Samstag, 8. Oktober 2016

Traum und Vermächtnis



So nun, ich habe mich so einigermaßen erholt und heute Morgen mit Gunnar alles erledigt, was erledigt werden muss.
Derek war nicht zu sehen und auch sonst niemand anderes half uns dabei von den Büroangestellten. Chefin sein, ist eben nicht immer der leichteste Job.
Meinen Liebhaber sahen wir dann beim Lunch in einer Ecke sitzen mit seiner Mutter Magdalena, seinem Balg und Giselle.
Beim Hereinkommen hatte ich ihn nicht bemerkt. Gunnar wies mich etwas später schweigend, mit einer Geste des Kopfes, darauf hin.
Ich schnaufte und Gunnar sah mir den Frust geradezu an. Aber WAS hatte ich denn erwartet.
„Ich weiß nicht, wie lange das mit Derek und mir noch so weiter geht.“, begann ich mit Gunnar ein Gespräch über meinen Liebhaber. „Zudem scheint er sich im Büro immer weniger zu befleißigen.“
„Vielleicht liegt das ja an mir und dass ich jetzt öfter hier im Zentrum bin. SO hat er sich das alles sicherlich NICHT vorgestellt.“
Ich nickte Gunnar mit ernster Miene zu. „Ich weiß. Aber ich bin glücklich darüber, dass du dich so um unsere Ehe bemühst und womöglich doch eher hier im Zentrum dein zu Hause siehst. Die Hilfe von dir in Firmenbelangen, kommt mir ebenso entgegen. Auf WEN vermag ich mich denn wirklich noch zu verlassen? Außer auf mich selbst, Kevin und dich.“
„Kevin ist eben durch und durch deutsch.“
„Ja. Ich bereue bisher keine einzige Minute, dass ich ihn hier einen Job gegeben habe, welchen er, trotz seiner Behinderung,  pravorös meistert. Er ist einfach ein genialer Mensch, auf den ich mich stets verlassen kann. Komme da was will.“
„Die Komponente des guten Freundes kommt noch hinzu.“, sagte Gunnar augenzwinkert und ich wusste, was er damit meint.
„Ja.“, bestätigte ich, was er im Satz vorher angedeutet hatte. „Uns verbindet noch immer ein besonders Band.“
Gunnar lächelte, neigte leicht den Kopf nach rechts. „Ich weiß.“
„Um ihn musst du dir keine Sorgen machen. Wir respektieren uns nur als gute Freunde.“
Ein kurzes Schmunzeln huschte über Gunnars Gesicht. „Meinst du nicht, dass da noch immer etwas mehr als Freundschaft ist?“
Nun musste auch ich zustimmend lachen. „Ja. Mag sein, dass das so ist. Dennoch ist er, außer mir selbst und dir, der einzige, dem ich vertraue.“
„Derek ist doch ebenso befriedigend in seinem Job. Er muss doch nicht am Wochenende arbeiten. Ist nur ein Angestellter. Das Zentrum gehört ihm doch nicht.“
„Ja. Mit dir war das aber anders.“
Gunnar lachte. „Weil ich dein Mann bin vielleicht, und vor allem“, nun wurde er ernst, „weil es der Traum meiner Mutter war und NUN ihr Vermächtnis ist.“
„Was meinst du wohl, warum ich so darum kämpfe?“
Gunnar nahm meine Hand und drückte sie. „Ich weiß. Deshalb helfe ich dir ja.“
