Dienstag, 13. Oktober 2015

Trophäe oder Preis?



Wie das Leben hier so ist?
Nun ja. G-a-n-z natürlich.
(Was Arbeit mit sich bringt. (Die ich nicht gewohnt bin. Und die lästig ist.))
Und eigenartiger Weise habe ich bemerkt, dass die Frauen hier das Sagen haben.

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Kevin rief mich erstaunlicher Weise, nach so langer Zeit (endlich!!) wieder einmal an.
Er musste mein telepatisches Rufen vernommen haben. Er klang aufgesetzt fröhlich und ich konfrontierte ihn mit meinem Gefühl. „Sag’ mir die Wahrheit. Ich weiß, dass da etwas nicht stimmt.“
Kevin gestand mir, dass mich mein Gefühl nicht trügt.
Janina, die Schwester von Marisa, seiner ehemaligen Frau, würde sich rührend um seinen Sohn und ihn kümmern. Jedoch klammer sie zu sehr. Ließe ihm keine Luft. Keinen freien Raum zum Atmen. Und ihr fehle wohl ebenso der ganz normale Sex. Was sie niemals zugeben würde.
Oho! Dachte ich so und wartete ab, was er mir noch zu berichten hatte.
Verblieben sind wir letztendlich so, dass wir jetzt wieder öfters miteinander reden.
Kevin leidet sehr und schien überaus geknickt zu sein.
So entpuppt sich der „Spatz in der Hand“ auch nicht mehr als DAS, was er einmal war.

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Natürlich redeten Gunnar und ich erneut über Alexa. Gleichwohl ich es vermiet, kreist es in meinen, und offenkundig ebenso in seinen Gedanken. Wir sind uns nicht einig darüber, ob sie lügt, oder die Wahrheit sagt. Es bleibt infolgedessen abzuwarten.
Niemand, außer uns beiden, weiß es sonst noch. Wir haben darüber mit anderen NICHT gesprochen.

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Wanja meldete sich ebenso und er hatte seine Worte wohl durchdacht.
Sein Vorschlag war, ICH solle das Zentrum wieder übernehmen. Thomas würde es ohnehin nur halbherzig führen. Wäre sicherlich viel lieber in Montana auf seiner Ranch. Und ER würde ihn ausbezahlen, damit er sich eben diese zurück gewinnen  kann. Das Zentrum so zu sagen kaufen und es mir dann übereignen......ein zweites Mal. Ich würde doch so gerne dort wieder wohnen, was dann auch angeraten wäre. So könne mein Vater stolz auf mich sein und ich hätte wieder eine eigene Immobilie. Ein Geschäft und wäre somit völlig unabhängig. Würde ich Unterstützung für weitere Transaktionen brauchen, würde er mir selbstredend ebenso weiter helfen.
„Was ist DEIN Preis dafür?“
Wanja lachte. „Eigentlich dachte ich daran zu sagen DU. Aber Helena steht kurz vor der Niederkunft. Ich werde eine Tochter haben.“
Wanja schien darüber mehr als glücklich zu sein und ich gedachte ihm die Freude, mit dem Einwand, dass dieses Kind womöglich nicht die Seine sein könne, nicht zu verderben.
„Also WAS ist dein Preis?“, wurde ich beinahe ungeduldig (angesichts so viel Glückseligkeit).
„Nun ja. Für den Anfang soll es genügen, wenn ich dich ab und zu sehen kann. Voraussetzung wäre natürlich, dass du im Zentrum wohnst.“
„Welche Logik soll das sein? Können wir uns nicht überall treffen? Und außerdem, haben wir doch jetzt gerade das Apartment in Stockholm gemietet.“, wandt ich ein.
„Ich weiß. Aber so weit mir bekannt ist, war es nicht NUR das Eine.“
Ich schwieg. Was er meinte.
„Ich dachte, es wäre gut, wenn du dich vielleicht ein wenig von Gunnar löst und auf eigene Beine stellst. Wobei ich dir helfen möchte. Verstehst du mich?“
Ich räusperte mich. „Ja. Ich glaube schon.“
Alles in allem setzt er mich (als eine (immer noch) verheiratete Frau) auf eine Warteposition, welche sich zur gelegentlichen Verfügung zu halten hat. Was ihm die Sicherheit gibt, dass ich keine Forderungen, verbindlicher Natur, an ihn stelle. Genau SO verstehe ich DAS.
Nach den vielen Körbe, die ich ihm gab, verstehe ich sogar seine Position und sein derzeitiges Handeln. Ein Wunder überhaupt, dass er mir hilft. Nur, wie vermutet, gibt es einen Preis dafür.
Gunnar erzählte ich selbstverständlich NICHTS davon!
Ich erbat mir eine gewisse Zeit des Überdenkens.

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Komme ich jetzt etwa in ein Alter, wo man mich auf die Ersatzbank schiebt?
Oder ist es nur der Lauf der Dinge, sich eine Zugehörigkeit zu wünschen? Die ICH schließlich nicht jedem meiner Männer geben konnte/kann.
Und....habe ICH hier gut gewählt? Oder hätte ich doch viel lieber...........Ach, was weiß ich?



