Montag, 7. Dezember 2015

Avantgardistische Lebensweise+ (Selbst-) Erkenntnis



Ian möchte unbedingt, dass ich ihn in Berlin besuchen komme.
Nun, ich dachte bereits darüber nach, ob ich es evtl. im Rahmen von Kevins Kommen arrangieren kann. Allerdings wähnt mir, dass dies keine so gute Idee sein wird. Ich gedenke mich Kevins Freundin und Geliebter Janina, sofern man dies überhaupt so nennen kann, keineswegs schon vor ihrem hier Sein aufzudrängen. Nur, was sollte ich Gunnar als Erklärung bieten, wenn ich urplötzlich, für einige Tage, nach Berlin reisen will?
Dann fiel es mir doch noch ein. Aber natürlich! Meine Eltern! 
(WENN ich es denn tatsächlich tun werde. Was ich nach letzter Nacht doch arg bezweifle. Ich werde gegebenenfalls warten, bis Ian zu mir ins Zentrum kommt. Aber dann, ist aller Wahrscheinlichkeit nach, wieder Derek eifersüchtig.)

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Gunnar gibt sich tatsächlich große Mühe. IST, wie ein Ehemann sein soll. Denkt er womöglich, nach meiner Scheidungsdrohung, ihm schwimmen jetzt die Felle davon?
Oder ist es tatsächlich sein ehrliches Verlangen, gleichwohl auch MIT mir allein und zusammen sein zu wollen?
Nun, selbstverständlich bin ich geneigt ihm zu glauben und,....zu vertrauen. Denn, wie schon bemerkt, habe ich durch seine kleineren und auch größeren Kapriolen ebenso meine eigenen, gelegentlich bescheidenen Freiheiten und Unabhängigkeiten.
Womöglich ist unsere Beziehung, unsere Ehe, unser Umgang miteinander, doch nicht SO misslich oder übel. Nur eben NICHT alt her gebracht in seiner gelebten Art und Weise. Sondern eher doch modern, zeitgemäß. Wenn nicht sogar zukunftsweisend. Wenn nur die Eifersucht nicht wäre!  (Dann könnte, jedoch müsste nicht (!), ich gleichwohl Alexas Freundin werden. SO, wie Gunnar es sich wünscht.)

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Am Nachmittag rief ich Thomas an, der nicht zu erreichen war. Gleich anschließend versuchte ich es bei Derek.
„Kannst du bitte zu Thomas gehen und fragen, ob ich für die morgige Bestellung bei ihm sein muss? Ich kann ihn nicht erreichen. Und richte ihm bitte noch aus, dass er an die neuen Zeiten der Entsorgungswirtschaft denken soll.“
Eine halbe Stunde später rief mich Thomas zurück. „Es wäre schön, wenn du für die Bestellung des Luciafestes vorbei kommen würdest. Die Weihnachtsbestellung steht ebenso noch aus.“
„Pfffff... Okay. Bitte einen Augenblick.“
Ich fragte Gunnar, der neben mir saß, ob er mich nicht kurz ins Zentrum begleiten würde. Er nickte und ich sagte Thomas zu.

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Wir trafen uns allesamt im Büro. Derek war selbstverständlich mit von der Partie. Infolgedessen trafen sich die beiden erneut und begrüßten sich recht kühl. So, wie es Männer eben tun. Ein Handschlag. Ein kurzes Gerangel. Platzhirsch-Getue.
Ich blieb nicht lang dort. In etwa eine gute Stunde und fuhr dann mit Gunnar zurück nach Stockholm.
Derek vertröstete ich auf Montag. Gegebenenfalls Dienstag. Ich wusste/weiß es selbst noch nicht genau. Alldieweil ich so mittlerweile erwäge (und darüber nachgedacht hatte), doch zu Ian nach Berlin zu fliegen. Jedoch bin ich hier ungemein wankelmütig. In einem Moment bin ich fast Feuer und Flamme. Abenteuerlustig. Im Nächsten, schon ein feiges Huhn.

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Mit Gunnar bin ich übereingekommen, dass Weihnachten ausschließlich der Familie gilt. Alexa gedenkt er vorzuschlagen, doch zu ihren Eltern zu gehen.
Wir werden allesamt, zu Gunnars Vater Johann, nach Gotland reisen. Gunnar, seine Brüder, seine Schwester, sein Onkel Erik und ich. Johanns Schwester Hanna, also Gunnars Tante, werden wir dort ebenfalls treffen.
Gunnar hat mit Erik gesprochen, der am Erwägen ist, sogar seine Exfrau Emilia Stephansdottir mitzunehmen. Ebenso ihrer beider Kinder. Also Gunnars Cousins und Cousinen zum Familienfest bei Johann einzuladen. Damit die Familie endlich wieder einmal beisammen ist.
Zur Jahreswende sieht es vollkommen anders aus. DIESE werde ich vermutlich NICHT mit Gunnar verbringen. Was genau genommen unendlich schade ist. Aber auch in diesem Fall, ist noch nicht aller Tage Abend!
ER jedenfalls, wird mit Alexa um die Häuser ziehen, während ICH, aller Wahrscheinlichkeit nach, (mit Derek?) im Zentrum bin.

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Auf dem Weg vom Zentrum zurück nach Stockholm, fuhren wir allerdings NICHT nach Hause. Sondern besuchten ein Restaurant. Nur wir beide! Wie angenehm!
Der Abend und die Nacht gehörten ebenfalls Ausschließlich UNS!


