Sonntag, 10. Juli 2016

Ankunft in den Black Hills und die Ankündigung einer Auszeit




Trotz der klaren Worte von Gunnar hatte es mit Alexa Diskussionen gegeben. Sie hatte versucht ihn zu überreden, sie doch noch mitzunehmen. Aber es blieb dabei. Wir flogen allein.
Jedoch nicht lange nachdem wir in den Black Hills angekommen waren, entbrannte erneut via iPhone die Debatte mit ihr. Gunnar sprach in einem lauten Ton mit Alexa sprach und noch im selben Moment hörte ich Mary sagen: „Würdest du bitte nach draußen gehen?“
Das Gespräch an sich dauerte nicht lange. Gunnar hatte offenbar schlicht und einfach aufgelegt und kam mit einem missmutigen Gesichtsausdruck zu uns zurück.
„Genau deshalb wollten wir nicht, dass sie mit euch hier her kommt. Es ist nun nicht so, dass wir sie als Gast nicht haben wollen.“, begann Rodney zu erklären. „Aber die Energie wäre nicht gut. Du verstehst das doch.“, was mehr eine Feststellung als eine Frage war. Gunnar nickte ihm zu und es war eindeutig, dass er ihn verstand.
„Ich weiß.“, sagte er. Schnaufte und kratzte sich am Kopf. „Dessen bin ich mir durchaus bewusst gewesen. Deshalb brachte ich sie nicht mit hier her.“
Rodney und auch Mary blickten lächelnd in die Runde. Wir verstanden einander und das war gut. Es beruhigte mich.

------------------------------

Den ganzen Flug über war ich müde gewesen. Wir hatten in L.A. eine Zwischenlandung und ich vermochte mich kaum auf den Beinen zu halten. Fatigue....schlug zu.
Gleich nach der Ankunft in Rapid City hatte Gunnar einen Wagen gemietet, mit welchen wir noch umgehend losgefahren waren. Denn es war so wie so schon spät am Tag.
Wir kamen in Marys und Rodneys Hütte erst eine Stunde vor Mitternacht an.
Ich fühlte mich die ganze Zeit über nicht wirklich gut. Hatte gleichwohl während der Fahrt so la, la vor mich hin gedämmert. Jedoch nicht wirklich ausgeruht. Daher ging ich sogleich nach der Begrüßung zu Bett und schlief bis.....vor kurzem durch.

-------------------------

So, nun vermute ich allerdings, dass mein Notebook sich so allmählich verabschiedet. Denn beim heutigen Start wurde es, wie schon einmal, bevor es gereinigt wurde, viel zu heiß, sodass nichts mehr ging. Was nichts anderes bedeutet, als dass ich mir ein Neues kaufen muss.

Und womöglich sollte ich dies zum Anlass nehmen, an dieser Stelle zu pausieren,..........mit dem Schreiben.
Mary riet es mir ebenfalls. Sie legte mir beruhigend ihre Hand auf die Schulter, als ich beinahe hysterische Anfälle bekam, weil mein Notebook nicht lief.
„Alles hat seinen Sinn und ist manchmal genau SO angedacht und richtig, wie es gerade ist. Du musst Vertrauen haben in den Großen Geist.“ Sie zwinkerte mir zu und ihre Augen strahlten ein sanftes Lächeln aus. „Und bist du nicht eigentlich hier her gekommen um auszuruhen? Dein Computer weiß das. Aber du offensichtlich nicht.“ Sie lachte so herzlich, dass ich nicht anders konnte, als ebenfalls zu lächeln. Obwohl ich hätte schreien können.
„Schau’ dich doch bloß einmal an Rea.“, sprach sie weiter. „Du bist trotz der vielen Stunden Schlaf noch immer erschöpft. Deine Augen sind rot. Deine Reaktionen schleppend. Denkst du nicht, es wäre besser für dich und vor allem an der Zeit für ein paar Tage,......eine Woche,......“, ihr Grinsen wurde immer breiter, „vielleicht sogar für zwei Wochen,........oder mehr, komplett auszuruhen und das Internet zu lassen?“
Ich schüttelte energisch mit dem Kopf und öffnete den Mund zum Sprechen.
Mary legte ihren Zeigefinger auf die Lippen. „Schschschsch......denk’ erst nach, bevor du sprichst.“ Infolgedessen schnaufte ich nur und machte ein verzweifeltes Gesicht.
„Vielleicht hast du jetzt Zeit, dich von deinem geliebten Notebook, welches dich schon so lange begleitete, zu verabschieden. Tue es einfach und dann..........kauf’ dir ein Neues. Ohnehin hätte ich für dich andere Dinge zu tun, wenn......du schon einmal hier bist.“ Und wieder ein Zwinkern von ihr.
„Du meinst die spirituellen......Dinge? Nicht wahr?“
Mary nickte und umarmte mich. „Ja.“

Im Klartext scheint es nun zu bedeuten, dass dies vorerst offenbar heute mein letzter Eintrag sein wird, bis.......... mein neues Notebook bei mir und für meine Zwecke eingerichtet ist.

So würde sich vielleicht auch erklären, wenn man hier in der nächsten Zeit nichts von mir hört. Was ich zum allgemeinen Verständnis noch einmal kurz zu erwähnen gedachte. Vor allem,.....für mich selbst. (Damit ich es mir noch einmal verdeutliche und damit auch ICH es glauben kann......was so unwahrscheinlich ist. ICH OHNE mein Notebook??? Oje!!!)

