Sonntag, 11. Februar 2018

Kränklichkeit






Ich fühle mich nicht so gut seit Freitagnachmittag. Habe Schmerzen im Unterbauch. Befürchte sogar noch einen Aufenthalt im Hospital.......
Sasha ist sehr einfühlsam. Geht auf mich und meine Bedürfnisse ohne Einschränkungen ein. Gleich wann und wo. Nicht ausschließlich in dieser besonderen Lebenslage. Ich staune nur. Hätte nicht gedacht, dass er diese Feuerprobe meiner Kränklichkeit in diesem Augenblick so bravourös besteht. Sagte er doch, er wusste, was ihn erwartet. In dieser Hinsicht gibt es für mich keinerlei Anlass zur Beschwerde. Daher bin ich friedlich und ihm doch recht wohl gesonnen. Und manchmal sinke ich erschöpft in seine Arme……..

Das Wetter ist recht angenehm mit neun Grad über Null und ausnahmsweise auch einmal mit Sonnenschein. Für gewöhnlich regtet es sehr üppig an diesem Ort.


Samstag, 10. Februar 2018

Flätiger Mann! – Und Sehnsucht nach Schweden



Das Schlafen ist noch immer nicht so leicht für mich. Dieser ewige Wechsel der Zeitzonen ist mehr als lästig. Ich wache öfters des Nächtens auf und vermag dann kaum noch einzuschlafen. Daher stehe ich so manches Mal schlicht und einfach auf und sehe fern, oder schalte den Computer an, um zu schreiben.

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Was nimmt sich ein fetter alter Mann nur heraus, mich als Ding, das Mann verschenken kann zu betrachten?! Geschäftspartner nennt er sich.
Er maßte sich an, mich zurechtzuweisen. Anzüglich zu mir zu sein.
Ich warf ihn raus! Kurzum.
Dieses Monstrum amüsierte sich noch. War nicht zornig, wie Sasha es befürchtete. „Was für ein feuriges Weibchen hast du dir da an Land gezogen?“, sagte er feixend zu ihm. „Vielleicht borgst du sie mir einmal aus.“
Nach diesem Satz vergaß ich vollends meine Manieren. Man möge mir verzeihen.  

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Sashas Eltern reisten heute Morgen zurück nach Montreal.

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So allmählich wird für mich alles düsterer, ohne eine Nachricht von meinem Mann. Zudem habe ich Sehnsucht nach Schweden.
Kevin und Derek riefen an. Sprachen mit Sasha und baten ihn mich gehen zu lassen, was er selbstredend nicht tut.
Sasha mag nicht der Unangenehmste sein. Dennoch bin ich nicht wirklich glücklich mit ihm. Obgleich ich es in Momenten versuche. Ich dämmere so vor mich und warte…….auf ein Zeichen, ein paar Worte von meinem Mann, damit ich allenfals weiß, dass er mich nicht vergaß und……mit ihm soweit alles in Ordnung ist. Möglicherweise arbeitet er bereits daran, mich zurückzuholen. Das hoffe ich über die Maßen!
Mag sein, dass ich im Augenblick ohnehin nichts an meiner Situation ändern kann. Jedoch mein Herz ist schwer…..beladen mit Traurigkeit, nahe der Depression  und Gedanken an……Gunnar. Ich versuche so zufrieden wie möglich zu wirken und bisweilen sogar zu sein. Schließlich vermag ich nicht andauernd und durchgehend zu schmollen. Was hätte das auch für einen Sinn? Und vielleicht, so allmählich,…..gewöhne ich mich gleichwohl an diese Situation, der ich genau genommen zu entfliehen gedachte. Nur Sasha möchte viel weiter gehen. Mich zu heiraten, danach steht ihm der Sinn. Und gelegentlich, für einen Wimpernschlag, so ganz ins Geheim, lasse ich mich sogar auf diesen Gedanken ein, wie es sich anfühlen könnte, tatsächlich mit Sasha zusammen zu sein. An heiraten mag ich selbstredend nicht denken. Nein! Aber in derlei Situationen, in welcher ich mich befinde, ist der Versuch des Anpassens  durchaus nicht ungewöhnlich.