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Ein neues, beinahe vergessenes Glücksgefühl überwältigt mich am heutigen Morgen.
Gunnar hatte sich, kurz nachdem wir aufgewacht waren, unvermittelt über mich geschwungen, was nun nichts wirklich Ungewöhnliches war, und war rasch in mich eingedrungen. Vielleicht eine Art morgendlicher Ritus für ihn. Dachte ich so. Damit er den Tag mit angenehmen Gefühlen (und befriedigt!) beginnen kann.
Nichts desto trotz war es auch mir eine reizvolle Ouvertüre, um in den Tag zu starten. Mein Ehemann IN MIR! Einfach wunderbar! Hhhaaa! Entzückend! Betörend im Gefühl. Einfach wohlig, warm und wohltuend...aufreizend, traumhaft und paradiesisch angenehm.
Das Schweben und die Euphorie blieben jedoch bedauerlicherweise aus. Was allerdings dem Ganzen keinen Abbruch tat. Ich genoss es schlicht und einfach, Gunnar so NAH zu sein.
D-a-n-a-c-h....lagen wir noch eine ganze Weile nebeneinander und redetet. Redeten über Sex. Sprachen (erneut) über seine Vorlieben, Gelüste und er lies es dieses Mal sogar zu, dass ich Ursachenforschung betrieb. Er stieg ein auf meine Fragen. Antwortete bereitwillig und dachte über das Gesagte nach. Zog seine eigenen Schlüsse,...IN meiner Gegenwart!!! Was völlig neu für mich war und er teile mir diese sogar mit. Gab mir, erstaunlicher Weise, in vielen Dingen Recht und suchte überdies selbst nach Lösungen zu dieser doch so ganz speziellen Problematik.
Dennoch war auch ich bereit einige Schritte auf ihn zu zugehen und Einsichtigkeit zu zeigen. Ihm sogar zu zustimmen, wo ich sah, dass er sich tatsächlich Mühe gab und bereit war, seine Bemühungen anzuerkennen. Nicht beständig und eifersüchtig herum zu nörgeln.
„Und sag’ mir nicht wieder, dass du dich scheiden lassen willst. Ich liebe dich Rea. Ich liebe dich. Ich liebe dich. Hörst du das?!“
So innig und herzerwärmend hatte er mit mir lange nicht gesprochen, oder mir seine Gefühle so derart offen gelöst und unbefangen gezeigt. Zumindest kam es mir so vor. Oder,.....ich hatte es nur nicht zugelassen.....sie anzunehmen, weil ich zu eifersüchtig und verschlossen war.  Andererseits hatte Gunnar ZU VIEL von mir verlangt und DAS wusste er nun gleichwohl. Denn auch DIES gesandt er mir freimütig.
Es war eine überaus fruchtbare Aussprache gewesen. Oder besser ein erstaunlich positiv, ruhiges, sachliches und harmonisches Gespräch. Obwohl die Thematik doch eher eine Sensible war UND immens wichtig für unsere Zukunft ist. Es hatte sich so gut angefühlt, über das alles mit Gunnar zu reden. (Reden zu können.) Sodass ich jetzt doch einigermaßen zufrieden und erleichtert bin!
WAS für ein gutes Gefühl!!!

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Gunnar frühstückte sogar noch mit mir und bat mich, nirgendwohin allein zu gehen. Es sei gefährlich. Ich wäre wie ein Stern, so leuchtend in der grauen Masse, dass ich JEDEM auffallen würde. Auch dem bösesten Menschen. Oder gerade ihm.
„Bitte Rea. Geh nicht allein shoppen. Hole dir jemandem vom Sicherheitsteam, der Dich begleitet. Meinetwegen auch Derek. (Wenn es denn sein muss).“
Ich musste schmunzeln. Denn in diesem Augenblick hatte ICH Gunnars Gedanken gelesen. Aber ich beruhigte ihn. „Nein. Derek wird es nicht sein. Er muss noch so Vieles von Thomas lernen.“, ich lächelte Gunnar liebevoll entgegen. Schob meine Hand über den Tisch und strich kurz über den Rücken seiner Hand.  „Aber du hast Recht. Ich werde es tun. Denn ich weiß, es ist nicht sicher.“ In diesen Augenblicken drängten sich mir unvermittelt Bilder von Troels Lebensgefährtin auf, welche von der Vergewaltigung handelten.
Gunnar holte tief Luft, gerade so, als wäre er erleichtert, ob meiner Einsichtigkeit. Offenkundig sorgte er sich immens um mich. Was ich durchaus verstand. Mein rotes, langes Haar ist stets ein Magnet für Männeraugen. Und nicht ausschließlich mein Haar. Es war gleichermaßen meine Art mich zu bewegen. Meine Gestik und irgendwo diese spezielle Form der Erhabenheit, die ich ausstrahlte. Ebenso ein wenig Unnahbarkeit und vor allem, mit meinen doch noch jungen Jahren, ebenso ein gewisses Maß an Würde. All DAS hat man mir anerzogen,...SO zu SEIN. Mit Schönheit, Anmut und Liebreiz möchte ich hier selbstredend nicht unnötig kokettieren. Obgleich viele Männer ebenso davon angetan sind. Und ich deshalb genau damit, manches Mal, meine Schwierigkeiten habe. Obgleich es andererseits auch Vieles erleichtert, wenn man mit einem attraktiven Aussehen gesegnet ist.


In jedem Fall geht es mir jetzt viel besser als zuvor. Ich fühlte so deutlich, dass Gunnars Liebeschwüre tatsächlich der Wahrheit entsprechen. Das es ihm unvorstellbar wichtig ist, das ICH bei ihm bin. Das WIR beide zusammen sind!
Es KANN nicht anders sein. Ich vertraue ihm......wieder.......und bin guten Mutes, was die Zukunft betrifft.

Im Zuge seiner Fürsorglichkeit, sprachen wir noch über Troels und seine Partnerin. In diesem Zusammenhang bat er mich, ihn zu kontaktieren, alldieweil er doch aufrichtig daran interessiert sein, den Schwedendemokraten beizutreten.
Nun, wie ICH in diesem Fall verfahren werde, ist mir noch nicht gänzlich klar. Allerdings (befürchte?) denke ich darüber nach, mich Gunnar anzuschließen. 


Sonntag, 6. Dezember 2015

Der „erleuchtete“ Ehemann



Gunnar und ich reden viel. Und gleichwohl er (nun doch) ab und an zu Alexa hinüber geht, in Momenten, in denen ICH beschäftigt bin, ist er doch die meiste Zeit bei mir.
Ich genieße IHN, meinen Ehemann,....ganz einfach!

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Wir sprachen über kommende Feste. Wo und mit wem wir sie verbringen werden. Planten, lachten und liebten uns..........
Ebenso redeten wir (selbstverständlich) über Alexa und wie es weiter gehen soll mit uns und IHR.
Gunnar schlug vor, es doch erneut überlegt anzugehen und erneut zu trennen. Da ich nun mitnichten bereit bin mit ihm UND Alexa zusammen zu leben.
„Es wäre so toll gewesen, wenn ihr doch noch Freundinnen geworden wäret. SIE war dazu bereit.“, sagte er und zwinkerte mir lächelnd zu. Ich vermochte diesen Worten nichts Heitres abzugewinnen. Im Gegenteil Zorn stieg in mir auf.
„Ich habe es schlicht und einfach nicht nötig, SO zu leben. Verstehst du das.“, blieb ich jedoch ruhig, sachlich, eindeutig und souverän.