Sonntag, 11. Oktober 2015

Ehre und Gewissen



Mein Ehemann entschuldigte sich wegen Alexa bei mir noch einige Male. Er selbst sprach dies Thema an. Offensichtlich plagte ihn sein schlechtes Gewissen.
„Ich weiß, dass du darüber nachdenkst.“, sagte er zu mir und schien in der Tat mitfühlend zu sein.
Ich nickte nur und wahrte die Contenance.
„Du magst nicht darüber reden. Oder?“, setzte er nach.
Ich schüttelte mit dem Kopf und wahrte die Contenance.
„Es tut mir wirklich leid. Verzeih.“
„Wer fickt, muss damit rechnen, dass ein Kind entstehen kann.“
„Was in keinster Weise meine Absicht war. Glaube mir.“
„Aber natürlich. Was sonst.“, erwiderte ich und wahrte weiterhin die Contenance.
Gunnar hatte seinen Arm um meine Schulter gelegt und zog mich zu sich heran. Er sah zu mir herüber und küsste mich dann. Ich ließ es geschehen. Seine Lippen berührten sanft die Meinen. Mit einem Mal strahlten Gunnars Augen und in seinem Blick sah ich diese aufrichtige Liebe zu mir, wie sie seit Anbeginn unseres Zusammenseins lebendig war.
„Ich verspreche dir, gleich was geschieht, nichts wird meine Liebe zu dir verändern. Wir werden immer zusammen sein.“ Gunnars Blick senkte sich und er drehte ein Stück weit den Kopf zur Seite. „Mir ist stets und durchaus bewusst, dass man mich mit derlei erpressen kann.“
„Und sie scheint es zu versuchen. Wie groß kann ihre Liebe in diesem Fall sein?“
Gunnar hatte den Kopf wieder zu mir her gewandt und zog nun die Brauen nach oben. „Ich weiß genau, dass sie mich über alles liebt. Sie sagt es mir jeden Tag. Und ich....“, er zögerte. Löste sich von mir und schnaufte. Dann drehte er den Kopf und blickte mir erneut prüfend in die Augen. Ich wartete, dass er seinen Satz beendete. „Und ich......das sagte ich dir bereits,.....liebe sie auch. Irgendwie....“, schob er sogleich hinterher.
„Irgendwie??? Was bedeutet das jetzt? Liebst du sie nur vorübergehend, wie diese russische Fotze? Entschuldige! Ich vergaß, wie sie hieß. IRGENDWANN hattest du gleichwohl von ihr genug.“
Gunnar bewegte sein Haupt leicht hin und her und nahm eine Abwehrhaltung ein.
„Mag sein.....“
„Spätestens dann“, schnitt ich ihm das Wort ab, „als sie mit einer Schwangerschaft aufwartete.“, provozierte ich ihn.
„Nein, nein. So war das nicht.“ Schuld stand ihm ins Gesicht geschrieben. Oder täuschte ich mich da? Allenfalls schien er noch etwas sagen zu wollen, ließ es aber dann und bemerkte, so ganz nebenbei: „Schließlich hatte sie dann einen anderen.“
„Ach ja? Natürlich. Wie konnte mir nur diese Einzelheit entfallen? Offensichtlich war sie nicht wirklich wichtig.“
Gunnar schwieg vorübergehen. Lehnte sich nach vorne und schien sich mit imaginärem Wasser die Hände rein zu waschen. Zumindest sah es so aus.
„Weißt du was Rea?“, sagte er dann und sein Blick war noch immer auf den Boden gerichtet. Ich horchte indes auf und sah ihn an, in Erwartung der nächsten Darlegung seiner Unschuld oder Schuld von ihm und seiner Konkubine. „Ich habe es dir noch nie gestanden. Aber du wirkst stets zur Gänze überaus elegant und adlig. Man bemerkt, aus welcher noblen Kinderstube du stammst.“
WAS für eine smarte Wende des Gespräches!
Erstaunlich! Ich sah Gunnar beinahe entgeistert an.
„Hast du das nie bemerkt?“
„Was?“, fragte ich noch einmal nach, um sicher zu gehen.
„Wie erhaben du dich stets benimmst.“
„Nein. Natürlich nicht. Ich dachte, mein Verhalten sei zumeist gewöhnlich oder sogar pöbelhaft bis vulgär.......gelegentlich, wenn ich wütend bin.“
Gunnar lachte. „Mag sein, dass du zuweilen die Redensart des gemeinen Volkes annimmst. Was aufgesetzt wirkt. Denn es ist mehr als offensichtlich, zu welcher Klasse du gehörst.“
„Ach. Tatsächlich?“
„Ja.“
Gunnar begann zu grinsen. Er nahm mich in den Arm und wir lachten beide...miteinander. Trotz aller Widrigkeiten.
Ein wenig später fuhr er fort. „Es ist ebenso die Haltung an sich, mit der du dich bewegst. Die etwas Majestätisches hat.“
Ich sah ihn zweifelnd an. „Nun, ich war bisher der Meinung, dass man mir doch viel eher einfältiges, sogar impulsives bis hysterisches Verhalten nach sagt, mit wenig Haltung, wie sie mir von meinem Stande her gebührt. Zumindest dachte ich dies bis hier her.“
Gunnar lächelte mild. „Mag sein. Zuweilen. Dennoch verrät die Art, wie du dich im Allgemeinen gibst, in welch’ noblen Umfeld du aufgewachsen bist.“
„Meinst du tatsächlich, dass dies so ist? Ich empfinde mich oft alles andere als nobel, oder aristokratisch.“ Ich hob leicht die Schultern und sah Gunnar kapitulierend an. „Bin ich doch dutzende von Malen unsicher und mit Zweifeln an mir selbst behaftet, wo es Stärke und Entschlossenheit erfordert. Bemerkt man dies nicht?“
Gunnar hob ebenfalls die Schulter. „Ja und nein. Aber ist das nicht ganz einfach menschlich?“
„Überdies bin ich  schwach und gebrechlich.“, fügte ich an, ohne auf Gunnars Frage einzugehen. „Kaum sichtbar. Wie ein Schatten fühl’ ich mich. Infolgedessen doch eher unwürdig, für diese Art von eleganten Leben. Meine Mutter tadelte mich oft.“
Gunnar entrüstete sich fast. „Oh nein! Du lebst diese Art, so zu sein, doch ganz und gar! Und ist Zartheit nicht gerade die Natur des Adels.“
„Das denkst du nur.“
„Oh nein. Das ist tatsächlich so.“
„Kennst du denn Viele unserer Art?“
Gunnar lächelte und schüttelte mit dem Kopf. „Ich glaube nicht.“
„Weißt du Gunnar, dies ist nur eine scheinbare Eigenart. Genau genommen, müssen wir stark sein. Denn, wir leiden im Inneren. Es ist nicht schicklich, so wie ich es oft tue, meine Emotionen nach außen zu zeigen.“
Unsere Unterhaltung glitt nun in Geplänkel und smal talk ab und ich suchte sie zu beenden. Kuschelte mich lieber an seinen warmen Körper. Denn mir war kalt geworden.

Am späten Abend fanden wir noch einmal zu dem Thema Alexa zurück. Wie es zu erwarten war. Es beschäftigt uns beide. Offensichtlich......
Jedoch blieb die Unterhaltung sanft und eher verhalten. Sachlich und gepflegt.
Am Ende waren wir uns einig und glaubten nicht (wirklich...) daran, dass Alexa die Wahrheit sagt.
Nun,....wir werden sehen.
Ein Rest von Unsicherheit bleibt jedoch zurück.

