Sonntag, 4. September 2016

Der Sicherheitsfaktor – Respekt gegenüber dem anderen und Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen



Ein Gespräch in Respekt und Würde. Die Thematik, welches hier am meisten besprochen/be-schrieben wird, ist Gegenstand dieses Eintrages.
Es ist aller Wahrscheinlichkeit nach ohnehin ein/das zentrale Thema meines Tagebuches. Alldieweil es viele Menschen bewegt. Vor allem Frauen.
Liebe und Eifersucht und wie man innerhalb einer Beziehung damit umgeht

༺ಌ༺    ༺ಌ༺    ༺ಌ༺    ༺ಌ༺

Während ich schrieb, war Gunnar joggen und ein wenig schwimmen. Trotz seiner „Müdigkeit“. Ist das nicht erstaunlich?
Dafür schliefen wir heute bis halb zehn. Ich blieb noch eine Weile liegen. Hatte einfach keine Lust aufzustehen. Gunnar hingegen verließ das Zimmer einige Male, um zu telefonieren. (Mit wem?) Einer seiner Brüder, sein Vater, die Kinder. Wer weiß? Womöglich der Job. Nur den einen Anruf nahm er im Bett entgegen. Es war Alexa.

-----------------------------

Der Tag und der Abend waren nur wenig spektakulär. Eher vom Ruhe und Reden durchzogen. Von Kuscheln und unserer Liebe zueinander. Ich genoss es, das Gunnar bei mir war. Provozierte keinen Streit. Keine unangenehme Diskussion. Warum? Genau DAS schätzt er an mir, dass ich unterdessen memorierte, wie unnütz und ermüdend es in ständiger Auseinandersetzung mit ihm zu leben. Er ist wie er ist. Wird sich nicht ändern. Zumindest nicht im Grund. Gleichwohl er sich Mühe geben mag seine außerehelichen Aktivitäten zu reduzieren. Und diesbezüglich ist es doch erstaunlich, dass er mir als Mann das gleiche Recht zugesteht wie das, was er sich nimmt. Und trotz alledem leben wir weiterhin in Liebe miteinander. Wo sich andere beständig an die Gurgel gehen. Und ich finde, so abartig ist unsere Beziehung nicht. Es gibt noch tausend Mal schlimmere und vor allem perversere Beispiele als wir es sind und je sein werden. Unser großer Vorteil ist der gegenseitige Respekt voreinander, die gnadenlose Ehrlichkeit alles auszusprechen, unsere bereits ewig währende Liebe zueinander UND das Wissen, um DAS, WAS wir beide wirklich wollen. Der eine den anderen!
Zudem bin ich es schlicht und einfach müde geworden, mich beständig  aufzuregen. Wo ich doch nun gleichwohl tatsächlich bemerke und sehe, wie viel Mühe sich Gunnar gibt. Zumal er nun endlich und offenbar auf Sicherheit geht. Nicht mehr mit jeder fickt. Denn auch ein Präservativ kann verrutschen, löchrig sein oder platzen. Was dann? Aber okay. Er nimmt zwei, wie er sagt und küsst sie nicht. Aber genug davon.
Nun gut, ein schales Gefühl bleib dennoch zurück wenn ich weiß…….Aber womöglich gesteht er mir deshalb seit Neuestem erst im Nachhinein. Wie könnte ich sonst beruhigt des Abends einschlafen, wenn ich wüsste dass………? So schlafe ich gut, beruhigt und behütete und trotz alldem geht er am folgenden Tag ehrlich mit mir um?
„Aus welchem Grund besuchte uns Lara eigentlich?“, fragte ich noch einmal nach.
„Absolution.“, erwiderte Gunnar lächelnd und zog beide Brauen nach oben. „Sie will nach wie vor deine Freundin sein und möchte deine Gunst nicht verlieren. Sie schämte sich deshalb. Hatte ein schlechtes Gewissen, weil sie mit mir geschlafen hatte, OHNE dass du es weißt.“
Ich war über die Maßen erstaunt.
„Wäre es gut, noch einmal mit ihr darüber zu reden?“, fragte ich Gunnar unsicher.
„Wenn die Gelegenheit besteht. Sicher.“ Er zwinkerte mir zu und das sagte mir, dass ich richtig lag.
Es ist gut zu wissen, dass ich von anständigen Menschen umgeben bin. Amazing!

Und ich mag hier nicht unsere gesamte Konversation wieder geben. Was mir doch ein wenig mühsam erscheint. Ohnehin gedachte ich doch eher zusammenfassend zu schreiben. Gerade jetzt ist mir alles zu viel. Mag wohl am gerade passierten Neumond liegen. Womöglich auch an den Sternen. Ein Händchen für Astrologie hatte ich allerdings noch nie wirklich. Sie tangiert mich ausschließlich eher nebenher. Und das Wetter natürlich. Es soll kühler werden.

