Samstag, 18. Juni 2016

Aufbruch nach New Orleans



Kein Ausschlafen heute. Trotz alledem..........Sex am Morgen. Gunnar eben. Was gibt es da noch Weiteres zu sagen?
Mag sein, am Abend war es Versöhnungssex. Und auch den Morgigen versuchte ich, so verschlafen wie ich war, zu genießen. Alles in allem....recht angenehm.

Während ich mich aufhübschte und nun noch einige Zeilen hier schreibe, ist Gunnar losgefahren, um uns das Frühstück ins Haus zu holen.

Nun muss ich mein wundervolles, neu erworbenes Haus bereits wieder verlassen. Kaum, dass ich zwei Tage darin wohnte. Schade eigentlich.
Allerdings steigt immer öfter eine Ahnung in mir auf, die mir sagt, dass ich hier noch viele Tage verbringen werde.

Zeit um einen geeigneten Verwalter für Haus und Grundstück zu finden, war bedauerlicher Weise nicht. Wir schließen einfach nur ab und ich werde darauf drängen, alsbald wieder hier zu sein, um noch anstehende Dinge zu erledigen, die notwendig sind. Zumindest müsste jemand nach dem Anwesen schauen, bis wir zurückgekommen sind. Möglicherweise ist dies gleichwohl telefonisch zu regeln.

Die Koffer sind gepackt. Der Flug nach New Orleans geht in wenigen Stunden.


Ein Tag voller Aufregungen, Diskussionen und Probleme - Oder auch: Nur mit mir



Ja. In der Tat. Es war ein Tag voller Probleme, Diskussionen und Aufregung.
Mein Notebook lief heiß. Wir versuchten noch all meine Daten zu retten. Es sind ohnehin nur Fotos und Geschriebenes. Mein armes Notebook tat sich so derart schwer. Fiel einfach aus. Oder besser, schaltete sich ab. Bluescreem nennt man das wohl.
Mit Hilfe eines Ventilators konnten wir zumindest noch die Daten auf eine externe Festplatte übertragen und dann schalteten wir ihn aus.
Gerade in solchen Momenten ist es schon eigenartig, dass man nicht an das Naheliegenste denkt, WENN das Notebook überkocht. Denn bevor ich darauf drang die Daten zu sichern, führte Gunnar noch eine Defragmentierung durch. Legte sogar noch eine CD ein und wollte wer weiß was tun. Während ich eindringlichst mahnte, bitte doch zuerst meine Dateien in Sicherheit zu bringen.
Eigenartiger Weise gerieten wir darüber bereits in eine hitzige Diskussion. Er sagte, ich hätte keine Ahnung. Und ich denke, Männer sagen dergleichen, um sich zu erhöhen. Um Relevant zu sein. Sich wichtig zu tun. Eine Aufgabe vorweisen zu können, dessen Lösung sie nun überaus gut be-HERR-schen. Was jedoch gemeinhin in die Hose geht. Gerade dann, wenn MANN krampfhaft versucht zu beweisen, das er Recht hat und andere bezichtigt, ahnungslos zu sein.
Okay. Diese Art Anschuldigungen treffen mich nicht. Gleichgültig, wie oft er sie auch in meiner Gegenwart wiederholt.
Am Ende gab ICH den entscheidenden Hinweis, der zur (vorübergehenden, zwischenzeitlichen? Und hoffentlich ganzheitlichen) Rettung meines Notebooks führte. Es war so simple, das FRAU geradezu schreien könnte. Das Lüftungssystem meines Notebooks musste schlicht und einfach nur gereinigt werden. Es war verstaubt! Deshalb lief er heiß. (Welch’ Meisterleistung des männlichen Denkapparates!)
Aber damit nicht genug. Bevor die Erleuchtung der Lösung dieser Sache über mich kam, wurden, wie so üblich bei Gunnar, die Konsumfreuden geweckt. Am besten schnell alles entsorgen und rasch etwas Neues kaufen. (Ich jedoch, habe eine enge Beziehung zu all meinen Sachen.) Notgedrungener Weise zeigte ich mich damit sogar noch einverstanden. Allerdings konnte der Kauf via Internet bedauerlicher Weise auf Grund einer einzigen falsch geschriebenen Zahl nicht abgeschlossen werden. (Womöglich sollte es SO sein?!) Gunnar rief diese Firma an, um den Fehler zu korrigieren. Man stellte sich stur und pochte auf Regeln. So nun vermag ich nicht zu sagen, ob sich der Internetvertrieb nicht doch noch entscheidet, uns diesen Computer zu senden.......denn wir werden Hawaii am morgigen Tag verlassen und nach New Orleans fliegen. Auch wir haben gelegentlich mit ganz trivialen Angelegenheiten zu kämpfen.
„Wir kommen doch wieder hier her zurück.“, versprach mir Gunnar. „Wir bleiben eine Weile in New Orleans und fliegen dann zurück nach Hawaii. Versprochen.“
Nun gut. Das beruhigte mich......so einigermaßen.

Zu allem Überfluss fiel, ebenso an diesem Tag, der Fernseher aus. Da war nur ein Rauschen. Zum Glück funktionierte noch das Telefon. So konnte Gunnar zumindest dieses Problem regeln.
Ein Anderes trat aber nun gerade über mein iPhone an mich heran. Es war Barbara, die mich darüber informierte, dass mit dem Geld, der Überweisung, der Bezahlung des Hauses etwas nicht stimmte. Man hatte es zurück gebucht. Es kam nicht an.
Nun war es an mir, diese Angelegenheit zu bereinigen. Nach Stunden des Telefonierens und Wartens, war auch dieser Fall gelöst.
All das hatte die Atmosphäre zwischen Gunnar und mir verhältnismäßig aufgeheizt. Da war eine deutliche Missstimmung zu spüren. Dazu kam noch eine erneute Diskussion um Alexa. Nun ja, nicht direkt um sie. Vorerst ging es um Vertrauen.
Gunnar war in Sorge, nicht rechtzeitig zum Geburtstag seiner Kinder in New Orleans zu sein. Er drängte mich geradezu meine Koffer zu packen. Allerdings befürchtete ich, dass ich/wir dort auf Alexa träfen. Nur wagte ich es nicht, in dieser bereits schon derart angespannten Lage, diese Thematik überhaupt erst anzusprechen. Infolgedessen ging es um Vertrauen. Nicht mehr und nicht weniger. Und hier war ich gezwungen die Tage mit Jason beiseite zu legen. Dennoch meldete sich bei mir das  Gewissen. Es wäre so einfach gewesen, es Gunnar zu sagen. Dennoch tat ich es nicht. Ich hatte nun einmal......gelogen. Und dabei blieb es.....vorerst.
Gunnar intonierte, dass ich ihm doch vertrauen könne. Und natürlich kam dann doch wieder Alexa ins Spiel. Von IHR gedenkt er keineswegs abzulassen. Offenbar liebt er sie doch. (Wie viel? wie intensiv? Wer weiß.....) Oder ist es  gleichwohl ein wenig die Verantwortung für sein Kind, die, in absehbarer Zeit, von ihm übernommen werden will, bzw. muss. Womöglich ein wenig von Beidem.
„Ich will dir doch vertrauen.“, sagte ich mit liebenden Herzen zu meinem Ehemann.
„Das kannst du doch auch.“, erwiderte er zum zigsten Mal. „Ich liebe dich doch Rea. Hören wir auf zu streiten.“
Nun gut. Dann soll es so sein. Damit war ich einverstanden. Denn auch ich vermag die Unstimmigkeiten zwischen uns beiden nicht mehr so leicht zu verarbeiten als es oft scheint. Ohnehin war ich vom Tag und dessen Pflichten (Prüfungen) erschöpft.

Versöhnungssex zum Abschluss des Tages kann dennoch recht angenehm sein. (Und zur Entspannung (der Lage) beitragen.) Gunnar eben. Sex ist ihm nun einmal überaus wichtig für ihn. Warum auch nicht.....solange es mit MIR, seiner Ehefrau geschieht!


Freitag, 17. Juni 2016

Der Überraschungsgast





Noch mehr Grund zum Seufzzzzzzzzzzzzzzz-en“................würde ich sagen. Gunnar ist hier angekommen. Was nun nicht wirklich etwas Missliches bedeuten MUSS.
Nur gut, dass ich noch einmal Sex mit Jason am Morgen hatte.............grins.......

In jedem Fall sind die Fronten, zwischen Jason und mir, geklärt. Er weiß, WAS ich will! (.....dass ich IHN will!) Allerdings wissen wir auch beide, dass es unwahrscheinlich ist, einen gemeinsamen Weg für uns zu finden.
So hat Jason nun, nach Gunnars Ankunft hier, zumindest doch noch uneingeschränkte Zeit bekommen, die er mit seiner Familie und seinen Kindern verbringen kann. Vielleicht ist es gut so wie es ist.............für uns alle. Wer weiß?