Mag gut sein, dass ich aus Liebe zu meinem Ehemann viel erdulde. Dennoch gibt es Grenzen, die zukünftig nicht mehr überschritten werden sollten!

„Wie gedenkst du in Zukunft mit deinen Neigungen zu verfahren? Ist es nicht möglich sie einzustellen? Als wir auf Reisen waren, war es dir doch möglich.“
„Ja. Tatsächlich. Da hast du Recht Rea.“
Oho! ER gab MIR tatsächlich RECHT? Ich sah ihn verwundert an und war doch angenehm überrascht von diesem Zugeständnis.
„Infolgedessen scheint es dir nicht wirklich wichtig zu sein, WENN DU es NICHT willst? Bedeutet dies, dass du doch NICHT sexsüchtig bist?“
Gunnar schnaufte. „Ganz so simple ist es nicht.“
„WIE ist es denn dann? Erkläre es mir!“, forderte ich ihn auf und wartete ab.
Gunnar zögerte. „Das Ganze ist auch nicht einfach für mich. Zugegeben, ich bin unkonventionell im Umgang mit Sex. In jedem Fall viel, viel mehr als du.“ Gunnar schmunzelte ein wenig, währenddessen er dies erwähnte. „Ab und an mag ich es hart und heftig. Das andere mal auch sanft. Ebenso gelegentlich die Abwechslung im Hinblick auf die Frauen. Meine Neigungen inbegriffen. Switche schon einmal hin und her. Was selbstverständlich für EINE einzige Partnerin nicht gut zu händeln ist. DAS ist mir klar. Sei denn, sie wäre genau wie ich. Und ich vermute, selbst wenn ich es ausschließlich mit einer Frau versuchte, würde es mir nicht gefallen.“
„Warum?“
„Ich habe bisher noch keine Frau gefunden, die mich in allen Belangen zufrieden stellt. Zudem mag ich es, unterschiedliche Partnerinnen für die verschiedenen Praktiken zu haben. Jedoch bedeuten sie mir nichts. Auch zwinge ich sie nicht dazu. Sie sind nur Mittel zum Zweck der Befriedigung für mich. Wenn sie es nicht wollen, brauchen sie es nicht zu tun. Aber sie tun es zumeist, wenn ich sie frage.“
Gunnar pausierte kurz und sinnierte nachdenklich im Stillen.
„Die jungen Mädels sind schon etwas Zartes.“ Ein Grinsen huschte über sein Gesicht. „Dabei ist es mir gewöhnlich gleich, ob sie weiße, gelbe oder braune sind. Dennoch gibt es da für mich tendenzielle Unterschiede, die ich mir nach dem jeweilig, gerade vorherrschenden Verlangen aussuchen möchte.“ Gunnar sah mich an und wusste genau, dass diese Art mit Sex umzugehen, bei weitem NICHT wirklich die Normale war.
„Ich weiß. Ich weiß. Das dich all das verletzt. Dass du eifersüchtig bist. Aber  ich habe es dir schon einmal erklärt. Es ist, als würdest du ESSEN gehen und.....aus den vorhandenen Speisen dein derzeitiges Lieblingsgericht auswählen. Niemand isst Tag für Tag das Gleiche.“
„Was ist mit Alexa. Wie verkraftet SIE das?“
„Natürlich weiß sie es und ist zweifelsohne eifersüchtig. Dennoch duldet sie es und behelligt mich nicht damit.“
„Seitdem du mit ihr zusammen bist, scheinst du nicht mehr so hungrig auf andere zu sein?“, wandte ich feststellend ein.
Gunnar legte kurz die Stirn in Falten. „Weil sie mich in vielen Belangen zufrieden stellt. Zumindest versucht sie es. Ich kann es heftig mit ihr treiben. Ein, oder auch zwei Stunden lang. Sie spielt auch gern meine Spiele. Zumindest gibt sie vor, dass es ihr gefällt. Obwohl ich mir manches Mal nicht sicher bin, ob es tatsächlich so ist. Was sie allerdings und offensichtlich eindeutig an mir mag, ist der Switcher. Das Dominieren und das Unterwürfig sein. Damit spielt sie ebenfalls ganz freudig. Scheint ihr sogar zuzusagen. S-c-h-e-i-n-t. Wohl gemerkt.“ Er machte ein bedeutend ausdrucksvolles Gesicht und nickte leicht. Und dann, bevor er weiter sprach, traf mich doch prompt sein verlangender Blick.
„Ich würde mir so sehr wünschen, dass auch dir das gefällt. Nur andererseits bist DU MEINE IKONE. Meine KÖNIGIN. Meine Adlige. Meine Gebieterin....so zu sagen. Nichts darf dich entweihen. Du bist die Anbetungswürdige, die auf dem Sockel steht. Die tun kann was sie will. Gleichwohl auch ICH zuweilen eifersüchtig bin. Nur habe ich gelernt damit umzugehen. Und wenn ich nehme, dann weiß ich, dass ich geben muss.“
WOW. Welch’ eine Ansprache! Welch’ eine Offenheit,....die mich erstaunte. Trotz alldem schüttelte ich ein wenig mit dem Kopf.
Gunnar lächelte, legte seinen Arm um meine Schulter und drückte mich an sich. „Was ist? Glaubst du mir nicht?“
„J-a. Schon.“
„Aber?“
„Wie gehst du mit LIEBE um? WAS bedeutet sie für dich?“
„Ich sehe DAS so ganz männlich hierarchisch. Wie stets zu sagen pflegst.“ Gunnar zwinkerte mir zu und war in diesem Augenblick so angenehm warmherzig und aufrichtig, das ich förmlich vor Liebe zu ihm dahin schmolz.
„Du bist die ERSTE. Das non plus ultra für mich, so zu sagen.“ Gunnar lächelte mir liebevoll entgegen und küsste mich auf die Stirn. „An zweiter Stelle ist.....“ Nun zögerte er. Wiegte seinen Kopf ein wenig hin und her.
„...die jeweilig favorisierte Konkubine.“, beendete ich seinen Satz.
Nun zog Gunnar, in üblicher Manier, seine linke Augenbraue nach oben und sah mich ein wenig abschätzend und ebenso anerkennend an. „Es ist ja nicht so, dass du ungnädig wärst.“, fuhr ich fort mit meiner Beurteilung. „Sie bekommt ein Kind von dir und somit stehst du auch zu ihr. Bist, auf deine ganz eigene Art, ein Ehrenmann.“
Nun erntete ich Gunnars bewundernde und offenkundig wertschätzende Blicke.
„Du bist gut. Ich sehe, du lernst mich immer besser kennen. Ich bin doch überhaupt nicht SO schlimm?“ Gunnar setzte sein schönstes (und spaßigstes) Grinsen auf. „Und.....“ Gunnar drückte mich erneut an sich und drückte mir einen leidenschaftlichen Kuss auf die Lippen. „....ich liebe DICH über alles, meine Schöne.“ Sogleich wurde er jedoch ein wenig ernster. „Vor allem, will ich dich nicht verlieren. Verstehst du das Rea. Und es hat NICHTS mit Geld, oder meinem Job zu tun. Ich will einfach für immer mit dir zusammen sein. Was wir so wie so waren und sind. Dieses Mal, allerdings, scheint es sich ein wenig komplizierter und mühsamer zu gestalten, als bisher in den anderen Leben. Womöglich ist es jetzt unsere Aufgabe, miteinander zu lernen und aneinander zu wachsen. Meinst du nicht auch?“
Ufff.....was war mit meinem Ehemann passiert?! Hatte er urplötzlich die Erleuchtung erfahren?!