Donnerstag, 8. Februar 2018

In Sicherheit wägen


Gleich am Vormittag kam Claire vorbei, um ihren Wagen abzuholen. Sasha lud sie dann noch dazu ein, mit uns zu speisen. (Was genau genommen ungewöhnlich war. Sonst tat er eher das Gegenteil.) Sie hatte, gewiss nicht ohne Grund (!!!) und taktisch klug Interesse an den deutschen Speisen bekundet (geheuchelt), die ich gerade unter dem Staunen der Hausangestellten am Zubereiten war.  Nun ja, ich gab die Anweisungen. Dabei ging es dieser Claire doch ausschließlich nur um Sasha. Aber egal.
Währenddessen wir drei, Sashas Eltern waren nicht zugegen, an dem riesigen Tisch zusammen saßen, legte ich diese unnützen Eifersucht beiseite und lachte einfach nur. Ja, in der Tat, es war amüsant (……zu sehen, wie sie sich beständig am Anbiedern war).
Sasha war verwundert. „Was ist geschehen?“, fragte er Stirn runzelnd eher irritiert. Denn bis hier her und vor allem am Morgen, gleich nachdem wir aufgewacht waren, schmollte ich mit ihm. War unleidlich. Provozierte ihn sogar und forderte seine Geduld heraus. Denn ich dachte an Gunnar, meinen Mann und an Schweden.
„Zum einen ist es wie mit Gunnar.“ Ganz bewusst sprach ich in deren, vor allem Sasha Gegenwart, meines Mannes Namen aus. „Die Geliebte sitzt mit mir am Tisch. Zum anderen“, und jetzt sah ich Sasha an, „vertraue ich dir.“ Ich pustete durch und es tat einfach gut, alles fallen zu lassen, was im Augenblick so belastend schien. Genau DAS hatte Sasha mir noch vor Stunden geraten. Schlicht und einfach das Bedrückende gehen zu lassen. Zudem gab ich ihm das Gefühl der Sicherheit, dass auch er mir (bis zu einem gewissen Punkt) vertrauen kann (ohne dass ich versuche, ihm erneut davon zu laufen).
„Endlich!“, rief er aus, legte sein Besteck beiseite und streckte die Arme nach mir aus. Nahm meinen Kopf zwischen seine Hände und küsste mich auf die Stirn (was mir sagte, ich hatte erreicht, was ich wollte). „Entschuldige.“, er war sichtlich erleichtert, beinahe zufrieden und gerührt, „Es entspricht nicht den Anstandsregeln, dich während des Speisens überhaupt zu küssen.“, entschuldigte er sich und zwinkerte  mir mit einem gewinnenden Lächeln zu. „Aber es war mir schlicht und einfach danach. Ein Bedürfnis so zu sagen. Und ich fühle auch deine Erleichterung. Schön, dass du nun endlich meinem Rat befolgtest und mir vor allem die Ehre erweist, auf diese Weise auf mich zu zukommen. Denn das kannst du unbesehen. Du weißt es doch. Ich liebe dich von ganzem Herzen“, wurde er enthusiastisch.
Ich tat noch einen tiefen Atemzug und setzte ein Lächeln auf. Aus dem Augenwinkel heraus sah ich, wie Clair uns doch recht aufmerksam und abwartend betrachtete. Ohne dass ich es beabsichtigt hatte, versetze ich ihr mit meiner offenen Ehrlichkeit und diesen Worten einen Hieb. Denn ab diesem Augenblick war Claire nur noch ein Gast in unserem Haus. Das fühlte ich. Alldieweil Sashas Augen nur noch auf mich gerichtete waren.

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Von Gunnar noch immer kein einziges Wort. Hat er sich noch einmal der Trauer um seinen Sohn (und Alexa) ergeben und sich daraufhin davongestohlen? Ich weiß es nicht. Eine Nachricht wäre nett!!!


Mittwoch, 7. Februar 2018

Beunruhigendes!