Nach Minuten des stillen Speisens, kam Gunnar noch einmal auf Derek zurück, was mir sagte, dass er noch weiter über ihn nachgedacht hatte.
„Wirst du ihn feuern, wenn ihr nicht mehr zusammen seid?“
„Oh! Gott bewahre. Nein. Zumindest vorerst nicht. Vielleicht später, wenn ich einen adäquaten Ersatz gefunden habe.“
Ich schnaufte und wagte einen raschen Seitenblick zu Derek hinüber. „Ich werde unsere Beziehung aller Wahrscheinlichkeit nach in nicht allzu langer Zeit am besten selbst beenden. Ich denke, es ist besser so. Als Chefin muss ich Vorbild sein. Und wenn er doch jetzt ein Kind mit dieser Frau hat, gedenke ich ihn nicht vehement an mich zu binden, oder mich von ihm vorführen zu lassen. Mag sein, dass er noch immer verliebt in mich ist. Dennoch fühle ich, dass unsere Beziehung auf ein Ende zusteuert. Vielleicht flammt die Leidenschaft gelegentlich noch einige Male auf. Aber ich kenne das aus der Zeit mit Troels. Man mag nicht lassen und weiß dennoch, dass es zu Ende geht. Oder gehen muss, weil….und hier gibt es zahlreiche Komponenten, warum das so ist.“
„Vielleicht suchst du dir einen anderen Mann.“, schlug Gunnar vor. „Dann bist du nicht allein, wenn ich nicht bei dir sein kann.“
Ich schüttelte mit dem Kopf. „Nein. Ich habe genug davon. Ich bin noch nicht einmal in der Lage deine Bedürfnisse zur Genüge zu erfüllen. WAS sollte ich mit noch einem neuen Mann?“
Gunnar zog die Brauen hoch und sah mich prüfend an. „Das bedeutet wohl, dass wir nun doch ein ganz normales, sich liebendes und ehrendes, miteinander lebendes, zueinander loyales Paar werden, wo sich der eine auf den anderen absolut verlassen kann.“ Gunnar lächelte leicht. Seine Worte hatten mich aufhorchen lassen.
„Was hast du vor? Bist du mir fortan treu Und kommst wieder zum mir ins Zentrum? Arbeitest hier?“
„Wow!“ Wow!“ Wow! Wir wollen nicht gleich übertreiben…“
„Das dachte ich mir.“, fuhr ich ihm berechtigt ins Wort.
„Nein. Nein. Das ist schon alles okay. Du siehst doch, wie viel Mühe ich mir gebe. Rea, ich liebe dich tatsächlich über alles und es liegt mir etwas daran, dass wir jetzt und hier zusammen bleiben.“ Er pustete die Luft durch die geöffneten Lippen und.... „Aber hier wieder arbeiten? Darüber reden wir noch.“
„Das tun wir doch gerade. Oder etwa nicht?“ Ich lachte ihm direkt entgegen und sah die Zustimmung in seinem Gesicht.
„Also, kommst du zurück ins Zentrum?“, setzte ich nach.
Gunnar antwortete nicht sofort. Wiegte den Kopf hin und her. „Das kann man nicht so rasch im Augenblick sagen. Warten wir noch und schauen, wie es weiter läuft. Entscheidungen treffen, können wir immer noch.“
„Würdest du denn gerne…“
„Ja. Vielleicht.“
„Was bedeutet das? Vielleicht.“
„Das ich es mir überlege.“ Ein kurzer abwägender Blick zu mir herüber sagte mir, dass dieses Thema noch nicht beendet war. “Bin ich dann dein Angestellter? Oder wie stellst du dir das vor? Dein Büro doch voll besetzt.“