Sodann,.....bis bald.

In jedem Fall melde ich mich, mit all den Neuigkeiten, die es zu erzählen gibt, sobald als möglich hier zurück.
Das verspreche ich.



Freitag, 8. Juli 2016

Das „eigentliche Ziel“



Würde ich nur eine ganz normale Ehe führen, ohne eine Alexa oder andere Frauen, wäre ich so viel zufriedener und demzufolge glücklicher, als ich es im Augenblick noch war. Was mir die wenigen Tage allein mit meinem Ehemann erneut bestätigten. BEVOR  sie (Alexa) kam.
Wäre Gunnar mir nur treu, könnte unsere Ehe in der Tat so fabelhaft sein.......
Nichtsdestotrotz bemerke ich (selbstverständlich!), wie viel Mühe sich Gunnar gibt.....meine Erwartungen in dieser Hinsicht doch noch zu erfüllen. Was ich freilich nicht gedenke in jedem Augenblick zu thematisieren, damit es ihn nicht nervt.
Bei Männern scheint es mir viel besser zu sein, subtil vorzugehen und ihnen Raum für Kreativität und Entwicklungsmöglichkeiten zu lassen. Jedoch immer mit einem Augenmerk darauf und mit einem stillen (beinahe versteckten) Hinweis auf das eigentliche Ziel. Zwinker.
Denn was nützt es, die Männer offen zu bevormunden und damit Streit zu provozieren. Wer will das schon? Am Ende müssen sie denken, sie tun es aus eigener Motivation!
Selbstredend hatte ich darüber nachgedacht mit Gunnar zu reden. Ließ es aber dann und wartete besser ab. Was sich als vorteilhaft erwiese. Gunnar sprach von sich aus diese gewollte Veränderung an. Jedoch ausschließlich mit wenigen Worten.

ICH hatte und habe Geduld mit ihm. Und ER tut was er kann. Dies zu wissen, ist für mich das Wichtigste. Ich vertraue ihm und bin ganz glücklich darüber, das ich mich NICHT auf eine erneute Diskussion, Alexas wegen, mit Gunnar eingelassen habe. Oder sie ganz und gar initiierte.
Auch mein sanftes, geduldiges und gleichmütiges Verhalten, trotz Alexas Anwesenheit, mag Gunnar dazu bewogen haben, noch einmal aus einem gänzlich anderen Blickwinkel darüber nachzudenken.......UND tatsächlich sein Verhalten zu ändern. Sogar was den Sex betrifft. Welchen er seit Neuesten überwiegend mit mir verwirklicht. Wir hatten zudem über seine Zeit in der Sekte, seine Neigungen davor, währenddessen und danach, zuzüglich meiner Bereitschaft diesen gelegentlich nachzukommen, geredet. Ich verstand Gunnar UND.....honorierte......seine Bereitwilligkeit zur Veränderung!!!
Und auch Gunnar würdigte mein Entgegenkommen. Wie es scheint, verstehen wir uns derzeit so gut, wie seit langem nicht mehr. Was ich als äußerst angenehm empfinde!!!
Beziehungen sind offenbar doch entwicklungsfähig. Nur bedarf es dazu offensichtlich  beiderseitiger Willenskraft!

Was mich zu diesen Worten inspiriert, fragen Sie sich? Nun, schlicht und einfach Gunnars neues Verhalten. Welches, für mich sichtlich und fühlbar, Wirkung zeigt. Indem er die Nächte über bei mir bleibt. Er nicht darauf besteht zu dritt zu schlafen UND, anstatt mit Alexa zusammen zu sein, seine Zeit lieber mit mir verbringt. OBWOHL sie doch anwesend ist. Was ich doch im Allgemeinen recht erstaunlich finde. Denn gerade in den letzten Tagen hatte meine Kränklichkeit eine, für mich doch recht neue Dimension erreicht. Es geht überaus schlecht mit dem Laufen. Meine Füße schmerzen! Daher hatte ich auch ohne murren, mit Verständnis und Liebe im Herzen, Gunnar meinen Segen gegeben, mit Alexa in die Stadt zu gehen, nachdem er mich darum bat.

Aufgrund meiner derzeit misslichen, gesundheitlichen Lage, und womöglich war ebenso der Stand des Mondes daran schuld, verfiel ich eine kurze Zeit lang in Melancholie, die sich in Richtung einer Depression bewegte. Ich hatte nicht einmal Muse seichte Prosa zu mir zu nehmen. Gleich in welcher Form. Da meine Aufnahmefähigkeit unter dem depressiven Zustand litt. Lenkte mich jedoch mit anderen Dingen ab, was mir erfreulicherweise glückte. Und so kam ich recht zügig in einen erträglichern Zustand zurück, was Gunnar und offenbar sogar Alexa erfreute. Selbst SIE hatte sich, neben Gunnar selbstredend, welcher mich, so gut wie er es eben vermochte, unterstützte, sichtlich um mich gesorgt. Welch’ gefällige, kulante und sympathische Konkubine! Ha, ha! (Nur gut, dass ich nun ebenfalls nett zu ihr bin.)

--------------------------------

Zudem gibt es eine Neuerung.
Als ich mit meinem Vater sprach, schlug er mir (ins Geheim) vor, Alexa, unter dem Vorwand, dass sie doch näher bei ihren Eltern sei, als Toms Sekretärin in Hawaii zu belassen. Ich musste schmunzeln ob dieser Gedanken! Recht hatte er! Allerdings war abzuwarten, was Gunnar davon hielt UND Alexa selbst.