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Wir saßen gerade am Frühstückstisch, als mich Jason mit dem Arm anstieß und eine Kopfbewegung in Richtung der Eingangshalle machte. Ich drehte mich um und......sah dort Gunnar mit seinem Koffer stehen. Er schien sich zu orientieren und ging dann zur Rezeption. Womöglich hatte er auch nur nach mir Ausschau gehalten. Was jedoch unwahrscheinlich war. Andererseits, hätte Jason ihn nicht gesehen, wäre der Überraschungseffekt auf Gunnars Seite gewesen. So hatten wir in etwa fünf Minuten zum reagieren.
In jedem Fall wurde es aller höchste Zeit,.......dass Jason ging. Trotz alledem behielt er glücklicher Weise die Ruhe. Mir raste das Herz. Eine durchaus delikate Situation. Da ich nicht wollte, dass Gunnar Jason sieht. Das muss nicht sein.
Meine Befürchtung dahingehend ist allerdings, dass alle Vorsichtsmaßnahmen umsonst sein könnten. Wenn Gunnar meine Gedanken liest, und ich hoffe sie so gut wie möglich vor ihm zu verbergen, könnte es durchaus möglich sein, dass er dort  Jason findet. Was er selbstredend nicht unbedingt sollte.
Aber wer weiß. Bestenfalls bin ich sogar erfolgreich im Verbergen.

Jason erhob sich ohne Hast. Tat einen Schritt nach vorn und beugte sich zu mir herunter. Er verabschiedete sich mit einem flüchtigen Kuss. „Ich liebe dich.“, hauchte er mich noch ins Ohr. „Halt’ ihn auf, damit ich Zeit habe meine Sachen zu holen.“
Krampfhaft hielt ich noch für eine Sekunde lang seine Hand und sah ihm sehnsüchtig in die Augen. Dann entzog er sie mir und ging.
Von meinem Tisch aus beobachtete ich, wie Jason einen weiten Bogen um die Rezeption beschrieb. Gunnar stand an dieser und redete mit einer Frau, die nun in meine Richtung zeigte.
Bevor es vor den Leuten peinlich wurde, der eine ging, der andere kam, stand ich lieber auf und lief Freude strahlend (!) und überrascht blickend (!) auf Gunnar zu. Der breitete die Arme aus und ich......flog hinein.
Die Dame an der Rezeption grinste.......und schwieg. Wie ich aus dem Augenwinkel sah. Allerdings richtete ich mich sogleich mit einer Frage an sie, was das Zimmer betraf. Mit knappen Worten erklärte ich (Augen zwinkernd), dass mein Ehemann angekommen sei und wir nun wohl doch besser eine Suite mieten sollten. Einen Wagen liehen wir nun ebenfalls noch aus.
Ich veranlasse, dass meine Sachen vom Zimmer in die Suite gebracht wurden. Sie gab mir den Schlüssel und wir checkten ein. Der Schlüssel des Wagens würde an der Rezeption zu unserer Verfügung deponiert. Ich hatte allerdings darauf bestanden, den Blick zum Meer zu behalten.

Kaum dass wir uns beinahe überschwänglich, wie Liebende begrüßt und etwaig lange in die Augen gesehen hatten, gerieten wir bereits erneut in eine Diskussion über Alexa.
„Du meinst das doch nicht etwa ernst, mit der Scheidung?“, fragte er.
„Ich kann deine andauernden Betrügereien nicht mehr ertragen. Was verstehst du nicht daran?“ Unerwarteter Weise schossen die Worte unerbittlich aus mir heraus.
In jedem Fall gab er mir mit knappen Worten zu verstehen, dass er Alexa nicht fallen ließe. „Und jetzt schon gar nicht, wo sie ein Kind bekommt.“
Widerwillig nickte ich verstehend. „Das sehe ich ein.“, erwiderte ich und dachte an New Orleans. Hoffte, dass er sie NICHT dorthin eingeladen hatte. Brachte dieses Thema jedoch nicht zur Sprache. (Abwarten und Tee trinken...!)
„Was hast du nur? Trotz Alexa liebe ich dich doch nicht weniger. Bisher ging es doch ganz gut mit euch beiden. Oder so nebenher. Was soll das Ganze Theater jetzt?“
„Irgendwann ist es eben genug.“
„Krieg dich endlich wieder ein.“, waren seine letzten, enttäuscht wirkenden Worte. Denn ich lenkte um.
„Ich habe keine Lust, jetzt über Alexa oder eine andere deiner Frauen nachzudenken. Und ebenso wenig über diese zu reden. Es gibt anderes zu tun.“ Ich funkelte ihn wütend an. „Die ganzen letzten Tage ging es mir hier so gut.“
„Allein?“
Oh. Oh! Jetzt nur nicht an Jason denken!!!
„Warum denn nicht? Ich habe ein Haus gesucht und gefunden. Die Maklerin macht gerade die Verträge fertig. Später fahren wir zu ihr, damit ich sie unterschreiben kann. Du kommst doch mit?“, fragte ich fast provokant.
Gunnar zog die linke Augenbraue hoch. Genau genommen hatte ich damit ausschließlich meine Eigenständigkeit demonstrieren wollen. Was gelang.
Er nickte.
„Und wenn ich die Schlüssel bekomme, fahren wir dorthin und sehen es uns an. Es wird dir sicherlich gefallen.“

Gesagt. Getan.

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Ich missbrauchte Gunnar sogleich als Gutachter. Barbara hatte gemahnt, dass ich für etwaige Beschwerden noch etwa eine Woche Zeit hätte. Infolgedessen sahen wir uns das Haus, oder besser, jede Ecke darin sehr genau an.
Gunnar war zufrieden. Sprach sich sogar lobend aus. Offenbar gefiel ihm mein erworbenes Domizil am Meer.
„Können wir nicht gleich hier wohnen?“, fragte er. „Es ist doch möbliert. Dann sparten wir uns die Suite.
„Okay. Dann bleibe ich hier. Hol’ du unsere Sachen.“ Ich zwinkerte Gunnar verschmitzt lächelnd zu. „Du musst lernen, dich hier zurechtzufinden.“ Denn ICH hatte den Wagen bis hier her gefahren. Gunnar hatte mir den Schlüssel des Wagens vor die Nase gehalten, als wir das Hotel verlassen hatten und diese Aufgabe mit den Worten: „Du fährst. Ich nehme an, du kennst dich hier schon ein wenig aus.“, an mich abdelegiert.

So hatte ICH zumindest noch einmal die Gelegenheit, mich, nach dem übereilten Abschied, bei Jason zu melden, solange Gunnar unsere Sachen holen war.
Jason war,  wie erwartet, bei seinen Kindern und seiner Familie und eigentlich ganz glücklich darüber, dass ihm jetzt doch noch mehr Zeit für sie blieb, bis er am Montag wieder zurück nach Schweden flog.
Im gleichen Atemzug rief ich Derek an. Denn DAS wollte ich nicht unbedingt tun, wenn Gunnar wieder bei mir war. Ich erzählte ihm, dass Gunnar hier eingetroffen sei.
Er schnaufte. „Dann ist es ja gut, dass ich nicht übereilt zu dir geflogen bin.“

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Gunnar fand den Weg zum Haus und mir zurück schneller als gedacht.
Er kam mit den Koffern zur Tür herein, als würde er schon ewig hier wohnen.
„Weißt du was?“, sagt er, „Es ist, als würde ich nach Hause kommen.“
Jetzt schaute ICH verdutzt.
„Das bedeutet, es gefällt dir hier?“
„Ja. Es ist nicht Schweden. Aber irgendwie schön.“
„Dann habe ich tatsächlich richtig entschieden. Mit dem Land UND dem Haus.“
Gunnar ließ die Koffer einfach stehen. Kam mit ausgebreiteten Armen auf mich zu, nahm mich in diese. Drückte mich sacht und liebevoll an sich. Was ich als erneuten Versuch der Versöhnung ansah. „Ich liebe dich doch Rea. Bitte. Tue nichts Unbedachtes. Ich möchte dich nicht verlieren.“, sagte er schon fast flehend.
Auch ICH hielt ihn nun fest. Klammerte mich an ihn. Tat ein paar tiefe Atemzüge und schnaufte ein wenig. Dann löste ich mich von ihm und sah direkt in seine Augen. „Du hast vollkommen Recht. Auch ICH liebe dich viel zu sehr und würde es ungern sehen, dich verlassen zu müssen. Ich fände es besser, wenn wir ein sich liebendes Ehepaar blieben.“
„DAS SIND WIR DOCH.“, intonierte er.
„Ja. Ich weiß.“, stimmte ich ihm zu. Ich wollte nur noch die verbleibende Zeit genießen. Nicht streiten. Mich nicht ärgern. Nicht über anderen Frauen reden. Warum sollte ich das nicht mit Gunnar tun???

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Gunnar war sehr aufmerksam und liebevoll im Umgang mit mir. Obgleich ich doch nun nicht mehr bereit war, ihm seine anderen Frauen zu verzeihen. Das Ultimatum stellte ich jedoch zurück. Immer wieder, so zwischendurch ein paar Sätze lang, redeten wir darüber. Keiner von uns hatte offenbar wirkliches das Verlangen danach, dieses Thema weiter auszubauen. Deshalb ließen wir es dann und wandten uns angenehmeren Dingen zu wie dem chillen und uns selbst. Ohnehin war ich erschöpft vom Tag. Dennoch ein kurzes, spontanes und leidenschaftliches Ineinander musste einfach sein. Noch ein Stück weit der Versöhnung.

