dass Claire seine Ehefrau sei, bei der er zu sein habe. Aber okay, ein oder zwei Wochen gestand er ihm zu. Denn er sah den guten Willen seines Sohnes. (Im Grunde bedeutet dies nun nichts anderes, als das Sasha von seinem Vater angewiesen wird, sich endlich einzufügen. So wie ich es damals ebenso hätte tun sollen/müssen, wäre ich bei Sasha geblieben. (Und genau DAS  war mir über die Maßen unangenehm. Schließlich bin ich meine eigene Frau. Niemand hat das Recht mir zu sagen, was ich tun soll!!!)) Sasha gedacht nun schließlich doch von Schweden und mir weg zu gehen und mit Claire in Portland zu leben. Was letztendlich bedeutete, mich nicht wiederzusehen. (Oder nur gelegentlich.) Denn als seine Hure möchte ich nicht leben. Natürlich schlug Sasha vor, dass er mit mir in Montreal zusammen sein könnte, in unserem Haus, welches er noch immer besitzt. Allerdings würde dies beinhalten, dass er dann die Hälfte seiner Zeit (?) bei Claire in Portland verbringen müsste,….als ihr Ehemann.
Ich finde, dergleichen vermeintliche Lösung ist für keinen von uns allen erstrebenswert. Selbstverständlich bleibe ich hier in Schweden und warte auf meinen Mann. Basta.
Dem allen entgegen steht Sasha mit seiner Liebe zu mir UND, dass er mich nach wie vor….heiraten will.

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Man hatte offenbar die Umgebung von Eriks Zauberwald überwacht und als er seinen Schutzkreis verließ, hatte man ihn mit auf das Polizei-Revier genommen. Vorher jedoch wurde er – mittels Durchsuchungsbefehls – gezwungen, sein gesamtes Grundstück inspizieren zu lassen. Natürlich war Gunnar nicht dort.



Sonntag, 1. Juli 2018

Von Konventionen und Zauberei



Es ging mir am Freitagabend sehr schlecht. Schüttelfrost und Gliederschmerzen. Husten und Niesen, sodass ich gezwungen war, Medikamente zu mir zu nehmen, um all das zu lindern.
Und natürlich arbeitete ich von zu Hause aus am Computer. Sowie gleichwohl gestern. Schließlich ist Monatsabschluss und die Bestellungen am Monatsbeginn müssen raus. Ich half doch NUR…..ein bisschen. Offenbar ist auch dies zu viel gewesen, an diesem Tag.
„Ich steck‘ dich ins Bett.“, tönt Sasha, wenn ich mein Tun vor ihm rechtfertigen wollte.
Gestern ging es mir ein wenig besser. Was jedoch dazu führte, dass ich eben keine Ruhe hielt. Denn es gab…..wie immer, viel zu tun….und Sasha steht mir, bis zu diesem Zeitpunkt, in der Tat bei allem zur Seite.
Derek sprach ich an, dass ich in der kommenden Woche seine Hilfe benötige. So mag er die Zeit finden seine Frauen zu planen. Aber womöglich brauche ich ihn nicht, alldieweil Sasha nun befand, er bleibe……noch so lange, bis Kevin zurückgekommen ist.

Sasha rief Claire an um es ihr zu sagen, also, dass er erst in ein oder zwei Wochen zu ihr kommen wird. Auch ich sprach kurz mit ihr. Es tut mir leid usw.…..sagte ich zu ihr und ich meinte es ehrlich, alldieweil ich weiß wie es ist, wenn der Ehemann bei einer anderen ist.

