Sonntag, 17. Juli 2022

Eine schicksalhafte Begegnung, die einem Wunder gleicht

 
Heute beginnt mein „neues Leben“. Völlig neu aufgestellt. Alles verändert, außer, mein Standtort in Schweden.  
Vorbei die Reisen nach Israel, nach Namibia und Indonesien. Alles ist… Vergangenheit. Der Ferrari wird verkauft. Stattdessen ein roter „Renault Megane“ jetzt. (Was für ein „Abstieg“. Anpassung an die neuen Lebensumstände sind gefragt.) 
Nachdem ich in ermüdender Arbeit - und ich bin noch längst nicht zu Ende damit! -  mein Personal dezimiert, ausgetauscht und teils auch erneuert habe, geschah etwas, was ich mir niemals hätte träumen lassen. Ob dies nun etwas Erfreuliches, Zukunftsweisendes und womöglich Bleibendes sein wird, wird sich zeigen. Da ich nun nicht nur meinen (jüdischen) Mann verlor, sondern ebenfalls meinen langjährigen Freund und Geschäftsführer Kevin, war ich notwendigerweise gezwungen, diese Stelle auszuschreiben. Ich ließ alle Ämter informieren, welche uns bekannt waren, die Arbeit vermittelten. Ich würde in der Tat nicht jeden nehmen. Das war mir klar! Daher meinte ich, dass es bei meinen Vorstellungen wohl beinahe unmöglich sei, jemand für diese Stelle zu finden und sicherlich nicht alsbald. Doch hier irrte ich mich.  
 
Bereits am Samstag(!) kam jemand vorbei. Die Rezeption hatte mich angerufen. Ich war mit Adam in meinem Haus. Adam öffnete die Tür als es klopfte und ich fiel fast in Ohnmacht als ich diesen Mann sah. Er war das Ebenbild von Gunnar. So exakt. Alles, einfach alles genau wie Gunnar…….war. Die Größe, das Aussehen, die Haare etc. . Ich war nicht nur perplex, sondern verfiel in eine Art verwirrte Aufregung. Redete unentwegt. Unangebrachtes, Privates. Ich war so irritiert, dass ich wie mit Gunnar sprach. Entschuldigte mich jedoch dann, da ich bemerkte, wie peinlich es ihm zu sein schien. Erklärungen folgten und Entschuldigungen. DAS war in der Tat KEIN guter Start!
 

Ist das nun eine Posse des Schicksals? Oder Fügung von den Mächten des Universums? Bringt man mir, in anderer Form, meine große Liebe zurück? Bin ich vom Glück begünstigt? Oder wird es erneut ein Reinfall(?), FALLS……es mit diesem Mann überhaupt je ein Zusammensein geben wird. Was weiß ich schon von ihm. Bisher nicht viel. Er scheint sehr zurückhaltend zu sein, was bei einer ersten Begegnung, die gleichzeitig eine Art Vorstellungsgespräch war, sicherlich ein normaler Sachverhalt ist. Zuzüglich meines unmöglichen, fast unkontrollierten Benehmens, war es ein Wunder, dass er nicht umgehend die Flucht ergriff.  
Adam amüsierte sich und meinte später nur: „Das wird schon werden.“, denn dieser Mann, der wie Gunnar aussah, hatte Adam in einer Unterhaltung zaghaft schmunzelnd zugegeben, dass ich ihm wohl schon gefiel. Adam ließ einiges Unverfängliches, jedoch auch Privates von mir verlauten und erfuhr im Gegenzuge etwas von ihm, als die beiden zurück zur Rezeption gegangen waren, um für ihn im Zentrum eine passende Unterkunft zu finden, da er bekundet hatte, bleiben zu wollen.
„Du musst vorsichtig vorgehen, mit dem Mann.“, teilte mir Adam seine Ratschläge mit, nachdem er zurückgekommen war. „Er ist recht verletzlich und erlitt gerade ein ähnliches Schicksal wie du selbst.“  
Ich sah Adam fragend an. 
„Er war offenbar ebenfalls nicht gut genug für die Familie seiner Freundin.“  
Ahhhh….