Und nein, ich sprach Jasons Name nicht ein einziges Mal unbedachter Weise aus. Sogar meine Gedanken waren (glücklicherweise!) CLEAN - leer von ihm.

Nun wird es aber allerhöchste Zeit zu Bett zu gehen......................Gute Nacht!



Mittwoch, 15. Juni 2016

Seufzzzzzzzz.................



Ich habe mich schon so oft gefragt, was mich so ganz anders hat werden lassen, als die meisten Töchter aus betuchterem Hause.
Vielleicht war es die Zeit in Kanada, die mich prägte. Wo mein Vater ein Botschaftsangestellter war UND mich großzügiger Weise auf eigene Faust erkunden ließ, wie die unteren Schichten der Bevölkerung lebten. In dieser Zeit lernte ich Adam kennen und.....verliebte mich in ihn. Vielleicht sogar eine klassische Variante der Tochter aus wohlhabenden Verhältnissen. Verzogene reiche Göre entbrennt in Liebe zu einem unterdrückten Eingeborenen. Ha!
In jedem Fall war ich NIE der „Barby-Typ“. Oder DIE Barby-Typin (Das Wort „Typ“ enthält keine weibliche Version. So wie viele andere Worte auch. So viel zur Gleichberechtigung und zur Vermännlichung unserer Sprache.) Eher die Kämpferin mit Idealen. Schon eigenartig. Als Teenager verabscheute ich die Lebensart meiner Eltern. Was sich bis heute nicht wesentlich geändert hat. Allerdings lernte ich gleichermaßen die Vorzüge des Geldes zu schätzen. Man kann einiges damit bewirken in dieser so materiell orientierten Welt. (Mit der richtigen Einstellung.) Denn ich sehe mich nicht als schlechter Mensch. Was ich tue, hat mehr und mehr Hand und Fuß. Die Beweggründe meines Handelns sind nicht materialistisch, sondern doch eher menschlicher Natur. Kapitalistisches Denken ist nicht in meinem Programm. Obwohl ich jetzt Unternehmerin bin. (Was meint ihr wohl, warum ich das erste Mal in Konkurs gehen musste? Und Wanja gewissermaßen gezwungen war, mich freundlicher Weise ein zweites Mal zu unterstützen.) Meine Humanität sah und sieht man darin, dass ich lieber Menschen half und helfe, anstatt darauf zu achteten, mit dem Zentrum  Gewinne zu erzielen.
Die Ideale von früher verschwanden allerdings so nach und nach. Selbstredend sind noch immer welche vorhanden. Ohne Frage. Sie arbeiten offenbar im Untergrund. Sonst wäre ich nicht, wie ich bin.
Aber Schluss jetzt mit der Selbsteinschätzung (-beweihräucherung). Smile......

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Jason ist doch ein verhältnismäßig zuverlässiger Mensch. Im Gegensatz zu dem, was ich erwartete. Gleichwohl er an manchen Tagen meine Geduld ein wenig strapaziert, ist er doch tadelloser Weise an meiner Seite zu finden, wenn es notwendig wird.
Seine Ungezwungenheit ist eher ein Plus als ein Manko. Stets ist er locker und  entspannt, wie ich bisher kaum sein konnte. Was aus meiner Sicht schon einigermaßen verwunderlich ist. Schließlich muss ich hier bedenken, dass er ursprünglich diese Woche mit seiner Familie zusammen sein wollte und ICH IHM quasi dazwischen kam. Was ER mir gewissermaßen erlaubt zu tun. Schließlich nahm er mein Angebot als mein Begleiter und Bodyguard an. Worüber ich, zur Gänze, sehr glücklich und erleichtert bin.

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Jason war noch während ich schrieb zurückgekommen. Erst an dieser Stelle hatte ich bemerkt, wie spät es geworden war UND, dass ich noch nicht einmal etwas gegessen hatte. Zudem näherte sich eine Panik-Attacke mit großen Schritten. Ich konnte es fühlen. Jason beruhigte mich. Ihm war offenbar ebenfalls aufgefallen, was da mit mir vor sich ging und fragte danach: „Alles okay mit dir? Was ist passiert? Kann ich  irgendetwas für dich tun?“
Ich erzählte ihm von meinem Streit mit Gunnar. Er runzelte die Stirn. Äußerte sich jedoch nicht dazu. Erst als ich erwähnte, dass er kommen wollte und ich es nun, aufgrund des Streits und dass er unvermittelt aufgelegt hatte, nicht wusste, fragte er noch einmal nach und schien ein wenig unsicher zu sein.
„WAS, wenn er tatsächlich hier her kommt?“
„Ich weiß es nicht. Und im Augenblick überfordert es mich so wie so, darüber nachzudenken. Später, morgen vielleicht. Heute nicht mehr.“
„Ist okay. Ist okay. Wozu mutmaßen. Wir werden sehn.“ Jason grinste und ich......versuchte es ihm gleich zu tun.
„Weißt du“, sagte ich nach einiger Zeit zu ihm, nachdem die Panik restlos verschwunden war, „eine weise Frau sagte einmal zu mir: `abwarten und Tee trinken ist das Beste in solchen Situationen´.“
Er lächelte mich an. „Da hat sie wohl Recht. Genauso denke ich auch.“

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An diesem Abend übermannt uns gleich zwei Mal die Lust. Er ist so ein wahnsinnig attraktiver Mann? Very hot! Würde man sagen. Welche Frau könnte bei diesen  Muskelbergen und seinen sanften Augen, die einen umschmeicheln, widerstehen?
Zudem ist Jason bekennender Buddhist. Ohnehin ein warmherziger, gütiger und sanftmütiger Mensch. (Genau das Richtige für mich.) Seufzzzzzz...........
Wäre, hätte, könnte ich nur......schon oft hatte ich darüber gesprochen, dass er einer der wenigen übrig gebliebenen Männer war, welcher für mich noch immer ernsthaft für eine (Liaison) feste Beziehung, eine Ehe in Frage käme. Selbst dieses kurze Intermezzo, wie es jetzt mit uns im Augenblick ist, hätte ich NICHT mit jedem begonnen. Man erinnere sich, in welcher Weise ich bereits darüber sinnierte.
Nun ja. Ich genieße ihn, solange wir beieinander sind.

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Kein Ausschlafen heute Morgen. Die Besichtigungstour der Häuser und Grundstücke mit Barbara war angesagt.
Eine Entscheidung meinerseits, welches Grundstück und Haus es nun sein soll, ist allerdings noch immer nicht gänzlich gefallen. Gerade bin ich dabei darüber nachzusinnen und komme immer wieder zu dem Selben Schluss, dass es das Haus am Kalanianaole Highway wird.
Es ist genau DIESES, welches mein Bauchgefühl von Beginn an bevorzugt hat. Infolgedessen wird es das werden und ich sage Barbara gleich Morgenfrüh zu. Punktum!

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Und es ist wie jeden Tag in diese Woche, Jason besucht seine Kinder und seine  Familie und ich erwarte ihn alsbald zurück.

Gunnar ließ bisher nichts von sich hören. In dieser Hinsicht tanze ich noch immer auf heißen Kohlen, oder glattem Eis. Wie man es auch nennen möchte. Ich kann nicht sagen, ob er kommt, oder nicht.
Derek würde so wie so nicht zu mir kommen können. Seine Mutter hat Vorrang vor allem und ER hat sich die Pflicht auferlegt, auf sie zu achten. Was nun in der Tat überaus löblich sein mag. Jedoch seine eigenen Bedürfnisse und Ziele hinter denen der anderen anstehen zu lassen.........sollte er womöglich noch einmal überdenken. Obgleich.....es doch seine Mutter ist. Aber vielleicht ist es gerade DAS, was ihn zu einem herzensguten Menschen macht! Seine (beinahe) absolute Tadellosigkeit. Ein Grund mehr, ihn als (Heirats-) Kandidaten ernsthaft in Betracht zu ziehen. Seiner feinen (warmherzigen, mitfühlenden, reinen aufrichtigen, zuverlässigen, makellosen) Seele wegen.
Jedoch auch hier genug der Bewunderung (-weihräucherung). Ich muss etwas essen. So wie so nahm ich mir vor, heute etwas früher zu Bett zu gehen. Oh nein! Nicht was sie denken......smile......schlafen ist angesagt. Morgen früh ist womöglich Zeit für m-e-h-r.......