Zu meinem großen Erstaunen, schien ihm diese Tatsache nicht einmal zu stören. Ich konnte es kaum fassen. Und ich war nicht die Einzige. Alexa stand, angesichts dieses Sachverhalts, die Fassungslosigkeit ins Gesicht geschrieben. Aber nur für einen kurzen Augenblick. Sie wandelte sich in Trotz. Was mir doch überaus geläufig war. Sie fing sich jedoch recht zügig und scheint nun wieder ganz NORMAL zu sein. Ob sie es ist und was sie wirklich denkt, sei dahingestellt. Gunnar hat bis zu diesem Punkt der Zeit dazu noch nichts erwähnt. Er lässt es offenbar schlicht und einfach geschehen.......Nur sie monierte. Wollte zurück nach Schweden und sah es nicht ein, hier auf Hawaii bei Tom zu bleiben. So kam es dazu, dass Gunnar und Alexa heftig miteinander diskutierten. Woraufhin SIE nur noch ärgerlicher wurde. Denn Gunnars klare Worte, WO SEIN Platz und der IHRE ist, waren offenbar für sie wie ein Schlag ins Gesicht.
„Ich liebe meine Frau und das hast du genau gewusst, dass ich verheiratet bin.“
Auch das Kind in ihrem Bauch kam zur Sprache.
„Es war deine Entscheidung ein Kind von mir zu bekommen. Nicht die Meine.“
Deutliche Worte, allemal........Meine Hochachtung!
Dann wieder die trotzige Reaktion: „Ich bleibe auf Hawaii.“
„Aber NICHT IN MEINEM HAUS.“, warf ich ein.
„Gleich Morgen suche ich mir eine Wohnung hier.“, sprach es und verschwand.
Tom sah dem Ganzen nur verwundert und schmunzelnd zu.

Womöglich kommt es sogar Gunnars Anstrengungen, mir treu zu bleiben, recht gut entgegen, wenn Alexa auf Hawaii verbleibt.
Er experimentiert aller Wahrscheinlichkeit nach mit sich, seinem Denken, seinen Neigungen und Schwächen herum.
„Möglicherweise muss ich es als eine Gewohnheit sehen.“, sagte er Gedanken versunken zu mir. „Welche mir in den Sektenjahren anerzogen wurde. Allerdings habe ich es schon so oft versucht sie los zu werden, dass mir wähnt, ich werde sie nie mehr los.“
Gunnar nahm meinen Kopf zwischen seine Hände und sah mich mit einem Lächeln an. „Aber ich versuche es weiter und immer wieder aufs Neue. Habe die Hoffnung, diese vermaledeite Eigenart, Gewohnheit, Krankheit loszuwerden, auch wenn sie angenehm für mich sein mag, noch nicht aufgegeben. Ich liebe dich von ganzem Herzen, meine Frau. Und ich weiß, dass auch du mich über alles liebst. Ich will unsere Ehe mit meinen sexuellen Vorlieben, seien sie nun angeboren oder anerzogen,  nicht zerstören. Wenn wir uns beide Mühe geben, uns gegenseitig respektieren und verstehen, werden wir es schaffen und immer zusammen sein. Und ich weiß, dass auch du das willst.“
Ich nickte und.....war beeindruckt. Beinahe verzaubert von meinem Ehemann, ob der Vehemenz, dem Willen und dem Durchhaltevermögen, mit welchen auch ER unsere Ehe zu erhalten gedenkt.
Aus diesem Grund animierte ich Derek NICHT, hier her zu kommen. Denn er hatte es angesprochen.
„Was ist mit dem Zentrum? Ich mag Kevin nicht die gesamte Verantwortung überlassen.“, redete ich mich heraus. „Obgleich ich mir sicher bin, dass er fähig dazu ist.“
„Wie wäre es mit Mike.“, schlug er vor.  „Er kann ihm helfen. Er begreift sehr schnell. Wir hatten ihn doch ohnehin bereits in diese Position berufen.“
„Ich denke, er ist noch nicht soweit. Und selbst wenn, kenne ich ihn nicht so gut, dass ich ihm mein volles Vertrauen schenke. Das musst du verstehen.“
Derek erwiderte nichts darauf. Womöglich war er gekränkt.......

---------------------------

Fernen beschlossen wir nun DOCH in die Black Hills zu reisen. Mary und Rodney zeigten keinerlei Interesse hier her nach Hawaii zu kommen.
„Was ist mit Alexa?“, fragte ich meinen Ehemann. Denn ich wusste genau, dass sie gedacht mit uns zu kommen.
„Wir gehen allein. Rodney hat Recht. Sie würde dort nur irritierend, wenn nicht sogar hinderlich für unsere spirituelle Reise sein.“, kam seine Antwort wie aus der Pistole geschossen und so derart unerwartet, dass ich staunend meine Augen ganz weit öffnete und mir der Mund offen stehen blieb. (Es muss recht komisch ausgesehen haben!) Denn Alexa hatte neben uns gestanden und alles gehört.
Somit ist auch dies verfügt! Punkt um! Was für ein Glück!
Ich staune nur so über meinen Ehemann! Wie erfreulich!


