Sonntag, 5. November 2017

Ein Lebenszeichen und die andere Sicht auf die Welt



Erik rief an und gab mir von Gunnar das ersehnte Lebenszeichen und, dass er, trotz seiner Trauen, an mich denkt.
Zu gegebener Zeit, wenn er bereit dazu wäre, würde er sich bei mir melden. Und bis dahin, solle ich nicht allzu sehr über ein Leben mit wem auch immer nachsinnieren. Der Jude solle nicht denken der Kampf um mich sei nun bereits entschieden. So wäre das nicht. ER wäre mein Mann und niemand anderes. Punkt.
Welch‘ Erleichterung!!!

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Kevin, mit seiner Frau Janina und seinem Sohn Vince, welcher am Ende des letzten Monates neun Jahre alt geworden ist, sind gestern Abend hier angekommen. Seine Pfleger Max Bernhardt und Matthias Kröning sind selbstverständlich ebenso dabei und es scheint ihnen allen hier doch recht gut zu gefallen. Sie mögen es hier zu sein. Und Sasha empfindet  es offensichtlich als Bereicherung, ein paar Männer hier zu haben, mit denen er plaudern kann.
Janina spielt mir die vertraute Freundin vor. Ich jedoch traue ihr nicht. Sie hatte schon immer einen Hass auf mich. Zuvorderst wegen ihrer Schwester und gleichermaßen was Kevin betrifft.
Am heutigen Morgen beim frückstücklichen Scherzen mit Kevin entglitt mir ausversehen, aus der Unterhaltung heraus, der Satz: „Ich liebe dich auch.“ Ups! Für einen Augenblick lang hielten alle inne, sahen mich an, dann zu Janina hin und runzelten die Stirn.
Späterzu sagte sie mir: „Ich weiß, dass Kevin dich noch liebt.“ Ich hielt kurz den Atem an und sah zweifelnd zu ihr hinüber. Während ihre Augen in meinen forschten, strahlten sie eine gewisse Wehmut aus. Dann lehnte sie sich zurück und breitete kapitulierend die Arme aus. „Wer liebt dich denn nicht?“, fragte sie mit lauter Stimme.
„Janina.“, suchte ich sie zu beruhigen. „So ist das doch nicht. Im Grunde kann ich froh darüber sein, wenn mich wer haben will mit all meinen Kränklichkeiten.“
„Bist du deshalb bei Gunnar geblieben, obwohl er dich betrog?“
„Nein. Weil ich ihn liebe.“
„Und trotzdem bis du hier.“
Ich schnaufte durch. „Ich bekam JETZT die Möglichkeit einen Versuch zu starten, wie leben mit Sasha ist. Warum sollte ich diesen nicht nutzen? Es schadet niemand und ich bin nicht allein.“
„Also bleibst du bei ihm?“
„Nein. Natürlich nicht.“
Janina schaute verdutzt zu mir herüber. Sie verstand offenbar meine Art zu leben nicht.
„Ich liebe meinen Mann.“, erklärte ich weiter. „Und jetzt, wo er durch Eriks Zauber endlich frei von Betrügereien ist, wäre es doch paradox, ließe ich ihn ziehen. Zudem, mit Verlaub und dem nötigen Respekt vor den Toten, gibt es nun ebenso keine Alexa mehr. Was stünde uns jetzt noch im Weg, um glücklich miteinander zu sein? Natürlich weiß ich, dass ihm der Tod seines Sohnes enorme Schmerzen zufügt und es sicherlich mehr als eine Weile braucht, bis er so einigermaßen normal weiterzuleben vermag.“
„Der Zauber.“, wiederholte Janina meine Worte und schmunzelte. Offenbar glaubte sich nicht an Hexerei (Schamanismus, Druidentun usw.). Trotz alledem beschimpfte sie mich damals als Hexe, als Kevin nach dem Unfall im Krankenhaus lag und ich ihn besuchte. SIE hatten mich belogen und damals glauben lassen, er sei tot. Nun, ich vergab ihr diesen Betrug.
„Aber Sasha glaubt das doch? Oder nicht?“, fragte sie schon beinahe entsetzt.
„Sasha genießt meine Gegenwart und hofft, dass sie von Dauer sein wird. Weiß jedoch ebenfalls, dass ich Gunnar liebe. Das sagte ich ihm. Ich belüge doch niemanden.“ rechtefertigte ich mich, wo es doch, aus meiner Sicht, keinerlei Anlass dafür gab. Aber dennoch……