----------------------

Die letzte Gelegenheit, um dem Vortrag über die Schwermetallausleitung beizuwohnen, welchen ich bislang nicht zu Ende gesehen hatte, versäumten wir aus Lethargie erneut. Nun werde ich mir doch den Aufgezeichneten ansehen müssen. Dieser passt besser in meinen Zeitablauf.


-----------------------

Derek sah ich weder gestern noch heute.
Seine Mutter saß heute Morgen allein im Tisch im Restaurant.
Mit Anrufen behelligen mag ich ihn nicht. Er wird sich melden, wenn ER es für sich richtig empfindet. Ganz gewiss.

-----------------------

Da dies ein Tagebuch ist, möchte ich mir an dieser Stelle eingestehen geahnt zu haben, mit WEM Gunnar heute Morgen so alles via Handy sprach. Die Bestätigung dafür werde ich sicherlich morgen früh erhalten. Denn in seinem Kopf sah ich Bilder und empfing Schwingungen, die besagten, dass dieser Zyklus des gelegentlichen satt Essens mit, oder bei anderen Frauen, noch nicht beendet ist. Es ist eine Feststellung, welche ich im Zusammensein mit Gunnar in den letzten Jahren bemerkte. Eine Zeit lang beherrscht er sich und irgendwann, für ein paar Tage, stillt er seinen Hunger nach anderen Speisen, wie ICH sie ihm bieten kann. Alexa scheint nun ebenfalls nicht mehr bereit zu sein, ihm alles zu geben, was er sich wünscht. Obgleich ich doch weiß, dass sie ihm ab und an, so wie ich zu Beginn unserer Beziehung/Ehe auch, seine Wünsche erfüllt, um ihm zu gefallen.