Samstag, 5. Dezember 2015

Männer-Gerüchte und Männer-Wahrheiten



Gerüchte wegen Derek machen derzeit die Runde. Was mich ein wenig besorgt.
Sie sind nicht wirklich amüsant anzuhören. Sarah berichtete mir davon.
„Jeder Kerl hier, den du näher kennst, bereut es jetzt nicht dein Stecher geworden zu sein. Dann wäre ER nämlich jetzt Leiter des Zentrums.“, sagte sie zu mir in ihrer etwas vulgären und unschicklichen Art des Redens. Ich sah sie forschend an. Wollte sie nicht fragen welcher Meinung SIE persönlich denn wäre. Fragte stattdessen, WER sich denn als SOLCHER wähne.
„Ha!“ Sie lachte. „Da gibt es Einige.“
„Kannst du mir vielleicht ein paar Namen verraten?“
„Das weißt du doch selbst wen du näher kennst.“ Sollte ich ihre Worte als Herausforderung verstehen? Oder eher als mokant?
Aber nein. Sarah war doch nicht SO. Infolgedessen antwortete ich ihr nach bestem Wissen und Gewissen. „Jason vielleicht?“
„Ja!. Auf alle Fälle.“ Sie grinste mich an. „Wer noch? Es gibt hier niemand anderen.“
„Paul Bradley ist  gelegentlich im Gespräch.“
„Nein!“, verwehrte ich mich entschieden dagegen. „DAS ist nicht wahr! Da war niemals etwas mit ihm.“
„Er war mit dir in Berlin.“
„Ja und?“....WER noch?“ Ich sah sie fragend an.
Sie stöhnte. „Ach weißt du, alle möglichen Kerle denken dass sie vielleicht bei dir gelandet wären und könnten jetzt an Dereks Stelle sein.“
„Was soll das denn nur? Ich verstehe das nicht. Ich habe mich niemals hier irgendwem angeboten. Hatte es gleichwohl nicht nötig und wollte dies auch nicht!“
„Ja. Ich weiß. Kann mich gut an unsere damaligen Diskussionen erinnern. Du warst die Chefin und fandest es unter deiner Würde, dich hier an jedes hübsche Gesicht zu verkaufen nur, weil dein Ehemann ständig fremd ficken muss.“
„Phhhuuu!“ Ich schnaufte. Musste sie so ordinär und derb daher reden? „Was denken diese Leute eigentlich von mir? Das ich eine Hure bin?“, wurde ich ärgerlich. (Aber genau genommen nicht auf Sarah.)
„Na ja. Es ist immer ein Unterschied, ob ein Mann oder reine Frau fremdgeht.“ Sie zwinkerte mir wohlmeinend zu. „Es wird von manchen halt nicht verstanden, dass du die Schnauze voll hast ständig betrogen zu werden und dir ebenfalls einen anderen suchst.“
„Ich habe ihn mir nicht gesucht. Gunnar hat mich förmlich in Dereks Arme getrieben, um seine Betrügerei zu verharmlosen und zu rechtfertigen. Es war nicht  MEINE Schuld!“
Sie hob die Hände. „Ich weiß das ja und wenn mit mir jemand darüber spricht, sage ich ihm das auch. Schließlich finde auch ICH, dass es dein gutes Recht ist, mit einem andere zu vögeln, wenn es dein Ehemann zigfach macht.“
„Ich gebe zu, dass ich für Jason eine gewisse Schwäche habe. Allerdings ist mir sehr wohl bewusst, dass ER verheiratet ist. Ich würde mich niemals zwischen ihn und seine Frau drängen. Schließlich sind da gleichwohl zwei Kinder, denen ich fairer Weise ihren Vater niemals wegnehmen würde. Und ebenso wenig beabsichtige ich die Familie zu zerstören.“
„He, he Rea. Du brauchst dich doch nicht zu rechtfertigen. Jason ist ein toller Mann. WER von uns Frauen hätte sich nicht vorstellen können mit ihm ins Bett zu gehen?!“ Sarah zwinkerte wieder und grinste mich frech an. „Wie war er eigentlich so?“
„Herr Gott Sarah! Wie kannst du nur?!“
Trotz alledem lachte ich mit ihr....und dachte an Jason. Er ist in der Tat ein stattlicher Mann.

