Montag, 15. April 2019

Ein ehrlicher Mann….


Sasha ist überglücklich…..gleich aus zweierlei Gründen.
Der Eine ist rasch erklärt. Der Andere braucht mehrere erläuternde Worte.
Morgen fliegen wir zurück, um uns auf das Passa-Fest vorzubereiten, welches wir mit Sashas Eltern in deren Haus in Montreal feiern werden. (Jerusalem war ebenfalls im Gespräch. Wurde letztendlich jedoch verworfen.) Und ich habe mich bereit erklärt, mit offenem Herzen und ohne jedwede Widersprüche  das Fest mit ihnen und nach ihren Regeln zu feiern, was Sasha überglücklich werden ließ. Er hatte meinen Kopf zwischen seine Hände genommen und noch einige Male nachgefragt: „Wirklich? Tust du das? Rennst du nicht wieder fort?“
Und ich bestätigte ihm meine Willigkeit, worauf er mich glückselig küsste. In seinen Augen sah ich das Entzücken, ein Hochgefühl und vor allem…..Zufriedenheit.
Der Zwischenstopp in Portland dient zum Wechseln der Kofferinhalte und zum Absetzen von Sharon. Und an dieser Stelle komme ich sogleich zur zweiten Angelegenheit. Sharon. Hier gab es reichlich (Auf-) und eine endgültige Klärung.
Natürlich hatte ich das Gewissen in Sashas Hirn arbeiten sehen. Da war etwas, was er dachte mir nicht gestehen zu könne, weil ich ihn aller Wahrscheinlichkeit nach dann verließe, würde ich es wissen. Denn ich hatte versprochen zu gehen, WENN er mich betrügt.
Ich sah Bilder von Sharon und ihm am Strand in der Nacht, als sie schwimmen waren. Sasha war jeden Abend noch einmal im Meer. Ich wusste, dass er es liebt. Sharon sah ich vor ihm knien. Sasha wollte das nicht was sie tat. Er hatte versucht sie abzuwehren. Sharon ließ jedoch nicht von ihm ab und er ergab sich ihr dann. Ließ es geschehen. Wies sie am Ende darauf hin, dass ICH es nicht erfahren und es nicht wieder passieren dürfe. Jedoch am Tag, oder besser in der Nacht darauf nötigte sie ihn wohl am Strand ein weiteres Mal mit ihr zu schlafen. Mir kam ein Bild, wie Sasha über ihr lag. Ich sah das alles bereits an diesem Abend, als Sasha vom Strand zurück zu mir gekommen war. Er hatte sich neben mir auf der Couch niedergelassen und grübelte. Das war ungewöhnlich für ihn. In diesem Augenblick ahnte ich bereits was geschehen war. Denn auch Tom hatte mir Ähnliches erzählt, was ich allerdings nicht hatte glauben wollen.
Wieso konnte Sasha nicht wiederstehen? Sich verwehren? ER ist der Mann! Seine Kräfte hätten ausgereicht, sie von sich zu weisen.
Nun gut. Die Klärung geschah heute Morgen, nachdem Sasha via iPhone recht eindringlich mit seinen Eltern gesprochen hatte.
Er hatte sich dann Sharon hergenommen (was ich von weitem sah und hörte) und ihr deutlichst zu verstehen gegeben, dass er sich von ihr nicht erpressen ließe. Denn genau DAS hatte sie getan. Wenn Du nicht tust, was ich will, dann sage ich es Rea……usw.…..(Und ich glaube hier, an dieser Stelle war Sasha der Erpressung-en leid. Denn…..da sind noch ganz andere Leute, die durch Erpressung-en über sein Leben verfügen…. können. Und es sind NICHT seine Eltern. Zudem nahm ich, in diesem Zusammenhang, in Sashas Hirn noch etwas anders wahr, was Claire und ihr, bzw. SEIN Baby betrifft. Aber hier muss ich noch ein wenig…..forschen.)