Samstag, 4. November 2017

Besinnliches




Ich revidiere…..komplett. (Kann man nehmen wie man möchte.)
Sasha nahm mich ins sprichwörtliche Gebet, sprach mit mir - noch bevor Kevin hier angekommen ist - nach unserer Unterhaltung über ein Thema, welches beständig nur den Streit provoziert.
Es war überaus unhöflich und unangebracht von mir, ihm und seiner Familie, derartige Anschuldigungen entgegenzubringen. Oder wer weiß was zu vermuten, was ich nie wissen kann und mich ebenso wenig zu interessieren hat. Jeder hat das Recht auf privates Wissen und so zu leben wie er mag. Es war Unrecht von mir, erneut wegen solcher Themen zu entgleisen. Gleichwohl nur kurz, hätte ich es besser wissen müssen und lassen sollen. 
Ich bin nun doch einsichtiger Natur. Werde diese Themen in Sashas Gegenwart nicht mehr erwähnen. (Soweit es mir möglich ist.) Mich nicht einmal mehr damit beschäftigen, genauso, wie ich es ihm versprach. Wie konnte ich nur solch' infame Fragen stellen? 
Alles ist gut.

Nach all den Diskussionen, insbesondere der letzten (und unserem Gespräch danach!) meldete sich mein schlechtes Gewissen. Das hätte ich nicht tun sollen. Womöglich sprach gleichwohl der volle Mond aus mir, der seine Einfluss hat auf alle Wesen.
Es tut mir so unendlich leid, Sasha……(…und womöglich greift hier der Okkultismus, das Amulett um meinen Hals. Könnte ich sonst derartiges von mir geben, (mir so derart untreu werden? Das sieht mir nicht ähnlich.) was nun wirklich NICHT meiner Natur entspricht? Wie dieses hier.)

Ich scheine,.....ich bin verwirrt….irgendwie. (Womöglich habe ich auch nur zu viel getrunken. Ach nein. Ich trinke keinen Alkohol!) Vielleicht bin ich auch nur zu müde. (Was schreibe ich nur hier...?) Jedoch, wir haben Gäste. Da lächelt man, ist besonnen und guter Laune. Kevin ist gerade angekommen. Ich freue mich so für ihn. Er steht auf eigenen Beinen, wenn im Augenblick auch nur für ein, zwei Minuten. Es wird noch wesentlich besser werden. Nicht mehr allzu lange, und Kevin vermag mir endlich wieder aus eigener Kraft entgegen zu gehen. 


Die Frage nach Beständigkeit und anderen Dingen



Es war noch verhältnismäßig warm in Tokio. Um die zwanzig Grad. Jedoch regnete es.
Alles in allem ist man erfolgreich gewesen und es war eine ausgezeichnete Idee, dass ich mit ihnen gekommen bin. Sagte Sashas Vater. „Diese Männer mögen schöne Frauen und daher ist es leichter, mit ihnen zu verhandeln.“
Nun, so hat meine Anwesenheit doch noch etwas Gutes für die Familie Orlikow Galil Ben David bewirkt.