 

Am selben Abend dann, kam dieser Mann, der wie Gunnar aussieht, sein Name ist Alexander Eriksson, noch einmal zu mir nach Hause und wollte die Flinte ins Korn werfen. Er schien es nicht zu ertragen, von jedem angestarrt zu werden, weil er Gunnar so ähnlich sieht und eine Kellnerin hatte ihn wohl beleidigt, weil sie dachte, es sei Gunnar, der sie vor Zeiten nicht gut und mehr als nur anstößig behandelt hatte.
 Adam und ich machten ihm Mut und packten ihn bei der Ehre, woraufhin er etwas zugänglicher und versöhnlich wurde. Er lächelte sogar, als er ging und versprach zu bleiben.  Es ist in der Tat recht kompliziert in solch' Situation die richtigen Worte zu wählen. Ich hoffe, es gelang.
Adam klatschte in die Hände und beglückwünschte mich. „Das hast Du wirklich gut gemacht. Du hast ihm sogar ein Lächeln abgerungen. Er wird bleiben. Mach‘ weiter in gleicher Weise und…..bedränge ihn nicht. Bleib am Anfang stets sachlich, wenn ihr im Büro zusammenarbeitet. Wirf ihm vielleicht einen Blick mehr zu als allen anderen. Doch nicht aufdringlich und warte auf ein Zeichen seinerseits.“ 
„Adam, willst Du mir jetzt wirklich erklären, wie ich mich als Frau verhalten soll?“ 
„Nein, nein. Ich möchte nur nicht, dass du Schiffbruch erleidest, wenn du es versuchst. Ich meine nur, aus der Sicht eines Mannes heraus gesprochen. Es wäre schade um diesen Mann und ich hoffe, ER ist der Richtige für dich, SOLLTE es sich herausstellen, dass er sich ernsthaft für dich interessiert.“ Dann lachte er. „Ich weiß doch und es war dir so was von anzusehen, dass es dich glücklich machen würde, WENN ER DERJENIGE werden würde, der zukünftig an deiner Seite stünde. Nicht wahr?“ 
Ich seufzte. „Ja. Vermutlich ist das so. Und ich befinde mich jetzt in einer Situation, die ich noch nie in dieser Weise hatte.“ 
„Er vermutlich eben so wenig.“, erwiderte Adam. „Lass‘ ihm Zeit. Das wird schon werden."  
„Deine Worte in Gottes Ohr.“ 
Ein paar Minuten dachte ich leise über diesen Mann nach, der wie Gunnar aussah.   
„Adam, er wird sicherlich ganz anders sein als Gunnar.“
„Das hoffe ich doch sehr.“, entgegnete Adam lachend. „Du brauchst schließlich nicht noch einen, der dich belügt und betrügt. Und ich wünsche es dir von Herzen, dass ER es wäre und er gut zu dir ist.“

 

Ich hatte nicht erwartet, dass dieser Mann, der wie Gunnar aussieht, gleich heute Vormittag erneut zu mir nach Hause kommt, da ich annahm, dass ihm seine bisherige Zurückhaltung dies verbot. Aber dennoch kam er und es schien mir ein Vorwand zu sein, als er begann über den Anlass seines Besuches zu sprechen. Er sagte, er wäre zufrieden mit der kleinen Hütte und bräuchte die Größere nicht, wo sein Vorgänger (Kevin) ausgezogen war und der alsbald so wie so seine Sachen holen lässt. Es ging ihm gleichwohl um die Arbeit, wann er begingen solle und um die Nutzung des Schwimmbades, der Physio, sowie dem Fitnessraum und anderer Angebote hier im Zentrum. Auch privat scheint er an einigen Dingen interessiert gewesen zu sein, stellte seine Fragen jedoch mit Bedacht. Gunnar, mein Ex-Mann, welchen er so ähnlich sieht, war selbstredend ein Thema und ebenso mein jüdischer Mann, sowie die Umstände des jähen Endes dieser Ehe, was wohl dem Ende seiner letzten Beziehung sehr ähnlich war. Ich selbst bekundete, dass ich zukünftig nicht mehr an Spielchen interessiert sei, sondern nur noch an Ehrlichkeit, was er genauso sieht.