„Geh‘ schon! Sag‘ es ihr!“, hörte ich Sasha mit lauter Stimme sprechen. Und schon sah ich Sharon, wie sie ihre Schritte in meine Richtung lenkte. Sie baute sich vor mir auf, sah mich trotzig und dann recht hämisch an.
„Ich habe in den letzten zwei Tagen mit Sasha geschlafen. Es stimmt. Er war in meinem Mund, in meiner Vagina.“ Sie lächelte mich an und dann änderte sich ihr Gesichtsausdruck. Sie biß die Zähne aufeinander und sah denn kurz den Boden vor sich an.
Als ihr Kopf sich wieder hob und ihre Augen meine trafen, schien da auf einmal Reue zu sein. Sie räusperte sich und ihr Kopf blieb gesenkt. „Ich hoffe aber, Du verlässt ihn nicht deswegen. Es war meine Schuld.“, sagte sie und ich war erstaunt.
OH! Wow! Sie gestand und entlastete IHN. Was jedoch in meinen Augen nichts anderes bedeutet, dass sie ihn womöglich noch liebt. Sonst würde sie ihn nicht schützen? Oder/und hat er ihr letztendlich doch mit einer Entlassung gedroht? Nur, WAS würde SIE das schrecken? Und andererseits, WIE soll ich nun weiterhin mit IHR in Portland, in unserem Haus leben? Ich denke, Sasha wird einsehen (müssen), dass dies NUN nicht mehr möglich sein wird. Allerdings wird man diese Angelegenheit vermutlich erst NACH dem Pessach-Fest regeln. ICH möchte Sasha hier (zu nichts) nicht drängen und ebenso wenig die Laune verderben. Wir werden sehen. In jedem Fall verzieh ICH ihm (seine Verfehlung) noch auf der Stelle.
„Das wusste ich alles schon längt und NEIN, ich verlasse Sasha selbstverständlich nicht.“, war meine klare und wohlartikulierte Antwort an Sharon.
Dann wendete ich mich Sasha zu. Beachtete sie nicht mehr. Streckte meine Arme nach ihm aus und ich sah in seinen geröteten Augen das Wasser stehen. Er sorgte sich offenbar darum, dass ich gehe.
„Komm zu mir!“, forderte ich ihn auf und …..er kam. „Ich verzeihe dir.“, sagte ich und er schlang seine Arme um meinen Körper. Drückte mich fest und hauchte ein erleichtertes Danke in mein Ohr. Küsste mich dann fast stürmisch, was ich in Gegenwart der anderen nicht gewohnt war von ihm. Der Anstand gebietet ihm offenbar (ich kenne dies ebenso, nur hielt und halte ich mich nicht daran), sich im Allgemeinen mit Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit, oder vor anderen Menschen zurückzuhalten. Nur in diesem Moment fielen anscheinend tausend schwere Steine von ihm ab. Er hatte ALLES auf eine Karte gesetzt. – Welch‘ Beweis seiner Liebe zu mir! WIE kann ich ihn jetzt noch verlassen? Oder meinen Plan mit Gunnar verfolgen? Ich vermag es nicht zu sagen. Aber womöglich hält mich der Augenblick auch in temporären Gefühlen gefangen……..die sich ändern können. In jedem Fall wäre nun der Tatbestand der Untreue bereits gegeben und, unter Zeugen, offen vorgebracht….was ICH be-nutzen könnte, um  unbeschadet zu Gunnar zurück zu gehen (was ich mir auch vorbehalten werde).
Nur sagte ich bereits (aus ehrlichem Herzen heraus) zu Sasha, dass ich ihm schon längst verzieh, alldieweil ich sein Dilemma verstanden hatte. (Zudem bin ich es gewohnt mit dergleichen Situationen umzugehen.)