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Sasha lernt MIT mir zu leben und da gibt es einiges, worauf er achten und sich ggf. einzustellen hat, oder zumindest in aufmerksamer Weise daran denken sollte. Kuscheln ist ein Thema, dessen er sich noch vermehrt-er zuwenden muss. Bisher war er ein Single-Mann. Daher ist es verständlich, dass er noch viel zu lernen hat, um in einer Beziehung zu leben…..überhaupt. Was nicht bedeutet, dass ich bei ihm bleiben werde. DIES sei hier, an dieser Stelle, klar und deutlich zum Ausdruck gebracht.
Gunnar hat sich bisher noch immer nicht gemeldet und ich erreiche ihn ebenso wenig. Auch Erik weiß nichts Neues. Und angesichts der Schwere, der Last, die Gunnar zu tragen hat, ist anzunehmen, dass es tatsächlich noch eine Weile dauern wird, bis ich von ihm hören, oder in ganz und gar zu Gesicht bekommen werde. Was mich zurück zu Sasha bringt. Aber auch zu Gunnar und das Vergleichen der beiden Männer. Gunnars Zuwendungen fehlen mir. Er wusste in jedem Augenblick was mir fehlt. Wies mich oft auf Kleinigkeiten hin, oder erinnerte mich an Wichtiges. Zum Beispiel, wenn ich vergaß zu trinken, oder ähnliche…..Details, die vor allem der Gesundheit dienlich sind.
Sasha muss mich mächtig lernen, was mich betrifft.

Möglicherweise ist es falsch, verwerflich von mir, bereits solch‘ Gedanken zu hegen, oder ganz und gar mit Sasha in dieser Art (derzeit!) zu lebe. Ich vermag es nicht zu sagen. Ich weiß es nicht. Gunnar ist jedoch immer in meinem Herzen. Ich denke an ihn und am aller liebsten……..wäre ich mit ihm zusammen, was außer Frage steht! Ohnehin bin ich nur HIER, weil Gunnar nicht bei mir ist und, um das Leben mit Sasha auszuloten. Wie es eben ist. Sich anfühlt.
Gleichwohl der Augenblick will gelebt werden. Im Hier und Jetzt zu sein. Mit diesem anderen Mann……der mich offenbar tatsächlich so sehr liebt. Verrückt nach und besessen von mir ist.
Meine Frage immer wieder, sind seine Gefühle zu mir beständig? Und, könnte ich tatsächlich mit ihm (in dieser Familie) gemeinsam leben? Aller Wahrscheinlichkeit nach eben nicht.
Zukunfts-Prognosen an dieser Stelle zu wagen, ist jedoch überstürzt. Tägliche bekomme ich neue Informationen, die verarbeitet werden wollen, und mich ein Zusammensein mit Sasha überdenken lassen. Gleichwohl und vor allem, was Sashas Familie und ihre Herkunft betrifft, wonach ich ihn noch einmal zu fragen gedenke. Denn von Erik bekam ich einen Link per mail zugeschickt, welcher grob umrissen die Aussage tätigt, dass es eine Khazarische Mafia gibt (wovon ich bereits gehört hatte), welche den jüdischen Glauben per Dekret von den umliegenden russischen Völkern, angeführt vom russischen Zaren, auferlegt (aus diesem Grund auch der Hass auf Russland, der allerorts angefacht wird), bekommen und dann nur angenommen hatten. Oder annehmen musste. Man zwang sie dazu, weil diese Leute Lügner, Betrüger, Mörder und Wegelagerer waren. Die russischen Menschen, so wird vorgelesen, wendeten sich angewidert ab von den okkulten Praktiken, denen die Khazaren frönten. Sie verehr(t)en Baal, einen Dämon, und opferten ihm, in blutigen Ritualen, kleine Kinder. (Und hier bekommt das Wort Kinder-fresser, was man nur allzu gern den Hexen, also (alten) Frauen/Weibern (Verunglimpfung der Frauen!!!) zugeschrieben hat, noch einmal eine ganz andere Bedeutung.) Zudem nahmen sie gern die Namen und Identitäten ihrer Opfer an. So hieß es dort im Video, wo eine Frau aus einem Buch verliest, welches offenbar ein gewisser Jan van Helsing schrieb. (Dieser Mann war mir bisher noch nicht bekannt.) In diesem Video geht man noch tiefer ins Detail, was mich aufhorchen ließ, WEIL Sashas Familie schließlich aus Russland stammt. Da ich hier nichts Widerrechtliches von mir geben möchte, gedenke ich, mich noch einmal dieses Videos zuzuwenden. Denn die Informationen waren reichlich und manche recht neu für mich. Obgleich mir schon Einiges bekannt gewesen war, was Frau dort so erzählt.