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Aus der Ferne kann man viel vermuten. Versprechungen tätigen und sogar Flüche ausstoßen. Aber WAS, wenn wir zurück in Schweden sind und sie tatsächlich schwanger ist? Gunnar ist nicht nur diesbezüglich ein Ehrenmann. Niemals würde er sie in diesem Zustand in die Wüste schicken. Und ich vermute, dass sie das weiß. Somit hätte sie in der Tat ihr Ziel erreicht. Gleichgültig, was Gunnar mir JETZT und HIER versprechen mag. Und ob sie ihn nun wirklich liebt, stünde dann ohnehin nicht mehr zur Debatte.


Samstag, 10. Oktober 2015

„Beweise es mir!“



Ich ignoriere beflissen Alexas Winkelzug. Tue, als wäre er nie geschehen, nie ausgesprochen worden.
Denn, „Emotionen beherrschen und steuern“, ist, laut Grandma Kathy, meine gegenwärtige Lektion.
Davon abgesehen, selbst Gunnar glaubt NICHT daran. Sagt, es sei ein Fake, um ihn gefügig zu machen.

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Nun, nicht genug, dass ich mich niederen Aufgaben, wie dem Putzen und dem Kochen bereitwillig hingegeben habe, und genau genommen ebenso sekündlich auf meinen Atem achten soll, was ich als unmöglich empfinde, wird mir zudem noch von Grandma Kathy angetragen, ich solle ebenso, neben der Selbstreflektion und meinen Gedanken, auf meine Emotionen achten. Was sicher alles in allem überaus wichtig und richtig für mich ist. Nur, komme ich dann auch noch zum leben?
Mag sein, dass mich dergleichen Hinweise im ersten Augenblick verärgern. Im Zweiten ist mir selbstredend bewusst, dass ihre Anregungen zweifelsohne nur das Beste für mich sind. Andererseits erklärte ich ihr, dass ich durch die Krämpfe so manches Mal kaum tief durch atmen kann.
„Kind, Du solltest dich in manchen Situationen nicht überfordern. Solltest Pausen einlegen. Wie sagt man bei euch? Entschleunigung. Gleich, wie lang etwas dauert. Und wenn du dann noch an den Atem denkst, die Bauchatmung dir womöglich schon in Fleisch und Blut übergegangen ist, weitet sich deine Brust fast von selbst. Er stärkt deine Muskeln und das Zwerchfell, dass du zur Bauchatmung brauchst.“
„Mag sein. Aber es ist überaus anstrengend für mich.“
Kathy neigte den Kopf. „Mag sein. Aber, hältst du nur durch, wird es Stück für Stück besser werden.“ Sie zwinkerte mir zu und hob die Hand, um zu signalisieren, dass sie noch etwas anzufügen hatte. „Gedankenhygiene und Einstellungen sind ebenso ein wichtiger Garant, sowie ein wenig Meditation, um dich nach und nach selbst zu heilen. Ebenso, dass du an dich selber glaubst und dich achtest.“
„Ist Meditation nicht reine Männersache. Frauen können dies doch ohnehin beinahe von selbst.“
Jetzt lachte sie so herzhaft, dass ich und alle Umstehenden mitlachen mussten. „Ja. Da hast du Recht.“
Sie klopfte sich auf die Schenkel und sah mich auffordernd an. „Na dann. Beweis’ es mir.“

Der kommende Neumond sei ein guter Zeitpunkt, um mit allerlei Neuem zu beginnen, merkte sie noch im Hinausgehen an. Und ebenso, ob ich nicht vielleicht einige Tage bei ihr bleiben würde.
Bei diesen Worten sah ich zu Gunnar und dachte an die leeren Nächte ohne ihn an meiner Seite. Was mir ängstlich werden lies.
„Kathy fasse meinen Arm und sagte lächelnd: „Männer stören da nur.“
Nein. Nein! Nein!!! Dachte ich. Ich kann nicht OHNE IHN!!! Und schon bahnte sich die Panik an. Ich begann flach und schnell zu atmen. Meine Augen huschten unstet hin und her. Unruhe breitete sich in mir aus.
„Ich brauche ihn!“, sagte ich noch. „Er fängt die Angst so großartig ab und gibt mir Ruhe.“ Und schon erlag ich der Panik-Attacke.
Gunnar nahm mich auf seine Arme und trug mich zurück in die Hütte. Legte mich auf die Liege dort und hielt meine Hand.
„Ach du meine Güte!“, hörte ich Kathy poltern. „Was für eine emotionale Abhängigkeit ist denn das!!“

Selbstredend blieb ich nicht dort und fuhr mit den anderen zurück zu Agnes und Leos Haus. Es war ohnehin schon spät. Alldieweil wir ebenso verzögert losgefahren waren.
Allerdings war ich nun so aufgewühlt, dass ich lange Zeit nicht einzuschlafen vermochte. Stand auf und tat mir fb an und andere (politische) Seiten. Sprach mit Troels und Derek, dessen Stimme mich, in meiner derzeitigen unstabilen Lage, immens beruhigte. Gunnar lies es selbstverständlich zu und hörte mit. Wogegen ich nichts hatte. (Ich! Derek schien es einigermaßen unangenehm.)