Mittwoch, 6. Juli 2016

Schein oder Sein - Die Hoffnung stirbt zuletzt

Ach, würde ich doch nur eine ganz „normale“ Ehe führen.....
Aber WAS ist schon normal?
Möglicherweise trügt bei vielen Paaren auch nur der schöne Schein.....nach außen hin. Und innen ist alles marode.

---------------------------

Gunnar hatte (sich wieder gefangen) Haltung angenommen und ein Lächeln aufgesetzt (womöglich (?) freute er sich tatsächlich), so rein äußerlich, als Alexa kam. Was allerdings seine Gefühle betraf, merkte man ihm jedoch eine gewisse Veränderung an. Und ich glaubte zu erkennen, auch Alexa war dies nicht entgangen. Da half es auch nichts, das Kind in ihrem Bauch in die Wagschale zu werfen (zumal es IHRE alleinige Entscheidung war, ein Kind von Gunnar zu bekommen!), indem Frau unverhofft die Hand des Mannes nimmt und sie auf ihrem Bauch platziert....mit einem zufriedenem (triumphierenden!).......Grinsen.

--------------------------

Nun, ICH nahm ihre Ankunft in der gewohnten, hawaiianischen Zeitversetzung wahr. Alles rausche an mir vorüber. Auch Alexa. Zumindest anfänglich irgendwie. Ab einem gewissen Zeitpunkt des Gewahrseins/Gewahrnehmens jedoch, und mag es bis dahin auch Ignoranz von meiner Seite aus gewesen sein, die mich leitete, drang sie so nach und nach zu mir durch. Ich tat weiterhin, zumindest versuchte ich es, als sei sie nicht anwesend. Oder, als wäre sie tatsächlich nur eine Bekannte auf Besuch.
Mein Verhalten schien Gunnar zu wundern. Er äußerte sich allerdings nicht dazu. Obwohl er diese neue Strategie von mir offenbar noch nicht kannte. Und ICH versuchte krampfhaft die Balance und die Contenance zu wahren. Das Offensichtliche nicht zu sehen, um Gunnar Stimmung nicht zu trüben, nicht zu kippen. Schließlich wäre eifersüchtiges Getue meinerseits äußerst destruktiv gewesen.
So fuhr ich um die Mittagszeit  MIT Gunnar zum Flughafen, um Alexa abzuholen.
Die Fahrt war still. Keiner von uns beiden sagte auch nur ein Wort. Gunnar sah ab und an zu mir herüber. Schien mich zu beobachten. Das Radio dröhnte. Ich stellte es ab. Es nervte mich.
Die Begrüßung bei Gunnar recht verhalten. ICH setzte ein gekünsteltes Lächeln auf. War gedanklich abwesend. Tat alles eher sporadisch. Als ginge es mich nichts weiter an. Eine Umarmung. Ein Küsschen rechts und Eines links.
„Wollen wir nicht gleich hier essen gehen?“, fragte ich Gunnar noch bevor wir das Airportgelände verließen, ohne auf Alexa weiter einzugehen. Dieser schien einigermaßen überrascht. Sagte dennoch „okay“ und.....Alexa folgte......mir/uns.
Womöglich war DIES die richtige Art und Weise mit all dem umzugehen.
Ob ich diesen Zustand allerdings aufrechterhalten kann, vermag ich nicht zu sagen.

Am Nachmittag, bis zum Abend, während wir alle draußen saßen, oder Gunnar Alexa eine Führung durch Haus und Grundstück angedeihen ließ, lenkte ich meine Aufmerksamkeit meinem Notebook zu. Ging dann ebenfalls, mit den anderen noch einmal im Meer baden und wendete mich gleich anschließend meiner Pflege zu.


Und in manchen Augenblicken wähnt mir, Gunnar wäre es gleichwohl lieber, wir wären hier allein................

----------------------------

Erstaunlicher Weise war Gunnar die gesamte Nacht über bei mir. Was ich nicht erwartet hätte, nachdem er Alexa über eine Woche nicht sah.
Hier warf ich allerdings am Abend, wenn auch nicht so leidenschaftlich wie am Tag davor, ein Fellatio ein und fragte ihn zuvor: „Dein Schwanz war noch nicht in Alexa. Oder?“
Gunnar verneinte lachend.

Heute Morgen hingegen, sogleich nachdem wir aufgestanden waren, ging Gunnar in Alexas Zimmer und blieb zwei Stunden dort.
In der Zeit, in welcher ICH mit Kevin via iPhon so la la die Bestellungen des Zentrums durchgegangen bin, fickte Gunnar vermutlich (?!) mit ihr. (Was hätte ich auch anderes tun sollen, als mich auf diese Weise abzulenken (vom Geschehen).) Er kam dann mit ihr heraus und beide gingen zum Strand hinunter, wo sie im Meer eine lange Weile lang schwammen. Nur vermute ich, dass es NICHT NUR Schwimmen war. Denn sie standen eine ganze Zeit eng umschlungen an einer Stelle und rührten sich nicht vom Fleck. Küssten sich und.........bewegten ihre Hüften.

Als ich gerade mit meinem späten Frühstück zu Ende gekommen war, kamen die beiden vom duschen und setzten sich zu mir hin. Alexa lachte und war in Hochstimmung. Was mich hätte traurig stimmen sollen. Und das tat es auch. Dennoch keimte Hoffnung. Denn ich sah in Gunnars Augen einen Blick, der mir verriet, dass in ihm zu meinen Gunsten etwas vor sich ging. Er sah Alexa (trotz der vorangegangenen Intimitäten) nicht mehr genau so an als sonst. Hatte das etwas mit unserem leidenschaftlichen Zusammensein vom Tag zuvor zu tun? Hatte es ihn beeindruck? In ihm etwas verändert? Es schien fast so. Die Hoffnung stirbt zuletzt.