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Derek fragte zaghaft an, ob ich mich tatsächlich scheiden lassen wolle.
Ich sah ihn mit leidender Miene an. „Derek, du weißt doch, dass ich Gunnar liebe. Ich will nur nicht mit ihm UND ihr zusammen leben. Ich finde das alles hier so wie so überaus eigenartig. Lebe es jedoch. Und vermutlich wird es auch dir nicht wirklich zusagen, wie es jetzt steht mit uns.“
Derek schnaufte. „Ich finde es wunderbar, dass wir jetzt so viel zusammen sind. Gerade so, als wären wir wirklich.....verheiratet. Und bin dir unendlich dankbar dafür, dass du mich als Leiter des Zentrums eingesetzt hast. DAS hatte ich überhaupt nicht erwartet. Hab’ Dank dafür. Es ist mir eine Ehre und ein Bedürfnis dich in jeglicher Hinsicht zufrieden zu stellen. Denn ich weiß nun, dass du mir ebenfalls in allen Punkten vertraust.“
Wow! Was für eine Ansprache! Sehr ehrenwert!
„Aber wie stehst du zu unseren Verhältnis.“
Derek atmete schwer, senkte den Kopf. Hob ihn dann wieder und sah mich ein wenig gequält, jedoch lächelnd an. „Wenn es für dich so okay ist mit uns, dann ist es das ebenfalls für mich. Allein dass DU REA glücklich bist, ist mir wichtig dabei.“
„Aber ich bin es nicht.“
„Warum? Wegen ihm? Wegen Gunnar? Weil ER seinen Schwanz nicht in der Hose behalten kann? Weil er andauernd andere Frauen, samt einer dauerhaften Konkubine braucht, die zu allem Überfluss jetzt auch noch ein Kind von ihm erwartet?“
„Müsste DICH DAS nicht glücklich machen? Wenn ich mich immer weiter von Gunnar entferne, weil ich seine Kapriolen nicht aushalten kann.“
„Nein. Ich sagte bereits. Es ist mir wichtig, dass DU glücklich bist. WIE auch immer.“ Derek umarmte mich und gab mir einen Kuss auf die Stirn. „Sag’ mir doch einfach was du brauchst, um glücklich zu sein.“ Ein strahlendes Lächeln überzog sein Gesicht.
„Wenn ich alles so recht bedenke, gäbe es nur wenig Grund zu klagen. Das Zentrum gehört nun wieder mir. Die finanziellen Angelegenheiten laufen gut. Wanja hat mir sogar noch einen Bonus mitgegeben.“ Ich schmunzelte in mich hinein und dachte....ER ist wunderbar! Danke! „Nur meine Ehe läuft nicht wirklich gut. Die Gründe dafür, finde ich, sind allein bei Gunnar zu suchen.“
„Also würdest du mit mir nicht zusammen sein, wenn Gunnar dir treu wäre.“
„Phhhh.“, pustete ich die Luft durch die Lippen. „Vermutlich ja.“
Derek nickte lächelnd und erwiderte: „Okay. Aber es ist nicht so.“
„Nein. Das ist es nicht. Bedauerlicher Weise. Denn....“
„Ja. Ich weiß. Du liebst ihn immer noch.“
„Daran besteht in der Tat kein Zweifel.“
„Meinetwegen. Dann komme ich auch damit zurecht.“

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- Ian hat  sich gemeldet und angefragt, WANN ich endlich seiner Einladung nach Berlin nachkommen würde.

- Kevin rief mich an, um mir mitzuteilen, dass sie bereits im Aufbruch seien. „Ich bin bald bei dir und freue mich drauf.“

- Wanja ließ trotz eigener finanziellen Einbußen verlauten, dass er mir jede Summe zahlen und alles geben würde, was ich von ihm verlange. Er liebe mich noch immer und würde es auch weiterhin tun. Nur jetzt,.....seien ihm in Punkto gemeinsamer Zukunft offenkundig die Hände gebunden. „Im Augenblick.“ Was auch immer dieses Wort für ihn bedeuten mag. Oder er damit meint, entzieht sich meiner Kenntnis. Womöglich gedenkt er noch einige Zeit im Vaterglück zu schwelgen, bevor er seine Freundin doch noch ernsthaft nach der Wahrheit fragt, ob,.....es nun tatsächlich SEIN Kind ist. Ist ihm vielleicht selbst bang davor?

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Gunnar kam am späten Nachmittag noch einmal wieder, um.......mich abzuholen.
„Komm mit mir nach Hause.“, sagte er.
Hatte er sich tatsächlich (an diesem Wochenende?) für mich entschieden? Oder war es nur eine vorübergehende Laune von ihm? Gedachte er unsere Ehe, seinen Job und somit seine Haut zu retten? Oder liebt er mich wirklich noch so sehr, wie er es immer vorgibt zu tun? Gibt er unserer Ehe nun in gleichem Maße eine Chance?
Selbstredend (hagelte) gab es erneute Liebesschwüre!
Zum Thema Alexa allerdings, äußerte er sich vage.
In jedem Fall versprach er mir, das Wochenende mit mir allein zu verbringen. „Wenn du magst, können wir auch verreisen.“
„Nein. Das einzige, was ich benötige, ist meine Ruhe und einen Ehemann an meiner Seite, der auch mein Ehemann ist!“
„Ich dachte schon, du würdest Derek heiraten wollen.“ (Was offensichtlich lustig sein sollte.)
Ich schnaufte. „Er mag ein gut aussehender, liebevoller und ehrenwerter Mann sein. Ohne Frage. Der mich zweifelsfrei ohne jegliche Einwände über alles liebt. Nur weißt du weißt genau, dass ich für ihn nicht wirklich das Gleiche empfinde. Meine Liebe ist nach wie vor bei DIR Gunnar. Das weißt du doch. Und ich hoffe immer noch, dass wir eine gute Art des Zusammenlebens finden, die für uns bei befriedigend ist.“
„Ich würde sagen,.....wir arbeiten daran. Und auch eben grade.“ Er lächelte mir zu und hatte tatsächlich so viel Liebe in seinen Augen, dass ich ihm all seine Liebeschwüre glaubte/glaube..................

Und immer wieder die Frage von ihm, WARUM ICH es mir so schwer machen würde? Er liebe mich doch und es wäre ALLES in Ordnung so...........