Heiße Eisen und (m)eine Schreibtherapie



Bevor ich mich aufhübschen (Friseur, Kosmetik und Maniküre) und mir eine Massage geben ließ, denn Häuser und Grundstücke besichtigen waren an diesem Tag doch nicht mehr möglich, Barbara hatte bereits einen Termin, welchen sie nicht verschieben konnte, führten Jason und ich ein ernstes Gespräch, nachdem wir (endlich!) wieder Sex miteinander hatten. Unsere Gedanken und Worte kreisten im Wesentlichen erneut um die Thematik was wäre wenn. Nur dieses Mal war es ernster. Bis ins Detail diskutierten wird die Dinge aus. Und immer wieder die Kinder, die mir im Weg standen, wie auch bei den anderen Männern. Ob sie nun geboren waren, oder nicht. Lisa, Jasons Frau, war, auf ihre Weise, gleichermaßen ein Hindernis. Jedoch war uns beiden klar, dass er sie niemals verließ. Und vor allem nicht seine Kinder. Die Gehörten zu ihm, wie der eine Schuh zum anderen.
„Du müsstest ihnen eine Mutter sein.“, sagte er und sah mich ein wenig zweifelnd an. Und seine Zweifel waren durchaus berechtigt.
Ich schüttelte mit dem Kopf. Denn bei dem Gedanken an kleine Kinder, regte sich in mir der Widerwille. „Ich könnte ihnen die Mutter niemals ersetzen.“, antwortete ich und Jason war dies selbstredend ebenso klar.
So nach und nach gingen wir die verschiedenen Themen durch und auf unser beider Vorstellung von einer Beziehung ein. Ich hatte tausend Fragen und verglich die Antworten mit meinen bisherigen Vorstellungen. Sie stimmten nur teilweise miteinander überein. JASON stellte sich in jedem Fall treuer dar, als ich es bisher vermutete.
„Die Hälfte meines Lebens, oder besser, der größte Teil, ist für mich das Zusammensein mit meinem Mann.“, erklärte ich ihm. Denn das war mir wichtig. Er hingegen legte ebensoviel Wert auf den Faktor Spaß und das Zusammensein mit Freunden ect. p.p..... Ähnlich wie bei Gunnar also. Nur war genau DAS eben nichts für mich. Mit ist eine traute, ruhige Zweisamkeit tausend Mal lieber. Mit gelegentlichen Freiräumen für den einen oder anderen, der es braucht. Ein weiterer, wichtiger Part in seinem Leben war der Freizeitsport. Nun gut. Meinetwegen. Dies verstand ich noch.
Wir redeten über Gunnar und seine Konkubinen. Hier erzählte er mir, was die Gerüchteküche im Zentrum zu berichten wusste.
Über Derek sprachen wir gleichermaßen. Alldieweil er anklingen ließ, ich hätte doch ebenfalls einen anderen. Was beinahe wie eine Verteidigung Gunnars klang. (Beinahe!)
„Ich würde keinen anderen Mann brauchen, wenn Gunnar keine anderen Frauen neben mir hätte.“, sagte ich zu ihm. So wie ich es bereits zu Gunnar selbst gesagt hatte.
Wanja kam ins Spiel. Ich drückte mein Bedauern aus, dass ich ihn hatte ziehen lassen. „Er war kein schlechter Mann. Im Gegenteil.“ Und auch hier war es am Ende das Kind......mit einer anderen Frau, das mich von ihm trennte.

Alles in allem wäre Jason tatsächlich ein wahrer Ehekandidat gewesen. Wie ich bereits vermutete. Allerdings war er nur unter Vorbehalten dazu bereit, sich weiter zu bilden und der Leiter eines (kleinen) Unternehmens zu sein. Käme es denn dazu, hier, auf Hawaii, ein Zweigstelle gleicher Art wie in Schweden aufzubauen. Denn in mir war gleichwohl eine andere Idee der Finanzierung aufgestiegen. Mein Vater. Womöglich hätte ER Interesse daran, mit mir hier in Hawaii ein spirituelles Zentrum aufzubauen. Oder zumindest etwas Ähnliches. Gute Baugrundsstücke gab es einige dafür. Musste er doch mit der Zeit eingesehen haben, dass in Schweden, bis auf kleine Widrigkeiten, tatsächlich alles hervorragend lief und ich in der Lage war, ein Geschäft zu führen.

„Denkst du das Magie existiert?“, legte ich eine neue Spur der Unterhaltung vor, welche mich ebenso an Jason interessierte, obgleich er schon beinahe im Aufbruch war. Schließlich gedachte er zumindest für ein paar wenige Stunden seine Kinder zu sehen.
„Ja. Natürlich.“ Er blieb unerwartet ernst. Also ging ich aufs Ganze. „Ich würde gern zu einer Kahuna gehen, sollte ich tatsächlich hier investieren und einen Zweig meines Unternehmens hier errichten.“
„Okay.“ Noch immer blieb er erstaunlich ernst.
„Womöglich kennt deine Stiefmutter jemanden. Jedoch bestehe ich auf einer Frau.“
Jason grinste. „Meinetwegen. Ich frage sie.“
Mehr war ihm diesbezüglich nicht zu entlocken. Und ich wusste, da gab es mehr. Das fühlte ich. In jedem Fall schien er sich offenbar jetzt nicht mit mir darüber unterhalten zu wollen. Okay. Das hatte Zeit.


Bevor Jason zu seinen Kinder ging, sah ich mir, sahen wir uns doch noch einmal die Häuser an, um gegebenenfalls eine Vorentscheidung zu treffen.
Und hier fällt es mir in der Tat überaus schwer zu entscheiden. Was soll ich nur tun? Zum Teil verwarf ich die Vorstellung in diesem Haus am Highway 72 zu wohnen. Das Gebiet war überbaut. Die Nordküste von Oahu hatte allerdings ebenso schöne Strände und Anwesen zu bieten. Ich sah sie mir etwas genauer an, mit google earth, und kam zu dem Schluss, dass es womöglich sogar besser war, an dieser Seite der Insel, am Farrington Highway, ein Grundstück zu kaufen. Direkt am Laau Paina Place. Hier war noch nicht alles mit Häuserreihen übersät. Es gibt dort noch mehr unbebautes Gelände und sogar ein kleiner Flugplatz war nebenan, sowie ein  Poloareal.
Infolgedessen nutzte ich die Gelegenheit der freien Zeit und erkundigte mich noch telefonisch bei anderen Maklern nach Häusern direkt am Strand, in noch nicht so derart überlaufenen Gebieten. Der Preis war mir egal. Ich hatte vorher gezielt gesucht und vermochte so genau Angabe über meine Wünsche zu machen. Was ein Pluspunkt für mich war. Man dachte tatsächlich, ich kenne mich hier bestens aus. Lach.....
So wirklichen Erfolg hatte ich jedoch bei meiner Suche nicht. Also bleibt es dabei, am Mittwoch mit Barbara verschiedene Häuser anzusehen.