Über Sasha konnte ich allerdings nicht wirklich offen reden, weil ich mir sicher bin, dass da noch die Überbleibsel sind, wo wer auch immer zuhören kann und ich werde in den kommenden Tagen jemand mit der Suche danach beauftragen. Ich gab ihm dann noch deutlichst zu verstehen, dass ich mir in jedem Augenblick durchaus bewusst bin, dass er NICHT Gunnar ist, „sonst würde ich Sie doch mit DU ansprechen. Nicht wahr?“, sagte ich lächelnd zu ihm.
Alexander war anscheinend ebenfalls der Meinung, dass unsere Unterhaltung, welche wir führten, die Spannung zwischen uns herausnahm, was ich nur bestätigen kann und ich sagte ihm, dass ich froh darüber sei, dass er gleich heute noch einmal den Weg zu mir gefunden habe. 
Sumara kam mir dann noch in den Sinn und ich fragte noch einmal eindringlicher nach, ob er nun tatsächlich bliebe, denn für die folgenden Worte müsse ich ihm vertrauen können. „Es geht um Sumara“, begann ich zaghaft, „die Frau, welche die Rolle der stellverstretenden Geschäftsführerin innehat. Vor allem JETZT, wo Kevin fort ist, wird sie sich Hoffnung machen, dass SIE an seine Stelle rückt. Aber ich habe nicht die Absicht das zu tun. Stattdessen möchte ich sie entlassen.“, sagte ich zu ihm und wartete nun auf seine Reaktion.
Er zog, wie Gunnar auch, die linke Augenbraue hoch und sah mich etwas verdutz an. Ich erklärte ihm dann den Grund sehr klar in einem Satz, welchen ich hier nicht kolportieren kann. „Ich möchte, dass sie ein Auge auf sie haben und gebe ihnen jetzt gleich zu allem die Zugangs-Codes. Mit Sicherheit hat sie bereits das Gerücht, welches ja nun keines ist, erreicht, dass SIE an Kevins Stelle übernehmen werden. Ich meine, sie hat sich aller Wahrscheinlichkeit nach vorgestellt Kevins Stelle zu bekommen. Aber das möchte ich nicht, gleichwohl sie mir, meines Wissens nach, stets eine loyale Mitarbeiterin war.“
Alexander und ich waren uns dann einig, dass er den Part des Überwachens übernimmt. Denn was weiß ich schon, wie wütend sie sein wird, wenn sie dann noch die Kündigung bekommt und vor allem,….was sie dann womöglich noch tut, um mir zu schaden. Daher meine Bitte auch und ich muss, ob ich will oder nicht, in meiner Situation nun „meinem neuen Geschäftsführer“ vertrauen.

 

Alexander ging und kam noch einmal zurück und….dann noch einmal, weil…….er vergessen hatte mich Dies und Jenes zu fragen und wir beide schmunzelten deshalb und waren irgendwie verlegen. 
Alles in allem verhalte ich mich angemessen, mit einer gewissen Zurückhaltung, wie er selbst auch. Die Gespräche bleiben im sachlichen Bereich und auch was am Privaten kratzt, bleibt eher vage von beiden. Es ist nicht meine Intension ihn mit zu vielen Informationen zu überfordern. Ich gehe es langsam an, sowie es Adam mir riet und anhand der bisherigen Signale meine ich, dass auch ER NICHT abgeneigt ist. Wir werden sehen............