Nun, im Augenblich ist es nicht zu bestreiten, dass sich Sasha und ich immer besser verstehen. Dazu ist allerdings anzumerken, dass er in meinem Habitat ist und nicht ich in dem seien. Denn genau sein Umfeld, seine Familie und Freunde, seine Religion und seine Art zu leben mit diesen Leuten war/ist es, was mir eben NICHT gefällt. Womit ICH NICHT leben kann. Genau darüber sprachen wir gestern noch einmal und ich denke er hat es verstanden. Allerdings findet er seine Lebensart völlig normal und nicht bemängelnswert. Natürlich ist dies so, wenn man in etwas hineingeboren wird. Man gewöhnt sich daran und denkt, es sei das Normalste der Welt. (Und WIE treibe ich ihm dies nun aus? Zumindest hat er sich Gerard Menuhuin angeschaut und dahingehend (hoffentlich und wahrlich!) seine Meinung (zumindest ein wenig) geändert. In jedem Fall macht er mich dies glauben. Ich würde ihm, in dieser Hinsicht, nur allzu gern vertrauen.)

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Erik rief mich heute Morgen an. Zu Beginn schlug er vor, ich solle zu ihm kommen.
„Ich werde dir Reiki verabreichen, damit du nun endlich mal gesundes.“, sagte er. Entschied sich jedoch dann anders. „Ich komme besser zu dir.“ Selbstredend ist mir klar, warum er es sich anders überlegte. Mit Sasha sprach ich im Scherz darüber.
„Ich darf also nicht mit dir kommen?“, sagte er zu mir.
„Nein. Und allein, vor allem, wenn es Erik nicht wünscht, würdest du den Weg ohnehin nicht finden.“
Sasha lächelte nur und ich wusste…warum. Schließlich ist auch ER ein Magier auf seine Weise.
„Du folgst meiner Energie-Signatur.“
Er nickte.
„Was bin ich froh darüber, dass die Allgemeinheit über derartiges noch im Dunkeln gehalten wird. Stell dir nur vor, die Polizei wüsste das. Dann hätten sie Erik im Zauberwald gefunden. So“, und an dieser Stelle musste ich grinsen, „sind sie nur im Kreis gefahren.“
Sasha stutzte und dann war da ein verstehendes Blitzen in seinen Augen. „Ah, sie gedachten Gunnar bei seinem Onkel zu suchen. Nicht wahr?“
Ich nickte. „Sogar mit einem Durchsuchungsbefehl, der ihnen nicht die Bohne nütze, weil sie sein Grundstück schlicht und einfach nicht fanden.“
„Muss ein tatsächlich ausgezeichneter Schutzkreis sein, welchen er aufgebaut hat.“
Ich schmunzelte. Erwiderte jedoch nichts.


Freitag, 29. Juni 2018

Allein auf weiter Flur.....


Was soll ich nur tun? Sasha reist am Montag ab und Kevin gedenkt nun doch noch eine Weile in Deutschland zu bleiben. Ebenso um seine Genesung voranzutreiben. Janina, seine Frau, hatte angerufen und mich um noch ein, oder zwei zusätzliche Wochen Urlaub gebeten. Was hätte ich tun sollen? Selbstredend gestatte ich es ihr/ihnen. Und MIR geht es erneut nicht sonderlich gut. Erlitt bereits den dritten Rückfall. Huste und schniefe fortwährend und es ist in der Tat nicht gut für meine Gesamtsituation.
Sasha kümmert sich gut um mich und mahnt, ich solle doch nun endlich einmal eine etwas längere Auszeit nehmen, um meine angeschlagene Gesundheit in Ordnung zu bringen. Was allerdings kaum möglich ist. Margot Håkansson wird uns ebenfalls verlassen. Ist bereits dabei ihre Koffer zu packen und Gunnar wird demnächst nicht zurückzuerwarten sein.
Sasha vermag mich nicht zu verstehen, dass ich trotz alledem noch immer hinter Gunnar stehe. Gleichwohl man vermuten könnte, dass sogar Malika bei ihm ist (und nicht ich, wie es richtig wäre).
Nun stehe ich ab Montag….allein…..obgleich Sasha eingeräumt hat, er wolle noch bleiben.
„Geh‘ zu deiner Claire und halte dich an den Plan.“, sagte ich zu ihm. Wir werden sehen……


  