Freitag, 12. April 2019

Es war vorher zu sehen…….


……dass ich erneut eifersüchtig werde, auf diese Angestellte, diese Bedienstete, diese attraktive, Schokoladen braune Sharon, die tänzelnd vor Sashas Augen ihren Hintern schwingt.
Tom hatte mir erzählt, dass Sasha gestern Abend noch mit ihr zusammen schwimmen war. Er hätte die beiden am Stand gesehen, recht nahe beieinander…..liegend…..im Sand. Hmmm……?? – Und eigentlich hatte ich es ihm nicht geglaubt,….weil mir Sasha geschworen hatte, mich niemals zu betrügen. Tja nun, was soll ich da denken?  - In der Tat war Sasha gestern nur wenig im Haus und bei mir. Aber okay, ich kann ihn durchaus verstehen, wenn es mir durch meine Kränklichkeiten kaum möglich ist, mit seiner Fitness mitzuhalten (dann muss ich ihm, in diesen Momenten, seine Freiheit lassen können. Und ich kann…..). Dies muss ihm vorher bewusst gewesen sein und er sagte stets, sprach ich ihn darauf an, dass ihm meine Einschränkungen nicht stören. Aber gut, damit muss ich offenbar leben. Mit Gunnar ging es mir schließlich ähnlich. Wo ICH die Ruhe schätze, liebt er das Vergnügen und ebenso das Zusammensein  mit seiner gesamten Familie. Wie oft sah ich Gunnar erst am Abend? Wenn Gunnar jedoch bei mir war, kümmerte er sich anders, ich möchte sagen….besser um mich. Zumindest empfinde ich es so. Sasha muss ich zuweilen darauf hinweisen, was ich mir wünschen würde, das er tut. Und ebenso, dass es mir nach Kuscheln ist, ich seine Brührungen spüren möchte und er mag es dann ebenso wie ich, wenn er es tut. Seine Körpersprache, sein herzliches Lächeln und der Glanz in seinen Augen verraten es mir. Vielleicht war es in seiner Familie nicht üblich und man wahrte wohl eher die üblich sittliche Distanz zwischen den Menschen. Womöglich lernte er es nicht so explizit in eine körperliche Nähe zu anderen zu gehen und….er holt es JETZT (mit mir) nach. Seine Liebe zeigt mir Sasha in jedem Fall, schon seit Langem.
Aber zurück zu Sharon. Ich meine, es war vorprogrammiert, dass es zu erneuten Diskussionen kommt,…wenn Sasha sie mit in den Urlaub nimmt. Und in mitten dessen, lernte ich Sasha das erste Mal etwas anders kennen. Er gab mir eine schroffe Anweisung (einen Befehl), welche ich zu befolgen hatte. Ja. Er hatte auch Recht damit. Natürlich. Dennoch erstaunte es mich…..Aber gut, in jedem Menschen ist alles vorhanden und er selbst entscheidet, wie er sich gibt und ist. Ich bin ihm im Nachhinein nicht böse deshalb. Entschuldigte mich noch bei ihm, als die bewusste Verursacherin der Diskussion. Obwohl ICH es ein wenig anders sehe. Es war schließlich Sasha, der Sharon mit hier her gebracht hat UND, der sie auf mein Anraten hin, weil ich bereits ahnte, was geschehen würde, eben NICHT entließ.
Sharon hingegen gestand mir gegenüber offen, und späterzu Sasha gegenüber ebenfalls, dass sie am aller liebsten seine Geliebte wäre. WAS soll ICH nun davon halten? Und Sasha ist in keinster Weise bereit sie zu entlassen, oder ihr eine eloquente Anstellung zu vermitteln. Stattdessen schien er sich zu amüsieren. (Schmeichelte es ihm etwa?) Er möchte sie behalten, sowie sie bleiben will. Was läuft da zwischen den beiden? Ich hatte es von Anfang an bemerkt. Aber egal. Am Ende liegt es an Sasha und dieser nahm uns beide zusammen, um Sharon mit Nachdruck und in aller Deutlichkeit darauf hinzuweisen, dass er NICHTS von IHR will und das er MICH, seine Frau liebt. WAS hätte er am Ende mehr tun können als DAS? Ich war zufrieden…damit,…..so rein vom offensichtlich, denn ich verfolge schließlich gleichwohl noch einen anderen Plan. Man wird sehen, wie lange Sasha tatsächlich Sharons Avancen widersteht. Denn sie wird sie wohl nicht lassen. Im Grunde kann es mir gleichgültig sein. Es würde mir schlussendlich nur die Rechtfertigung liefern, zu Gunnar zurück zu gehen, SOLLTE Sasha nun doch wiederholt mit ihr schlafen. Denn es war schließlich schon einmal passiert (im Schlafzimmer, im Haus in Portland), als……ICH das x-te Mal von ihm fortgegangen (er wütend war) und Sasha mit Claire zusammen war.
Es ist schon eigenartig, es gibt immer wieder und wieder, und wieder andere Frauen, gleichwohl man es nicht vermuten und der Liebe des anderen vertrauen mag. Schließlich ist es nicht so, dass ich Sasha nicht……liebe. Ich fühle sogar Beachtliches für ihn………
Und nun lasse ich ALLES GENAU SO stehen und genieße meinen Aufenthalt hier! Basta! Mögen sie tun, was sie wollen…….