Da ich ohnehin nicht zum Schlafen zu bewegen war, analysierten wir noch, auf Mary’s Anraten hin, wie es eben zu dieser Attacke gekommen war. 
„Ich kann nicht ohne ihn sein!“, polterte ich los.
„Eben daran liegt’s.“
Ich sah sie entgeistert an. „Was ist daran schlimm?“
Mary und Rodney sahen sich an. Leo und Agnes ebenso. Adam konzentrierte sich auf mich. Gunnar ebenso. „Du kannst nicht mehr wirklich selbstständig sein. Es ist, wie Grandma sagt. Du hast dich selbst in eine emotionale Abhängigkeit begeben.“
„Woran wird DAS wohl liegen?!“, fauchte ich weiter in der Annahme, dass man sich gegen mich verschwört.
„Woran denkst du denn?“, Agnes blieb freundlich und auch die anderen.
Ich dachte nach. Konnte es jedoch nicht. Meine Gedanken machten Purzelbäume. Überschlugen sich und schließlich nannte ich den Oberbegriff für alles Ungemach: „Am Patriarchat!“
Die anderen sahen sich an und grinsten, was mich wütend machte und weiterhin der Vermutung erliegen ließ, dass man sich gegen mich konspiriert.
Mary schien meinen Zorn wahrzunehmen. „Rea, beruhige dich erst einmal. NIEMAND will dir etwas Bösen.“
Ich schmiegte mich an Gunnar und hielt ihn fest. Er wiederum strich mir übers Haar und drückte mich an sich. Sagte jedoch nichts und schien abzuwarten, wie es weiter geht.
„Du hast natürlich Recht Rea.“, begann Agnes nun zu sprechen. Was ich ebenso als verhätschelnden Angriff wertete. Mich jedoch versuchte zu beherrschen.
„Du suchst nach Sicherheit, die es genau genommen gar nicht gibt. Und ebenso nach Geborgenheit, die dir die gegenwärtige Gesellschaftsform, in der wir leben,  nicht bieten kann. Niemanden von uns. Zudem hat man dich per se mit der Erziehung in eine Form gepresst. Und wenn du nicht gehorsam warst, entzog man dir Nähe und Zuneigung, um dich gefügig zu machen. Zudem lud man Schuld auf dich, wo keine war, um dir Angst zu machen. Nur nehme ich an, dass du das alles bereits weißt.“
Ich verstand sehr gut, was sie sagte und nickte ihr schweigend zu. Mein Zorn begann so allmählich zu verfliegen. Worüber ich selbst sehr zufrieden war.
„Deshalb Rea, entwickelt sich in der der Zorn als einzige Möglichkeit des Widerstandes.“, sagte Rodney zu mir. „Weil du sonst keine andere sahest. Was verständlich ist. Nur der Zorn war nur teilweise und vielleicht anfänglich ein guter Ratgeber. Auf lange Sicht gesehen, schadet er dir enorm.“
„Und DAS musst du sehen.“ Mary war aufgestanden, zum mir herüber gegangen und hockte sich nun vor mir hin. Griff nach meiner Hand und hielt sie lächelnd fest. Drückte sie. „Wir wollen dir helfen Rea. Und das weißt du auch. Wenn du das verstehst, dann nicke einfach.“
Ich nickte.
„Aber jetzt, gehst du erst einmal schlafen. Legst dich in die Arme deines Mannes, wo du sicher bist.“ Sie zwinkerte mir zu und auch alle anderen lachten.
Die für mich gefühlte, angespannte Stimmung, hatte sich mit dem gemeinschaftlichen Lachen aufgelöst und auch ich war mit den abschließenden Worten zufrieden und tat genau das, was Mary sagte. Mich genüsslich in Gunnars Arme kuschelnd schlafen legen.
Nur vor einem hatte ich noch Angst. Vor den Schmerzen, die mich neuerdings gelegentlich des Nachts erwachen lassen. Was ich als keine vorteilhafte Entwicklung sehe! Ich sprach selbstredend bereits mit Gunnar darüber. Er kennt nicht so gut, wie kein anderer......



Freitag, 9. Oktober 2015

Wahrheit oder List?



Weitere Gespräche mit Gunnar folgten, gerade, was seine Sexualität betrifft.
Auch hier war er gleichwohl aufrichtig zu mir.
Ich weiß jetzt, dass er Alexa einstweilen nicht lassen wird. Was mir so wie so bereits klar gewesen war. Nur hörte ich es dieses Mal, und zwar ohne Groll, aus seinem Munde. Ebenso was andere Frauen betrifft sprachen wir gefasst und besonnen miteinander. Ohne Streit. In ruhigem Ton. Was mich über die Maßen erfreut.
Gunnar scheint mir nach und nach mehr zu anzuvertrauen und offener zu werden. Gleichwohl ohne Übellaunigkeit.
Und am heutigen Morgen fragte er mich zumindest, sowie er es in der Regel immer tat/tut, ob ich einverstanden wäre, wenn er mit mir Liebe macht. Smile....

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Kurze Zeit später dann der Affront
Ich hoffe inständigst, wir gaben Marie und Henrik zur Genüge Gelegenheit eben diesen, seinem Geburtstag in aller Muse zu begehen. Zumindest vermochten wir ein klares Alibi für unser Säumnis aufzuweisen. Adam hätte uns nie vergeben, angesichts der Geschehnisse im letzten Jahr, wären wir sogleich nach Ankunft baldigst abgereist.
Ebenso erstaunt mich Gunnars beinahe (!) augenscheinliche Gelassenheit, im Hinblick seine Kinder etwas später zu sehen, als vielleicht erwartet. Wo er ihnen doch so (theatralisch) zugetan ist.
Aber womöglich beschäftigen ihn wichtigere Dinge. Schien er sich doch skypender Weise mit seiner derzeit favorisierten Hure zu streiten.
Wie nett!
Auf meine Frage hin, weshalb er sich denn so erboste, ließ er mich ohne eine Antwort funkelnden Blickes stehen. Was mich in den bescheidenen Spuren des Hoffens vermuten lassen könnte, sie hätte einen anderen. Nur ist dies, ob ihrer hochtrabenden Liebe zu meinem Ehemann, wohl kaum zu erwarten. Selbstredend dürfte es nicht Gunnars Geld, oder Stellung sein, die sie bei ihm hält. Nein. Zweifelsohne ist er obendrein noch ein ungemein attraktiver Mann. Wo würde sie denn dergleichen noch einmal finden?
Oh Göttin! Ich lasse mich tatsächlich herunter zu lästern. Welch unverzeihlicher Affront.
Nun, alles in allem hielt sein Zorn nicht unendlich an. Besann er sich doch sogleich, kehrte auf den Hacken um, entschuldigte sich erstaunlicher Weise und
......erklärte sich mir.
Alles in allen war der Disput keine große Geschichte. Sie bekäme ja NUR ein Kind.
JETZT schien es an mir, mich zu beruhigen.
„Sie will es nicht! Sie will es nicht!“, suchte er mich zu besänftigen. Jedoch vermutete ich, dass ihre Entscheidung nicht wirklich auf SEINE Zustimmung stieß.
„Ich würde dich doch lieber fragen, WELCHE Bedingungen sie stellt?“
Gunnar schnaufte. „Keine.“, sagte er so leise, dass ich es kaum hören konnte. Was in mir die Vermutung weckt, dass er mich belügt.
Nun schnaufte ich. „Ich werde dich dies nicht noch einmal fragen! Welche Bedingungen hat sie gestellt?!“, wiederholte ich meine Frage.
„Kannst du es dir nicht denken.“, kam seine klägliche Antwort zu mir herüber.
Obgleich ich mich kaum noch beherrschen konnte, fragte ich: „Was wirst du nun tun?“
„Nichts! Selbstverständlich.“ Gunnars Stimme wurde lauter. Er schnellte auf aus seiner grübelnden Position vom dem Stuhl, auf welchem er sich niedergelassen hatte. Kam zu mir herüber, packte mich bei den Schultern und sah mich entschlossen an. „Ich lasse mich nicht erpressen. Wenn sie mich zwingt, zwischen ihr und dir Rea zu entscheiden, ist meine Antwort Glocken klar. Sie fliegt aus meinem Leben.“
WOW! Ich hatte doch wesentlich MEHR Unentschlossenheit, Gejammer und Diskussionen erwartet. Allerdings verbürge ich mich keineswegs dafür, dass er dieser Leidenschaft nicht doch noch frönt.
Allenfalls halte ich es sogar für möglich, das es nur ein gekonnter Schachzug von dieser Alexa ist, um auszutesten, wie weit sie gehen kann. Und unter Umständen, stellt sich die vermeintliche Schwangerschaft letztendlich als Täuschung heraus, um meinen Ehemann erneut gefügig zu machen. Sollte er sich doch ihrer List verweigern.