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Später, als Jason gegangen war, rief ich Gunnar an. In Schweden war es früh am Morgen.
„Ja. Hallo. Rea? Bist du das?“ Ich bestätigte. Gunnar klang verschlafen und ich sah das Bild vor mir, wie er neben Alexa lag. „Einen Augenblick.“, hörte ich ihn sagen. „Ah. Es ist schon hell. Ich muss so wie so aufstehen. Wie geht es dir? Schon was gefunden?“
„Es geht mir soweit ganz gut. Und nein. Bisher vermochte ich mich noch nicht zu entscheiden. Erst Morgen beginnen die Besichtigungen.“
„Weißt du was Rea, ich habe mir überlegt, vielleicht zu dir nach Hawaii zu fliegen. Dann können wir gemeinsam auf die Suche gehen.“
„Aber ohne deine Konkubine!“, schoss es noch augenblicklich aus mir heraus. Und dann entlud sich unbeabsichtigter Weise noch viel mehr. „Was meist du wohl, warum ich so weit wie möglich weggegangen bin. Ich konnte deine Vielweiberei schlicht und einfach nicht mehr ertragen. Du hattest vier Jahre Zeit, dich von deinen Sektengepflogenheiten zu erholen und zu lernen, wie eine richtige Zweierbeziehung, eine Ehe funktioniert. Du hattest Unterstützung, wie beispielsweise Erik, dabei und ICH, hatte bisher in der Tat viel Geduld mit dir. Das kannst du nicht leugnen. Aber du scheinst es bisher noch immer nicht zu begreifen, wie man eine gute Ehe führt. DAS hätte ich durchaus von dir erwartet. Stattdessen entfernen wir uns immer mehr voneinander, wie mir scheint. Bist du doch zunehmend bei deiner schwangeren Mätresse.“
Gunnar schien verdutzt. Sekunden der Stille traten ein. Dann ein recht verstörter Satz: „Bedeutet dieser Vortrag, am frühen Morgen, dass du mich nicht mehr haben willst?“
Was sollte ich darauf antworten? Nun war es gewissermaßen aus mir heraus gebrochen. Und im selben Moment bereute ich es schon in einer Ecke meines Innersten. Ich suchte nun, da der Stein geworfen, der Satz gesagt war, nach einer ehrlichen Antwort in mir. Was gleichermaßen Bruchteile einer Sekunde benötigten. „Doch. Natürlich will ich dich noch haben. WAS denkst du nur?! Ich dachte wir lieben uns?“
„Das tun wir doch auch?“
„DAS nennst du mich lieben?“ Ich wurde trotz meiner leisen und mahnenden Bedenken immer zorniger. Jedoch sollte ich hier doch besser Milde und Langmut walten lassen. Das war mir irgendwo klar. „In jeden Fall bin ich kaum mehr bereit deine anderen Frauen neben mir zu dulden. Es reicht!“, blieb ich trotz alledem weiterhin verhältnismäßig mutig in meiner Argumentation. „Vielleicht sollte ich dir ein Ultimatum setzen. Entweder du schaffst es, dich zu bezähmen und mir treu zu sein, oder eine andere kann ihre Geduld an deiner Seite beweisen.“ Oh Gott, WAS sagte ich da? Wie kam ich nur dazu so übermütig, anstatt verständnisvoll mit Gunnar  umzugehen? Wäre es nicht stattdessen besser gewesen, die Unterhaltung in eine positive Richtung zu lenken? Und ich trat, merkwürdiger Weise, weiterhin aufs Gaspedal. Mir war gerade so, als stünde ich neben mir und hörte mich reden. War ich überhaupt noch bei mir? War ich klar? Oder was? Was tat ich nur? Jedoch vermochte ich meinen Redefluss nicht zu bremsen. „Ein Jahr. Dann ist Schluss. Wenn du bis dahin nicht gelernt hast, dich zu mäßigen, wäre es,......für mich besser......“, und hier kam ich unwillkürlich ins Schleudern. Denn das Ende des Satzes war klar und ich wollte es nicht sagen. Nein! Ich traute ich mich NICHT es auszusprechen und stellte Gunnar stattdessen eine Frage. „Wie denkst du darüber?“
Hüstel. Räusper. Schnauf.
„Eine mutige Ansprache. Ohne Zweifel.“, hörte ich ihn mit zynischem Unterton sagen. „Wen hast du denn im Auge anstatt meiner?“, fragte er nun.
„Ist das alles, was du dazu zu sagen hast? Ist das alles, an was du denken kannst? Denn DAS ist nicht der Kern der Angelegenheit.“
„Ich weiß.“ Sein Tonfall schien ein wenig milder.
„Ach! Tatsächlich?“, und hier wäre es nun in der Tat an der Zeit gewesen umzuschwenken und mich vor allen Dingen zu besinnen, damit nicht noch etwas Schlimmes geschieht. Deshalb griff ich zu leiseren Tönen und milderen Worten.  „Manchmal denke ich, du verstehst noch immer nicht, was mir wirklich wichtig ist im Leben.“
„Bin ich dir nicht ein guter Mann?“
Herr Gott noch mal! Darum ging es doch ebenso wenig. Begriff er nicht? Oder wollte er nicht begreifen?
„Ja. Im Allgemeinen schon. Du achtest auf mich, wenn es deine Zeit erlaubt und du nicht gerade mit anderen Frauen zusammen bist. Zugegeben. Du bist, trotz meiner Kränklichkeit bisher bei mir geblieben. Das ist in der Tat lobenswert. Zudem verstehst du mich über die Maßen gut in allen Belangen und ich glaube dir sogar, wenn du sagst, wir seien Seelenpartner. Nur dieses Mal, ist es tatsächlich schwierig für mich. Ich kann und will diese Betrügereien nicht mehr ertragen.“
„Was ist mit Derek? Hast du nicht auch deine Freiheiten?“ Oh Gott! Nun warf er meinen (Ersatz-) Geliebten in die Wagschale. Welch Zynik begegnete mir hier? Wusste er doch genau, und wir hatten schon viele Male darüber gesprochen, dass ich mit Derek ausschließlich zusammen war, weil ER, Gunnar, als mein Ehemann andere Frauen hatte. Wäre er mir treu, bräuchte ich ihn nicht.
„Ich will sie nicht! Diese Freiheiten. Wenn du mir nur treu sein könntest! Haben wir das nicht bereits besprochen?“
„Ja. Wir haben alles bereits das tausendste Mal durchgekaut.“ Oh, oh! Jetzt wurde Gunnar sauer. „Ich bin nun einmal wie ich bin und werde mich nicht verbiegen. Ich lerne und versuche doch bereits was mir möglich ist. Aber das scheint dir noch immer nicht zu genügen. Und wieso belügst du mich eigentlich? Ich weiß genau, dass jemand bei dir ist. Hatten wir uns nicht geschworen, ehrlich miteinander zu sein? Ich bin es jedenfalls.“
WAS für eine Ehrlichkeit war das? Mich beständig mit anderen Frauen zu betrügen.
Dennoch, diese Unterhaltung entpuppte sich zu einem knallharten Streit. Soweit hatte ich es nicht kommen lassen wollen. Nun war es allerdings zu spät. Also,....wie weiter?
„Du sagst mir gleichermaßen bei Weitem nicht alles.“, konterte ich mit einem Bluff.
Gunnar lachte. „Das stimmt nicht und du weißt das. Also, WER ist es, der bei dir ist?“
Ich war noch lange nicht bereit es zu (verraten) gestehen. „Willst du deshalb zu mir fliegen?“
„Nein. Ich will bei dir sein. Du fehlst mir schlicht und einfach.“
Das klang stereotyp. Sollte ich ihm das glauben????? Also versicherte ich mich noch einmal bei ihm. „Ach tatsächlich? Das soll ich dir glauben? Wo gerade eine andere Frau neben dir liegt, die zudem noch schwanger von dir ist. WIE um alles in der Welt kann ICH dir überhaupt fehlen???“
Stille,....für einen Moment.
„Anscheinend willst auch DU nicht verstehen. Ich liebe dich Rea. Ich liebe dich wirklich. Eben nur anders, als DU es erwartest.“
Gunnars letzter Satz nahm mir die Worte. Auf seine Weise hatte er sogar Recht.
Was jetzt? Ruderte ich besser zurück? Oder fuhr ich die harte Rille? Aber DAS konnte ich nicht. Am liebsten hätte ich mich in diesem Moment verkrochen und Gunnar um Verzeihung gebeten.
Warum tat ich es eigentlich nicht?
Ich schnaufte. „Gunnar“, begann ich leise, „es tut mir leid, wenn DU das so siehst.......“
„Weist du“, unterbrach er mich, „ich verstehe durchaus, wenn du deine kleinen Freiheiten brauchst und willst allein verreisen. Ich verstehe auch, dass du Partys und Familienfeiern hasst. Ebenso verstehe ich, dass du dich nicht mit Leuten umgeben möchtest, die du nicht magst und dich gleichermaßen keinen Situationen aussetzen willst, die dir nicht angenehm sind. All das verstehe ich. Auch noch, dass du mir verheimlichst, mit wem du gerade auf Hawaii bist. Aber dein Ultimatum und die stille Androhung der Scheidung......verstehe ich nicht. Aus meiner Sicht gibt es keinerlei Anlass dafür.“
Am liebsten hätte ich gesondert. Tat es jedoch nicht. Gedachte nicht mehr aufs Äußerste zu gehen. Denn jetzt meldete sich der Katzenjammer. Schließlich konnte ich nicht bestreiten, dass ich Gunnar noch immer, oder mehr denn je, über alles liebte. Nun tat er mir sogar leid und ebenso, dass ich diesen Streit vom Zaun gebrochen hatte. Infolgedessen schwenkte ich um. Scharf rechts!
„Okay. Dann komm.“, sagte ich eher kleinlaut. Und gegen jegliche Erwartungen meinerseits, triumphierte Gunnar nicht. Er schien sogar froh zu sein, diese drei Worte von mir gehört zu haben. Zudem hatte ich das Gefühl, sein Herz sei schwer und er sei traurig. Was hatte ich nur getan? Meine Ehe aufs Spiel gesetzt?
Gunnar entschuldigte sich nun und legte auf. Er müsse zur Arbeit gehen, hatte er als letztes gesagt.
Nun stand alles offen. Kam er? Oder kam er nicht zu mir nach Hawaii? Hatte ich ihn so derart getroffen, dass er niedergeschlagen oder ganz und gar erschüttert war?  Ich konnte nur hoffen, dass es nicht zum Äußersten kam. Denn so still in einem Streit, hatte ich ihn noch nie erlebt. Gleichwohl am Telefon. Und dann das unvermittelte Auflegen war durchaus ungewöhnlich.
Oh mein Gott! Was tun? Abwarten? Was war und würde mit Jason werden, wenn Gunnar tatsächlich hier her kam? Ich hätte es ihm sagen sollen........Er wäre, ob meiner Ehrlichkeit, sicherlich NICHT böse gewesen. Ich bin eine Idiotin! Nun sitze ich hier wie auf heißen Kohlen und weiß nicht was geschehen wird. Blöd!