„Das stimmt so nicht. Ich brauche jemanden, auf den ich mich verlassen kann.“
Gunnar breitete die Arme aus und hob die Schultern. „Du hast Kevin.“
„Ja. Und ich möchte ihn nicht mehr missen. Er ist einer der wertvollsten Menschen für mich. Ob geschäftlich oder privat. Aber sieh mal, wen Derek alles einen Job verschafft hat von seinen ehemaligen Kollegen. Ich kenne diese Leute nicht. Mag sein, dass Mike ein Genie ist und Kirsten eine fabelhafte Computerspezialistin. Dennoch vertraue ich ihnen nicht und wenn ich ehrlich bin, Derek ebenso wenig. Er mag mein Liebhaber sein. Aber dennoch ist er ein Fremder.“
Gunnar lächelte. Sein Kopf bewegte sich hin und her, als könne er nicht glauben, was er da hört. „Ich vertraue ihm. So von Mann zu Mann und du kennst ihn nun doch schon einige Jahre.“
„Trotz alledem…..“ Es mochte wirklich so sein, dass Gunnar Derek vertraute. Aber bis wohin?
„Es ist wegen Giselle und dem Kind. Nicht wahr?“, schnitt er mir das Wort ab und riss mich aus meinen Gedanken.
Wozu leugnen? Gunnar hatte Recht. Ich nickte. „ Ja. Ich denke schon. Und ist es nicht stets mit Liebhabern und Konkubinen so? Das sie irgendwann…..verschwinden.“ Bei diesen Worten dachte ich an Alexa und ihr verdammtes Balg von meinem Mann. Wäre das Kind nicht, hätte ich eine ausgezeichnete Chance sie irgendwann doch noch aus meinem Leben zu verbannen. Vor allem aus Gunnars. Und ich bin der Meinung, es würde genau so kommen, wenn da nicht dieses Kind in Alexas Bauch wäre. Erneut wuchs der dringliche Wunsch in mir, sie, und vor allem das Bald loszuwerden. Nur wie?
„Und über Treue sollten wir noch einige Worte verlieren.“ Wechselte ich abrupt das Thema, damit Gunnar nicht in meinen Gedanken sah, welche bösartigen Pläne ich schmiedete.
Er lachte. „Nun ja……“
„Ich weiß, ich weiß, dass ich dich nicht wirklich zufrieden stellen kann…..“
„Ist schon okay. Es gibt schließlich noch Alexa, mit der ich jedoch derzeit ebenso vorsichtig sein muss. Oder Lara.“
„Lara? Nun gut. Du bist dir absolut sicher, dass sie NICHT mit anderen schäft?“
„Ich kann für niemanden die Hand ins Feuer legen. Aber ich denke schon. Deshalb sollte ich sie heute Nachmittag vielleicht einmal besuchen.“ Er zwinkerte mir zu und ich wusste genau, was er meint.
„Ja Tue das nur. Ich weiß, dass die Zeit für Sex kaum reicht, oder ich stets zu müde dafür bin. Auch die Spontanität hat bei mir stark nachgelassen. Das ist mir durchaus bewusst, dass dir UNSER Sex nicht genügt.“
„Ist doch kein Problem. Mit Lara heute. Oder?“
Ein sarkastisches Grinsen bahnte sich seinen Weg zu meinem Gesicht. Was hätte ich schon darauf sagen sollen?
„Nun sei nicht so?“, rechtfertigte er sich. Alldieweil man mir meinen Unmut vermutlich ansah. „Sie ist doch keine Fremde mehr.“