Ich dachte an Derek. Ich hatte nicht einmal sonderlich darauf geachtet, wie er mein Gehen aufgenommen hat. Ich verabschiedete mich von ihm liebevoll schauend, mit ein wenig Trauer im Blick, nebst einem Kuss und.....ging mit Gunnar.......selbstverständlich.
Nun, was hatte er gedacht/erwartet?
Ich denke schon, dass er weitestgehend mit der derzeitigen Regelung zufrieden ist. Verbringe ich doch die Hälfte meiner Zeit mit ihm. Eine mehr als gerechte Aufteilung, .......wie ich finde.

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Dann, irgendwann, der Zusammenbruch der Gefühle! Das Schreien! Das Toben! Die Verzweiflung...............
„Wieso tust du mir das an?! Wieso tust du mir das an? Wieso tust du mir das an?!“ Immer heftiger. Immer intensiver.
Dann das Schlagen mit meinen Fäusten auf seine Brust.
Schlussendlich......die Entspannung....in Gunnars Armen.
Er trug mich zur Couch. Setzte sich zu mir und hielt mich fest!
Und wie sehr ich DAS brauchte!!! Wie sehr! Wie sehr! Wie sehr!

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Infolgedessen, bin ich nun doch wieder die (mehr oder weniger) glückliche  (und (derzeit!)  alleinige) Ehefrau!
Also,....lasst es mich genießen!



Freitag, 4. Dezember 2015

Müde und erschöpft




Ich bin noch immer so müde, so müde, so müde. Verausgabte mich völlig, in den letzten Tagen hier im Zentrum und überhaupt ist mir im Augenblick alles zu viel. Ich fühle mich schwach und erschöpft. Aber Ruhe gibt es nicht. Es geht weiter, und weiter, und weiter.

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Ich blieb natürlich im Zentrum und bei Derek. War zu kraftlos am Abend noch einmal mit dem Wagen nach Stockholm zu fahren. Wäre ich gesund, wäre es sicherlich kein Problem gewesen. Nur so ist es eben nicht.
Ohnehin hatte mich Thomas gebeten, heute Morgen zu ihm zu gehen. Wir sprachen über die Erweiterung des Sicherheitsteams. Über personelle Fragen überhaupt. Des Weiteren gab es eine Anfrage von staatlicher Seite, ob wir nicht einige der Flüchtlinge aufnehmen könnten. Für mich gibt es zu dieser Thematik nur eine Antwort. Und DIE ist ein eindeutiges NEIN!
Sofort, nachdem Thomas diese Angelegenheit ansprach, wischte ich mit einem rigorosen und unmissverständlichen Satz jegliche etwaige Argumente dafür klar und eindeutig beiseite. „HIER wird es dieses.......(jeder möge sich hier denken, was er will!)! nicht geben. Basta! Und Punkt!“
Thomas hob die Hände zur Beschwichtigung. Alle anderen waren still.
Genau SO mag ich das!

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Zuvor jedoch, als ich mit Derek beim Frühstück saß, kam tatsächlich Gunnar herein.
„Darf ich?“, fragte er höflich und grinsend.
„Aber natürlich. Setzt dich doch.“, erwiderte ich.
Im folgenden Gespräch legte ich ihm noch einmal klar und deutlich, wie zuvor bereits ausgesprochen, dar, dass ich zwar bereit bin MIT ihm zu leben, weil ich ihn liebe, jedoch mitnichten gleichwohl mit ihr.
„Wenn es dir nicht gefällt, kannst du dich ja scheiden lassen.“
„Ich will ebenso mit DIR leben. Und ich werde dich niemals aufgeben. Was denkst du dir nur. Aber was soll ich tun? Alexa bekommt mein Kind.“
Noch, dachte ich so, ist es in ihrem Bauch und sie am leben. Noch........
„Nein! Das wirst du nicht tun!“
Ups! Gunnar hatte in meinem Kopf gestöbert und meine Gedanken gelesen. Sie müssen recht eindeutig gewesen sein.
„Wieso nicht? Was hast DU mit Wanja getan?“
„N-i-c-h-s habe ich getan?“
„Warum streitest du es ab.“
„Da gibt es nichts abzustreiten. All das hat er sich selbst angetan.“
„Ahhhh. Natürlich. So ist das also.“ Ich tat einen gewichtigen Blick in Richtung meines Ehemannes und nickte wissend. „Dann würde ich sagen, SIE tut sich alles, was geschieht, ebenfalls selbst an. Ist doch sehr bequem. Nicht wahr?“ Mein Gesicht zeigte eine gewisse Genugtuung und ebenso einige sarkastische Züge.
Derek mischte sich nicht ein.
„Und wieso redest du immer von Scheidung? Ich will DAS nicht.“
„Aber natürlich möchtest du nicht wieder mittellos und ohne Job dastehen. Als brotlos gewordenes Model, welches nur gelegentlich einen Job bekommt.“
Nun sah ich, wie Gunnar der Zorn aufstieg. Derek wurde es nun anscheinend zu bunt und ER ergriff das Wort. Versuchte zu schlichten. „Leute! Bleibt friedlich und beleidigt euch nicht.“
„Ich dachte DU willst Rea haben und es käme dir zu pass, wenn WIR uns entzweien.“, griff Gunnar nun Derek gleichermaßen an.
„Woh, wohh, woh! Sachte Gunnar. SO ist das nicht.“, wehrte Derek entschieden ab.  „Ich weiß und akzeptiere dass Rea dich liebt. Habe sie niemals gedrängt dich zu verlassen.“
So ging es noch einige Male hin und her, bis es mir genug des Zankens war.
„Ich muss zu Thomas gehen. Es gibt da noch einiges zu besprechen.“, sagte ich dann und beendete die damit die unsägliche Diskussion. Sah Derek an, der mich begleiten sollte und schickte mich an aufzustehen.
„Kommst du später dann noch zu mir?“, fragte Gunnar mit sanfteren Tones.
„Heute?“, begann ich zynisch meine Antwort zu formen. „Heute ist Freitag. Das Wochenende bricht an. Infolgedessen eine Zeit, wo du dich stets mit anderen vergnügtest und es dir bisher gleichgültig war, wo ICH währenddessen bin. Wie kommst du also auf die Idee, dass ich gerade HEUTE zu dir kommen soll?“
Gunnar schien einwenig verzagt zu sein. „Ich sehen mich nach dir.“, sagte er leise und schlug die Augen nieder.
Was war dies nun? Eine Posse? Ein Spiel? Oder eine Tatsächlichkeit?
Natürlich neigte/neige ich dazu ihm zu glauben.
„Wir werden sehen.“, gab ich schlussendlich ungeduldig zu. „Jedoch OHNE SIE! Kannst du DAS nicht akzeptieren, komme ich NICHT zu dir!“
Ich war bereits aufgestanden. Hatte Derek einen auffordernden Blick zugesandt. Nickte Gunnar kurz zu und bevor ich ging sagte ich noch zu ihm: „Es ist DEINE Entscheidung“!