Dienstag, 5. Juli 2016

Auf den Punkt



Liegt Gunnar tatsächlich so derart viel am Sex?
Sollte ich mich diesbezüglich und zumindest gelegentlich (für ihn ändern) auf ihn einstellen?
Wird dadurch unsere Beziehung, unser Umgang miteinander besser/angenehmer/liebevoller/zueinander hingezogener/inniger?
Liebt er mich dann intensiver?.....und benötigt keine Konkubinen mehr? Zumindest nicht mehr so viele.

Fragen, welche mich anlässlich unseres gestrigen, euphorischen Ineinanders beschäftigen. (Und es war nicht einmal mit besonderen Handlungen verbunden.) Denn in Gunnar scheint dies etwas verändert zu haben. Insbesondere, was seine Meinung, seine Gefühle Alexa gegenüber betrifft. Erstaunlich! Ihr Kommen ist ihm offenbar nicht mehr so wichtig wie bisher.


Es war etwas anders. Gestern.
ICH war anders. Gesternnacht.
Verhielt mich lüstern und begierig. Irgendwie.
War aktiv. Nicht passiv.
Setzte mich durch und auf ihn. War teilweise sogar dominierend. Es war ein Wechselspiel.
Ist es DAS, was Gunnar mag?
Allerdings vermute ich, dass es zu jeder Zeit anders sein kann und dass ich gerade gestern den richtigen Nerv, zur richtigen Zeit getroffen habe, was seine punktuelle/momentane sexuelle Ausrichtung betraf. Denn noch währenddessen und danach, war er von meiner Leidenschaft völlig angetan. Und auch sonst schien er wie verwandelt. Selbstredend bedeutet dies nicht, dass ich im Allgemeinen keine Leidenschaft aufzubringen vermag. Gleichwohl ich gewiss nicht immer liebeshungrig bin. Zu müde. Zu abgespannt. Zu kränklich.

Nun, was mich dazu bewegt dies explizit zu erwähnen?
Seine offenbar neu erwachte Liebe zu mir, welche er beinahe minütlich und überhaupt mit seinem ganzen Wesen zum Ausdruck bringt.
Der Glanz in seinen Augen, wenn er von Liebe zu mir spricht und diesen Anflug von Bedauern der verlorenen Zeit wegen, welche wir nicht in absoluter Harmonie und Zuneigung zueinander verbrachten.
Zu guter letzt sein Zögern, ob Alexas Ankündigung ihres Kommens. Es war ungewöhnlich und scheint ihm (im Augenblick?) offenbar nicht wirklich angenehm zu sein. Fragte er mich doch: „Was soll ich tun?“ Und zum Glück hatte ich auf das bevorstehende Eintreffen von Alexa noch nicht eifersüchtig reagiert. Ich befand mich noch im Wohlfühlmodus des hawaiianischen Feelings, was Zeit verzögernd wirkt und war zudem viel zu beschäftigt mit mir und meiner Kränklichkeit. Sonst hätte es womöglich kein Zögern, sondern eher Freude bei Gunnar gegeben, ob Alexas bevorstehenden Ankunft hier. Hätte ICH mich anders verhalten.


In jedem Fall scheint Gunnar nun in der Tat verunsichert zu sein, wie er auf Alexas Ankunft reagieren soll. (Was nicht bedeutet, dass er seine Meinung ändert, sobald er erneut in ihr war.)
Am liebsten hätte ich ihn gefragt: `Was ist aus deiner Liebe zu ihr geworden?´ Ließ es jedoch dann und beobachtete abwartend. Und genau genommen war ICH drauf und dran mein Haus zu verlassen, BEVOR sie kommt. Womöglich schon einmal vorab, allein zu Mary und Rodney in die Black Hills zu reisen und mir bis dahin ein Hotelzimmer in Honolulu zu suchen, welches sich in Flughafennähe befindet.
Ich dachte sogar daran zu Jasons Familie zu gehen, damit er mich nicht findet.
Aber nein! Auch DAS tat und tue ich NICHT!
Ich wartete ab.
Und Derek werde ich dieses Mal NICHT hier her bemühen. Zumindest so der Plan.....der sich allerdings noch ändern kann.


Samstag, 2. Juli 2016

Von Ängsten, Wünschen und Notwendigkeiten




Wir verharren hier in der stetig selben Situation. Es änderte sich bisher nichts........Wesentliches. Außer vielleicht, dass ich befürchte, die Schmerzen in meinen Füßen werden sich nie mehr verflüchtigen. Seit Tagen keine Besserung.......
Das macht mir Angst. Bekümmert mich. Man verfällt in eine Starre der Ausweglosigkeit. Sieht kein Licht am Ende des Tunnels. Da ist nur Dunkelheit.
Doch wünschte ich manchmal, es wäre diese süße Wärme und das Gefühl der Geborgenheit in einem Dunkel, in einer Schwärze, in die ich mich fallen lassen kann......auf Ewigkeit.....oder nur so lange, bis sich der Spalt einer Tür öffnet und das Licht herein scheint. Ein helles, glänzendes, gleißendes Licht, welches nicht in den Augen schmerzt. Mich einlädt hindurchzugehen und.......zu bleiben.