Blieb nun für mich so ganz persönlich die Frage: WIE in aller Welt, gehe ich nun vorläufig mit dieser Thematik und dieser derzeitigen Unsicherheit um??? Bin ich zornig? Bin ich fröhlich? Oder sehe ich großmütig über diesen unbedeutenden Lapsus hinweg? Tue ich gerade so, als ob nichts wäre? Denn schließlich gibt es noch keinerlei Beweis dafür! Was nicht bedeuten mag, dass sie es nicht doch irgendwann Wahrheit werden lässt.
Ein umsichtiger Mensch (in meiner Lage) würde bemerken, schwanger oder nicht, dass diese Frau fürwahr eine immense Bedrohung für mich darstellt und überlegen, auf welche Weise man sich ihr entledigen kann. Aber für derart schändliche Offerten bliebe noch immer genügend Zeit, sollte ihre Behauptung denn tatsächlich der Wahrheit entsprechen.



Donnerstag, 8. Oktober 2015

Erzähl’ mir.......



„Erzähle mir, was dich im innersten bewegt? Was dich ängstigt. Wo deine Sorgen liegen. Dein Schwerpunkte. Deine Geheimnisse. Deine inneren Erschwernisse und Probleme. Ich will wissen, was deine Seele bewegt. Dein Herz. Deinen Körper. Welche Begierden sind es, die dich leiten? Kannst du sie kontrollieren? Jetzt. Wann hast du sie das erste Mal verspürt? Waren sie bereits immer in dir? Oder wurden sie geweckt?“
„Stopp! Stopp! Halt inne! Zu viele Fragen Rea. Ich kann dir nicht mehr folgen.“ Gunnar hatte seine Hände zur Abwehr erhoben und schüttelte heftig mit dem Kopf. „Ich denke, es bedarf nicht so vieler Fragen.“
„Wie meinst du das?“, fragte ich Gunnar, obgleich ich ahnte, worauf er hinaus wollte und ich wusste, ganz tief drinnen, er hatte Recht.
„Die Kernfrage, die du mir anstatt unzähliger sich ähnelnden Fragen stellen möchtest, ist doch eher simpler Natur.“
Ich gab mich gespielt neugierig. Als ob ich mitnichten vermutete, um was es ihm dabei ging. „Hmmm, dann wäre ich dir dankbar, wenn du mich erleuchtest.“
Gunnar lachte. „Soll ich tatsächlich deinen Gedanken auf die Sprünge helfen? Oder scheust du dich es auszusprechen?“
„Ich weiß nicht was du meinst.“ Meinen Kopf ein wenig zur Seite drehend, mit einem koketten, herausfordernden Blick, stieg ich ein auf sein Spiel. Obgleich ich es nicht als Solches begonnen hatte. Es lag mir fürwahr daran meinen diesbezüglichen Wissensdurst zu stillen.
„Ach komm. Du willst mir doch nicht etwa sagen, dass du selbst nicht ahnst, was du in Wahrheit von mir beantwortet bekommen willst?“
„Nein. Weiß ich nicht.“, stritt ich noch immer ab. Allerdings wurde mir so allmählich nur all zu sehr bewusst, dass meine Neugier, meine Umschreibungen und sogar meine Selbsttäuschung die übelste Wurzel aufwiesen, die es gibt. Die Eifersucht. Denn ich befürchtete nach Gunnars morgendlichem Verhalten, dass sein dringliches Verlangen nach Sex alsbald und ungezügelt, seinen Neigungen entsprechend, aus ihm heraus bräche. Nur ängstigte mich die Art, in welcher es womöglich geschehen könnte. Hatte Gunnar doch heute Morgen meine Weigerung ihm Fellatio zu gewähren, nicht respektiert. Sogleich nach dem Erwachen, als er vom Bad ins Schlafzimmer zurückgekommen war, placierte er direkt vor meiner Nase seinen erregierten Schwanz. Da ich auf dem Rand des Bettes saß und gerade aufzustehen gedachte, befand sich Gunnars Penis direkt vor meinem Gesicht.
Nur war ich nicht dazu gekommen, aufzustehen. Denn, ehe ich mich versah, Hatten Gunnars Hände meinen Kopf recht unwirsch gepackt und ihn in Richtung seines Gliedes gezogen. „Nimm ihn in den Mund!“
Zum Widersprechen kam ich nicht mehr. Mein Mund war voll.
Dann das Übliche: „Beiß’ mich! Massiere meine Eier. Kneif sie!“ Ect.....
Im Nachhinein entschuldigte er sich. Mehrere Male. Es tät ihm leid. Und nicht nur das. Er war sichtlich gedrückter Stimmung. Wies (zurecht!!!) ein schlechtes Gewissen auf. Denn DAS, was er getan hatte, war zweifelsohne nicht korrekt!