Donnerstag, 11. April 2019

Die Zukunft nimmt Gestalt an......in zwei Richtungen hin


Zwei erhellende Gespräche mit dem Einen und mit dem Anderen Mann hatte ich am heutigen Nachmittag.
Sasha sprach es nun deutlich aus, dass er NICHT aussteigen wird, aus dem Geschäft, obwohl er es mir versprochen hatte, WENN ich bei ihm bleibe. Aber gut, ich verstehe ihn. Er mag seinen Vater, seine Familie nicht enttäuschen UND aus diesen Kreisen tritt man schließlich ohnehin nicht so einfach aus,….wie beschrieben. Das ist mir mittlerweile klar geworden.
Um das Datum der Hochzeit wird ein großes Geheimnis gemacht. Ich wähnte den 30. April (als Überschreibung des Alten, der alten Liebe so zu sagen und womöglich auch als ein kleiner Stich in oder ein Aus-Stich aus meinem Herz und ebenso ein Fingerzeig in Richtung meines geliebten Gunnars), also Beltane und DAS ist genau mein Hochzeitstag mit Gunnar. Ich brachte dieses Datum zur Sprache und Sasha wich aus. Kam mit Erklärungen, dass es eine Überraschung sei und, dass seine Mutter schon alles vorbereiten würde. Zudem wäre es ohnehin nur eine Sache der Form. Vor G**t sind wir nun bereits verheiratet (glaubt) sagt Sasha, was für ihn nun in jedem Fall erheblich mehr Gültigkeit hat als ein (blödes) Gesetz, welches er nicht zwangsläufig einhalten müsste.....nach seiner Religion. (Und womöglich steht Sasha ebenso über dem Gesetz, wenn er zu denen gehört, die sich Handlanger halten, welche eben diese Gesetze für sie gestalten. Jedoch denke ich, dass er daran kein Interesse hat.) – Späterzu am Tag kam mir der Gedanke, dass die Heirat per Gesetz nicht stattfinden kann, solange ein/das Verfahren läuft. Gunnar hat schließlich Anzeige erstattet, weil man ihm mit Hilfe einer Schusswaffe am Kopf bedrohte und somit nötigte die Scheidungsdokumente zu unterzeichnen. Eine Warnung darüber still zu schweigen wurde zwar ebenfalls noch ausgesprochen, jedoch Gunnar hielt sich glücklicher Weise nicht daran.

Nun gut. Sasha schlug noch einmal dieses eine Jahr in Jerusalem vor, wenn ich mit ihm aussteigen wolle. Jedoch ein wirklicher Ausstieg wäre dies nicht! Daher verneinte ich noch augenblicklich recht scharf. Damit war die Diskussion für uns beendet. Zu sagen gab es nun nichts mehr……..und Sasha ging schwimmen.