Freitag, 15. Juli 2022

Das Leben steht Kopf und……..ein guter Freund

Sasha hatte dann doch irgendwann angerufen. Das Gespräch begann sehr förmlich, was mich ahnen ließ, dass er nicht alleine war. Er bat mich die Scheidungspapiere zu unterzeichnen, die bereits auf dem Weg zu mir seien. Nun, vermutlich waren sie bereits vorbereitet worden, noch bevor……das alles Form annahm. 
Kurz vor Ende des Gesprächs hörte ich Sasha schwer atmen und er wurde doch noch emotional. Sagte, dass er mich liebe und wie leid ihm das alles tut. Und auch ich erwiderte als letzte Wertschätzung und mit Wehmut in der Stimme: „Ich liebe dich.“ 
 
Später, in der Nacht, rief mich Elan an, Sashas Bruder und berichtete mir von Sasha. 
„Er hat sich in seine Räume eingeschlossen, trinkt und f*ckt sich noch zu Tode. Vater meint, dass das wohl seine Art zu trauen wäre und es würde Zeit, dass er sich endlich zusammennimmt.“ 
WAS hätte ich darauf sagen sollen? 

Und als Kevins Frau, die sich wohl kurzfristig entschlossen hatte zusammen mit Kevins Sohn nach Schweden zu kommen, noch ganz überraschend des nachts in mein Haus kam und uns beide überraschte, weil Kevin gedachte mich nicht allein lassen zu wollen, geriet mein Leben  total aus den Fugen, denn nun ist auch Kevin nicht mehr hier. Seine Frau hatte darauf bestanden, dass er noch augenblicklich und fristlos kündigt und mit ihr nach Deutschland zurückkehrt. Sie setzte ihm die Pistole auf die Brust und seines Sohnes wegen…..gab er nach. Nun ist auch Kevin fort, was dazu führt, dass ich und eine meiner Angestellten sich um die Leitung des Zentrum kümmern müssen..….für den Augenblick bis……sich ein passender neuer Geschäftsführer findet. Jedoch begann ich gestern schon, hier in meinem (kleinen) Unternehmen umzustrukturieren. Es muss abgespeckt werden, was immer zuvorderst eine Personalfrage ist. Infolgedessen wird es in den kommenden Tagen reichlich Kündigungen geben. Mein finanzieller Protegé, wenn ich in eine Notlage käme,…..ist nun nicht mehr und dennoch hat er mir ein letztes, unerwartetes Geschenk hinterlassen. Eine meiner Mitarbeiterinnen wies mich gestern im Büro darauf hin, dass es eine große Bewegung auf unserem Geschäftskonto gab. Sie sagte nur, dass es vielen Nullen seien. Sashas letzte „Zuwendung“, ein Abschiedsgeschenk.

Da sich die Gerüchteküche des Zentrums recht rasch bewegt, kam Derek gestern Abend zu mir und meinte, mich „trösten“ zu müssen. Ich ließ ihn, des Anstandes halben, eine Weile bleiben und dann bat ich ihn höflich zu gehen. Ich will das nicht mehr! Auch Derek ist älter geworden,….hat Falten bekommen, gleichwohl sein Körper noch immer dem eines Bodybuilders gleicht. Sein „Aushängeschild“ so zu sagen und…..in der Tat nicht zu verachten. Dennoch,…..will ich nicht mehr. 

Jason hat sich bisher nicht blicken lassen. Ich vermute, er ist mit Frauen gut versorgt, was bei seiner „Erscheinung“ wahrlich kein Wunder wäre. Es verlangt mich ausschließlich ein wenig mit ihm zu reden. Nicht mehr. 