----------------------

Zuweilen wähnt mir, ich sollte viel mehr für meine Gesundheit tun.
Zum meditieren, steuern und imaginieren bleibt in den seltensten Fällen Zeit, Gelegenheit oder Muse.
Ich vermute, gedenkt man dies tatsächlich fortwährend zu praktizieren, zieht man sich am Ehesten gänzlich aus dieser Welt zurück und wird zur Einsiedlerin.
Im Grunde fehlt es  mir nach wie vor an geistiger Disziplin.......

----------------------

Über die „Einladungen“ von Gästen hier her in mein Haus wird noch immer verhandelt.
Obwohl es Mary doch schon lieber wäre, wir kommen zu ihnen in die Black Hills.

Mit Adam ist es ähnlich. Er ist der Meinung, WIR sollten den Weg zu ihm finden. Nicht umgekehrt.

Marie möchte New Orleans schon wegen der Kinder nicht verlassen. Sie würden empfindsam gegen jedwede Abweichung vom Alltäglichen reagieren.

Und Alexa will ich hier nicht haben. Punk!

 

Mittwoch, 29. Juni 2016

List oder Sein? Das ist hier die Frage




Es scheint mir recht vorteilhaft zu sein, dass Tom nun hier anwesend ist.
Die beiden Männer verstehen sich gut. Was mich entlastet und mir den Druck (der Unterhalterin, der Gesellschafterin, der Zuhörerin) nimmt. Tom fängt hier tatsächlich einiges ab. Gleichwohl die sportlichen Aktivitäten, denen ICH, krankheitsbedingt, nicht zu folgen vermag. Mann geht gemeinsam schwimmen. Oder sitzt zusammen bei einer Flasche Bier....und redet. Oder schaut sich ein Fußballspiel an. Auch Tom scheint diesen Zustand zu genießen. Er wirkt mehr und mehr entspannt. Lacht sogar zuweilen.

Die Treffen mit den Maklern, es sind mehrere, sowie die Besichtigungen der Objekte schreiten gut voran.

------------------------------------

Ich hielt es für eine Notwendigkeit mit Kevin zu sprechen. Alldieweil.....das Zentrum  derzeit bedauerlicher Weise ohne mich auskommen muss. Nur gedenke ich zumindest über alles informiert zu sein. Und am aller liebsten hätte ich gesagt: `Ich lade dich ein´.
„Ich schaffe das schon.“, erwidert Kevin dann stets, wenn ich ihn frage, ob sich alles im grünen Bereich bewegt. Und dann eine weitere Frage nach Derek-s Beteiligung. Was ich allerdings wirklich über Derek wissen möchte, vermag mir Kevin nicht zu sagen. An dieser Stelle wäre es besser mit Sarah Sjögren zu sprechen, welche die Gerüchte des Zentrums zu jedem Zeitpunkt am besten kennt.
Sollte Gunnar es tatsächlich in Erwägung ziehen und seine Konkubine in mein Haus einladen, wäre ich gleichermaßen berechtigt an jemanden MEINER Wahl eine Einladung, eine Offerte auszusprechen.
Allerdings mag ich nicht verantworten, Kevin erneut die Gesamtlast meines kleinen Unternehmens zu überlassen (wenn es Derek ist). Hat nicht auch KEVIN einen Urlaub verdient. Was mich erneut zu dem Gedanken führt, IHN hier her einzuladen. Nur ohne seine derzeitige Lebensgefährtin wird dies unmöglich sein. (Als Rollstuhlfahrer wäre es hier zudem recht schwierig!) Und auch HIER der Gedanke: WER  sollte, oder, ist dann in der Lage mein Zentrum zu leiten, den ich gleichwohl mein Vertrauen schenken kann?

-------------------------

Wir waren früh auf, am gestrigen wie am heutigen Morgen. Ich gedenke schließlich dabei zu sein, wenn besichtigt wird. Denn ich finde es überaus spannend, mir die vielen unterschiedlichen Variationen des Wohnens anzusehen. Zudem tendiere ich dazu, mir ein anderes, oder ein zusätzliches Domizil hier auf Hawaii auszuwählen. Unser Derzeitiges möchte ich dennoch nicht verlieren. Es sagte mir von Anfang an am aller meisten zu.
Diesen Gedanke kommt Gunnars Wunsch, alle, die Zeit dafür finden, hier her einzuladen, entgegen. Schlug er doch vor, anstatt nach Southdakota, Kanada, oder New Orleans zurück zu fliegen, doch Mary, Rodnay, Adam (Diane?), Marie und die Kinder, Henrik und gegebenen falls auch Mitglieder seiner Familie sowie Freund und Bekannte, die gerade Zeit dafür aufbringen können, hier her einzuladen. Die Idee der (Großfamilie) der großen Familie dringt erneut bei ihm durch. Genau SO, wie er es in Sektenzeiten zelebrierte (zelebrieren musste?) und von daher gewohnt ist. Alle unter einem Dach.
Ich allerdings reise nicht ans Ende der Welt, um erneut von tausend Menschen umgeben zu sein! Ich benötige dringlichst Ruhe. Gleichwohl in dieser Hinsicht laufen Gunnars und meine Gewohnheiten sowie Interessen entgegengesetzt. Schnauf.......
Muss (Mann) man immer eine Horde Leute im Schlepptau haben um glücklich zu sein? Ist das nicht ein Heischen nach Anerkennung?
Es ist immer wieder das Selbe. Ich suche mir einen Ort der Ruhe. Möglichst weit fort vom vorherigen. Möchte Gunnar jedoch nicht missen. Bin froh wenn er kommt. Nur dieser braucht beständig Menschen (und Trubel) um sich herum. ICH NICHT!
Zeit zum viel darüber reden, blieb bedauerlicher Weise nicht. Dennoch fragte ich ihn, ob Erik ihm nicht beigebrachte hatte auch für eine Weile allein, oder zu zweit zu sein.
„Die Gedanken werden dann stiller. Kehren in dich ein. Du bist bei dir.“
„Das weiß ich doch.“, antwortet er dann. „Ich kann auch meditieren und meine Aufmerksamkeit nach innen richten, wenn mehrere Leute um mich sind. Ist nicht gerade DAS die hohe Kunst der Meditation und der Stille? Ruhe zu finden, wo eigentlich keine ist.“
Und wieder hatte mich Gunnar, auf seine und ganz eigene Art und Weise,......überlistet.....