Sasha bemerkte selbstredend meine Stimmungswechsel, was ihn besorgt fragen ließ: „Was ist mit dir?“
Ich antwortete ihm wahrheitsgemäß.
Er schnaufte. „Was ist es denn dieses Mal, was dein Hirn vor Angst und Zorn zerfrisst. Jedes Mal, wenn du etwas Neues über Juden hörst, beziehst du es gleich auf mich und meine Familie und wendest  dich wiedergeholt ab von mir. Ich bin immer noch der gleiche Sasha der dich liebt Rea. Niemand anderes. Und ich kann nichts dafür, wer meine Vorfahren waren und was sie taten.“
„Sie haben DEM nie abgeschworen. Praktizieren es immer noch. Sogar im großen Stil. Wie ist es mit deiner Familie und dir selbst? Tust DU es noch?“
Sasha schaute ganz verwundert. „Was?“
„Einen Dämon anbeten.“, konfrontierte ich ihm sogleich mit etwas Üblen.
Er kratzte sich am Kopf. „Was soll denn dieser Unsinn?“
„Dein Bruder betreibt bereits Okkultismus. Beteiligt ihr euch etwa auch am Opfern und Verspeisen kleiner Kinder?“
„REA! Wer hat dir denn diesen Irrsinn in den Kopf gesetzt? Sei so nett und lass den Quatsch. Beende endlich diese Farce. Denkst du tatsächlich, ich täte dergleichen? Dann weißt du in der Tat nichts von mir.“
„Was weiß ich denn wirklich von dir?“, begann ein Streit zwischen mir und Sasha, über das beständig gleiche Thema auszubrechen.
„Was weißt du nicht von mir?“, kam die Gegenfrage.
„Natürlich ist mir durchaus bewusst, dass ihr mit Blutdiamanten handelt.“, entließ ich den nächsten Vorwurf in den Raum. „Aus diesem Grund kann ich deinen Ring nicht tragen.“
Meine Anschuldigungen stellten Sashas Geduld auf eine harte Probe und ich sah in seinem Kopf die Frage: `Warum bist du denn dann überhaupt bei mir?´
Ich überlegte rasch  und outete mein Gedankenlesen. „Um dich besser kennenzulernen, damit ich ggf. entscheiden kann.“
„GUT! Das ist doch endlich einmal ein Anfang, mit dem ich einigermaßen leben kann.“ Ich dachte, du nutzt nur die Zeit, bis Gunnar wiederkommt und möchtest nicht alleine sein. Dachte er. Was nicht völlig inkorrekt gewesen war. Jedoch konnte ich ihm DIES selbstverständlich nicht so sagen.
„Vielleicht wäre es für dich besser, nicht so viel im Internet zu sein.“, sprach es und ein gequältes Zwinkern kam von ihm herüber.
„Ich möchte doch nur mehr Wissen sammeln.“
„Das ist okay. Aber du kannst doch nicht alles glauben, nicht alles auf mich beziehen, was du hörst und mich solch‘ abartiger Dinge beschuldigen. Siehst du das nicht ein Rea? Das sind doch alles Verschwörungstheorien.“
Ich stieß einen Ton der Empörung aus. Gedachte mich dennoch zu beruhigen.
„Ja. Du hast selbstverständlich Recht.“, lenkte ich ein, um den Disput nicht über die Ufer treten zu lassen, „Dann erzählte DU mir doch noch mehr von dir und deiner Familie. Und noch eins, es sind KEINE Theorien.“
„Stelle Fragen und ich werde dir wahrheitsgemäße Antwort geben. Und Ich bin nicht so wie meine Brüder. Weder wie der eine, noch wie der andere.“
„Dennoch kennst du dich bestens aus mit okkulten Dingen.“
„Du doch auch?“ Ein schmales Grinsen überzog Sashas Gesicht und es sagte mir, dass auch er kein weiteres Interesse am Streiten hatte.
Jedoch, anstatt ihm Fragen zu stellen, spielte ich ihm dieses Video (ich mag es hier nicht verlinken, da ich nicht weiß, ob man das darf) vor und übersetzte. „Weißt du davon und weißt du davon…..?“, und womöglich wird seine Familie, auch wenn hoch in der Pyramide von teile und herrsche angesiedelt, ebenfalls nur Gehirn gewaschen und benutzt. Vielleicht sind sie tatsächlich NUR die netten (jüdischen Menschen) von nebenan. Nun ja, nicht von nebenan? Aber…..immerhin.
Der Schreiberling, aus dessen Buch hier zitiert worden war, würde sich das alles aus den Fingern saugen. Sagte Sasha dann und wieder stellte er sich (und seinesgleichen?) gewohnheitsgemäß als Opfer dar. Nicht als Täter. Dementierte die schrecklichen Dinge -  doch nicht ER und seine Familie (!). Er hätte mit all dem nichts zu tun, was ich sogar glauben mag -  (an dieser Stelle übersetze ich ihm dem Bericht eines Mannes, der 1945, nach der Entlassung vom Amerikaner aus der Gefangenschaft, auf einer Gleisanlage Viehwagons voller deutscher Soldaten entdeckte, die man dort offensichtlich zum Sterben stehen gelassen hatte….usw…usf. Man denke sich den Rest und weiter. Wer kundig ist, weiß, um was es geht.) und sollten sie je geschehen sein, dann irgendwann in der ach so grauen Vergangenheit. Nur nicht mehr heute  und da war es gleich, was ich ihm zeigte und wie argumentierte. Es wurde alles zu-recht gebogen, wie man es eben gerade braucht. „Spiele ich auf deine deutsche Vergangenheit an?“, fragte er mich dann.
„Die diese Leute größtenteils erfunden haben.“, gab ich zurück und war ganz bewusst daran interessiert, nicht speziell auf ihn, oder seine Familie hinzuweisen.