………..und da er die Befriedigung seiner Neigungen und seines Verlangens nun, explizit auch im älter, reifer und erfahrender Werden UND vor allem in gewollter Eigenregie bewusster impliziert, lässt er sich mehr und mehr von Sicherheit als von Leidenschaft leiten. Was schon einigermaßen erstaunlich ist …….zu sehen, welche Entwicklung er (an meiner Seite UND unter meiner Einflussnahme!) durchläuft.
Heute Morgen sprach ich Gunnar auf diesen Sicherheitsfaktor an. Es bewegte mich viel zu sehr, als dass ich es hätte auf sich beruhen lassen. Ich war neugierig, ob ich mit meinen Vermutungen richtig lag. Selbstredend erwähnte ich mit keinem Wort, was ich ahnte und welche Bilder ich in seinen Gedanken sah. (Jedoch vermute ich, er weiß es so wie so…..)
Gunnar rieb sich verlegen das Kinn.
„Was Du dir so für Gedanken machst.“, stellte er ein wenig gekünstelt fest.
„Natürlich mache ich mir Gedanken über dich. Schließlich bist DU mein Mann. Und am Ende betrifft es auch mich.“
Er verzog das Gesicht ein wenig und stimmte mir zu. „Du hast Recht.“, was nun das Ende der Unterhaltung schien.
Ich sah ihn direkt in die Augen und wartete darauf, dass er weiter sprach. Machte eine demensprechende Geste mit den Händen. War ungeduldig. Was sollte das? Gunnar war doch sonst nicht so verschämt und reserviert.
„Was?“, fragte er noch immer ein wenig befangen und irgendwie nervös, als wolle er nicht mehr weiter darüber reden.
„Mit WAS habe ich Recht?“, ließ ich nicht locker.
Er schnaufte und wurde ernster. „Ja. Du hast Recht. Wenn ich mit anderen Frauen schlafe, außer mit Alexa und jetzt auch Lara, ficke auch auf Sicherheit.“ OHA! Jetzt wurde er äußerst direkt!
„Auch Kondome sind mir zu unsicher.“ Gunnar sah mich nun durchdringend an. Bewegte die Kieferknochen und sprach dann ein wenig widerwillig weiter. „Okay. Ich sage es dir?“
„Oh Gott!“ Ich erschrak und dachte an das Schlimmste. Womöglich hat er sich bei einer anderen Frau etwas weg geholt. „Du hast doch nicht etwa infiziert?“
Ein kurzer Blick in meinen Kopf und er wusste, was meine Befürchtung war.
„Nein, nein!“, beruhigte er mich sogleich. „Ich bin nicht krank. Denkst du etwa, dann würde ich mit dir schlafen? Mit mir ist alles okay.“
Und wieder der fragende und auffordernde Blick von mir, dass er bitte weiter reden möge. Denn nun war ich erst recht begierig zu wissen.
„Hjalmar erzählte mir, als ich das letzte Mal bei ihm war, dass ihm ein Kondom geplatzt sei, als er fremd gevögelt hat. Es wäre so ein attraktiver, junger Mann gewesen, den er in einer Bar aufgelesen hatte. Er musste es Magnus nach ewigem hin und her gestehen, dass er fremdgegangen war. Schließlich wollte er ihn nicht gefährden. Das bedeutet, dass er NICHT mit ihm ficken kann, bis er sicher ist, dass er sich nichts eingefangen hat. Er ließ sich testen und wartet nun auf das Ergebnis.“ Gunnar pustete die Luft durch seine Lippen und legte kurz die Stirn in Falten. „Das hat mich aufhorchen lassen. Als Brüder sprechen wir immer sehr offen über alles. Er meinte, dass es auch bei zwei Präservativen übereinander passieren kann. Aber wer macht das schon. Man merkt nichts mehr. Natürlich war das bisher eine meine Optionen der Sicherheit. Aber es stimmt. Die Intensität der Gefühle ist abträglich. Also dachte ich mir“, nun sah er mich noch einmal prüfend an“, es wäre besser zuzusehen, wie Frauen es miteinander treiben. Oder ausschließlich Spielzeuge zu verwenden. Eben NICHT mit meinem Pennis in andere Frauen einzudringen. Mich vielleicht sogar währenddessen selbst zu befriedigen, oder danach mit jemand zu ficken, wo ich sicher sein kann.“
Oh Göttin! Mit blieb gerade der Atem weg! Diese absolute Offenheit konnte durchaus bestürzend sein, wenn sie so massiv daher kam. Aber dennoch war es erleichternd zu wissen, dass sich Gunnar derartige Gedanken machte UND dass wir beide darüber reden konnten. Was aller Wahrscheinlichkeit nach nur die Wenigsten Paare tun. Vor allem ist keiner von uns beiden, dem anderen böse. DAS ist das wichtigste und zeugt von Respekt vor dem anderen. Gleichwohl, dass man sich Gedanken um die Sicherheit des anderen macht. Also ist Gunnar (so allmählich!) doch nicht mehr der bedenkenlose Stecher. Wie angenehm! Und vielleicht hält er sich zukünftig noch viel mehr in Zaum. Ewige Treue werden wir sicherlich nicht erreichen und Gunnar selbst meint, und hier stimme ich ihm uneingeschränkt zu, dass dies unnatürlich sei. Jeder schaut irgendwann einmal nach einer, bzw. einem anderen. Es wird kaum eine Ehe geben, in welcher niemand betrogen oder belogen worden ist oder wird. Das gibt es nicht. DAS sollte Mann wie Frau sich eingestehen.
Das Problem besteht jedoch nach wie vor in patriarchalen Verhältnissen. Der Mann darf alles. Die Frau wird für jede Verfehlung bestraft. Wo ist hier der Respekt vor dem Anderen (Menschen!)??!! Frage ich! Selbst WENN man innerhalb einer Beziehung mit anderen schläft, sollte man nicht in die Perversion abgleiten. Auch hier stimmt Gunnar völlig mit mir überein. Denn genau DIESE ist aller Orts in dieser Gesellschaft zu finden. Man schaue nur auf die Pornoindustrie und die vielen Swinger Clubs. Davon halten wir beide absolut nichts! Womöglich ebenso ein Phänomen, das nur wenige betrifft. Und ich vermute hier einen gewissen Intellekt und vor allem Würde, die überaus wichtig ist! Mann, sowie Frau, übernimmt Verantwortung für sein Handeln und geht respektvoll mit anderen um!

Im Grunde war es wunderbar, sich mit Gunnar SO zu unterhalten!!!!!!


Und es ist wie ich denke und Gunnar erwähnte es bereits irgendwann. Nur wollte ich ihn HEUTE nicht daraufhin ansprechen, weil ich ahne, was er heute Nacht tut und wo er sein wird. Die Bilder waren deutlich.
Grundsätzlich gedenkt er mich in Ruhe ein- und schlafen zu lassen. Wüsste ich, dass er mich nach dem Einschlafen verlässt und dass er zu einer anderen geht, wäre es mir sicherlich kaum möglich einzuschlafen.
Auf irgendeine Weise ist es fabelhaft, wenn jeder von uns  beiden mit seinen Aktivitäten an das Wohl des anderen denkt?
Nun gut, Gunnar hat hier gewiss noch einiges zu lernen. Aber das schaffen wir schon!!!! Haben wir doch bereits so viel erreicht.


„Man muss nicht bei jedem auftretenden Problem, innerhalb einer Beziehung, einer Ehe, gleich auseinander rennen.“, war Gunnars abschließender Kommentar dazu.