Nun, ich war mir sicher, Gunnar las meine Gedanken und sah noch viel tiefer in mich hinein. Dorthin, wo ich es noch nicht einmal wagte nachzuschauen. Dennoch wusste ich genau, er hatte Recht, mit dem, was er versuchte mir zu verstehen zu geben.
Es gab in der Tat nur eine Frage. Und die war: Wie verkraftest du die  Enthaltsamkeit?
„Ich freue mich, dass ich deinen Geist ein wenig anzustoßen vermochte. Also sprich offen aus, was dich tatsächlich bewegt.“
„Sage mir, wie es um dein Innerstes steht. Erkläre es mir bitte. Ich will es verstehen.“
„Zudem willst du wissen, was und warum dies heute Morgen geschehen ist. Nicht wahr?“
Ich nickte und die Züge meines Gesichtes waren erst.
Er schnauft. Senkte den Kopf und blickte mich von unter her an. „Es tut mir leid.“
„Das sagtest du schon.“
„Ich weiß.“

Im Anschluss führten wir die erste Unterhaltung dieser Art. Nicht genötigt. Nicht erpresst. Nicht mit Vorwürfen und unnötigen Emutionen versehen. Und gleichwohl sie kurz gewesen sein mag, schien mir Gunnar doch aufrichtig zu sein.
Im Wesentlichen gedachte ich zu wissen, wie sehr er unter der offensichtlichen Enthaltsamkeit litt, die es für ihn war. Auch wenn wir gelegentlich miteinander schliefen, wusste ich doch, dass es ihm keineswegs genügte.
Gunnar gestand mir offen und ehrlich, dass er sich immens unter Kontrolle halten musste. Es jedoch nicht zu befürchten war, dass er mich noch während dieser Reise betrügt.
Dem zolle ich meine Hochachtung!
Es muss ihm ähnlich einem Opiumsüchtigen ergehen, welcher sich nur noch zuweilen diesen Stoff leisten kann. Und demzufolge nahe des Wahnsinns ist. Jedoch verneinte er dies und bestätigte mir wieder und wieder, er hätte ES unter Kontrolle.
„Wie schlimm ist es für dich?“, fragte ich, ehrlich besorgt, noch einmal nach.
Er lächelte schief. „Ist schon okay. Es geht.“

Nach einer kurzen Atempause gedachte ich meine Neugier weiter zu befriedigen und fragte: „Weiß du noch, wann das alles begann? Und ich bitte dich, nachzudenken, bevor du weiter sprichst. Spürtest du womöglich als Kind oder Teenager bereits derartige Gelüste?“
Gunnar blähte seinen Backen auf und presste die Luft hörbar durch seine Lippen heraus. „Nein. Ich glaube nicht.“
„Infolgedessen vermute ich“, sprach ich weiter, „die Ursache liegt tatsächlich in den zehn Jahren der Sekten- Hierarchie und Indoktrination. Du kennst es, auf Grund dessen, offensichtlich nicht anders? Lebest deine Sexualität von Beginn an so verdreht. So wie manch anderer, wenn er von Anfang an ausschließlich Pornos sieht,  sich daran orientiert und seine Sexualität danach ausrichtet?“
Gunnar schien nachzugrübeln. „Hmmm. Ich denke schon, dass das zutreffen kann.“

„Ich selbst hatte mir diese Frage schon so oft gestellt. Wie es zu meinen offensichtlich abnormalen Neigungen kommen konnte und meinem enormen Appetit auf Sex.“, sagte er nach einer Weile.
„Zu welchem Schluss bist du, bis hier her, gekommen?“
Gunnar schnaufte erneut. „Ich denke, es liegt tatsächlich an der Sektenzeit. Denn vorher war ich eher schüchtern.“
„Was jedoch keine deiner Bedürfnisse ausschließt.“
„Ja. Das ist mir bewusst. Allerdings erinnere ich mich nicht im Geringsten daran, vor meiner Zeit in der Sekte, jemals geil auf Analpluggs und Dominaspiele gewesen zu sein.“
„Nun, du warst jung und möglicherweise hat man in der Sekte ausschließlich deine Anlagen erkannt und gefördert?“
„Nein!“, widersetzte er sich strikt, was ich nicht erwartete. „Anfangs ekelte es mich sogar auf Altären vor anderen zu ficken und gefickt zu werden. Und es war mir mehr als nur unangenehm, mich fesseln und auspeitschen zu lassen. Aber so nach und nach.......“ Nun schien er nachdenklich zu werden.
„War es vielleicht nur die Scham?“
Gunnar sah mir verlegen ins Gesicht. „Kann schon sein. Denn einige Zeit später,....genoss ich es.“
„Was?“
„Alles.“
„Was alles?“, ließ ich nicht nach.
„Verwöhnt zu werden auf tausend verschiedene Arten. Mit mehreren Frauen gleichzeitig zusammen zu sein. Mich zu präsentieren und Jungfrauen auf dem Altar vor all den anderen zu vögeln. Es war wie ein großes Spiel der Superlative, wo es kein Limit gab. Was denkst du wohl, wie man sich fühlt, wenn man so viel Aufmerksamkeit und Zuwendung von allen Seiten bekommt. Und Lob, umso mehr Sex man hat und umso abartiger man sich (dabei) verhält.“
„Was haben die nur für ein verkrüppeltes Sexmonster aus dir gemacht?“, schoss es aus mir heraus. Oh mein Gott! Das hätte ich in der Tat nicht tun sollen. Aber Gunnar blieb still...........

Nach einer langen, langen Weile des Schweigens, fragte ich: „Freust du dich auf New Orleans und deine Kinder?“
„Aber ja!“, erwiderte Gunnar und war sichtlich erfreut und erleichtert über die unbedeutende  Wende im Gespräch und vermutlich ebenso darüber, dass ICH nun nicht weiter bohrte.
„Und? Wie wird es sein in New Orleans?“
Gunnar lachte ein wenig gekünstelt. Zog mich zu sich heran und küsste mich. „Du befürchtest bereits wieder, dass ich dir dort untreu werde?“
Verschämt lächelnd sah ich ihn an.
„Du kannst dich beruhigen. Das werde ich nicht.“
„Ganz sicher?“
Er nickte und drückte mich fest an sich heran.