Okay. Dann eben (sicherheitshalber) noch Derek anrufen! Womöglich gedachte ich mich dabei zumindest mit ihm sicher zu fühlen. Aber WELCHE Sicherheit hatte ich denn. Auch ER wurde demnächst Vater. Und genau dies beschäftigte mich. Wie konnte ich mir da mit IHM sicher sein?????
Allerdings redete ich mit Derek ein wenig milder. Sprach keine heiklen Themen an. Wie beispielsweise Giselle usw......Am liebsten hätte ich es jedoch getan. Ich war wütend auf mich selbst. Hatte Angst irgendwie und der Frust über meine Dummheit einen Streit mit Gunnar begonnen zu haben, der böse enden konnte, hätte sich am aller liebsten seinen Weg nach draußen gebahnt und auf Derek, einem Unschuldigen, abgeladen.
Derek bemerkte natürlich, dass ich verstimmt gewesen war und fragte nach.
„Ich habe mich mit Gunnar fürchterlich gezankt.“ Dieser Satz war gut für uns beide.
„Oh! Das tut mir leid. Was hat er denn gesagt?“
Was hatte diese Frage zu bedeuten? Ich war misstrauisch geworden. Obgleich es keinen Grund dafür gab. Paranoia stellte sich ein.
„Zuerst gedachte er zu mir zu kommen. Jedoch nach dem Streit, bin ich mir nicht mehr sicher. Er hat einfach aufgelegt. Was er noch niemals tat.“
„Oha. Das klingt nicht gut.“ Wollte Derek dass ich glaube, Gunnar zog tatsächlich ein Ende mit mir in Betracht? Oder war es nur ein ehrliches Bedauern, ob der angespannten Situation in der ich mich befand. Ich wusste es nicht. Nun gedachte ich mit ihm dieses Thema nicht weiter auszuführen und erzählte ihm stattdessen von meinen Recherchen und Fortschritten mit dem Haus. Was Jason betraf, log ich ihn gleichermaßen an. Ich verschwieg schlicht und einfach, dass es ihn hier gab.
Derek hatte mir zugehört, kam am Ende jedoch noch einmal indirekt auf Gunnar zu sprechen und fragte dann, ob ER zu mir kommen solle.“
„Es lohnt nicht mehr. Am Wochenende fliege ich zurück. Zumindest ist es so geplant. Und ich hoffe, dass ich bis dahin ein geeignetes Haus finden werde.“

Als ich das Gespräch mit Derek beendete, dachte ich an meinen Vater. Sollte ich es wagen ihn anzurufen? Oder doch lieber auf eine bessere Gelegenheit warten? Ohnehin war ich im Augenblick nicht gut gelaunt. Mein Vater würde es sicherlich bemerken und Fragen stellen.
Ein entfernter Gedanke verirrte sich zu Wanja. Ich ließ ihn ziehen und setzte mich an mein Notebook, um mir hier alles von der Seele zu schreiben. Das Schreiben ist wie eine Therapie.
Und Jason ist bereits seit gut einer Stunde zurück........


Montag, 13. Juni 2016

Der körperlich-geistig-seelische Katzenjammer – Part um Part



Ich hatte Gunnar NICHT angerufen. Es war keine Zeit geblieben dafür. Infolgedessen musste ich nun auf die Zufälligkeiten hoffen. Denn ab JETZT würde ich (beinahe) ununterbrochen mit Jason zusammen sein. Er hatte seinen Job, wie er sagte, als mein Bodyguard und Begleiter, für die kommende Woche, begonnen.
(Aber Gunnar wartete, bis ich ihn anrief.)

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Ein Schwächeanfall und/oder eine Panik Attacke
Was war ich erleichtert darüber, dass Jason gestern Abend bei mir war. Er kam, kurz nachdem ich meinen Post beendet hatte und wir gingen gemeinsam ins Restaurant des Hotels, um zu essen.
Danach, und hier danke ich den Göttern, dass wir bereits wieder auf meinem Zimmer waren, übermannte es mich. Ich begann am ganzen Körper zu zittern. Mir war, als stürzte ich in eine Schlucht ohne Netzt und Doppelten Boden. Ich hatte (unerklärliche) Todesangst.
„Jason, Jason....“, hauchte ich und presste gerade noch eine Frage an ihn aus mir heraus. „Du kennst das doch. Oder? Weißt was du tun musst? Erinnerst du dich an Berlin? Halt mich! Halt mich! Halt mich!“ und das war’s. Ich rang nach Atem, mein Herz ging so schnell, als spränge es mir jeden Augenblick aus der Brust. Angst, Angst, Angst...........
Jason hielt mich, streichelte mich, wiegte und beruhigte mich. Ein Glück, dass er da war. Allein hätte ich das kaum geschafft.
Mir war klar, dass das irgendwann hatte kommen müssen. So mutig wie ich auch war, diese Reise (beinahe) allein zu begehen, kam nun gewissermaßen der körperlich-geistig-seelische Katzenjammer. Es war das Unbekannte, die Größe, die Weite des Ozeans, was mich so schreckte. Zumindest kam es mir so vor. Bilder vom Meer, den gigantischen Wellen und einem Weitblick vom Berg, welchen ich bisher ausschließlich auf Bilder gesehen hatte, schossen mir in diesen Moment durch den Kopf. Mir wurde Angst und Bange und ich fragte mich, WAS TAT ICH HIER???

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Kurz bevor ich einschlief, dachte ich darüber nach, ob ich in Hawaii ein spirituelles Zentrum aufbauen sollte. Jedoch mit welchem Geld? Grundstück plus das Erbauen würde mich einen Betrag in Millionenhöhe kosten.
Ich könnte Wanja fragen, ob er mein Investor wird? (Lach......aber wer weiß?)
Jason bedrängte mich nicht am Abend. Ein paar Sätze wechselten wir noch und dann schlief ich ein.

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Am Morgen war ich aufgeschreckt. Hatte einen schrecklichen Traum. Den Sonnenaufgang hatte ich erneut verpasst. Es war bereits um sieben Uhr.
In meinem Traum hatte man mich verhaftet. Bei einem Bekannten meines Mannes, mit welchen ich (samt Gunnar) auf einer Radtour unterwegs gewesen war, hatte man Diebesgut gefunden. Obwohl ich doch noch in der vorherigen Episode des Traumes um ein zehn Centstück vertrauenswürdig war. Anstatt schlicht und einfach das mir angebotene Geschenk anzunehmen, hatte ich aus Rechtschaffenheit dafür bezahlt. Und dann wurde ich wegen einer Tasche voll gestohlenen Schmuckes von der Polizei verhaftet. Ich kannte diesen Mann nicht einmal und hatte auch sonst nichts weiter mit ihm zu tun.
Zuvor hatte ich von Lavendel(-feldern) geträumt.
Auch in meinen Träumen hatte ich offenbar Angst. Sollte dies vielleicht ein Zeichen sein, hier NICHT zu investieren? Oder schlicht und einfach nur aufmerksam zu sein?
Ich werde die Karten befragen. Oder sollte ich womöglich zu einer Kahuna gehen, bevor ich hier tatsächlich beginne eine Zweigstelle meines Unternehmens aufzubauen? Möglicherweise sollte ich auch mit Jason darüber reden. Was nicht schaden kann. Schließlich kennt er sich hier besser aus als ich. Allerdings wusste ich nicht, wie er überhaupt zu magischen Dingen steht. Es war ohnehin an der Zeit mit ihm noch viel näher bekannt zu werden, als es ohnehin bereits der Fall gewesen war. So gut wie ich dachte, kannte ich ihn doch noch nicht. SO oft waren wir uns auch nicht nahe gekommen. Aber gerade in diesen Tagen stellte ich mir immer wieder vor, wie es wäre WENN........Jason (anstatt Gunnar) an meiner Seite wäre (und ich tatsächlich hier sesshaft würde. Denn,....trotz der Attacke der Angst gefällt es mir hier). Ich würde mich schon an alles gewöhnen.


Später dann wieder der Übermut. Die Euphorie. Jason und ich scherzten und lachten miteinander. Er neckte mich und ich ihn. Seine Hände berührten mich gelegentlich ebenso wie seine Schultern, Arme, Hüften. Es war wie ein Spiel. Dann begann ich sogar noch mit meinen Yogaübungen vor der geöffneten Tür zum Balkon mit Meeresblick.
Körperliche Nähe war (und ist uns (offenbar) wichtig. Seit der Suite im Flugzeug waren wir noch nicht einmal wieder intim zusammengekommen. Hatten ausschließlich gemeinsam in einem Bett gelegen. Sonst nichts.

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Gleich nach dem Frühstück begannen wir mit der Suche nach geeigneten Immobilien. An dieser Stelle war es gut zu entscheiden, ob ich nur eine Bleibe suche, oder doch eher ein ganzes Resore/Baugrundstück. Jedoch das Baugrundstück stelle ich besser vorerst zurück. Vorerst das Haus. Dann bedenke ich alles Weitere. Denn für Größeres fehlt mir tatsächlich das Geld. Gerade Baugrundstücke können schon einmal ab zehn Millionen aufwärts kosten. Hier würde ich dann versuchen Wanja mit ins Bott zu nehmen. Denn allein tue ich das nicht.
Nun, zu Beginn sollte es genügen, ein Grundstück mit einem Haus darauf für mich zu finden. Die unmittelbare Nähe des Strandes wäre mir lieb. Und da es ein Weißer sein soll, kommt genau genommen nur Oahu in Frage. Zumindest soweit wie ich bis hierher recherchierte. Wir werden sehen.