„Wäre es NUR eine Religion,“ merkte ich noch aus dem Denken heraus zum Abschluss an, „bräuchtet ihr keinen eigenen Staat wie Israel. Auch die Christen, Katholiken oder Buddhisten sind über die ganze Welt verstreut und beanspruchen keinen eigenen Staat für sich, was ohnehin unsinnig wäre. Was die erneute Frage aufwirft, ist das Judentum nun eine Religion oder ein Volk?“
Sasha schnaufte erneut. Vermutlich war er der Diskussionen über. „Es ist wie es ist. Was soll ich noch dazu sagen. Ich bin kein schlechter Mensch und schon ganz und gar nicht so ein Monster, welches hier von dem Mann in seinem Buch beschrieben wird. Ich weiß nichts von alledem. Und warum beschäftigst du dich überhaupt mit solchen schrecklichen Dingen? Schaust dir Videos an, die einen schaudern lassen.“
Ich antwortete nicht darauf, weil ich wusste, im Grunde hatte er Recht. Denn ein zweites schauerliches Video, ein russischer Film, setzte mir doch ungemein zu. So etwas schaut man sich nicht wirklich. Das bleibt in den Gedanken hängen, weil es so entsetzlich ist.
„Vermagst du etwas daran zu ändern?“, fragte er dann noch und spielte auf ein Sprichwort an.
„Womöglich doch.“, antwortete ich spitz. „Wie kann ich die Wesen hinter dem Spiegeltor in Israel vergessen. Sie wollten diesen Leuten, und jetzt weiß ich wie man sie nennt, nicht helfen. Du erinnerst dich doch noch?“
„Ja. Das Stimmt.“, gab Sasha leise und nachdenklich zurück.
„Vielleicht solltest DU DEINE Weltsicht überdenken.“, was ich ihm bereits einige Male riet.
Ein kapitulierendes Schmunzeln. „Möglicherweise hast du in diesem Falle Recht.“ Er grinste.