„Was wird mit Alexa?“, stellte ich schlussendlich noch die mutige Frage.
„Was soll mit ihr sein?“
Diese ausweichende Antwort, ließ mich bereits wissen, wonach ich fragte. Trotz alledem sah ich ihn fragend an.
Gunnar räusperte sich. „Was willst du hören? Ich werde sie nicht einfach davon jagen, nur weil ich dir während der Zeit unserer Reise absolut treu gewesen war. Sie wird meine Geliebte bleiben. Solange sie will. Oder,....bis ich genug von ihr habe.“
WOW! Dies war in der Tat aufrichtig gesprochen. Und ich nickte Gunnar anerkennend zu. Wenngleich ich jedoch jegliche seiner Konkubinen missbilligte.

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- Erneut ein Video von Ian. Zudem skypte ich mit ihm. Er arbeitet derzeit in Berlin. – Ich vermisse ihn! -
- Von Wanja noch nichts Neues, was das Zentrum betrifft.
- Mit Kevin zu sprechen, fand ich in der Tat noch keinen Mut!
- Derek, ruft nach wie vor wieder täglich an.

Und nein,....wir besuchten noch immer nicht Grandma Kathy in Saras Haus.
Eigenartig...irgendwie. Denn man kündigte es mir doch bereits vor Tagen an. Nun spricht man kaum mehr davon.
Was ist geschehen? Oder gehört dies zu einer gewissen Strategie?



Dienstag, 6. Oktober 2015

Von A bis K – Sollte ich, oder sollte ich nicht?



Es muss für Adam überaus eigenartig sein, mich so verliebt mit Gunnar zu sehen. Wie wir schmusen, kuscheln, uns küssen und mein Hirn nichts anderes denken kann als an meinen Ehemann!
Seitdem wir auf Reisen sind, gab es keinerlei Probleme eifersüchtiger Art oder Streitereien. Mag sein. Anfänglich. In den ersten Tagen, da Gunnars Sehnsucht nach, ....wie hieß sie noch einmal? Sollte ein Scherz sein. Alexa natürlich.....als seine Sehsucht noch ungemein ausgeprägt war. NUN, scheint sie mir ein wenig abgekühlt zu sein.
Die nächsten Gefühle der Eifersucht, werden sich mit Sicherheit in New Orleans einstellen. Und zweifelsohne, wenn wir nach Schweden zurückgekehrt sind.
Es beginnt mich bereits jetzt gelegentlich zu quälen, denke ich nur daran, wenn Gunnar mir wieder untreu wird. (Mit wem auch immer.)
Allerdings vermag ich in Gunnars Verhalten und Stimmungen nicht zu erkennen, dass ihm unsere Situation, so wie sie jetzt ist, etwa langweilig würde. Denke ich nur annähernd daran, dass er unzufrieden sein könnte, liest er selbstredend meine Gedanken und beruhigt er mich sofort.

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Magischer Weg und magische Erinnerung
„Dein ganzer Tag sollte magisch sein. So werden es auch mehr und mehr deine Träume sein.“, sagte Mary, griff nach meiner Hand und lächelte mir zu.
„Wenn ich dir sage, lebe BEWUßT, ist das nicht nur so eine billige Floskel vom esoterischen Supermarkt. Hier geht es um Selbst- Reflektion. Beobachte dich, dein Tun, dein Denken, dein Handeln. Zu Anfang, bis es dir in Fleisch und Blut übergegangen ist, vielleicht jede einzelne Minute des Tages. Und dann, kannst du beginnen zu steuern.“ Mary zwinkerte mir viel sagend zu und drückte meine Hand ganz fest.
„Ruhiger, gleichmäßiger Atem, genau wie bewusstes Handeln, entspringt einem ruhigen Geist. Entschleunigung  und ein wohl durchdachter Tagesplan, wird dabei am wichtigsten sein.“

Und nein, wir besuchten bislang  noch nicht Sara Black Moonfeathers Schwester Grandma Kathy.

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Einen Anruf von Wanja entgegen genommen und ich nutzte sogleich die Gelegenheit, um ihn zu bitten, für Thomas und das Zentrum etwas tun, FALLS es ihm denn möglich sei.
Er monierte oder kritisierte nichts. Schien sogleich ernsthaft darüber nachzudenken.
„Hmmm. Wir werden sehen. Ich tu, was ich kann. Versprochen.“
Das lässt zumindest vorerst hoffen. Selbst Forderungen stellte er nicht. Was keineswegs bedeutet, dass er es sich nicht noch anders überlegt.