Der Tag verlief soweit ruhig und wie eine Vorbereitung auf den Abend.
Gunnar erreichte ich noch immer nicht. Aber zumindest Erik, der ebenso wenig weiß, wo er ist. Auch seine Brüder rief ich allesamt an. Niemand scheint etwas zu wissen. Kevin sagte mir, er hätte Gunnar schon eine Weile nicht gesehen und wisse nicht, wo er sich aufhält. Dies beunruhigt mich nun doch immens!!!!!

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Am späteren Nachmittag trafen so nach und nach die Gäste für den Abend ein. Es sollte wohl eine Party werden und Sashas Mutter Judith war in ihrem Element.
Die Feierlichkeit am gestrigen Abend unterschied sich jedoch von der am Abend zuvor. Es waren eindeutig mehr Gäste geladen und Musik wurde gespielt. Da war nicht nur Clair, ihre Mutter Ines, Louise und David Löwenberg mit einigen Kollegen. Sondern ebenso die rothaarige Rachel, sowie Elizabeth Block und die Baruchs. Geschäftspartner, wie am Tag zuvor, sah ich an diesem Abend nicht.
Da es mir nicht sonderlich gut ging und ich dergleichen Partys nicht mag, sah ich eine Weile lang fern und sah noch einmal bei fb rein, (wo ich einige interessante Beiträge fand, auf der Seite von Kirsten Armbruster). Schließlich gibt es genügend Zimmer in diesem Haus. Sasha jedoch tanze an diesem Abend weltmeisterlich. Lies keine der Frauen als Partnerinnen aus. Sogar seine Mutter forderte er auf. Nun, ich kann es ihm nicht verdenken und gleichwohl er einige Male danach fragte, ob ich mit ihm tanze, verneinte ich jedes Mal. Wenn ich es mir recht überlege, tanze ich bisher mit Sasha noch nie.
Es war weit nach Mitternacht, als die Gäste sich so allmählich zum Gehen anschickten. Ich hatte mich bereits vorher verabschiedet und zurückgezogen, da ich müde war. Aber nun hörte ich Sasha und Clair im Flur vor der Tür unseres Schlafzimmers reden. Sie war offenbar ziemlich angetrunken und wollte Auto fahren. Sasha hatte ihr die Schlüssel abgenommen.
„Nun gut, dann schlafe ich bei dir.“, hörte ich sie sagen.
„Ich habe dir soeben ein Taxi rufen lassen.“, erwiderte Sasha ruhig.
Das Gespräch zwischen Claire und Sasha ging noch eine Weile so weiter und sie beharrte am Ende weiter darauf bei ihm zu bleiben.
„Komm, ich begleite dich zur Tür. Das Taxi ist da.“, hörte ich Sasha sagen und dann….war Ruhe. Kurze Zeit später gingen wir zu Bett.


Dienstag, 6. Februar 2018

Willkommen in der Familie



Sashas Eltern sind unerwartet früh am gestrigen Tag hier angekommen. Er hatte mich bereits vorgewarnt und das Regelwerk bestimmt.
Natürlich war ich beschämt als ich ihnen gegenüber treten musste, nach meinem überraschenden Abgang zu Chanukka.
Nun, ich entschuldigte mich selbstredend förmlich. Die Gesichtszüge steif. Der Blick ein wenig abgekühlt. Jedoch mit der aufgesetzten Maske der heuchelnden Freundlichkeit. Genauso wie sie es zu tun pflegen mit anderen Menschen, die NICHT Ihresgleichen sind. Aber ich bin nicht wie sie. Ich könnte es nie. Allerdings scheint mir hier die Situation eine andere zu sein. Alldieweil diese Familie denkt, ich sei ein Teil ihrer Art. Davon sind sie offenbar überzeugt. Sonst würden sie sich nicht so fair zu mir verhalten. Denn, man vergab mir freundlich lächelnd mit einer Umarmung meinen Verstoß der Etikette. Ich beließ es dabei und um des lieben Friedens willen reihte ich mich (un-) freiwillig ein in das Tun des Familien-Theaters Allerdings hatte ich Mühe.