So hat mich Gunnar nun noch nach Hause begleitet und ist dann zu ihr gegangen, wo er im Augenblick noch ist. Anschließend*, merkte er an, wolle er noch zum Krafttraining und zum Schwimmen gehen. Für mich bedeutet das einen Nachmittag ganz allein.


Freitag, 7. Oktober 2016

Hoffnung keimt......




Gunnar ist geblieben. Ist NICHT zu Alexa gefahren. Hatte sein Handy ausgeschalten.
Es tut so gut, meinen Ehemann wirklich bei mir zu haben.
Derek allerdings, war/ist nun ein wenig ins Hintertreffen geraten.
Und so oft ich ihn sehe, wenn er es nicht erwartet, ist er mit Giselle und seinem Balg zusammen. Oder sie sind zumindest in seiner Nähe. Was soll ich davon halten?
Nun gut, im Büro ist er allein. Aber ich bemerke, dass sich auch dort unser Umgang miteinander immens abgekühlt hat. Wenn ich ihn (an-)sehe, denke ich an Giselle und sein Kind. Ich vermag in der Tat nicht zu sagen, wie lange das mit uns noch so gehen kann.
Zudem sich Gunnar nun tatsächlich Mühe gibt. Mich kaum mehr betrügt in den letzten…..Tagen. Mag sein, dass er vielleicht heute bei Lara gewesen ist.
„Save.“, hat er Augen zwinkernd nur zu mir gesagt, als ich ihn danach fragte, ob er mit einer anderen Frau geschlafen hat, oder bei Lara gewesen war. Was so viel wie, ich ficke nur noch bekannt, gehe auf Sicherheit, bedeuten sollte. Und da Alexa in ihrem Zustand bekanntlich nun ebenso geschont werden muss, scheint mir Gunnar nun allmählich so la, la, treu zu werden. Was mich jedoch über seine Neigungen und Konditionierungen nachdenken lässt. Offenbar mag Gunnar nun tatsächlich gewillt zu sein, eben diese im Griff zu haben und sich doch noch, mit meiner Hilfe und ebenso aus eigener Kraft, in einen einigermaßen beständigen, zuverlässigen und charakterfesten Ehemann zu verwandeln.
Wunder soll es ja bekanntlich immer wieder geben…….

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Heute Morgen rief mich Derek an und fragte, wann ich im Büro sein würde.
„Ich nehme mir frei, wenn du erlaubst. Es liegt doch heute nichts weiter an, wo meine Anwesenheit dringlichst erforderlich wäre?“
„Nein. Selbstverständlich nicht. Was ist mit dir?“
„Es geht mir nicht so gut. Ich brauche Ruhe. Morgen, werde ich dann die ausstehenden Arbeiten erledigen.“
„Okay. Dann wird aber sonst niemand weiter im Büro sein können.“
„Das ist schon in Ordnung so.“
Derek hatte sich zwar gewundert, nur sonderlich enttäuscht schien er nicht zu sein. Womöglich war er sogar froh, dass ich nicht mit Gunnar im Büro erschien und nicht darauf bestand, dass er mir am Samstag behilflich ist. Was sagt mir das? Dass er bei Giselle und seinem Balg sein möchte?
Aber egal. So können Gunnar und ich in Ruhe tun, was zu tun ist. (In der Hoffnung, dass sich für mich an Gunnars Anwesenheit nichts ändert.)



Donnerstag, 6. Oktober 2016

Unsere tägliche Dosis Drogen



Vermutlich werde ich noch zur Biertrinkerin. Was allerdings daran liegen mag, dass Gunnar täglich am Abend welches trinkt und.....mir stets eine Flasche entgegenstreckt. Obwohl mir Bier nun genau genommen nicht einmal schmeckt, greife ich seit kurzem doch gerne zu und trinke ein Glas mit ihm. Er grinst…..

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Es gibt kaum mehr einen Tag, an dem ich ausruhen kann. Hier im Zentrum ist immer etwas geboten. Ist stets für Aufregung gesorgt. So auch Gestern Nachmittag. Es gab Eindringlings Alarm und die Anwälte vermeldeten einen Angriff anderer Art. Und just zur selben Augenblick, hatten unsere Computer einen Systemabsturz. Gerade so, als hätte man sich gegen uns verschworen (abgesprochen). Woher kennen wir das? Und ohne an dieser Stelle besonders paranoid zu erscheinen, könnte man einen Anschlag vermuten. Wer weiß. Kirsten hat das Virus entfernt und alles wieder in Ordnung gebracht. Die Umzäunung wurde repariert. Und im Augenblick denke ich doch tatsächlich darüber nach, eben Diesen zukünftig mit Starkstrom zu belegen, auf das jeder gegrillt werden mag, der gedenkt, sich auf diese Weise und aus welchem Grund auch immer, unrechtmäßigen Zutritt zu verschaffen.