Samstag, 3. September 2016

Der Augenblick ist es, der zählt



Alle Befürchtungen und schrecklichen Gedanken waren völlig umsonst!
Zumindest, was Gunnar betraf. Und dies gleichwohl vorerst,….an diesem Abend.
Gunnar kam, und ALLES war gut!

------------------------

Derek ist beschäftigt. Ich werde ihn in den nächsten Tagen vermutlich kaum begegnen. Er kümmert sich um Giselle und wenn sie das Kind geboren hat, wird er sich gewiss als Vater fühlen. Wie es dann mit ihm und mir weiter gehen wird, ist ungewiss.

Kevin gab ich etwas nachzudenken. Einen Urlaub hat ER in jedem Fall verdient. Wir werden sehen, wie er sich entscheidet.

Jason, oh Jason! Wärst du nur nicht so ein Narr und ein wenig konservativ eleganter. Aber womöglich ist es gerad DAS, was Frauen an dir mögen. Deine Kindlichkeit. Meine Zustimmung findet es bedauerlicher Weise nicht. Da du jedoch so wie so noch verheiratet bist, WAS in aller Welt denke ich überhaupt darüber nach? Ist es (ER?!) eine Leidenschaft von mir? Oder doch nur ein Verlangen? Er ist so ein überaus attraktiver Mann! Rein äußerlich genau DAS, was Frau sich wünschen kann!!!!!

Und wie mir doch immer wieder Josh entfällt. Er ist nach wie vor recht ansehentlich. Wenn auch ein wenig älter. Man hatte sich erzählt, dass er eine Affäre mit einer der Chinesinnen hätte. Er steht offenbar auf diese Art von Frau. Schließlich ist er noch immer mit einer Thai verheiratet und hat ein Kind mit ihr. So weit ich weiß, sind sie noch nicht einmal geschieden. Infolgedessen empfinde ich es als ist Aberwitz darüber nachzudenken. Andererseits frage ich mich, würde ich tatsächlich wieder mit ihm schlafen? Wahrscheinlich nicht. Alte Romanzen wärmt man erfahrungsgemäß nicht wieder auf.

An Ian zu denken, ist aussichtlos. Wozu? ER scheint vergeben.
Troels ist nun ebenfalls in festen Händen.
Wanja ist IMMER einen Gedanken wert. Ihn habe ich noch längst nicht aufgegeben.

Und so checke ich ab und an meine verbliebenen Chancen ab. Tut das nicht jede?

-------------------------

Ahhh…..wie angenehm. Es ist Samstag heute. Andererseits, WAS bedeutet das schon? Meine Arbeitszeiten sind ohnehin variabel.

Ich, nein wir, waren ungewöhnlich früh dem Bett entstiegen. Ich hatte keine Lust auf Sex. Weder am Abend noch am Morgen und Gunnar akzeptierte es verhältnismäßig rasch. Ohne zu murren. So gänzlich nebenher sprach er an, wie viel Mühe es ihm kostete, seine Neigungen zu bezähmen und ob ich dies mit meiner Zuneigung zu honorieren wisse. Natürlich tat ich das. Aus welchem Grund thematisierte er das? War er übermütig? Spielte er mit mir? Kokettierte er? Schlug er auf den Busch, um meine Reaktion zu testen? Desgleichen stellte er sein Verlangen in den Raum, sich liebend gern einmal wieder anderweitig zu vergnügen. Vielleicht mit einer kindlich gebauten Chinesin. Eine, die mit ihm spielt, wäre ihm gleichermaßen angenehm. Oder beides. Und da ich Gunnar kannte, ahnte ich selbstredend was in ihm vor sich ging. Das da etwas war, was er offenbar dringlichst zu befriedigen suchte. Und die Erwähnung dessen, sollte offenbar eine Frage an mich sein, die meine Reaktion abtesten, um mir eine wie auch immer geartete Zustimmung abzuringen. Die ich ihm, wenn auch widerwillig, mit der Geste keinen Widerspruch zu heben, gab. Während er mich liebevoll umarmte und ich mich genüsslich an seinen Körper schmiegte.
Nichts desto trotz mag ich es, wenn Gunnar offen zu mir spricht. Jedoch sind seine Worte im gleichen Maße oft unerträglich. Wenn er von seinen Begehrlichkeiten spricht. Es schmerz irgendwo immer wieder, davon zu hören. Obwohl ich mittlerweile weiß, dass seine kleinen und größeren Affären tatsächlich unserer Ehe und vor allem unserer Liebe zueinander nicht tangieren. So ist er eben. Und so viel Mühe er sich auch geben mag, wird er nie ein ganz normaler Ehemann. Er wird immer anders sein. Das habe ich mit der Zeit verstanden. So versuche ich stets seine Liebeleien und Seitensprünge kulant zu übergehen. Was bleibt mir anderes, wenn ich mir meinen Seelenfrieden erhalten will……..