Sasha hatte allerdings noch nicht gänzlich das Haus verlassen, als mein iPhone läutete. Gunnar rief an. Infolgedessen vertröstete ich Gunnar und meinte: „Ich rufe dich in einigen Minuten zurück.“
Gunnar erklärte mir dann, als ich mit ihm sprach, noch einmal den vorläufigen Plan und ließ keinerlei Zweifel daran, dass er NUR MIT MIR (allein) leben will, weil ICH seine Seelenpartnerin bin. Er würde sein Leben nun zur Gänze ordnen, was noch eine Weile dauern würde, wie er meint.
„Wie lange denn?“, fragte ich ihn.
„Vielleicht ein viertles oder womöglich auch ein halbes Jahr. Ich kann es dir noch nicht sagen. Aber es gibt Fortschritte. Wir haben Malikas Mutter gefunden. Jetzt müssen wir nur noch dafür sorgen, dass sie mit Malikas Schwestern nach Schweden kommen darf. Sie wird dann hier im Haus auf Gotland wohnen. Ich schenke es ihr. Es ist gut, wenn mein Vater in der Nähe ist und seinen Enkel sehen kann.“
„Soooo lange?“, wand ich ein. „Bis dahin….“
„Ja, ich sehe das genauso.“, unterbracht mich Gunnar, weil er meine Gedanken kannte. „Bitte gewöhne dich nicht an den Juden.“
„Ja. DAS ist die Gefahr dabei, wenn ich täglich mit Sasha zusammen bin.“, gestand ich ihm diesen Einwand zu, weil ich selbst das Gleiche befürchte. „Und du?“, richtete ich die Frage mit dem gleichen Inhalt an ihn. „Gewöhnst du dich nicht auch an das Leben mit Malika. Oder Gunai? Oder vielleicht auch Margot. Siehst du sie oft? Schläfst du mit ihr?“
„Ja und ja. Wenn sie mag.“
„Und was ist mit Waris? Du unterstützt sie doch noch? Schläfst du auch mit ihr?“
Gunnar lachte. „Ja und ja. Bis sie einen anderen gefunden hat und ich bat sie es mir zu sagen.“
„Ich bitte dich Gunnar, auf dich aufzupassen.“
„Natürlich tue ich das, vor allem auch in Hinblick auf unsere gemeinsame Zukunft. Aus diesem Grund will ich mein Leben ordnen und ebenfalls für meine Frauen sorgen. Alles andere wäre unakzeptabel. Unehrenhaft. Und dann….können wir beide endlich wieder zusammen leben. Nur DU UND ICH.“
„Was ist mit deinen Kindern?“, fragte ich ihn.
„Natürlich werde ich meine Kinder sehen so oft es eben geht, oder möglich sein wird.“