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Gunnar scheint derzeit zum treuen Ehemann zu mutieren. Es gibt noch immer Zeichen und Wunder! Wer hätte es gedacht.
Er hat seit fast zwei Wochen ausschließlich mit mir geschlafen. War, seit unserer Ankunft hier im Zentrum, NICH bei Lara gewesen. Weder des Nachts noch während des Tages, wo er zur Genüge Zeit dafür hätte finden können. Laut seiner Aussage besuchte er sie heute nur kurz, nachdem er sein Trainingsprogramm absolviert hatte, um sie zu fragen, wie es ihr geht. Nun gut. Wenn ER das so sagt, dann glaube ich ihm.
Allerdings mahnt (mit telefonischem Terror) die schwangere Donnerstags-Frau und Konkubine Alexa, er möge sich doch nun endlich bei ihr einfinden. Nur einmal fragte ich ihn danach, ob er am Abend bei mir sei. Er zuckte mit den Schultern und blickte ein wenig unglücklich drein. Woraus ich schließe, dass er womöglich doch viel lieber mit MIR zusammen sein möchte.
Nur andererseits, ist mein Liebhaber womöglich zu beschäftigt, um heute bei mir zu sein. Denn ich sah ihn beim Lunch am Tisch mit seiner Mutter und Giselle samt Balg.

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Ich bin erschöpft und es gab bereits erneut Ärger mit einer Frau im Büro. Imara. Die, wie so oft, eben NICHT meiner Meinung ist.
Zudem bin ich erst JETZT mit der Arbeit fertig. Schwierigkeiten über Schwierigkeiten. Verdammt noch mal! Und Derek war den gesamten Nachmittag nicht hier. Was möglicherweise auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass Gunnar nun des Öfteren im Büro zugegen ist. Gleichwohl in diesem Moment. Er gedachte mir an solch' Ereignis belasteten Tag doch unmittelbar beizustehen. Was ich honoriere. Denn strenggenommen hätte er schon längst bei Alexa sein müssen/wollen (?), würde er ihrer Bitte nachgeben, heute zu ihr zu kommen.
Nun keimt in mir die leise Hoffnung, dass er doch nicht fährt. (Ihr einen weiteren Korb verpasst! Smile!) In jedem Fall, hat er sein Handy abgeschaltet........


Mittwoch, 5. Oktober 2016

Sehnsucht nach meinem See


Zeitwahrnehmung
Letztendlich hatten wir uns doch dazu entschlossen zurück nach Schweden zu fliegen.
Der letzte Abend wurde lang und wir diskutierten die Möglichkeit, dass Adam mit uns kommt. Was ihm am Ende doch unmöglich schien. Diane. Schade eigentlich. Es wäre mir eine Freude gewesen, Adam eine Zeit lang an meiner Seite zu sehen. Mit ihm zu reisen, zu reden, ihm zuzuhören.
Aber egal.
Wir schliefen bis acht an diesem Morgen, frühstückten, packten unsere Sachen zusammen und fuhren gemächlich auf dem Highway 6 in Richtung Winnipeg. Gleichwohl auf dem Rückweg eilten wir uns nicht. Pausierten gelegentlich. Speisten.
Sogleich am Abend dann der Rückflug. Es war gerade noch Zeit, den Wagen abzugeben und schon saßen wir in der Lounge, um auf den Abflug zu warten.

Selbst beim Fliegen, und nicht ausschließlich bei Diesem, sondern ebenso beim Gehen oder Auto fahren, wähnt mir schon seit Langem die Zeit des Rückweges stets kürzer zu sein.
Zeitwahrnehmung eben. Ist mir schon des Öfteren geschehen. Ein Phänomen so zu sagen, welches Gunnar bereits ebenso aufgefallen ist. Was bedeutet, ich bin NICHT verrückt. Und bei diesem Gedanken schmunzelte er.
„Magie. Schwarze Steine und Zeitexperimente.“, hauchte er mir verschwörerisch ins Ohr.
„Ja. Der Vortrag zum Philadelphia-Experiment. Ich erinnere mich.“
„Selbst im deutschen Sprachraum gibt es Plätze, oder besser einen ganz besonderen Platz, an welchen man in der Zeit verschwinden kann.“
„Österreich?“, fragte ich. Denn ich sah in Gunnar Kopf das Bild eines Berges.
Er nickte.