-----------------------------

Gerade als wir vom Restaurant zurückgekommen waren und ich mich liebevoll in Gunnars Armen schmiegte und genoss……..läutete es an unserer Tür.
„Ich geh‘ schon.“, sprach es, küsste mich und lenkte seine Schritte der Tür entgegen, um zu sie öffnen.
Es war Lara und Gunnar bat sie freundlichst herein. Auch ich hatte nichts dagegen. Gedachte ihr ohnehin bereits einen kurzen Höflichkeitsbesuch abstatten, um sie zu fragen, wie es ihr ginge. Ob in den vergangenen vier Monaten ihre Wunden gut verheilt waren und sie sich seelisch besser fühlte. Vor allem sicher.
Gunnar, ganz der Gentleman, bot ihr einen Kaffee an. Sie stimmte zu und er ging ihn zubereiten. So hatte ich die Gelegenheit, mich mit ihr zu unterhalten.
Das Gespräch kam nur schwerlich in Gang. Es brauchte eine Weile, in welcher wir uns ausschließlich schweigend gegenüber saßen und vermutlich beide darauf warteten, dass die andere begann.
Dann doch die Floskel-Frage, als ich die Ruhe zwischen uns nicht mehr ertrug.
„Wie geht es dir?“
Sie nickte lächelnd. „Gut.“
„Weißt du, wenn ich nur dazu gekommen wäre, hätte ich schon längst bei dir vorbei geschaut.“
Erneut ein freundliches Nicken. Gunnar kam und servierte. Setzte sich neben mich. Gab mir einen (demonstrativen?) Kuss. Ich verstand es jedoch als ehrliche Zuneigung und war glücklich darüber.
Lara nippte an ihrer Tasse. „Hhhuu! Heiß!“, sprach sie fast gekünstelt, in offensichtlicher Verlegenheit. Und in diesem Augenblick fragte ich mich, WAS wollte sie eigentlich von uns? WARUM war sie hier? Es hätte tausend andere Gelegenheiten gegeben, mir ihre Genesung kund zu tun.

Sie blieb nicht lang. Smal talkte ein wenig und noch bevor sie ging, wandte ich mich meinem Notebook zu. Allerdings ließ mir der Gedanke keine Ruhe, wozu sie überhaupt gekommen war. Wollte sie Gunnar etwa signalisieren, dass sie ihm wieder zur Verfügung stand? Was durchaus möglich war. Nur hätte sie dies gleichwohl auf andere Art und Weise tun können. Hatte Gunnar doch am Abend noch erwähnt, dass er Lara bei seiner Ankunft hier begegnet wäre.
Womöglich hat sie das zufällige Treffen zum Anlass genommen darüber nachzudenken, uns ohne Doppelsinn, schlicht und einfach  zu besuchen. Wer weiß das schon, was den Menschen so im Kopf herum spukt? Aus welchen Intensionen heraus sie Dies und Jenes tun.

Hätte ich nur den Mund gehalten. Oder vielleicht auch gerade nicht. Das ständig bohrende Gefühl in mir, verlangte nach Informationen. Infolgedessen fagte ich Gunnar. „Was meinst du, warum sie gekommen ist? Wollte sie uns wirklich nur besuchten? Oder war es deinetwegen?“
Und als hätte ich ein Codewort von mir gegeben, brach es aus Gunnar heraus. Doch bevor er mir erzählte, was er doch eher schmerzlich seit Stunden vor mir verbarg, nahm er meine Hände, zog mich zu sich heran und hielt mich fest.
„Als ich sie gestern Abend sah, überkam es mich und ich fragte sie, ob ich diese Nacht vielleicht ein, zwei Stunden zu ihr kommen könnte. Sie sagte ja. Alles wäre gut verheilt und sie wäre glücklich darüber, ihr Wohlergehen mit mir auszuprobieren. Spielen wäre kein Problem. Sie wäre seit diesem Vorfall mit Niemanden mehr zusammen gewesen. Es sei ihr eine Ehre,  es mit mir zu tun. Ich freute mich darüber und ging, als du eingeschlafen warst, zu ihr hinüber. Blieb drei Stunden lang. Aus diesem Grund bin ich heute auch ein wenig müder als ich es wäre, wenn ich durchgeschlafen hätte.“
Während Gunnars (Geständnis-) Monolog, hielt er meine Hände und mich fest in seinen rechten Arm. Liebkoste mich und seine linke Hand strich  unaufhörlich über meinen Körper. Natürlich tat es weh zu hören, was es zu hören gab. Nur war es gleichwohl abzusehen, dass es ihm von Zeit zu Zeit nach anderen verlangte und er eine zufällige Gelegenheit nicht verstreichen ließ, die sich ihm bot. Und schließlich war es Lara,….die ich kannte.