Nun folgte noch der Reiseplan.
„Also hör‘ zu Rea. Wenn Malikas Mutter und ihre Schwestern hier in Schweden angekommen sind, bringe ich Gunai nach Hause. Auf dem Hin- sowie den Rückweg werde ich meine Kinder in New Orleans besuchen. Du weißt, dass Gunais Reservat ganz in der Nähe von Portland ist und wir könnten uns eventuell sehen.“
„JAAAAA! Bitte!“, schrie ich sogleich heraus.
„Langsam, langsam Rea. Bitte.“, bremste er mich in meiner euphorischen Freude aus. „Es wäre nicht gut, wenn der Jude davon erfährt. Zudem soll er keinen Verdacht schöpfen.“
Die Vorstellung Gunnar in meiner Nähe zu wissen und ihn nicht sehen zu können, ließ mein Herz bleiern zu Boden fallen. Gunnar bemerkte dies selbstverständlich und tröstet mich.
„Keine Sorge mein Herz. Wir bekommen das schon hin.“
„Ich will mit dir schlafen.“, flüsterte ich.
Ich hörte Gunnar leise atmen. „Ja, das will ich auch, mein Herz.“
Eine kleine Pause entstand und dann sprach er weiter. „Wenn ich dann zurück in Schweden bin, kümmere ich mich um Margot und bringe hier noch alles in Ordnung. Und an dieser Stelle kommst Du ins Spiel, meine Liebe. Du musst mit Kevin reden wegen den finanziellen Dingen. Ich muss sicherstellen und sicher sein, dass es meinen Kindern und ihren Müttern gut gehen wird.“
„Okay.“, erwiderte ich kurz und bündig. WAS hätte ich auch anderes sagen sollen?
„Dann werde ich noch einmal zu Erik gehen und ich hoffe, dass es ihm gelingt meinen übergroßen Appetit mit was auch immer auf Dauer zu bezwingen. Dann wärst du sicher mit mir und ich würde dich hoffentlich nie mehr betrügen.“
„Willst du das?“ In meiner Stimme schwangen Zweifel mit. Denn Männer mögen es doch im Allgemeinen, mit unterschiedlichen Frauen zusammen zu sein.
„Ja, ich will.“, antwortete und bekräftigte Gunnar rasch und fest, gerade so, als wäre es sein absoluter Wille (und offenbar ist er das auch).
„Wird es dir nicht fehlen?“, merkte ich an.
Er lachte. „Womöglich. Ich weiß es nicht WIE es dann sein wird. Aber du siehst Rea, dass ich ALLES nur erdenkliche tue, um letztendlich mit DIR zusammen zu sein und vor allem dir treu zu bleiben.“
Ich schnaufte ein wenig. „W-i-e-s-o ich? Ich bin krank! Was willst du nur mit mir?“
Er lachte kurz auf. „WAS soll DAS denn jetzt? Ich will einfach nur DICH, und NUR DICH und mit DIR leben.“
„Ich vermag nicht zu verstehen, was Männer an einer kranken Frau wie mir finden. Ich kann es nicht.“, und es lag beinahe ein wenig Verzweiflung in DEM was ich sagte.
„Es ist deine Persönlichkeit. DAS, was du bist Rea und WIE du bist. Deine Ausstrahlung, deine Schönheit per se, was dich für Männer so derart anziehend macht. Und dabei ist es völlig gleichgültig ob du krank bist oder nicht.“
„Ich verstehe es trotz alledem nicht.“
„Mach dir keine Sorgen mein Herz.“, kam Gunnar auf das Wesentliche zurück. „Wir sehen uns bald und in absehbarer Zeit ist alles geregelt und wir haben uns wieder.“
„Ich freue mich drauf!“, antwortete ich ihm.
„Aber womöglich müssen wir nicht untertauchen. Wie kommst du mit dieser anderen Variante voran?“
Ich seufzte. „Nicht gut. Sasha ist so verliebt wie nie zuvor und mehr denn je vernarrt in mich. Ich glaube kaum, dass es mir gelingt, ihn mit einer anderen zu ertappen, sodass ein plausibler Grund für meinen Abgang vorhanden ist/wäre.“
„Und was ist mit diesen speziellen Partys, über welche du nicht sagen kannst?“
Ich ließ ein sarkastisches Lachen hören. „In der Tat. Darüber kann ich nicht sprechen. Und selbst WENN Sasha auf solch‘ einer Party wer weiß was täte, hätte es keinerlei Relevanz. Denn DORT sind alle Regeln und Gesetze, also DIE, welche für die meisten Menschen gelten, außer Kraft gesetzt.“
„Okay. Das heißt, selbst wenn er dort eine andere fickt, müsstest du ihm dies großzügig vergeben.“
„Ja. Denn er hätte eh keine andere Wahl. Aber mehr kann ich jetzt nicht dazu sagen. Womöglich später einmal, wenn wir uns sehen.“
„In Ordnung. Das verstehe ich.“

  

Montag, 8. April 2019

Die verflixte Gabe……

Im Anschluss an meinen letzten Post wende ich nach genauerem Überdenken ein, dass es wohl nötig wäre, um mich tatsächlich auf das „gedankliche Abendteuer“ einzulassen, Gunnar weitestgehend zu vergessen, was so wie so NIE gelingen kann/wird. Also, womöglich dann zeit-weilig nur. Das wäre unter Umständen sogar möglich (bei so einem lieben Menschen wie Sasha). Nur dürfte ich dann für eine Weile besser nicht mehr mit Gunnar sprechen. Und natürlich läutete noch umgehend mein iPhone…….Aber wir, also Gunnar und ich, sprachen nur kurz miteinander (weil Sasha in meiner Nähe war). Tauschten stichpunktartig das Wichtigste aus. Nichts weiter……