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Mein ausdrücklicher Wunsch war eine ImmobilienmaklerIN! (Offenbar scheint es hier gut zu sein, sich mit mehreren zu treffen. Es gibt durchaus einige von diesen Frauen.) Die sich auch recht zügig finden ließ. Sie ist eine Frau in den Vierzigern, oder Fünfzigern. Das ist nicht so genau zu bestimmen. Blondes, kurzes Haar und blaue Augen. Ihr Name ist Barbara. Sie scheint mir eine vertrauenswürdige Partnerin auf diesem Gebiet zu sein. Ihre Augen verraten mir das. Sie blicken durch und durch freundlich und ruhig. Auch ihre Aura ist angenehm. Ihr Büro befindet sich in der Keahole Street. (Auffällig sind hier die vielen weiblichen, chinesischen Maklerinnen.) Mit ihr begannen wir die Suche nach (m)einem Grundstück samt Haus.
Sie kam ins Hotel, um uns vorab einige Angebote zu unterbreiten. Wir sahen uns die Fotos und Videos der Häuser und Grundstücke an. Gleichwohl die Innenräume. Einige davon hatte ich mir am Vortag bereits im Internet angesehen.
Sie blieb etwa eine Stunde.
„Rufen sie mich an, wenn sie sich entschieden haben. Dann machen wir einen Termin für die Besichtigung.“, waren ihre letzten Worte, bevor sie ging.
Nun war es an mir zu entscheiden. Hierbei konnte durchaus auch ein anderer Makler, oder eine andere Maklerin ihr Geschäft mit mir abschließen.
Die Angebote sind in der Tat recht zahlreich. Jedoch unter zwei Millionen sollte man nicht beginnen zu suchen. Denn diese billigeren Grundstücke und Häuser befinden sich entweder nicht direkt am Meer/Strand, oder auf überbautem Land, sodass man gleich nebenan ein Hotel stehen hat, wo die Gäste einen auf den Teller sehen. DAS ist nichts für mich.
Meine Vorstellung
Das Grundstück muss nicht sonderlich groß sein. Das Haus ebenso nicht. Von Prunk und überdimensionalen Räumen sehe ich gänzlich ab. Ich bin nicht einer dieser Scheichs, die mit Reichtum protzen muss. War ich nie gewesen. Gleichermaßen benötige ich weder einen Golfplatz noch ein Fußballfeld. Vielleicht einen Tennisplatz. Und ein Swimmingpool wäre ganz nett. Mehr muss es nicht sein. Entscheidend ist die Lage. Ich wünsche mir einen freien Zugang zu einem Strand mit weißem Sand. DAS wird eine Bedingung sein. Wenn möglich verhältnismäßig abgeschieden....von der restlichen Welt.
Jason reibt sich nur die Augen. Weiß oft nicht, was er sagen soll. Hüstelt und schluckt bei den Preisen, die ich erwartet habe und nur lachen kann.
Woran ich bei meiner Suche nach einem geeigneten Haus stets denken muss ist, dass sich nur Wenige derartigen Luxus leisten können. Traurig eigentlich.

Der Vorausscheid,.....fand/findet eigentlich am Notebook statt. Erst dann wird ein Termin mit der Maklerin zur Besichtigung anberaumt.
Einen Favoriten wählte ich bereits aus. Es ist auch hier wie mit allem anderen, das erste Bauchgefühl ist entscheidend.
Das Haus liegt tatsächlich am süd-östlichen Rand von Oahu am Kalanianaole Highway. Richtung Süd-Pazifik. In der Nähe ist der Hanauma Bay Nature Preserve. – Ich gewöhne mich so allmählich an die Namen hier. – Es ist das erste Haus von Norden her gesehen nach der Brücke. Ein Stück weiter auf dem Highway ist der Kuapa pond Hawaii kai.
Also rekapitulieren wir. Auf der einen Seite ist das Meer. Auf der anderen der Highway 72. Dahinter noch eine Häuserreihe und dann wieder Meer, wo der Kuapa Pond liegt.
Allerdings gäbe es da gleichwohl noch vier andere Objekte. Und so nach und nach schwirrte mir der Kopf. Aus diesem Grund beendeten wir die Suche noch vor dem Dinner. Ohnehin verließ mich Jason um diese Zeit, um nach seinen Kindern zu sehen. Er würde erst in zwei, drei Stunden wiederkommen. In dieser Zeit speiste ich, rief Gunnar und Derek an und schrieb.
Die Gespräche mit den Männern dehnte ich nicht all zu lange aus. Der Inhalt war jeweils der Gleiche. Gunnar erzählte mir, dass sie in den Geburtstag seines Vaters hinein gefeiert hätten und erst am Abend zurückgeflogen wären.
Derek macht sich Sorgen. Am liebsten wäre er bei mir.
An Gunnars Stimme erkannte ich, dass er mir die Solo-Tour nicht abkaufte. Er kannte mich viel zu gut und wusste, dass ich dergleichen nie allein, ohne jeglichen Beistand in Angriff nehmen würde.
„Wer ist bei dir?“, fragte er.
„Niemand“, log ich weiter.
Derek hatte nicht einmal danach gefragt. ER glaubte mir, dass ich alles im Alleingang regelte. Offenbar traute er mir viel mehr zu als Gunnar. Eigenartig. Oder kannte mich Gunnar nur viel besser als Derek?
Als ich noch gesund war, wäre dies keine Frage für mich gewesen. Ich hätte ohne Probleme und Hilfe JEDE Hürde überwunden und alles geschafft, was ich mir vorgenommen hätte. Aber nun, so kränklich wie ich war, gelang mir das alles nicht mehr so easy wie früher. Da brauchte es schon ein wenig (männlichen) Beistand.
Gunnar hatte dann nicht weiter nachgebohrt. Er beließ es dabei. Womöglich ahnte er etwas. Wer weiß.

So, nun warte ich auf Jasons Rückkehr. 
Morgen werden die Termine für die Besichtigungen festgelegt. Ich hoffe darauf, wenn ich mich sogleich am frühen Morgen bei Barbara melde, dass ich im Laufe des Tages schon mein bevorzugtes Objekt besichtigen kann.
Jason freut sich in jedem Fall darauf. Ohne mich, hätte er vermutlich niemals die Gelegenheit, sich solche Häuser anzusehen. Ihm gefällt das Ganze.