Es war schon immer so gewesen, dass sich von Zeit zu Zeit Gunnars Verlangen regte und er es mit wem auch immer zufrieden stellen musste. Und genau genommen war ich ganz froh darüber, dass es Lara war. Denn WAS wusste ich schon von anderen Frauen? Von kleinen Chinesinnen und jungen Farbigen. Mit WEM sie es sonst noch so trieben? Es war gut, dass Gunnar auf Sicherheit ging, WENN er sich schon nicht (dauerhaft) bezähmen konnte. Und bei Lara wusste ich, lt. Gunnars Aussagen, dass er seit diesem Zwischenfall im Mai, der Erste war bei ihr war.
Ich atmete schwer. War kurz betrübt und ließ mich nach wenigen Minuten versöhnlich in Gunnars Arme fallen. Murrte nicht. Warf ihm nichts vor. Gedachte keineswegs zu streiten. Wozu? Es hätte mir, und auch ihm nicht gut getan. Was geschehen war, war geschehen. Nichts weiter. Vergangenheit. Der Augenblick ist es, der zählt!


Freitag, 2. September 2016

Erbarmungslos – verworren



Man(n) folge mir…………


Tja nun, Derek fand gerade so Zeit für mich. Ich wusste genau, WO seine Gedanken waren. Wies ihn gleichwohl darauf hin und deutete immer wieder wohlwollend an, dass er besser noch einmal nach Giselle sehen müsse. Sie gegebenenfalls doch besser nach Stockholm ins Hospital fahren solle. Schließlich geht mir ihr (derzeitiges) Schicksal (gespielt!) recht nah. Selbstverständlich ist man mitfühlend und kulant. WER wäre das nicht in meiner Situation. Man sehe hier natürlich das Menschliche und ebenso von Frau zu Frau. Ein Kind gebärt man schließlich nicht alle Tage.
Derek wundert sich. Zweifelt. Schaut mich skeptisch an mit ungläubigem Blick, wenn ich derart Mitfühlendes äußere. Sein Bauchgefühl sagt ihm das Eine, und das Sichtbare in der Materie, was er mit seinen fünf Sinnen wahrnimmt, also insbesondere hört und sieht, ist ein ganz Anderes. Er täte gut das bei Erik gelernte zu verwenden. Seinen Sinnen eben NICHT zu trauen, in diesem Fall. Wenn es so wäre müsste ICH nicht heucheln. Mein Innerstes wäre offenbar und würde zeigen, dass ich diese Giselle samt ihren Balg am aller liebsten beseitigen möchte. Aber GUT, das es die Täuschung gibt. Sonst würde mich Derek womöglich nicht mehr lieben, wenn ich so erbarmungslos wäre.

Eine andere Erbarmungslosigkeit ist mein Streben einer Zone zu schaffen, die frei von Muslimen ist. Wo diese Leute nicht nur unerwünscht sind, sondern schlichtweg keinen Zutritt haben. Was ich auf meinem Territorium des Zentrums konsequent erreichen will. Ein Thema, welches wir in der Führungsriege (Kevin, Derek, Mike und ich) erneut eingehend diskutieren. Eine, dieser Art, die  mir Tag für Tag ins Auge sticht, ist Imara. An ihren Leistungen ist keinesfalls etwas zu deuteln. Im Gegenteil. Jedoch zieht sie, gleichermaßen wie die anderen, noch verbliebenen muslimischen Frauen, Männer dieser Sorte, dieser Glaubensrichtung an, welche als Gäste hier im Zentrum geduldet werden. Was mich, so ganz persönlich, wütend macht. In einem flüchtigen Gedanken erwog ich privatdetektivische Einkünfte über die betreffenden Frauen einzuholen. Jedoch ist diese Investition nicht lohnend. Wozu noch Geld ausgeben? Selbstredend könnte man mit ihnen reden. Aber ist es nicht so, dass diese Leute Ungläubige so wie so belügen können? Was mir beständig impliziert, NICHTS von dem zu glauben, was von Muslimen ausgesprochen wird. Diese Tatsache lese man nach im Koran. Damit man nicht denkt, ich sei etwa ungerecht. (Wir sind für sie nur Dreck. Aber von diesen Leuten, die genau SO denken, gibt es auch noch andere! So zu sagen einen Gegenpart.)

Und ja. Mike gehört nun ebenfalls dazu. Er soll Imara so nach und nach ersetzen. Den IQ hat er in jedem Fall dazu. Vorerst jedoch wird er für eine kurze Zeit Kevins Aufgaben übernehmen. Denn ich schlug ihm vor, mitsamt seinem Sohne und seiner Lebensgefährtin, in deren Gegenwart selbstverständlich, einen Komplett-Urlaub von gut vier Wochen in meinem Haus auf Hawaii zu überdenken. Janina war fraglose begeistert.