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Nach der Ankunft in Stockholm (am Morgen) suchten wir kurz unser Apartment auf.
Gunnar ging zu Alexa hinüber, um ihr Guten Tag zu sagen und schwupps war sie auch schon mit meinem Ehemann zurückgekommen und fiel mir Freude strahlend um den Hals. Ein Küsschen rechts und eines links. Ha, ha! Was für ein (unliebsames!!) Entzücken sie zu sehen!! Mit zwei Ausrufezeichen. Oder besser noch in Anführungsstrichen.
„Ich gehe dann mal zum Frisör.“, sagte ich zögerlich mit einem Seitenblick zu Gunnar hinüber. Denn ich gedachte den beiden die Gelegenheit zu geben, sich ausgiebiger zu begrüßen, als nur euphorisch zu umarmen. Schließlich war der Sex, zwischen Gunnar und mir, gerade in den letzten Tagen ausgeblieben, wo er mir nun in Nöten schien.
„Nein, wir fahren JETZT.“, ließ er recht entschlossen verlauten. „Kannst du das nicht im Zentrum tun?“ Gunnar hatte mich sanft am Arm genommen, als ich bereits am Gehen war. Ich dachte nur, es wäre gut, mir die Peinlichkeit weiterer verliebter Blicke von Alexa zu ersparen, die sie meinem Ehemann entgegen brachte. (Fluch über sie!)
Ich war erstaunt und blieb stehen. „Okay. Ist mir ohnehin viel lieber.“
Auf der Fahrt ins Zentrum schmunzelte ich so vor mich hin. War glücklich über die Entscheidung meines Ehemannes, sogleich mit mir zu kommen.
„Was ist?“, fragte er ebenso grinsend und wusste ganz genau warum. „Wir hatten doch bereits im Flugzeug abgesprochen, dass ich noch für eine Woche mit dir ins Zentrum komme.“ Gunnar sah kurz zu mir herüber und lächelte mich an. „Urlaub, so zu sagen. Wenn dein Vater nichts dagegen hat. Denn genau genommen waren so wie so zwei bis drei Wochen geplant.“

Mein erster Weg, nachdem wir die Koffer im Haus abtgestellt hatten, führte mich zum Büro. Gunnar war an meiner Seite, was mir außerordentliche Freude bereitete.
Derek war überrascht mich zu sehen. Und ich, dass eben gerade Giselle samt ihrem Balg das Gebäude verließen. Sie waren sicherlich bei ihm gewesen. Was sollte das werden, bitteschön? (Eine Übernahme? Geisterte es urplötzlich durch meinen Kopf. Derek als Boss des Ganzen und sie als die „First Lady“ mit ihrem Kind von ihm. Das würde ihr zweifelsohne gut gefallen. Aber nein. Das konnte nicht sein. Ich strich dieses wirre Zeug aus meinem Hirn! Schrieb es dem jet lag zu. Und auch jetzt bemerkt man sicherlich, dass ich noch nicht wieder die Alte bin. Da noch immer…..müde!)
Angesichts dieser Hirngespinste fiel die Begrüßung, zwischen Derek und mir, doch eher abgekühlt aus. Was jedoch ebenso an Gunnars Anwesenheit gelegen haben mag. Denn ich sah Dereks kurzen, missbilligenden Blick, als wir beide das Büro betraten. Trotz alledem herzten sich die beiden, wie es Männer eben tun. So rein brüderlich mit Handschlag und so.
Es gab viel zu tun und ich stieg sogleich voll mit ein ins Geschehen. Gunnar und ich blieben bis zum Abend. Wir suchten Fehler und verschoben Zahlen. Es war genau genommen eine Sisyphusarbeit, die uns wieder und wieder überrechnen ließ, wie wir nun alles passend bekamen.
Aber egal, mit einigen Abstrichen wurde alles, so gegen halb neun Uhr abends, zu einem mehr oder weniger zufrieden stellenden Ende gebracht. Ich war müde und erschöpft und trotz alledem gingen wir nach dem Dinner noch zu Gunnars Halbbruder Taylor….wo wir bis spät in die Nacht geblieben sind. Ich hielt aus,….um Gunnars Willen, der an diesem Besuch seine Freude zu haben schien.
Schnauf…..Tausend Mal zu anstrengend für mich!!!!! Es wird dringlichst Zeit auszuruhen!!!!!