Würde ich tatsächlich mit diesem Mann (Sasha) zusammenbleiben (dies stellte ich bereits des Öfteren fest), gäbe es wieder und wieder dergleichen Gespräche. Könnte ich mit all dem leben? NEIN! Es sei denn………..er schöre ab von seinem bisherigem Leben, samt seiner Familie. Und vermutlich würde er dies tatsächlich tun.
Sasha nickte und ich wusste, nun hatte ER in mein Hirn gesehen. „WENN du dich scheiden ließest und dich uneingeschränkt zu mir bekennst, würde ich tatsächlich ALLES hinter mir lassen und mit dir zusammen ein neues Leben beginnen.“
„Was ist mit dem Geschäft deines Vaters?“
„Auch dieses wäre mir gleich, würdest du nur…….und ich wäre, würde mich mein Vater dann enterben, mit deinem Geld zufrieden sein. Dann könnten wir zusammen das Zentrum leiten. Damit wäre ich einverstanden. Was sagst du dazu?“
Ich musste lächeln. „Vielleicht. Wir werden sehen.“


Und nicht zuletzt steht meine Liebe zu Gunnar selbstredend weiterhin auf festen Füßen. Daran ändert sich nichts! Ich warte auf ihn!
Jedoch heute kommt vorerst Kevin, sein Sohn und seine Frau Janina zu Sasha und mir, in unser (?) Haus.


In eigener Sache
WAS suchen 200 Italiener auf meiner Seite??? Eine Zahl, welche mich aufmerksam und skeptisch werden lässt.

Mittwoch, 1. November 2017

Ahnungen und Pläne



Ich vermag Gunnar noch immer nicht zu erreichen………was meine größte Sorge ist.
Auch Erik hat nichts von ihm gehört. Was genau genommen eigenartig ist.
Vielleicht sollte ich seinen Vater oder einen seiner Brüder anrufen. Nur Erik meinte, ich sollte Gunnar noch ein wenig Zeit und Ruhe zur Besinnung gönnen, was offenbar am vernünftigsten ist. (Solange bleibe ich hier bei Sasha.)

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Sashas Eltern kamen gestern noch zu uns. Der Besuch verlief ohne Probleme. Niemand drängte mich zu irgendetwas. Small talk. Freundlichkeit. Judith schenkte mir anerkennende Blicke ob meiner (wenigen) häuslichen Fähigkeiten und vor allem, dass ich nun doch bereitwillig (?) ihre Kette trug.

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Kevin rief an. Es handelte sich um Belange des Zentrums. Und als ich davon sprach, womöglich doch noch etwas länger in Kanada zu bleiben, beschwerte er sich, dass ich kaum noch in Schweden war.
„Über Weihnachten und Sylvester bin ich in Deutschland. Da kannst du tun was du willst.“
„Dann muss Mike in die Bresche springen.“, entgegnete ich.
„Er hat ebenfalls Urlaub eingereicht.“
„Nun, vielleicht ist bis dahin alles wieder geklärt. Aber irgendwie habe ich da so ein Gefühl, so eine Ahnung, dass Gunnar dieses Mal länger abwesend sein wird als bisher.“
„Du richtest dich offenbar bereits häuslich ein, in Montreal bei deinem Juden.“, was mehr eine Feststellung als eine Frage von Kevin war.
„Wie wäre es denn, wenn du, Janina und dein Sohn am Wochenende zu uns kämen?“, offerierte ich Kevin meine Idee, welche gerade meines Hirnes entsprungen war.
Er lachte. „Ich habe nicht vor, mich stundenlang durch die Kontrollen am Flughafen zu quälen.“
„Musst du nicht.“, schaltete sich Sasha ins Gespräch mit ein, der mitgehört hatte. „Ich schickte dir unseren Flieger. Und zurück natürlich das Gleiche.“
Ich sah Sasha voller Erstaunen an. Und gleichwohl etwas fragend. Er grinste nur.
Kevin zögerte. „Ich muss noch mit Janina darüber reden und rufe dich Morgen wieder an. Ist das okay?“
„Ja. Selbstverständlich.“, tönte Sasha von Weitem und nickte mir dabei freundlich lächelnd zu.