Dienstag, 28. Juni 2016

Mein Vater, ein weitsichtiger Mann und die spannende Suche nach Immobilien



Nun ja. Die Worte gedenken mir heute nicht wirklich gut zu entgleiten. Ich tue mich schwer. Was an einem, blicke ich zurück, anstrengenden Tags liegen mag. Aber mit dem Schreiben scheint es mir wie mit dem Speisen zu sein. Hat man einmal damit begonnen, geht alles von allein.

-------------------------

Anzumerken wäre nun an dieser Stelle, dass ich, jetzt, wo ich mit Gunnar zusammen bin, ohne seine Konkubine, die Kleinlichkeiten der Eifersucht und das (sich) von ihm trennen Wollen beinahe komplett vergas.
Ohnehin wähne ich mich wie in einem anderen Leben, hier auf den Inseln. Und gleichermaßen näher bei mir selbst. Andererseits mutet es ähnlich eines Traumes an. So rein gefühlt. Und das ist nicht ausschließlich auf die bezaubernde Gegend zurück zu führen. Oder doch???
Ich weiß nicht genau, WIE ich es beschreiben soll. Gefühle zu beschreiben finde ich ohnehin recht kompliziert. Denn die Worte dafür sind allemal unzureichend. Hier besteht ein eindeutiges Defizit. Was wohl an dem anhaltenden Terminus der patriarchalen Gesellschaftsform lieben mag, wo Gefühle nichts gelten. In den Bereich der vagen Ahnungen geschoben und sogar bewusst ignoriert und verlacht werden. So werden sie korrekter Weise den Frauen zugeschrieben. Denn unsere Anbindung ans Große Ganze, an die Interwelt, ist viel intensiver als bei den (meisten) Männern. Wird ihnen doch von Kind auf anerzogen, dass Gefühle zeigen Schwäche ist. Was natürlich so nicht stimmt.

----------------------------------

Vater hatte mir per skype einen Mann angekündigt, welchen ich kennen würde und der mir hier in geschäftlichen Dingen zur Seite stehen soll.
Hier dachte ich an einen alten Freund meines Vaters, welchen ich möglicherweise aus Kindertagen kenne. Aber weit gefehlt. Es ist jemand, der erst kürzlich den Weg in unsere Reihen fand. Dann jedoch zu Vaters Zweigstelle in Stockholm wechselte. Alldieweil ICH im Zentrum keine Verwendung für ihn hatte. Daher war die Überraschung geglückt. Denn mein Vater hatte sich über die Identität des Mannes in Schweigen gehüllt und ihm stattdessen noch während seines Fluges, meinen derzeitigen Aufenthaltsort, samt meiner Adresse via iPhnone übermittelt.  
Tom Gibson kam am gestrigen Tage hier bei uns an. Und wohnt vorübergehend sogar in meinem Haus, bis er sich etwas Eigenes auserkoren hat. Denn er wird für eine längere Zeit an diesem Ort verbleiben, wenn nichts dazwischen kommt.
„Aus welchem Grund ausgerechnet ER?“, fragte ich meinen Vater.
Der lachte. „WEN hast du denn erwartet?“
„Vielleicht einen alten Freund der Familie und langjährigen Geschäftspartner von dir.“
Ich hörte ihn atmen dann sah ich ihn grinsen. „Ja. Das war auch mein erster Gedanke. Aber, die weite Reise und ein eventuelles, wenn auch nur vorübergehendes Übersiedeln nach Hawaii, mute ich niemanden meiner alten Kollegen mehr zu. Sie haben alle Familien hier. Und TOM, sei er auch noch so NEU in der Firma, ist für diese Aufgabe prädestiniert. Zumindest im privaten Bereich. Er hat sich in Schweden noch nicht fest gebunden und überdies gab es so wie so Kommunikationsprobleme mit Magnus, der, bis Gunnar und dann Tom Gibson kamen, das Büro in Stockholm leitete.“
„Warum hast du dich nicht für Magnus entschieden? Er ist jünger und dynamischer.“
„Ja. Das mag sein. Aber auch in manchen Dingen unüberlegt. Zudem brauche ich ihn in seinen gewohnten Gefilden im Stockholmer Büro. Denn ich weiß, ich kann mich DORT auf ihn verlassen. Und auch im privaten Bereich  ist er für diesen Auftrag nicht geeignet. Seine Lebenspartnerin arbeitet mit ihm im Büro. Und ich kann nicht gleich beide meiner Außenstelle entziehen. EIN Mann für dieses Mandat genügt mir derzeit. Und ich vermute auch dir kommt Tom entgegen. Anstatt Magnus UND Anna Maria Swanepol.“
Hier spielte mein Vater auf Gunnar und seine Vorliebe für schöne Frauen an. Dass es womöglich ihretwegen sogar problematisch hätte werden können.
Ein weitsichtiger Mann.
Über meinen Vater lasse ich nichts kommen. Ich bin, wie bereits erwähnt, ein VATERKIND und war stets seine Liebelinkstochter, welche er verwöhnt. Was meine Mutter nicht wirklich mochte. So vereitelte sie zuweilen seine zahlreichen Geschenke, die er mir, als seiner einzigen Tochter, wie damals dachte, großzügiger Weise entgegen brachte. Was ich ihr allerdings, in dieser Zeit und als heranwachsendes Mädchen, als Teenie, übel nahm.
Ohne eine Antwort von mir abzuwarten, sprach mein Vater weiter. „Die Rivalität der beiden Männer kann ich in meinem Stockholmer Büro nicht brauchen. So fand ich eine annehmbare Lösung für alle Beteiligten. Meinst du nicht auch?“
Oh! Er fragte mich tatsächlich um meine Meinung. Sollte ich ihm antworten? Oder setzte er seine Erklärungen gleichwohl ohne meine Erwiderung fort?
Da nun eine kleine Pause entstand, entscheid ich mich zu reden. Kam jedoch dann doch nicht dazu. Denn, noch im selben Augenblick gedachte er auf eine ehemaligen Schwäche von mir anzuspielen.
„Na ja. Vielleicht hätte dir Magnus besser gefallen als Tom. Aber Magnus ist vergeben. Aus etwaigen und rein zufälligen Zuneigungen, hätten Probleme entstehen können. Und was hätte Gunnar dazu gesagt.“ Nach diesen Worten vernahm ich ein leicht zynisches Lachen, was ich durchaus verstand. Aber zumindest bei meinem Vater war die Tatsache angekommen, dass ich nicht mehr wie früher war. Sondern so allmählich eine verantwortungsbewusste und zuverlässige Frau, die nun offenbar endlich der Familie loyal(er) entgegenstand.