Nun, die Gespräche in meinem Büro, innerhalb der Führungsriege gestalten sich stets überaus entspannt. Dafür trage ich Sorge.
Und wieder der nichtige Vorwurf des Rassismus gegen Muslime. Was natürlich Blödsinn ist. (Der Islam ist KEINE Rasse! Und wie könnte ICH rassistisch sein? Derek ist ein Farbiger!) Allenfalls mag es Diskriminierung einer speziellen Glaubensrichtung gegenüber sein. Welche Ansichten ich vertrete, oder welche Regeln ich jedoch auf meinen eigenen Grund und Boden erhebe, obliegt gänzlich mir allein. Und niemand anderen. Wenn ich der Meinung bin, dass gewisse Leute geschäftsschädigend sind, dann bin ich gleichwohl in der Lage mein Recht darauf einzufordern sie von meinem Grundstück fern zu halten. Punkt.
DAS ist Kapital-ismus! Alle Rechte dem Kapital.
Natürlich müsste ich diesen Sachverhalt beweisen. Aber wozu hat man Anwälte, die genau DAS tun? Und so schwierig wird es wohl nicht sein. Angesichts der ungebetenen Gäste, die sich hier im Zentrum tummeln und nichts, aber auch gar nichts mit unserer Ideologie, unserem Weltbild, unserer spirituellen Geisteshaltung zu tun haben.
Jedoch genug davon.
Es ist nur so, dass ich derzeit viel zu viele Stunden im Büro verbringe. Wo es unumgänglich ist, mit anderen zu agieren und zu reden. Wo zu planen und zu konzipieren ist. Abzuwägen,……WEM kann ich vertrauen!

Aber noch einmal kurz zurück zu Derek.
Seine übertriebene Fürsorglichkeit mag zwar verständlich sein. Dennoch nervt sie mich ungemein. Natürlich sprachen wir darüber, WAS WIRD SEIN WENN…….das Kind geboren ist. Insofern er jetzt schon übertrieben aufmerksam Giselle gegenüber ist.
Er konnte nichts Gewisses dazu sagen. Ich vermute, er weiß es selbst noch nicht. Was bedeutet…..abzuwarten. Denn auch ich vermag ausschließlich Mut zumaßen.

Und genau genommen war es nicht vorgesehen, heute hier so ausführlich zu schreiben. Irgendwie gehen mir im Augenblick die Gedanken so wie so nicht so bewandert/kundig aus dem Kopf. Nach meinem Empfinden, schreibe ich verwirrt.
Aber auch dies gehört zu einem „Tagebuch“. Die jeweilige Stimmung, sowie die aktuelle Geisteshaltung einzufangen und festzuhalten. Wer weiß schon, was ich (über die selbe Thematik) in drei Tagen denke…….smile.


--------------------------

Gunnar meldete einen Männerabend an. Derek ist mit Giselle beschäftigt. Kevin hat seinen Sohn und seine Lebensgefährtin. Jason kümmert sich um seine Frau und seine Kinder. WER bleibt mir noch? Oder bleibe ich allein?
Wer will überhaupt noch bei mir sein? Stellt sich mir die Frage. Alle und doch vermag es offenbar keiner.

Oh! Oh! Das hört sich nach depressiver Stimmung an. Kein Wunder. Es war Neumond gestern. Eine Zeit, die mich besonders empfindsam reagieren lässt.

Hhhuuii! Da fällt mir der russische Jude ein. Wie hieß er gleich? Sasha Fliess? (Natürlich sollte ich wissen wie er hieß, wenn er denn schon einmal in mir war. Ich weiß. SOLLTE. Wohlgemerkt. Sollte wissen, wie sein Name war/ist. Nichts weiter!) Nach IHM verspüre ich jedoch keinerlei Verlangen. Obgleich es doch recht faszinierend wäre zu erfahren………smile. An dieser Stelle kann jeder denken, was er/sie mag.

Ja. In der Tat. Ich bin heute irgendwie ein wenig durcheinander. Aber bin ich das nicht immer? Gerade in der letzten Zeit.
Aber vielleicht ist es auch ganz normal zu denken, das man verrückt geworden ist……angesichts des großen Ganzen.

---------------------------

Nun zurück zu Gunnar.
Kommt er? Oder kommt er heute nicht zurück zu mir?
Gestaltet er mit seinen Brüdern einen Männerabend?
Oder doch eher die Neigung hin zu Frauen? Denn Alexa ist ebenso in einen schonenswerten Zustand, wo er sich nicht sonderlich ausschweifend benehmen kann. (Ach könnte ich doch nur auch sie…..entfernen! Mit samt ihrem Balg!)