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Es ist unerträglich für mich, Gunnar nicht erreichen zu können und niemand scheint zu wissen, wo er ist. Malika hatte mich angerufen und mir mit besorgter Stimme mitgeteilt, dass Gunnar nicht zu finden ist. Erik hatte ich in diesem Augenblick ebenso wenig erreicht. Ich werde es späterzu noch einmal versuchen.
„Womöglich ist er mit seinen Brüdern unterwegs. Oder die Trauer hat ihn erneut übermannt.“, war Sashas Beitrag zu meiner offenen Besorgnis um meinen Mann.
„Er würde nie……“, setzte ich an zu widersprechen. Aber dann fiel mir ein,…..er würde doch. Es käme nur darauf an, was ihn augenblicklich beschäftigt. Und seine Trauer ist sicher ein fundamentaler Grund, allein sein zu wollen. Allerdings glaubte und vertraute ich ihm, als er sagte, er würde sich um alles kümmern, sodass ich alsbald zu ihm zurückkommen kann. WAS IST DARAUS GEWORDEN? Warum redet er nicht einmal mit mir?! Da geht etwas anderes vor!
„Sei nicht albern.“, entgegnete Sasha, als ich über meine Befürchtungen sprach. „Womöglich ist es ihm verständlich geworden, dass er nicht wirklich viel tun kann.“
Ich sah Sasha entgeistert an. Sollte dies etwa bedeuten, dass Gunnar (vorerst?) aufgegeben hat, weil er meint, aufgrund der Art der Erpressung so wie so nichts tun zu können? Nein! Das konnte nicht sein! Gunnar würde mich niemals so leichtfertig bei wem auch immer notgedrungen für längere Zeit (ver-) bleiben lassen, gleich aus welchem Grund. Ich vermag mir nicht vorzustellen, dass er auch nur einen Moment lang der Idee verfallen könnte, mich aufzugeben. Unmöglich! Wir lieben uns doch und versprachen uns erst vor kurzem, in jedem Fall den zwanzigsten Hochzeitstag gemeinsam zu begehen. Was hat dieses Schweigen von Gunnar für einen Sinn? Es beunruhigt mich nur. Was wird er sich dabei denken, so tonlos zu sein und so gleichgültig zu erscheinen??? Allerdings war ich nicht zugegen, als Sasha und Gunnar auf der Treppe vor den Büros miteinander sprachen. Daher kann ich nicht sagen/wissen, was die beiden verhandelten. Spreche ich diese Thematik in Sashas Gegenwart an, weicht er mir aus. Aber womöglich sollte ich der Wahrheit ins Auge sehen, dass der Anlass meiner Nötigung bei Sasha sein zu müssen, nicht einfach so verschwinden wird. Diese Erpressung hat eine Art Bestand in der Zeit und KÖNNTE unter Umständen tatsächlich dazu führen, dass ich länger bei/mit Sasha bleiben muss.

Nichtsdestotrotz stelle ich immer wieder und selbstredend fest, dass bei uns beiden ER, also Sasha, derjenige ist, der mehr liebt.
 
Er beschützt mich. Was außer Frage steht, solange ich bereit bin, bei ihm zu bleiben. Dennoch ist er es nicht nur allein. Wir beide spürten eine Verbindung zur gleichen Zeit zu den Wesen, welchen wir einst gegenüber standen in der Nähe von Jerusalem. Es waren zwei. Ich sah das Licht in ihnen. Was für mich zahlreiche Fragen aufwirft und offen lässt. Sollte es mir vielleicht doch bestimmt sein, einige Zeit lang bei Sasha bleiben zu müssen? Bringt mich deshalb das Schicksal immer wieder zu ihm zurück, oder ist es ausschließlich Sashas Vehemenz? Möglicherweise sollte ich mit ihm darüber sprechen.

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Am Abend trafen sich hier im Haus einige Leute und es wurde eine Art friedliches Zusammensein daraus. Allerdings ging es wohl zumeist um geschäftliche Dinge. Claire (als (Sashas) Anwältin) war ebenso unter den Gästen wie Louise und ein David Löwenberg, der seinem Namensvetter David de Luca im Zentrum überaus ähnlich sieht. Er ist ein Detektiv der Portland Police.
Jedoch die Zahl der Anwesenden, so wie die späte des Abends hielten sich glücklicherweise in Grenzen. Ich mag derartige Partys nicht. Hielt jedoch aus bis zum Ende. Es wurde recht spät.