Sonntag, 12. Juni 2016

Jasons Familie



Den Lunch nahm ich bei Jasons Familie ein. Seine Mutter hatte gekocht.
Dann drängte ich, nach einer kurzen Ruhephase darauf, mir ein Hotelzimmer zu suchen.
„Ich möchte deiner Familie nicht weiter zur Last fallen.“, hatte ich zu Jason gesagt und der wehrte ab
„Das tust du doch nicht. Die sind doch ganz froh, über die Abwechslung und freuen sich über einen Gast.“
Die kurze Phase der Ruhe hatte offenbar nicht ausgereicht. Ich schlief noch einmal ein und wachte dann erst am frühen Sonntagmorgen wieder auf. Den Sonnenaufgang hatte ich allerdings um gut eine Stunde verpasst.
Jason hatte offenbar kaum geschlafen. Denn ich hörte Lärm aus dem Nebenzimmer, der mich geweckt haben musste.
Ich setzte mich auf, streckte mich und ging dann ein paar Schritte zum Fenster hin. Und als ich so Gedanken versunken in Richtung Sonne sah, fassten mich zwei starke  Hände. Ich drehe so rasch meinen Kopf, dass mich kurz der Schwindel ergriff und fiel so in Jasons Arme.
„Gut geschlafen?“, fragte er und hielt mich fest. Ich nickte und strich zufrieden lächelnd mit meinen Händen über seine muskulösen Unterarme, die meine Hüfte umfingen. „Ja.“ Und obwohl ich die Antwort ahnte, fragte ich ihn: „Und du?“
Er schnaufte. „Kaum.“
„Dann gehe du doch besser schlafen. Das Hotelzimmer suche ich mir allein.“
Jasons Stimme ließ ein brummendes „ho, ho“ hören. „Kommt nicht in Frage. Ich lass dich nicht allein.“ Nun drehte mich Jason in seinen Armen zu sich herum. „Entweder wir gehen JETZT gemeinsam, oder du bleibst mit mir hier. Bleiben wir hier, gibt es auch zwei Möglichkeiten. Du legst dich noch einmal mit mir hin, oder lässt mich zwei, drei Stunden schlafen. Wenn ich wieder munter bin, können wir immer noch ein Hotel für dich suchen. Okay?“
Er schien hier die Zügel in der Hand zu halten und ich ließ ihm die Freude das zu tun. Betrunken schien er mir jedoch erstaunlicher Weise nicht zu sein. Gleichwohl ein wenig angeheitert. Aber das war okay. Schließlich hatte es ein Wiedersehen zu feiern gegeben.
Auf dem Weg zum Bad begegnete ich seinen Brüdern, Cousins oder/und Freunden. So genau kannte ich mich in Jasons Familie noch nicht aus und ich hatte ihn gleichwohl noch nicht einmal danach gefragt. Eigenartig. Es hatte keine Notwendigkeit bestanden. Ich nahm schlicht und einfach.....AN.
„Hallo schöne Frau.“, sagte einer der Männer. Er sah Jason nicht ähnlich. War jedoch genau so groß und kräftig wie er. Wir begannen zu scherzen und mit einem Mal hob er mich hoch. So leicht schien ich für ihn zu sein. Wie eine Feder.
Jason kam hinzu und veranlasste den Mann mich abzusetzen.
„Lass meine Chefin runter. Du bist betrunken. Sonst feuert sie mich noch.“, sagte er und lachte. Klopfte dem Mann auf die Schulter. Der lachte ebenfalls und stellt mich, so vorsichtig er es noch vermochte, mit meinen Füßen wieder auf den Boden.
Jason nahm mich bei der Hand und schob mich in Richtung Restroom.
Die Männer schienen die ganze Nacht hindurch getrunken und geredet zu haben. Jason muss die ganzen Stunden über bei ihnen gewesen zu sein. Er hatte ihnen sicherlich viel zu erzählen. Nahm ich an.
„Viel los hier.“, sagte er ein wenig verlegen und schob mich weiter durch den etwas schmalen Gang. „Ja. In der Tat. Ein wenig zu viel Trubel, für meinen Geschmack.“, erwiderte ich.
Auf dem Rückweg, durch den Gang, begegnete mir Jasons Mutter.
„Sie sind schon wieder auf?“, fragte ich ganz erstaunt.
Sie nickte freundlich. „Komm Kind, ich mach’ dir Frühstück. Was möchtest du denn? Kaffee vielleicht?“
„Oh nein. Danke. Eine Tasse Tee wäre jetzt ganz angenehm. Dafür wäre ich ihnen überaus dankbar.“
Sie lächelte herzlich und ich folgte ihr ein Stück weit im Gang.
„Ja. Die Frauen dieser Welt schlafen oft kaum und leisten so viel. Sind für jedermann eine Dienstleistungsstelle.“, sagte ich eher für mich und in Gedanken versunken.
Mit einem Mal drehte sie sich um und drückte mich fast schluchzend an sich. Ließ mich dann wieder los und trat einen Schritt zurück. Sie sah mich an und wischte sich mit der Hand eine Träne von der Wange. „Du bist eine gute Frau.“
„Oh!“, rief ich erstaunt. Das hatte ich nicht erwartet. Ich schüttelte mit dem Kopf. „Das würden nicht jeder von mir behaupten.“
Sie griff noch einmal nach meinem Arm und drückte ihn. „Die irren sich.“, sprach es, wendete und lenkte ihre Schritte in die Küche.
Als ich zurück ins Zimmer kam, saß Jason auf dem Bett.
„Also, für welche Variante hast du dich entschieden?“
„Ich würde schon gern ein Hotelzimmer suchen gehen. Wenn es dir nichts ausmacht.“ Ich war zu ihm gegangen und hatte mich direkt vor ihm hingestellt.
„Okay. Dann gehen wir jetzt ein Hotelzimmer für dich suchen. Ich lass’ dich dort. Da hast du ein wenig Zeit für dich. Kannst meditieren.“ Jason grinste mich an. „Oder sonst was tun. Und ich komme hier her zurück und ruh’ mich erst einmal ein wenig aus.“
„Jason.“, unterbrach ich ihn. „Ich würde dich bitten, mich heute Abend nicht allein zu lassen und dann wieder zu mir ins Hotel zu kommen. Wäre das möglich?“
„Ja. Wenn ich die Kinder ins Bett gebracht habe. Aber warum bleibst du nicht einfach hier. Das wäre einfacher.“
„Nein, nein. Ich kann nicht einfach das Bett eines deiner Familienmitglieder in Beschlag nehmen.“
„Das ist doch hier überhaupt kein Problem. Sie freuen sich doch alle, dass sie dich hier begrüßen durften.“
Ich dachte kurz an Jasons Mutter und hörte ihre Worte in meinem Kopf wieder hallen – du bist eine gute Frau. Wie emotional sie war. War diesen einen Augenblick lang in Gedanken versunken und starrte in die Luft.
„Hey. Was ist los?“, hörte ich Jasons Stimme fragen.
„Deine Mutter ist eine so freundliche Frau. Überhaupt deine ganze Familie....“
Jason lachte laut und ich stutze. Fragte nach, was sei.
„Das ist nicht meine Mutter.“
„W-a-s? Ich nahm an......“
„Nein. Sie ist meine Stiefmutter. Der alte Mann ist mein Vater. Das stimmt. Und die anderen Männer und Frauen hier sind meine Stiefbrüder, Cousins und Cousinen.“
„Und wo ist deine Mutter?“
„Meine Mutter ist eine Amerikanerin. Hat deutsche“, bei diesem Wort legte sich ein breites Grinsen über Jasons Gesicht, „irische und indianische Wurzeln. Sie lebt in Iowa.“
„Warum hast du Deine Kinder nicht zu ihr gebracht?“
Nun wurde Jason nachdenklich. Bevor er mir antwortete, tat er einen tiefen Atemzug. „Ich habe darüber nachgedacht. Wäre kürzer gewesen.“ Bei diesen Worten lächelte er wieder ein wenig und sah kurz zu mir auf. Ich stand noch immer vor ihm und er saß auf dem Bett. „Aber sie hat meinen Vater verlassen in einer Nacht und Nebel Aktion. Hat mich mitgenommen nach Iowa. Später heiratete sie dann dort wieder einen Amerikaner. Er ist kein guter Mann. Weißt du. Dort möchte ich meine Kinder nicht lassen.“ Jasons Blick sah nun eher traurig aus und war recht durchdringend.
„Ja. Das verstehe ich durchaus.“
„Also bedeutet das, dass deine Mutter hier auf Hawaii mit deinen Vater gelebt hat.“
„Ja. Ich wurde hier geboren.“
„Und warum verließ sie ihn dann, wenn ich fragen darf?“
„Sie kam mit der Hawaiianischen Lebensweise nicht zurecht. So sagte sie es mir immer.“

Kurze Zeit darauf packte ich meine Sachen, bedanke mich für die Gastfreundschaft und verabschiedete mich.
„Wir werden uns bestimmt noch einmal wieder sehen.“, sagte Jasons Stiefmutter zu mir und lächelte mich so freundlich an, dass sie mein Herz berührte. Was mich meinerseits dazu veranlasste noch einmal einen Schritt auf sie zu gehen und sie zu umarmen.

Im Taxi dann, während wir fuhren, immer wieder das gelegentliche Spiel der Wörter um die Frage, was wäre wenn.......obwohl wir beide wussten, dass es nie eine Zukunft für uns geben wird.

Ich checkte im „Outrigger Reef Waikiki Beach Resort“ ein. Nahm „Diamod Head Ocean View“. Schließlich gedachte ich hier gut eine Woche zu bleiben. Wenn nicht sogar noch länger.
Jason kam mit mir aufs Zimmer.
Wir scherzten miteinander während ich meine Sachen aus den zwei Koffern nahm und vorerst auf das Bett legte. In seinen Augen sah ich Lust auf......m-e-h-r und fragte ihn danach: „Lust?“ Ich wiegte den Kopf leicht hin und her.
Jasons tiefe Stimme halte lachend durch den Raum. „Ja. Ohhh ja.“
Ich sah ihn lächelnd an und hob die Brauen. Machte eine eindeutige Geste. „Ich auch.“
Nun kam Jason zu mir hin und sah mir tief in die Augen. „Weist du, ich bin zu müde. Wir müssen ja nichts übereilen. Wir haben die ganze nächste Woche Zeit dafür.“ Er gab mir einen Kuss und grinste.
„Du hast Recht. Geh’ schlafen. Ich bleibe hier.“
Das Eigenartige daran war, dass Jason offenbar doch nicht jede beliebige Gelegenheit nutzte, um mit Frauen ins Bett zu steigen. Was er heute unter Beweis gestellt hatte. Gunnar hätte solch Gelegenheit nicht verstreichen lassen, Da war ich mir sicher. Womöglich wäre Jason doch der bessere Mann. Auch wenn er sicherlich andere Eigenarten besaß, die vertragen werden wollten.

Als Jason gegangen war, begab ich mich ins Restaurant um zu essen. Ich wählte ein thailändisches Gericht mit Hühnerfleisch und Reis. Gleich anschließend ein kleiner Spaziergang nach draußen und dann richtete ich mich auf meinem Zimmer ein. Setzte mich auf den Balkon und ließ meine Blicke in die Ferne schweifen. Dachte an Gunnar und Derek und rief Letzteren an. Oh Göttin! Vergaß ich doch ganz und gar, so Gedanken versunken wie ich war, die zwölfstündige Zeitverschiebung. In Schweden war es nachts um vier. Rasch legte ich auf und hoffte Derek nicht geweckt zu haben. Keine zwei Minuten später rief er an.
„Warst du das eben?“
Ich biss mir auf die Lippe. „Verzeih. Ich war in Gedanken.“
„Nicht so schlimm. Wie geht es dir?“
„Ganz gut.“, antwortete ich und erzählte ihm, was geschehen war. Alles was Jason betraf, ließ ich selbstverständlich aus. (Da blieb nicht viel in den letzten vierundzwanzig Stunden. Infolgedessen dichtete ich einiges hinzu.)
Gleich anschließend nach dem Gespräch mit Derek, begann ich meinen Post zu schreiben.......bis jetzt. Und bevor Jason wieder kommt, denke ich noch darüber nach, Gunnar anzurufen. (Damit er mir dann späterhin nicht dazwischen kommt.)