Und als ich mich gar zu alleine wähnte,……ist ein Wunder geschehen. Wie von Zauberhand hat es Adam nach Schweden verschlagen und das….noch ganz allein. Er war ursprünglich in den Niederlanden gewesen, wie zumeist unterwegs in First-Nation-Mission. Hatte dann jedoch keinen Flug mehr zurück nach Kanada bekommen und da es nur noch welche nach Schweden gab, meinte er hier her ins Zentrum kommen zu müssen. Nicht unbedingt, um MICH zu sehen. Er wusste schließlich nichts von meiner Situation. Er dachte sich, er wolle seine First-Nation-Brüder, welche bei mir angestellt sind, besuchen und kam genau zur richtigen Zeit hier her. Zufälle gibt es nicht! 
Adam ist einer meiner ersten Freunde aus der Zeit als mein Vater noch in der deutschen Botschaft in Ottawa war. Ich hatte ihn damals heiraten wollen (in meinem jugendlichen Leichtsinn). Ich war noch…..so jung…… Natürlich war meinem Vater Adam nicht gut genug,…….damals. Und heute, bin ICH nicht gut genug für Sashas Familie. Man könnte es beinahe Karma nennen. Aber es ist noch nicht zu spät, da Adam und ich Freunde und in Kontakt geblieben sind. Dennoch bin ich nicht der Meinung, dass ich ihn demnächst heiraten werde. Er ist NUR ein Freund. 
 
 

Mittwoch, 13. Juli 2022

Man hat entschieden……..

…....dass es keine Ausflüchte für Sasha mehr gibt, keine Aufschübe, keine gewährte Zeit mehr mit mir zu leben. Zügig sollte nun die Trennung vollzogen werden und drei neue, passendere Frauen sind bereits aufgestellt, wie ich noch von Sasha erfahren hatte, damit er sich eine von ihnen wählen kann. Warum diese Eile,…… jetzt??? Hätte man Sasha und mich nicht in Ruhe diese Reise noch zu Ende bringen lassen können?

Dass alles bedeutet nun, dass ich hier weiterschreiben werde, was dem aufmerksamen Leser impliziert, dass mein Leben mit Sasha ein jähes Ende gefunden hat, all‘ meinen Hoffnungen gegenüber. Aber es ist wie es ist und ich vermochte schon immer rasch „umzudenken“……..von einer Lebenssituation zügig in eine andere……zu gehen. Das Leben geht weiter. Wozu leiden über etwas, was schon längst abzusehen war und ein anderer Mann war schon immer die beste Ablenkung, wenn ich von Einem verlassen worden bin oder….ich mich selbst entschieden hatte, mich von  jemanden zu trennen,……wie damals von Gunnar und es war sicherlich gerechtfertigt bei all den Betrügereien. Obgleich Sasha mich nun in der Tat nicht vorsätzlich weggeschickt hat. Er musste es tun und er erinnerte mich daran, dass ich darüber zu schweigen hätte, auf welche Weise man dies angestellt hat, obgleich es sich denken lässt. Hier erinnere ich an die Blut-Bande, an Regeln in solch‘ Kreisen und ebenso an….Nötigung, die an manch‘ „Aufzeichnung“ gebunden ist. 
Und vielleicht hätte ich doch in New Orleans, in diesem Kellerraum auf meinem Grundstück, „durch den Spiegel gehen“ sollen und womöglich….hätte ich dort…..Gunnar wiedergefunden, was natürlich nur…..eine Art Wunschdenken ist. (Aber wozu ihn wiederfinden, wenn er mich dann weiter betrügt?)