Donnerstag, 28. Juni 2018

Das Leben und seine verzweigten Bahnen


Nach einigem hin und her ist Claire, Sashas Frau, nun doch gegangen. - Nun ja, ich finde, es ist besser SO. - Nachdem sie bereits (angeblich) am Flughafen gewesen war und sie Sasha überredet hatte zurückzukommen (Warum auch immer? Ein schlechtes Gewissen ihr gegenüber vielleicht?) ist sie schlussendlich, nach langen Diskussionen, gestern zurück nach Portland geflogen. Sie meinte, sie könne es nicht mehr ertragen, dass ihr Mann ständig in meiner Nähe sei. Ob nun im Büro oder privat. Zuvor war sie damit einverstanden. Sasha hatte es ihr erklärt und sie darauf hingewiesen, dass es doch nur noch ein paar Tage wären, die sie ihm doch bitten mit mir lassen solle. Denn dann würde er mich ohnehin nie wieder sehen. So der Plan…..welchen wir, vor allem Sasha dann noch ständig in Frage stellten und stellen. DENN es ist ihm unerträglich, denkt er auch nur daran. Er selbst beabsichtigt dann am Montag, den zweiten Juli (vorerst) endgültig von hier abzureisen. (Ich vermute, er hält es ohne mich so wie so nicht aus.) Kevin wird an diesem Tag hoffentlich erholt an diesen Ort und seinen Arbeitsplatz zurückkehren, um mir, so hoffe ich, mit all der Arbeit zur Seite zu stehen. DENN…..natürlich hörte ich noch immer nichts von Gunnar. Wo er ist, was er tut, oder wann er ggf. zurückkommen wird, was sich aller Wahrscheinlichkeit nach noch eine Weile hinziehen könnte, DENN…..es hat sich NICHTS geklärt. Man könnte sagen, er ist fahnenflüchtig. Wie Erik dies magisch zu regeln gedenkt ist mir schleierhaft. Daher vermute ich, dass seine Rückkehr und Rehabilitation noch eine Weile dauert.
Mit unserer Büro-Aushilfskraft Margot Håkansson hatte ich vertraulich gesprochen. Oder eher SIE mit MIR. Es war ein, für meinen Geschmack ZU privates Gespräch, in welchen sie mir eröffnete, dass sie Gunnar in einer Viertelstunden-Aktion in der Kammer mit den Büromaterialien auf den Kartons mit Schreibpapier vögelt hätte. Ich war perplex und fragte nur: „Hat er wenigstens ein Kondom benutzt?“
Margot schmunzelte. „Er scheint wohl immer BEREIT zu sein.“, was offenbar so viel wie JA bedeuten sollte.
Es war mir klar gewesen, als ich sie das erste Mal sah…….und es ging Gunnar lediglich darum auch „dieses Revier“ zu markieren. Weitere Ambitionen hat er mit ihr sicherlich nicht. Wäre es noch hier, hätte es allerdings sein können, dass dies noch einige Male vorgekommen wäre, bis sie das Zentrum unwiderruflich verlässt. Aber egal,…..Gunnar ist nicht……hier…..UND ebenso wenig Malika, die auf unerklärliche Weise, ohne sich abzumelden oder eine Nachricht zu hinterlassen, verschwand. Und irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass sie jetzt bei meinem Mann sein könnte…….(Wieso SIE und nicht ich???? Geht es ums Zentrum? Um die Unauffälligkeit? Darum, dass man mich aller Wahrscheinlichkeit nach überwacht? Ich kann nicht sagen, ob ich auf Gunnar wütend sein soll oder ob ich versuchen sollte ihn zu verstehen und vor allem…..ihm zu vertrauen. DENN….die Versuchung  in Form von Sasha…ist recht groß. Vielleicht sogar……..(mit ihm zu gehen? – Zumindest kam mir dies kürzlich, einige Momente lang in den Sinn. - Wo auch immer hin und es würde ihm selbstredend über die Maßen erfreuen. Aber was dann tun mit dem Plan und Claire?)