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Auf dem Weg zum Büro trafen wir Jason und Paul, die ihre Runden drehten. Ich grüßte sie freundlich, jedoch ein wenig distanziert. Derek an meiner Seite.....schwieg.
  

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Gefühlschaos – Die Kurzfassung



Ich blieb noch einen Tag und eine Nacht mit Derek im Zentrum. Hatte Sex mit ihm und genoss es. Derek ist ein überaus liebevoller und einfühlsamer Mann. Dachte jedoch gleichermaßen an Gunnar. Ich sehnte mich nach ihm und beschloss am nächsten Tag zu ihm zu fahren. Anstatt erneut im Büro zu sein.
Am nächsten Morgen jedoch hatte mich unerklärlicher (?) Zorn gepackt und ich rief ihn an. Drohne mit Scheidung und wies IHM die eindeutige und alleinige Schuld zu. Forderte ihn auf, sich zwischen mir und Alexa zu entscheiden und legte wütend auf.
Derek hatte neben mir gesessen und, mich mit nach oben gezogenen Brauen sowie zweifelnd angeschaut.
Nach dem Frühstück entschloss ich mich zur kosmetischen Aufhübschung. Da ich kein Verlangen mehr danach hatte, ins Büro zu gehen. Schließlich hatten wir es am letzten Abend erst gegen zwölf verlassen. DAS war nun wahrlich genug!
Während der kosmetischen Behandlung rief Troels an, um ihm zu fragen, ob wir gemeinsam zu Mittag essen würden. Selbstverständlich sagte er zu. Es zog mich nach Stockholm........
Wir sahen uns nur kurz. Speisten gemeinsam. Er begleitete mich zurück zu meinem Wagen und ich.......war zu feige zu Gunnar zu fahren. Ging noch ein wenig shoppen und ließ mich massieren. Trank sogar ein Bier. Aß Wurst und Brot. Ein Bauernfrühstück so zu sagen und fuhr dann zurück zum Zentrum.
Dort erfuhr ich, dass Gunnar nach mir gesucht hatte.
Ach ja, ich hatte mein iPhone abgeschaltet.
Gleichgültig. Ich war/bin noch immer zu feige und nun gleichwohl zu müde noch einmal nach Stockholm zu fahren. Ein Glück, dass man mich auf der Fahrt hier her nicht angehalten hat. Ich kann nicht sagen, wie viel Promille ein Bier sind. Aber hier ist Null Toleranz. Nun ja. Ich bin mir sicher, dass ich mit einem Augenzwinkern davon gekommen wäre.
Nun bleibe ich erneut mit Derek hier bis......Morgen vielleicht? Dann starte ich am Nachmittag womöglich einen neuen Versuch. Wenn......sich bis dahin meine Stimmung nicht erneut geändert hat. Wer weiß. Vielleicht ruft Gunnar an oder kommt noch einmal hier her.

In jedem Fall muss ich Morgen doch noch einmal mit Derek zum Büro gehen. Thomas hat mich wissen lassen, dass es Probleme gäbe, welche es zu regeln gilt. Ebenso wäre es offenkundig an der Zeit und notwendig, das Sicherheitsteam aufzustocken.

And now I’m tired. Lass mich in Dereks Arme sinken und genieße in Ruhe den restlichen Abend! Punkt.


Mittwoch, 2. Dezember 2015

Zu viel......Beschäftigung - zu wenig Ehemann



Ich glaube mich nicht daran erinnern zu können, als ich das erste Mal die Inhaberin des Zentrums war, dass Chefin sein so derart viel Zeit in Anspruch nimmt und Arbeit (Energie) kostet. Nun, womöglich hat es daran gelegen, dass die Hauptlast von Christine, Gunnars Mutter, getragen wurde und ich nur am Rande und gelegentlich mit half. Dieses Mal sieht es allerdings anders aus. Im Augenblick gibt es mehr als genug zu tun. Bestellungen, Reparaturen, Termine, Anwälte, Veranstaltungen, Telefonate. Unter anderem mit Wanja! Um etwaige Unstimmigkeiten zu korrigieren. Mir schwirrt der Kopf, wenn ich über alles, was hier so geschieht, informiert sein will und aller Wahrscheinlichkeit nach gleichwohl muss. Thomas hat gute Arbeit geleistet und all das, was er tat, fällt dieser Tage auf mich. Weil Derek noch nicht so weit ist. Seine Aufgabe, bis zu dem Zeitpunkt, wenn Thomas uns endgültig verlässt, ist es,....zu lernen. Denn meine Absicht ist es, Derek mit den anderen Büroangestellten zusammen zukünftig die Mehrzahl der Aufgaben erledigen zu lassen. Wozu hätte ich  sonst Arbeit-Nehmer?
Mag sein, dass ICH die Verantwortung trage. Hier und da etwas zu entscheiden, zu unterschreiben ist, oder ab und an besprochen und ausgearbeitet werden muss. Mehr jedoch beabsichtige ich nicht an Beschäftigung und Mühsal auf mich zu nehmen. Der gestrige Tag war mir vollends genug. Und heute war es nicht besser.
Es ist überaus anstrengend.....Chefin zu sein!