Sonntag, 2. Oktober 2016

Abseits aller Wege……und einfach nur leben




Erneut Schwierigkeiten mit Diane, wo ich bereits erwog weiter bzw. nach Hause zu fliegen. Aber Gunnar wollte nicht und ich allein…….? Eher nicht. Also blieb ich und bin noch immer hier bei Adam am Dog Lake mit meinem Ehemann.

Am Donnerstag der emotionale Einbruch nach dem großen Streit mit Adams Lebensgefährtin Diane. Gleich anschließend hatte ich lange mit Derek telefoniert. Jammerte ihm jedoch nicht die Ohren voll. Wir sprachen allerdings über Dinge, welche das Zentrum betrafen. Wie beispielsweise Bestellungen etc.….
„Wie war das Einstellungsgespräch mit diesem Greg Hagen?“, fragte ich ihn.
Eine nichtssagende Antwort ließ mich ahnen, dass es rasch von statten ging.
Fügt er sich ein? Hätte ich am liebsten noch fragen wollen. Jedoch, WAS wusste Derek von diesem neuen Mann? Gleichwohl er ihn empfohlen hatte. Ohnehin ist es unwahrscheinlich, dass Derek noch einmal mit ihm geredet hat. Aber wo liegt MEIN Interesse daran? Bekam ich ihn doch noch nicht einmal zusehen. Aber egal. Später vielleicht. Es war nur so, dass Dereks Beschreibung von diesem Greg mich Neugierig werden ließ.

Kevins Lebensgefährtin Jania gefällt es auf Hawaii und sein Sohn Vince würde offenbar liebend gern dort leben. Kinder….eben.
Selbstredend hatte ich Derek nach seiner Tochter gefragt, und ebenso nach seiner Mutter Magdalena und Giselle.
„Giselle interessiert dich doch nicht wirklich? Oder? Du willst doch nur wissen, wie oft ich sie sah?“
Kluges Kerlchen. Grins…….

Man bemerkt sicherlich meine Gedankensprünge. Die Haken, die ich schlage, alldieweil ich nicht wirklich weiß, was ich hier schreiben soll. Denn es gibt nichts Besonderes zu vermelden. Die Einöde grüßt……was mitnichten bedeutet, dass es mir hier nicht gefällt. Im Gegenteil Es ist ruhig und nicht so viele Leute. Nur am Wochenende kamen einige „alte Freunde“ zu Besuch, wie Ryan Crow und Robert Coyote, weswegen ich blieb. Michael Greydog hat es bedauerlicherweise nicht zu uns geschafft. Er arbeitet in Toronto. Hat jetzt dort eine Familie.

Wie es jetzt weiter gehen soll und wie lange wir noch bleiben steht als Frage im Raum.
Ich selbst hätte nichts dagegen nach Hawaii zu fliegen. Aber ebenso wenig zurück nach Schweden.
Der morgige Tag ist sogar im Gespräch als Abreisetermin.
Wir werden sehen……denn geschehen ist nichts Außergewöhnliches. Keine Visionen, kein Vision Quest, keine Zeremonien. Nichts. Einfach nur…..leben……mit, bzw. bei den First Nation der heutigen Zeit.
Und jetzt, gehe ich wieder schlafen........