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Vermutlich wird DAS nichts, mein Vorhaben Sasha mit einer anderen Frau, oder hier speziell mit der Schokoladen braunen Sharon zu ertappen. Er scheint/ist verliebt wie nie zuvor, was er mir heute Morgen (nach dem Sex) gestand und was ich gleichwohl in seinen Augen sehe. Nicht das der Sex heute Morgen etwas Besonderes gewesen wäre. Nein. Durchaus nicht….wirklich. Womöglich nur, weil wir in der letzten Zeit nicht ZU oft miteinander schliefen. Oder besser gesagt, ich es nicht zuließ, weil….ich am Abend meist zu müde dafür bin und am Morgen….hmmmm……..es oft schon zu spät ist und wir andere Dinge zu tun haben. Allerdings war da der Sex vor zwei Tagen (und die sexuelle Energie ist eine überaus kraftvolle)………da drang nicht nur Sasha in mich ein, sondern, wie ich vermute, währenddessen der Geist des Jaguars. Mit ihm hatte ich noch NIE etwas zu tun…..bisher. Meines Wissens nach wird er in Südamerika verehrt. Jedoch was verbindet MICH mit diesem Kontinent und vor allem mit DIESER Kultur….und deren Mystik, oder Schamanentum? Nichts,….denke ich. J-e-d-o-c-h, sucht sich ein Tiergeist einen Menschen aus (und NICHT umgekehrt!), sollte dieser sich besser geehrt fühlen UND DAS TUE ICH! Schließlich muss es nicht unbedingt (das Schlechteste sein) als Krafttier zu sehen sein. Sondern gleichwohl als kosmisches Prinzip. Eine Art Gottheit, welche über die Entstehung und den Fortgang der Welt am Wachen ist. Sowie bei dem Schlangengott Damballah und seiner Frau Ayida.
Nur hatte ich bisher noch nicht wirklich die Gelegenheit über den Geist des Jaguars zu recherchieren, sowie zu rekapitulieren über meine Gefühle in diesen Momenten und das Geschehen selbst in dieser kurzen Zeit der überbordenden sexuellen Energie. Und ebenso wenig hatte ich den Mut dazu. Möglicherweise muss ich es selbst erst einmal verdauen, was da mit mir geschah. Mit Sasha sprach ich gleichwohl noch nicht (viel) darüber. Er war ohnehin fasziniert. Ich vermute, er lässt mir (die) Zeit, bis ich selbst mit dem Reden darüber beginne. Denn ER weiß nicht nur (am Rande!) BESCHEID (über dergleichen Dinge), sondern genoss es auch. Also den Sex mit mir inmitten dieser Jaguar-Energie. Und an DIESER STELLE kam mir sogleich hinterdrein der Gedanke/der Verdacht, dass es doch möglich sein könnte, das Sasha seinen Auftrag noch immer verfolgt….genau aus DIESEN Gründen. Wobei ich ihm durchaus mitnichten seine Liebe zu mir absprechen will. Keineswegs. Nur, schon immer war es so, seitdem sich Staaten bekriegen, dass insbesondere das Militär spezielle Menschen ausfindig macht, um ihr Talent für sich zu be-nutzen. DAS möchte ich allerdings NICHT sein!!! Eine Mensch-in mit einer Gabe, welche für unsägliche Zwecke ausgenutzt wird. Denn meist endet dies für solche Menschen tödlich. Man erinnere sich an die telepathischen Experimente des US-Militärs mit Frauen in den Fünfzigern….die starben.
Ich weiß, für DIE Leserinnen, welche sich das aller erste Mal hier her verirren, klingt dies sicherlich recht sonderbar. Mag sein. Nur scheine ich dafür prädestiniert zu sein, dass mich Geister von Tieren be-suchen und teilweise sogar besetzen. Wie es damals in New Orleans mit Damballah - der Geist (ein Loa – geistiger Führer)/der Gott der Schlangen - gewesen war, als ich Gunnar kennenlernte.

So, nun wird es Zeit zu den anderen zurückzukehren……….
In jedem Fall genießt Sasha ebenso (man könnte beinahe sagen) leidenschaftlich…..das Meer.