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Nun Derek scheint kein Schwächling und ebenso wenig ein Versager zu sein. Ganz im Gegenteil. Trotz der ausfüllenden Beschäftigung (des Lernens), richtete er seine Aufmerksamkeit gleichermaßen auf mich. Sorgte sich und sah, dass es mir zu viel gewesen ist.
Immer wieder kam er zu mir hin, legte seinen Arm um meine Schulter und sprach mich an: „Komm, ruh’ dich aus. Setz dich eine Weile und wenn du nicht mehr kannst, geh’ zurück zum Haus und pausiere eine Weile ganz.“ Mehr Innigkeit und Nähe,war ohnehin nicht möglich und nicht angebracht, vor den andere im Büro.
„Nein, nein. Ist schon okay. Ich fühle mich gut. Ich schaffe das schon.“, beschwichtigte ich ihn. Was genau genommen gelogen war.
Derek ließ mich tun. Sah jedoch immer wieder achtsam zu mir herüber und beobachtete mich kurz. Wenn ich es bemerkte, lächelte ich ihm zu und nickte flüchtig. Verbarg die viel zu hohe Anstrengung.
Bis spät abends waren wir im Büro und diskutierten. Private Zeit für Derek und mich gab es nicht. Ich war so derart erschöpft, dass ich gegen halb eins tot müde.....ins Bett gefallen bin. Selbstredend kein Sex. Ebenso heute Morgen nicht. Denn unser Tag begann gegen halb sieben. Eine überaus ungewohnte Zeit für mich, zum aufstehen und.....mich plagen!
Nun, trotz aller derzeitiger Mühsal, bin nicht zuversichtlich, dass es alsbald ruhiger für mich werden wird.

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Ich vergas zu erwähnen, dass ich am Montagnachmittag ein fabelhaftes und anregendes Gespräch mit Marie geführt habe. Ich bin so überaus glücklich darüber, dass wir uns wieder (so gut?) vertragen!
Zum Schluss war sogar die Rede davon, dass Henrik sie heiraten wird. Was ich ihr selbstredend von ganzem Herzen wünsche!

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Man darf nicht denken, dass ich Derek nicht überaus angenehm fände. Dennoch sehne ich mich nach meinem Ehemann! Der seine Leben offenkundig jetzt in Stockholm mit seiner Geliebten verbringt. Denn ICH bin nicht bereit, das dritte Rad am Wagen zu sein!
Ich will nicht mit meinem Ehemann UND ihr zusammen in einem Bett liegen!
Ich will sie nicht sehen, wenn ich am Morgen erwache!
Ich will das Frühstück alleinigst mit Gunnar genießen und nicht zu dritt!
Ich will nicht um eine Audienz betteln müssen, um Zeit für uns allein! DAS ist demütigend! Und noch habe ich derartiges NICHT nötig!
Ich will meine Zeit an meines Ehemannes Seite verbringen und nicht ständig notgedrungen woanders sein!
Es ist nicht so, dass sich Derek nicht mag. Er ist ein überaus attraktiver und liebenswerter Mann. Dennoch wäre ich möglichst die meiste Zeit mit Gunnar zusammen.
Ich will nicht (!), dass wir uns auseinander leben. Gleichwohl Gunnar beständig betonen mag, dass er mich liebt und sich niemals von mir trennen wird, frage ich mich doch, WAS ist DAS denn für ein Leben??!!....für uns beide,......das ICH nicht so will!

Und jetzt, werde ich mir die Zeit nehmen, im Restaurant mit Derek zu essen und anschließend noch zum Frisör zu gehen! Ein, zwei Stunden Entspannung sind notwenig und angesagt!



Dienstag, 1. Dezember 2015

Ein wenig Großzügigkeit.......



Ich bin im Zentrum und bei Derek geblieben. Gleichwohl über Nacht.
Alle Anrufer, gestern, nahm ich nicht mehr entgegen. Ich war müde und ausgelaugt.
Unser Morgen war recht ungewöhnlich. Frühes Aufstehen. Ich hasse es!
Selbstredend ist Derek befleißigt, in seinen neuen Job gut zu lernen und noch so viel wie möglich von Thomas mitzunehmen. Solange er noch hier in Schweden ist.

Im Restaurant traf ich auf Sarah.
„Komm setzt dich doch.“, bot ich ihr an.
Smal talk. Gerüchte und dann der Spruch: „Wenn ich so hübsch wäre wie Derek, würde ich dann auch Chefin werden?“
Ups. Mit diesem Satz hatte sie eine unsichtbare Grenze überschritten, welche einer Angestellten, gegenüber ihrer Chefin, schlicht und einfach nicht zustand.
Nun. Okay. Es war ausgesprochen.
Ich sah zu ihr hinüber und musterte sie still. Sie senkte den Blick und wusste, dass sie mit ihren Worten einen Schritt zu weit gegangen war.
Trotz alledem antwortete ich ihr.
„Hättest du denn Interesse für einen Job im Büro?“ Ich fixierte sie und wartete.
„Nein. Nein!“, wehrte sie entschieden ab. „Das wäre nichts für mich.“
„Wie wäre es als stellvertretende Chefin im Sicherheitsteam?“
„OH! Ryan würde mir den Hals umdrehen.“
„Ja. Das ist zweifellos möglich.“
Nun lächelten wir uns wieder an.
„Vielleicht sollte ich dich als Privatdetektivin hier im Zentrum einsetzten.“
Sie lachte. „Wurde denn bisher überhaupt schon einmal etwas gestohlen?“
„So weit es mir bekannt ist, nein. Aber es geht nicht nur um Gestohlenes.“
„Nein, nein.“, verwehrte sie sich noch einmal. „Ich weiß nicht, ob ich diesen reichen Alten ihre Handtaschen hinterher tragen kann.“
Ich sah sie nur an und lächelte. Erwiderte jedoch nichts.
Somit war gleichwohl das Gespräch beendet. Sie stand auf, verabschiedete sich  förmlich als sonst und ging.
Derek hatte zu all dem nichts gesagt. Erst jetzt bemerkte ich seinen etwas missbilligenden Blick.
„Was ist?“, fragte ich ihn.
„Sie hatte es sicherlich als Scherz gemeint.“
„Kann schon sein.“, wurde ich strenger. „Dennoch steht es ihr nicht zu, mir gegenüber so etwas auszusprechen.“
Derek schwieg darauf. Zog nur die Brauen nach oben und legte die Stirn in Falten.
Ich schnaufte ein wenig und dachte noch einmal darüber nach. Vielleicht hatte er sogar Recht............
Ein wenig Großzügigkeit täte mir sicherlich gut.
(Nun, womöglich werde ich mich auch bei ihr entschuldigen. Oder sie bei mir? Ich weiß es nicht. In jedem Fall suche ich wieder eine erneute Anbindung,....freundschaftlicher Art.)