So bin ich nun wieder hier allein in Schweden angekommen. Aber vorerst noch einmal zurück in der Geschichte, was geschehen ist. 
Nachdem wir in Haifa und Nazareth waren, wurde unsere Reise durch Israel getrübt. 
Immer wieder hörte ich Sasha am iPhone mit seinem Vater oder wen auch immer laut und heftig diskutieren. Ich ahnte um was es ging, redete mir jedoch ein, dass es geschäftliche Dingen wären, in denen man sich womöglich uneins sei. Sasha veränderte sich daraufhin. Er saß da, als hätte ihn alle Fröhlichkeit verlassen, grübelte vor sich hin oder war stundenlang allein unterwegs. Er müsse nachdenken, sagte er zu mir. Das Warum erfuhr ich jedoch nicht. In Gedanken gab er mir gleichwohl zu verstehen, dass ich mich nicht sorgen müsse. „Ich liebe Dich.“, sagte er immer wieder zu mir, umarmte mich und hielt mich fest. Bis dahin vertraute ich darauf, dass er sich letztendlich, wie er mir immer versichert hatte, WENN es soweit kommt, doch für mich entschied. Aber dann hatte er aus einem unerfindlichen Anlass heraus die Idee, sich vergnügen zu müssen, was wohl bereits eine Art Kapitulation gewesen war. Eine Ablenkung oder auch nur eine affektive Reaktion auf die vorliegende Situation. Ein Anruf genügte und man - vermutlich seine L-Brüder -  sandten ihm per Jet sein „Paket“, woraufhin er mich einen ganzen Tag lang alleine ließ. Mit dieser Handlung hatte man den Plan, das Vorhaben unterstützt, um Sasha zu überzeugen, dass er mich gehen lassen soll. Zuerst hatte ich es genau genommen nicht wirklich wissen wollen, mit WEM Sasha diese vielen Stunden des Tages und abends verbrachte. Jedoch angesichts der weiteren Anrufe und der hörbar intensiven Auseinandersetzungen mit seinem Vater und……wem auch immer, die so unsägliche Unruhe, Störung, ein gewisses Chaos zu uns und auch Beklommenheit in mein Leben brachten, dachte ich mir dann, dass man ihn offenbar drängte mich unverzüglich fallen zu lassen. Natürlich hatte ich Recht damit. Nach mehrmaligen entschlossenen Fragen meinerseits, gab Sasha nach und enthüllte mir zumindest die Identität DER Frau, welche man ihn zugeführt hatte. Er und auch ich kannten sie. – Was für ein Coup! - Es war Eine von DEN Frauen, die er damals in die Freiheit hatte entlassen wollen, was allen beteiligten letztendlich zum Verhängnis wurde. Mit Alina, diesem attraktiven, jungen Mädchen, war es Sasha allerdings damals geglückt. Sie lebt heute ihr Leben und studiert. Das andere Mädchen, mit welchem man Sasha nun in die emotionale Honig-Falle stieß, war eine Asiatin. – Genau Sashas Geschmack! Wie hätte es auch anders sein können? – Lisa Chen, dreiundzwanzig Jahre alt.  
Nicht lange vor Sashas Einfall und der Kurzschlussreaktion, sich anderweitig vergnügen zu wollen, war noch die Rede davon, dass ich allein nach Schweden fliegen solle und ER zu seinem Vater, um ihn umzustimmen. All das war letztendlich obsolet. Das (vorläufige??- weil ich es noch nicht wirklich glauben konnte!) Ende unseres Zusammenseins besiegelte das bewusst erzeugte Chaos, sowie die Unterbrechung unserer Reise und vor allem der immense (Dauer-) Druck, der nun so vehement auf Sasha niederprasselte. Er verlor die Übersicht, die Ruhe und die Gelassenheit, welche ihm sonst innewohnt. Das Bombardement war einfach zu massiv. Das Kalkül der Gegenseite ging auf. Er gab nach………. So wurde ich noch am selben Abend durch private Sicherheitskräfte (wie eine Verbrecherin) abgeholt und mit dem Familien-Jet nach Schweden gebracht (verfrachtet). So herzlos, so kalt, so endgültig. 
Sasha hingegen übernimmt nun offenbar vollends die Geschäfte des Unternehmens als oberster Chef mit einer (vor allem zur Konvention) passenden Frau – nachdem er von mir geschieden ist – und nebenher hat er noch sein asiatisches „Liebchen“ und wer weiß wen noch. Aber DAS geht mich nun nichts mehr an.
 