Mein heutiger Eintrag hört sich nicht nur verwirrt, zornig oder gleichwohl eifersüchtig an. Nein. Ebenso……..mörderisch…..würde ich sagen. (Anzufügen wäre möglicherweise noch gewöhnlich.)

Ich vermag nicht wirklich zu sagen, WAS in mich gefahren ist. Zorn? Wut? Eifersucht? Angst davor allein zu sein? Verpasste Chancen? Mein derzeitiges Dilemma mit meinen beiden Lieblingsmännern und ihren schwangeren Frauen?
Wahrscheinlich das Letztere!
Es sind immer wieder die KINDER! Die für MICH in keinster Weise jemals ein Segen waren oder sind.

--------------------------

Nun bleibt erneut abzuwarten, ob Mann kommt oder nicht………
Und noch so nebenher die leise Eingebung nach Flushing Meadows zu fliegen. Nur mit WEM?


OHA! Wer hätte es vermutet? Er kommt………………….


Donnerstag, 1. September 2016

Die Zeit, die so rasch vergeht.......




Gunnar kam kurz nach acht. Ich war bereits ins Restaurant gegangen und hatte mit dem Dinner begonnen. Sonst wäre es zu spät geworden, um den Vortrag noch einmal beizuwohnen. Aber egal. Wir kannten ihn bereits und so war es doch möglich, gleichwohl etwas später einzusteigen. In Ruhe speisen war wichtiger für mich. Obgleich es mir nur mit Mühe gelang. Denn Kevin hatte mich angerufen und nach der Bestellung der Medikamente gefragt. Er war noch immer im Büro.
„Wo ist Derek?“, fragte ich ihn.
„Keine Ahnung. Er ist gegangen. Wie schon heute Nachmittag. Wo war er zu dieser Zeit eigentlich?“
Ich schnaufte. „Bei seiner Mutter und natürlich sah er ebenso nach Giselle.“
„Dann wird er wohl wieder bei einer der beiden sein.“
„Geh‘ nach Hause. Wir machen das Morgen live.“, schlug ich Kevin vor.
„Live? So wie die Bestellung der veganen Waren?“
„Was? Es ist doch alles okay.“, verteidigte ich mich angesichts des subtilen Vorwurfes.
„Glück.“, sprach es und fragte noch wo ich sei.
„Im Restaurant. Gunnar ist gerade gekommen und wir besuchen noch einmal den Vortrag über Schwermetallvergiftung.“
„Dann solltet ihr euch aber eilen. Er beginnt in wenigen Minuten.“
„Ich weiß. Wir waren gestern schon dort und es ist daher unerheblich, wenn wir etwas davon versäumen.“

---------------------------

Am Ende sind Gunnar und ich bei Kevin im Büro sitzen geblieben, alldieweil ich mich einschloss, doch noch an diesem Abend mit ihm die Bestellungen zu ordern. Wir blieben bis halb eins. Janina, Kevins Lebensgefährtin, kam dann, so gegen halb elf, ebenfalls zu uns ins Büro. Sie hatte sich offenbar gefragt, wo Kevin bleibt. Und ich vermute, sie war eifersüchtig gewesen. Denn als sie das Büro betrat und sie Gunnar sah, erhellte sich ihr Blick und sie wurde freundlicher.
Wir redeten noch eine lange Weile miteinander. Scherzten und lachten. Es war durchaus angenehm. Wir bemerkten nicht, wie die Zeit verging und im Nu war es halb eins. Der Vortrag war schon längt beendet.

Aus diesem Grund schliefen wir heute Morgen aus. Sex inbegriffen. (Obwohl Gunnar doch erst am Nachmittag zuvor mit Alexa geschlafen hatte.)  Am Abend war ich zu müde dafür. Gunnar hatte mir so wie so versprochen, erst am heutigen Nachmittag nach Stockholm zu fahren. Weil er ohnehin am Abend bei Alexa bleibt und ich ihn bis Freitagabend nicht mehr sehen werde. Allerdings wurde daraus nichts. Er fuhr schon nach unserem späten breakfast los.
„Ich beschwere mich bei meinem Vater!“, rief ich ihm noch hinterher, nachdem ich mich (schweren Herzens) mit innigen Küssen von ihm verabschiedet hatte.
Nun gut. Dann ging ich eben ins Büro.
Allerdings bemerke ich bereits, dass meine Kondition am heutigen Tage nicht die Beste ist.
Wir werden sehen. In jedem Fall werde ich heute mit Derek zusammen sein. Sollte er es denn einrichten können, zwischen seiner Mutter, Giselle, die in den nächsten Tagen entbindet, dem Sportstudio und dem Büro noch Zeit für mich finden.