Kevin begann nun von selbst über die Fortschritten seines Gehens zu erzählen. Worüber ich überaus zufrieden war. Vor allem, dass es ihn glücklich macht, gibt mir eine gewisse Erleichterung.
„Weißt du was?“, fragte ich ihn abschließend. (Noch eine glorreiche (fixe) Idee.) „Wie wäre es denn, wenn ich dir das Zentrum schenke, sollte ich womöglich doch…….“
„Wow! Wow! Wow! Jetzt aber mal langsam Rea. Was soll DAS denn bitteschön bedeuten? Das du nicht wiederkommst?“
Ich atmete tief ein und schnaufte durch. „Du weißt, da ist dieses Gefühl, dass ich Gunnar möglicherweise längere Zeit nicht wiedersehe. Ich meine, er hat mich immer, zumindest nach Tagen, angerufen und informiert. Hat sich um mich gesorgt. Aber er stieß mich weg, als ich ihm helfen wollte und er zusammengekrümmt am Boden lag. Er hatte gerade vom Tod seines Sohnes erfahren.“
„Rea, das musst du verstehen. Wenn meine Sohn……“, Kevin stockte. „Ich wüsste nicht, wie ICH reagieren würde.“
„Ja schon. Aber er hätte sich zumindest einmal melden können.“
„Lass ihm Zeit.“   

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Drei Geschäftsreisen stehen demnächst für Sasha und seinen Vater an. Die erste ist bereits Morgen. Ich werde ihn nach Tokio begleiten. Nach Saudi Arabien selbstverständlich nicht. Und sollte ich tatsächlich noch länger bei ihm sein, werde ich natürlich ebenso mit ihm nach Namibia fliegen (wo die Mienen sind).

Sasha mutierte vom kleinen Sicherheitsteam-Angestellten in meinem spirituellen Zentrum zum Boss einer Firma. Was seine selbstbewusste, stolze Art erklärt, welche er zu Beginn an den Tag gelegt hatte, als ich ihn kennenlernte. Es war also doch nicht gespielt.

„Sasha, ich muss noch einige Rechnungen zahlen.“, rechtfertigte ich mein nicht abschalten wollen des Computers.
„Lass mich das tun.“, sagte er zu mir.“
Ich wehrte energisch ab. „Nein.“
„Als Ausgleich so zu sagen, für die Probleme, die ich dir bereitete. Und genau genommen war es schließlich aus Liebe zu dir und die Verzweiflung nicht bei dir sein zu können.“
„Dann tue es.“, sagte ich zufrieden lächelnd zu ihm.
(Was soll es schon schaden? Ich ergebe mich der derzeitigen Situation. Und womöglich hat gleichwohl das Tragen der Halskette etwas mit meiner gemilderten Stimmung zu tun.)

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Heute Morgen war ich schon beizeiten auf. Ein Arzttermin war geplant gewesen, welchen ich allerdings dann doch absagen musste, während Sasha laufen war. Gleich nach dem Frühstück ist er zu seinem Vater gefahren, um die morgige Reise vorzubereiten, auf welcher ich ihn begleiten werde. Am Freitag sind wir zurück und wenn Kevin dann doch in Erwägung zieht uns zu besuchen, könnte Sasha ihm dann den Flieger schicken, nachdem er gewartet wurde.
Aber vielleicht greife ich vor mit meiner Planung und alles kommt ganz anders………………wer weiß.