Erneut ein Video von Ian. Gesungen...mit Herz und so viel Gefühl in der Stimme.
Und obgleich ich Gunnar über alles liebe, verspüre Sehnsucht nach ihm.
Wäre er doch nur nicht so blöd gewesen und hätte damals mit einer anderen gefickt! Womöglich wäre mein Lebensweg dann ganz anders verlaufen. Andererseits, wäre Ian ihn MIT mir gegangen? Sobald er von meiner Kränklichkeit erfahren hätte. Wer weiß.
Zu spät dafür ist es nie. Und jetzt, lässt sich für ihn die Lage viel besser abschätzen, als noch vor zwei Jahren.
„Ich würde so gerne in dem Studio im Zentrum noch eine Platte aufnehmen.“, sagte er und ich wusste, es war ihm ernst.
„Nur ist es nicht mehr MEIN STUDIO.“, entgegnete ich.
„Ich weiß. Aber es existiert doch noch?“
„Ja. Natürlich.“
„Ich glaube mich zu erinnern, du sagtest, dass Thomas jetzt der Inhaber ist. Also, WO ist das Problem?“
Ich ahnte im ersten Moment nicht wirklich, worauf er hinaus wollte. Jedoch erhielt ich sogleich eine Antwort darauf.
„Auch glaube ich vernommen zu haben, dass du noch immer dein Hausschen dort hast. Oder besser, es wieder hast. Wir könnten uns dort treffen.“
„Aber ja natürlich. Das hätte mir doch klar sein müssen. Verzeih, dass ich nicht sogleich darauf kam. WAS allerdings, tut ich mit Gunnar in dieser Zeit?“
Ian lachte. „Ich dachte er hat seine Konkubine(n), die er des Öfteren aufsucht.“
„Ja. Natürlich. Nur weiß ich nie vorher wann er das tut.“
„Ist das nicht gleich? Hast du nicht dein eigenes Leben, wo du sagen kannst, ich tue Dies oder Das ganz allein?“
Ich zögerte. „Ja schon. Aber...“
„Was aber? Hast du nicht das gleiche Recht wie er?“
„Natürlich.“ Ich war unsicher, wie ich mich jetzt verhalten sollte. Mit Derek war Gunnar weitestgehend einverstanden. In seinem Fall bedurfte es nie irgendwelcher Achtsam- oder Nachsichtigkeiten. Brachte er mich doch oft selbst zu ihm, wenn er beabsichtigte mit Alexa (oder einer anderen) auszugehen. Nur Ian,....stand auf einem ganz anderen Blatt. Ich vermute, dass Gunnar ahnt, dass ich ihn noch immer liebe.
„Also, worauf warten wir?“ Ian schien absolut entschlossen.
Ich wandt mich indes heraus. „Wir sind immerhin noch auf Reisen und werden voraussichtlich erst in gut einem Monat zurück in Schweden sein.
„Gut. Kein Problem. Ich könnte vorerst so wie so nur einige Tage. Habe bis Jahresende zu tun. Anfang des nächsten Jahres wäre vielleicht ein guter Zeitpunkt dafür. Dann würde ich längere Zeit dort bleiben und du hättest zur Genüge  Gelegenheit, dich darauf einzustellen. Was hältst du davon?“
Für einen Augenblick war ich stumm. Stammelte dann „Ja. Das wäre fabelhaft.“

Derek hielt ich ein wenig hin. Er nervt mich derzeit. Er sollte es nicht übertreiben.
Dennoch, auf den Fotos, die er mir sendet, ist sein body so vollkommen und attraktiv, dass ich noch augenblicklich hinein beißen möchte.

Mit Kevin würde ich nur zu gerne erneuten Kontakt aufnehmen. Allerdings wage ich es (noch) nicht.
Sollte ich? Oder sollte ich nicht?


Sonntag, 4. Oktober 2015

Mit Charme und Engagement



Gunnar scheint nun mit Alexa doch einigermaßen und stetig weniger zu skypen, oder zu telefonieren. Ähnlich wie ich mit Ian, Wanja oder Troels. Selbst Derek ruft mich nur noch jeden zweiten Tag an. Meine Bindung zu Gunnar und Gunnars Bindung zu mir, wird (deshalb?) enger und  enger.
Könnten wir (diesbezüglich!) doch nur EWIG auf Reisen sein......
WAS für ein herrliches Leben wäre das,....mit meinem Ehemann!
Obgleich ich Wanja kontaktieren werden. Womöglich kann er für Thomas und das Zentrum etwas tun. Andererseits befürchte ich, dass eine derartige Gefälligkeit nicht ohne Rückvergütung meinerseits erfolgen wird. Zweifelsohne wird er Wünsche äußern. Dessen bin ich mir sicher und ich hoffe sie erfüllen zu können. Trotz seiner politischen Anschauungen, welches meinen Überzeugungen zuwider laufen, ist und bleibt er nach wie vor ein überaus attraktiver Mann, mit welchem ich bereit bin mich (beinahe) jeder Zeit zu treffen.

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Die meiste Zeit wurde relaxt. Ein wenig die letzten Sonnenstrahlen genutzt, um noch einmal die Energie der Sonne in mir aufnehmen. Speichern, für den Winter.
Geredet wurde eben soviel. Erstaunlicher Weise über politische Themen. Was in Europa, in Schweden, Norwegen, Deutschland so passiert und Gunnar meinte, dass man sich doch stärker engagieren müsse. Das könne doch nicht so weiter gehen. Man höre nur noch entsetzliche Nachrichten.
„Jetzt ergeht es euch Europäern wie den Nationen der First Nation.“, sagte Adam in erstaunlich ernstem Ton. Wo er doch genau genommen stetes eher witzig ist und lacht.
Ja. In der Tat!

Mary erinnerte mich jedoch noch einmal an die Bärenschwester. Ich solle mir mehr Zeit für meine spirituelle Entwicklung nehmen. Anstatt beständig mit dem Notebook und dem iPhone zu spielen und meine Energie bei fb in unerschöpflichen Diskussionen zu verschwenden. Klar könne man an Neuem interessiert sein und gleichwohl Stellung beziehen. Jedoch nicht als Full-time-job. Zu Gunnars Absicht des gesteigerten politischen Engagements, zog sie nur Besorgnis erregt die Brauen hoch.
Zu mir gewandt, sagte sie lächelnd: „Ich habe noch eine Überraschung für dich.“ Dann sah zu Adam hinüber. „Nicht wahr Adam?“
„Ja. In der Tat. Du wirst noch jemand kennen lernen. SIE möchte DICH sehen.“
Der Augenblick des Erstaunens ließ mich für einen kurzen Moment verstummen.
„WER möchte mich kennen lernen?“, fragte ich dann. Alldieweil mich Marys Bemerkung neugierig werden ließ.
Adam und Mary blinzelten sich verschwörerisch zu und schmunzelten.
„Ihr Gesicht wird dir vertraut vorkommen. Es ist die Schwester von Sara Black Moon Feather. Sie wohnte bisher weit im Norden Kanadas und nun an der gleichen Stelle, an der Saras alte Hütte stand.“
„Ja.“, bekräftigte Adam. „Wir haben sie wieder aufgebaut. Und viel schöner und stabiler als zuvor.“
Ich hatte die enorme Anstrengung, von der letzten Wanderung zu ihr, noch in guter, bzw. unangenehmer Erinnerung. Als ich mit Adam Stunde um Stunde durch steiniges Terrain lief und vor Erschöpfung beinahe zusammen brach. „Aber dieses Mal fahren wir doch dorthin?“, fragte ich daraufhin nach.


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....und dann doch ein Video von Ian......jetzt! Ich liebe ihn! Seine Songs gehen mir direkt ins Herz. Er kann so überaus charmant sein......seufz......