Nun, was Tom betraf, war ich zwar überrascht, aber dennoch recht angetan ihn hier zu sehen. Ich denke, es/er ist das Beste.......für hier und jetzt.
Tom war sogleich nach seiner Ankunft verhältnismäßig angespannt. Ich riet ihm, sich zu ent-spannen und das natürliche Ambiente zu genießen, dass man Hawaii nennt. „Die Uhren laufen hier anders. Das hast du doch sicher bereits bemerkt?“, sagte ich mit einem selbstzufriedenem Lächeln im Gesicht.
Er nickte und verstand.

---------------------------

Der heute Tag war so anstrengend, alldieweil ich unerwarteterweise bereits Termine zur Besichtigung von zwei Immobilien arrangieren konnte. So wirklich zeitaufwendig war es jedoch nicht. Zudem noch spannend, wie ich fand.
Es macht sogar recht große Freude, mir die Objekte anzusehen. Und es werden nicht die letzten sein. Denn wir mischen beim Kauf. Was nichts anderes bedeutet, als dass wir die Käufe nicht ausschließlich auf Einfamilienhäuser beschränken. Wohnanlagen, Suits, Apartments, Lofts und sogar schlichte Wohnungen für den kleineren Geldbeutel, werden ebenso darunter sein. Der Rahmen wurde, im geschäftlichen Sinne, von meinem Vater erweitert. Und ich finde, er hat, auf weite Sicht gesehen,  Recht damit. Also kann es schon eine Weile dauern, und braucht tatsächlich eine Zweigstelle seines Unternehmens, mit kompetenter Besetzung, auch hier. Denn ER ist schließlich der Hauptinvestor der Angelegenheit. ICH trage nur die Last von zehn Prozent.

-------------------------------

So nun, nachdem ich den Sonnenuntergang auf meiner Veranda beim Schreiben genoss, neigt sich für alle hier der Tag dem Ende und der Entspannung zu. Zudem wird es Zeit etwas zu essen.
Natürlich habe ich Schmerzen, Krämpfe und angehende Panik Attacken, welche ich mit maximaler Willenskraft gerade noch so im Zaume halte, bevor sich mich übermannen. Zuweilen befürchte ich sogar, jetzt, wo mein Vater involviert ist, seinen Anforderungen, krankheitsbedingt, nicht gerecht zu werden. Aus diesem Grund stellte er mir offenbar weitsichtiger Weise Tom zur Seite UND meinen eigenen Ehemann. Denn mein Vater legte gleichwohl IHM ans Herz, mich hier im Namen seiner Firma, für die er schließlich tätig ist, zu unterstützen. So hat Gunnars Anwesenheit sogar seine geschäftliche Berechtigung. Und sein Aufenthalt hier, kann nicht ausschließlich als URLAUB gewertet werden. Was Gunnar an dieser Stelle sogar eine gewisse Aufwertung verschafft. Männer scheinen dergleichen zu brauchen. So schlägt mein Vater zwei Fliegen mit einer Klappe......könnte man sagen. Er ist in der Tat ein weitsichtiger Mann.