Durchatmen. Ich muss durchatmen………..Sasha fehlt mir……natürlich und ich vermisse ihn(!) und vielleicht möchte ich im Augenblick nicht weiter darüber nachdenken….müssen, gleichwohl die Endgültigkeit in meinem Hirn noch nicht wirklich angekommen ist. (Kevin meinte: „Der Hammer“ könne noch kommen.) 
Niemals hätte ich diese Rasanz erwartet. Niemals! Ich hatte tatsächlich gedacht, mit Sasha für immer bleiben zu wollen. Aber es hätte mir klar sein müssen, dass dies seiner Familie nicht passt und „Blut dicker als Wasser“ ist. Er letztendlich doch zu seiner Familie hält oder…….gezwungen wird es zu tun. Denn ich kann mir in der Tat NICHT vorstellen, dass es ihm leichtgefallen ist, mich gehen zu lassen! Deshalb auch aller Wahrscheinlichkeit nach die Eile, an diesem Abend. 
Durchatmen. Ich muss durchatmen……………

 

Nach meiner Erfahrung bleibt man stets noch eine Weile hängen, an DEM Menschen, mit dem man längere Zeit zusammen war. Obwohl ich Sasha zu Beginn nicht einmal als meinen Mann akzeptieren wollte, da vor allem die Liebe zu Gunnar noch so präsent gewesen war. Aber dann hatte ich mich an ihn gewöhnt und….es war schön mit ihm. 
Ich rede mir ein, dass der Abschied von Sasha leichter für mich ist, weil,……meine Liebe zu ihm eben weniger intensiv gewesen war. Nur gelingen tut es mir noch nicht. Jedenfalls derzeit und….ich will jetzt genau genommen NICHT wirklich darüber nachdenken…..müssen. Das wäre vergebene Zeit! 
 
Jedoch,…was nun? Wie geht es weiter mit mir? 
Sagt man nicht immer, wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine Andere? Und für den Augenblick scheint es wohl auch so zu sein. Kevin, mein Geschäftsführer und langjähriger Freund, mit dem ich bereits vor Jahren eine kurze Zeit liiert gewesen war, hat Streitigkeiten mit seiner Frau. Sie ist von Hawaii aus, wo sie und auch Kevins Sohn ihren gemeinsamen Urlaub verbrachten, nicht mehr mit nach Schweden zurückgekehrt UND hat Kevins Sohn sogar mit nach Deutschland genommen. (Es ist schließlich der Sohn ihrer verstorbenen Schwester.) So ergibt sich nun die Gelegenheit, dass Kevin und ich uns wieder näherkommen. Genau DAS hatte er immer gewollt. Andererseits fehlt ihm sein Sohn und auch für ihn ist es eine eigenartige Situation, die er überdenken muss. Denn er fühlte sich von mir stets an die zweiter Position gesetzt, als Ersatzmann, wo immer ein anderer den Vorrang bekam an seiner statt, der mit mir lebte und daher legt er nun noch nicht das ganze Vertrauen in…….eine/diese NUN mögliche Zukunft mit mir (zu der ich durchaus nicht nein sagen würde). Ganz im Gegenteil, er schwankt hin und her. Weiß nicht was er tun soll. In einem Moment scheint er überzeugt davon und im Anderen ist er dabei wieder rückwärts und auf Abstand zu gehen und Zweifel anzumelden (, obwohl wir in meiner zweiten Nacht hier in Schweden miteinander schliefen. In der Ersten lagen wir nur zusammen im Bett. Ich wollte nicht alleine sein…….). Glücklicherweise gibt ihm die Abwesenheit seiner Frau die Zeit in Ruhe darüber nachzudenken.

Und so wie so sehe ich im Moment KEINE anderen möglichen Partner für mich. Kevin kennt mich gut. Und für den Augenblick scheint er gerade der Richtige zu sein und ebenso der einzige, welchen ich derzeit akzeptieren kann. Sicher wären da noch Andere. Nur habe ich keinerlei Interesse daran. Ich vermag mir durchaus ein Leben mit ihm vorzustellen! Also dann…….womöglich(?)……auf ein Neues. (Aber was weiß ich schon, was das Schicksal noch für mich bereit hält?)